(7“, Elfenart)
Hübsch aufgemachte DIY-Seven Inch mit je zwei Songs der Lischitzkis aus Lüneburg und deren Berliner Pendant Grizou. Musikalisch ist man nicht allzu weit entfernt voneinander, dominiert wird die ganze Chose von räudigen HC-Punk-Klängen, vorgetragen durchgehend in deutschländisch. Wobei es bei den Tischlern etwas straighter in die Fresse geht (mit den beiden Songs „Zuviel TV“ & „Sex ist Englisch“), während die Berliner ein paar Milligramm gediegener zu Werke gehen und sich hier und da auch nicht vor, ähem, Emo-lastigen (also, im ursprünglichen Sinne des Wortes) Gitarrenläufen scheuen. Was ihnen aber auch recht gut zu Gesicht steht, ohne irgendwie peinlich oder ausgesetzt (Anm. Obnoxious: Du meinst wohl aufgesetzt, aber ausgesetzt ist auch schön!) zu erscheinen. Die beiden Beiträge „Shoppingparadies Welt“ sowie „Punkrock 08“ können jedenfalls etwas – sozusagen Turbostaat in besser (weil nicht ganz so pathosbeladen). Schön, schön. Snitch

KAFKAS – Paula

| November 13th, 2010

(CD, Domcore)
„Ach herrje, die schon wieder …“ – mein erster Gedanke, als ich das neue Machwerk der ewigen Weltverbesserer aus Fulda auspackte. Live fand ich sie jedenfalls schon immer eher nervig mit ihrer Missioniererei für angehende Öko-Deutschpunks. Aber ganz so schlimm ist es auf Konserve dann doch nicht. Man hat wohl mehrere Gänge runtergeschaltet und schielt jetzt songwritertechnisch eher in Richtung Weakerthans & Konsorten und hätte wohl gerne auch mal überrregionales Airplay. Manche der Songs könnten von der Instrumentierung her dann tatsächlich auch aus Winnipeg stammen statt aus Fulda. Daraus macht man auch keinen Hehl, sondern lässt es sogar stolz im Waschzettel verkünden (neben u.a. der Tatsache, dass das Advance-Demo im Slam „in den Sweet Sixteen neben Bands wie Morrissey und Mando Diao stand“ – echt beeindruckend!). Wenn da nur der Gesang nicht wäre, der einfach nicht damit aufhören will, dermaßen frappierend an den Frontheini von Bums zu erinnern, und zu allem Elend werden die Zeilen meist auch genau wie bei den schwäbischen Borussen-Fraks betont. Dazu kommt noch ein etwas zu häufig eingesetzter, penetranter Dancefloor-Drumcomputer, der das Ganze nicht gerade glaubwürdiger rüberkommen lässt. Aber, das muss trotz allem mal gesagt werden, eingängige Pop-Songs können sie wirklich schreiben. Lässt aber die Frage aufkommen, bei wem sie damit punkten wollen. Für das Kettcar hörende Mainstream-Lager dürften sie wohl zu „punkig“ bzw. politisch sein, für Deutschpunks definitiv zu seicht. Zwiespältige Sache, wa’. Snitch

DISCO OSLO – s/t

| Oktober 26th, 2010

(CD, Antikörper-Export)
Frische Combo aus Oldenburg, für deren Erzeugnis wohl die frühen Turbostaat genauso Pate gestanden haben wie die späten Pascow (oder war’s umgekehrt?). Obwohl die Gesangsbetonung ein wenig zu arg an erstere erinnert und die Rhythmus-Sektion an zweitere, gelingt es den Herren, die notwendige Portion Eigenständigkeit an Bord zu haben. Und das Wichtigste: die Songs können einfach was, und zwar allesamt (abgesehen von der etwas anstrengenden Echospielerei „Fassade“). Nuff said, unbedingt antesten! Snitch

www.myspace.com/discooslo

INROAD – Lebendigkeit

| September 21st, 2010

(CD, C.I.K. Music/Contra Rec.)
Auf der verzweifelten Suche nach Originalität hat man sich hier einer Mixtur aus 90er- Kreuzüber-Gefrickel, HipHop und deutschsprachigem HC-Punk vorgenommen. Die Songs sind trotz der vorhandenen handwerklichen Fähigkeiten in erster Linie damit beschäftigt, ereignisfrei vor sich hin zu plätschern. Wenn dann auch noch der Gesang penetrant nervt und man ständig an H-Bloxx auf Amphetaminen denken muss, tja, da ist bei mir eigentlich schon das Öfchen aus. Da ändern auch die durchaus ambitionierten Lyrics nix mehr dran. Sorry. Snitch

(CD, TNS Rec.)
Das durchwachsene Wetter in Schottland scheint bei den Jungs und Mädels aus Glasgow bisher noch nicht sonderlich aufs Gemüt geschlagen zu sein. Auf „Always Looking Forward“ regiert jedenfalls das Serotonin das Tonwerk, das sich zwischen den Mad Caddies, Mighty Mighty Bosstones und Madness recht wohl zu fühlen scheint. Hebt jetze den Kontinenten nicht aus den Angeln, ist aber durchaus kompetent bewerktstelligt und wird bei den Affinierten der oben Genannten mit Sicherheit seine Freunde finden. Und immerhin kommen die englischen Bands dieser Sparte ohne „Ska“ im Bandnamen aus, ganz im Gegensatz zu den hiesigen (A propos: Wo bleiben eigentlich BlasSKApelle?!). Snitch

In The Streets Of Hamburg #8

| April 7th, 2010

(A5, 84 Seiten, 1 Euro + Porto, Fanladen St. Pauli, „Streets of HH“, Brigittenstr. 3, 20359 Hamburg)
Dass ich bisher noch nie ein Exemplar des Zentralorgans der Paulianer-Skins in den Flossen hielt, wundert mich ganz und gar nicht. Hier geht’s nämlich – richtig geraten – in erster Linie um Könich Fußball, und der wiederum geht mir in erster Linie mal kräftig am Hintern vorbei. Dennoch kommt die Schreiberlingsbande recht sympathisch rüber, gibt man sich doch durch die Bank strikt links/antifaschistisch. Darüber hinaus gibt’s mit ’nem Tourbericht von Small Town Riot und Interviews mit Testosteron und Smegma dann doch noch ’n paar Sätze jenseits des Stadions zu lesen. Gerade letzteres ist sehr gelungen. Vor allem, wenn man Smegma eh schon immer eher als Realsatire betrachtet hat. Und manche der Aussagen kann man durchaus auch als Nicht-Skin unterschreiben, believe it or not. Ansonsten machen aber natürlich diverse Fahrten zu Auswärtsspielen den Löwenanteil aus, und St. Pauli-Jünger sollten das Teil auf jeden Fall mal antesten. Snitch

Reviews

| Dezember 4th, 2009

CAR DRIVE ANTHEM – Time To Steal Away
(CD, Sums Records)
Ohje, ’ne amtliche Autofahr-Hymne klingt in meinem fahrenden Müllcontainer aber anders. Ein dahingehauchter Schmachtfetzen von Miss Stevie Hicks zum Beispiel, oder meinetwegen auch „Ein schöner Satz Reifen“ von Eisenpimmel. Aber bestimmt nicht diese schmalzgewichste Prinzessin-Lillifee-Version von Boysetsfire auf Valium. Tut mir leid, Jungs, da seid ihr beim Falschen gelandet (obwohl- eigentlich tut’s mir gar nicht leid, wenn ich ehrlich bin…). Und Tschüss. Snitch weiterlesen →

427
[podcast]http://pogoradio.com/pogo/20090923_23-00_Pogoradio.mp3[/podcast]
Folge 427: Zu Gast waren Kerstin, Laureen und Sarah

Songliste: Titel, Interpret, Album
Jingle — Geld et Nelt
Seeing red — Minor Threat — Complete Discography
Some Kinda Hell — Dean Dirg — The 35 Minute Blitz
Snitch To The Suture — Star Fucking Hipsters — Until We’re Dead
Money — Choking Victim — Crack Rock Steady EP and Squatta’s Paradise EP
Damage Control Womanizer — The Sore Losers — too sexy for the fuehrerbunker
Young ‚til I Die — 7 Seconds — The Crew
Jenever Holocaust — Gewapend Beton — 17 Until We Die
No Solution – No Control — The Casualties — Under Attack
Sometimes — Krum Bums — As The Tide Turns
Reagan Youth — Reagan Youth — A Collection of Pop Classics
Life Causes Cancer — Leftöver Crack — Deadline Split

MP3-Download (55 MB)

district(CD, PLY)
Yeah, die deutschen Glam-Punks mit 77er-Attitüde aus dem Ruhrpott legen nach. Bei der Band merkt man direkt, dass keine Anfänger am werkeln sind, sondern sie latzen mit ihrem erst zweiten Album schon wieder ordentlich einen hin. Da wird nicht gejammert, es wird das Leben in verschiedenen Facetten beschrieben und so hingenommen. Marcs einzigartige Stimme stellt aber schon klar, dass das nicht gleichbedeutend ist mit Zufriedenheit. Untermauert wird das mit den beiden Polit-Songs „Poverty Makes Angry“ und „The Last Anthem“. Insofern stellt das Album fest, dass zum Leben Politik dazugehört, aber auch umgekehrt. Wenn man jetzt Ritterschläge verteilen will, dann fühlt man sich durchaus an die großen The Clash erinnert. Ein total geiles Punkrock-Album von Stylos, denen man einen gewissen Tiefgang auf den ersten Blick abspricht, um dann umso überraschter zu sein. Die Vinylausgabe erscheint bei Dirty Faces. Bocky

www.dirtyfaces.de
www.myspace.com/seconddistrict

Nazi Dogs Interview

| Januar 22nd, 2008

Die Frage, ob man im dritten Jahrtausend noch „Retro“- Kapellen braucht, die weitestgehend authentisch den schlampigen Charme der 70er Sleaze-/Trash-/Rotzpunk-Ära in die Gegenwart transportieren, beantwortet sich von selbst, wenn man die vier Aachener auch nur ein einziges Mal in lebendig erleben durfte: Kein perfektionierter Livesound durch stundenlanges Klangchecken, kein Anbiedern beim Publikum oder ellenlange Ansagen, sondern einfach nur die volle Ladung verschwitzte, rotzige Energie des Ur-Punk mitten in die verwöhnte Fresse.
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Nazi Dogs Interview

| Januar 3rd, 2008

Die Frage, ob man im dritten Jahrtausend noch „Retro“- Kapellen braucht, die weitestgehend authentisch den schlampigen Charme der 70er Sleaze-/Trash-/Rotzpunk-Ära in die Gegenwart transportieren, beantwortet sich von selbst, wenn man die vier Aachener auch nur ein einziges Mal  in lebendig erleben durfte: Kein perfektionierter Livesound durch stundenlanges Klangchecken, kein Anbiedern beim Publikum oder ellenlange Ansagen, sondern einfach nur die volle Ladung verschwitzte, rotzige Energie des Ur-Punk  mitten in die verwöhnte Fresse.

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