Proud To Be Punk #14

| Februar 9th, 2011

(Jan Sobe, jan.sobe@t-online.de)
Huch, schon wieder? Jan gibt ja mächtig Gas beim Veröffentlichen seines Zines. PTBP #14 geht weiterhin in die gleiche Richtung, wie die Ausgaben zuvor. Sprich es werden neben Musik und Polit-Themen besonders regionale Geschichten aus dem Osten der Republik abgedeckt. Namentlich gibt es in dieser Ausgabe Interviews mit dem Macher des tschechischen Fanzines „Drunk nach Osten“, Leuten aus den selbst verwalteten Läden Juwel (Gotha) und Schuldenberg (Plauen), den Machern der Utopia-Zeitung und Chris vom Commi Bastard (Redskin Fanzine). Außerdem gibt es Artikel mit Infos zur Geschichte des Ungdomshuset, den unmöglichen Umständen an Europas Außengrenzen, einen Artikel über Überlebende des Holocaust, eine Beleuchtung des Schaffens der Bands Paragraf 119 und Skarpretter, Reviews, kurze Geschichten bzw Erlebnisberichte, den Sachsen Szenereport … Ein ganzer Haufen Zeug. Besonders gut gefällt mir bei Jans Interviews, dass er sich nicht nur mit den Standardfragen begnügt, sondern mit Hintergrundwissen glänzt und bei seinen Berichten teilweise nicht unbedingt Fanzine-typische Themen aufgreift. Jedoch fiel mir auf, dass das (ja eigentlich voll authentische und so) Schnipsel-Layout mit Ellenlangen Zeilen mir zunehmend Probleme beim Lesen bereitet, ich werde wohl auch nicht jünger. Chris

(Taschenbuch, Iron Pages, 248 Seiten, 19,90 Euro)

Jeff Turner, der Sänger von den Cockney Rejects, zieht vom Leder. Vom eigenen Leder. Er, der als Jeff Geggus geboren wurde und sich irgendwann den Namen Stinky Turner gab, veröffentlicht hier unter dem Hybrid-Namen Jeff Turner seine Autobiographie. Und irgendwie hat man auch den Eindruck, dass es sich um so eine Art Befreiungsschlag handelt, sozusagen um mit sich selbst mal ins Reine zu kommen. Keine Ahnung, ob das stimmt. Jedenfalls fasst Stinky Jeff Geggus Turner auf knapp 250 Seiten sein bisheriges Leben zusammen. Angefangen bei seinen griechischen Vorfahren, seiner Kindheit und Jugend im Ost-Londoner Stadtteil Custom House, wo umringt von Klein-, Mittel- und Großkriminellen noch das Gesetz der Straße gilt.
Wir erfahren einiges über seine kurze Karriere als viel versprechender Nachwuchs-Boxer und über seine Punk-Sozialisation. Und wir erfahren ganz viel über den Aufstieg und Fall seiner Band Cockney Rejects, über die Hooligans von damals und ganz besonders über die berüchtigte Inter City Firm (West Ham-Hooligans), deren Mitglieder einen ansehnlichen Teil des Rejects-Gefolges ausmachte und der Band damit eine ziemliche Schlagkraft verlieh. weiterlesen →

Reviews

| Dezember 4th, 2009

CAR DRIVE ANTHEM – Time To Steal Away
(CD, Sums Records)
Ohje, ’ne amtliche Autofahr-Hymne klingt in meinem fahrenden Müllcontainer aber anders. Ein dahingehauchter Schmachtfetzen von Miss Stevie Hicks zum Beispiel, oder meinetwegen auch „Ein schöner Satz Reifen“ von Eisenpimmel. Aber bestimmt nicht diese schmalzgewichste Prinzessin-Lillifee-Version von Boysetsfire auf Valium. Tut mir leid, Jungs, da seid ihr beim Falschen gelandet (obwohl- eigentlich tut’s mir gar nicht leid, wenn ich ehrlich bin…). Und Tschüss. Snitch weiterlesen →

Nazi Dogs Interview

| Januar 22nd, 2008

Die Frage, ob man im dritten Jahrtausend noch „Retro“- Kapellen braucht, die weitestgehend authentisch den schlampigen Charme der 70er Sleaze-/Trash-/Rotzpunk-Ära in die Gegenwart transportieren, beantwortet sich von selbst, wenn man die vier Aachener auch nur ein einziges Mal in lebendig erleben durfte: Kein perfektionierter Livesound durch stundenlanges Klangchecken, kein Anbiedern beim Publikum oder ellenlange Ansagen, sondern einfach nur die volle Ladung verschwitzte, rotzige Energie des Ur-Punk mitten in die verwöhnte Fresse.
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Nazi Dogs Interview

| Januar 3rd, 2008

Die Frage, ob man im dritten Jahrtausend noch „Retro“- Kapellen braucht, die weitestgehend authentisch den schlampigen Charme der 70er Sleaze-/Trash-/Rotzpunk-Ära in die Gegenwart transportieren, beantwortet sich von selbst, wenn man die vier Aachener auch nur ein einziges Mal  in lebendig erleben durfte: Kein perfektionierter Livesound durch stundenlanges Klangchecken, kein Anbiedern beim Publikum oder ellenlange Ansagen, sondern einfach nur die volle Ladung verschwitzte, rotzige Energie des Ur-Punk  mitten in die verwöhnte Fresse.

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