Satanvon Anne Hahn & Frank Willmann (Taschenbuch, Ventil Verlag, 175 Seiten, 11,90 Euro)
Keine Angst, es handelt sich bei „Satan, kannst du mir noch mal verzeihen“ nicht um einen spätpubertären Knochenlutscher-Jugendroman. Ganz im Gegenteil und schlaue Füchse wissen es bereits, denn der Titel ist die erste Zeile aus dem Song „Satan“ von… Schleimkeim. 100 Punkte und ein Bällchen Eis für alle, die es gewusst haben. Denen, die es nicht gewusst haben, hilft vielleicht noch der Untertitel „Otze Ehrlich, Schleim-Keim und der ganze Rest“ auf die Sprünge. Aber ums kurz zu machen: Hier handelt es sich um einen Annäherungsversuch an das Leben von Otze, dem Sänger und Allzweck-Musiker der legendären DDR-Punkband Schleim-Keim.
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(CD, Rookie Records)
Nicht nur den ursprünglichen Heimatort haben Kick Joneses mit den legendären Spermbirds und der semiprominenten Walter Elf gemeinsam. Nein, sie teilen sich auch einen nicht unerheblichen Teil an Bandmitgliedern. Trotzdem sei gesagt, dass die dritte bekannte Punkband aus Kaiserslautern musikalisch nicht wirklich viel mit den beiden anderen verbindet. Es ist kein genialer Hardcore und kein Funpunk, es ist in erster Linie Powerpop. Hat aber hie und da eindeutige Reminiszenzen zu Britpop oder auch den Hives. Das kommt daher, dass öfter mal geschickt ein Keyboard als Orgel oder Synthesizer genutzt wird. Ein Stilmittel, welches der Band den ganz eigenen Sound verleiht und das im jetzigen dritten Album viel klüger eingesetzt wird. Witzig find ich den Text von „Where Were You In 82“, der erinnert mich ganz arg an Spermbirds „No Punks In K-Town“, weil er ebenfalls davon handelt, damals Punker in der etwas verschlafenen Barbarossa-Stadt gewesen zu sein. Ein großartiges Poppunk-Album, das nicht bloß im Digipack kommt, sondern im farbigen Vinyl mit Downloadcode erscheinen wird. Bocky
Webseite
… mehr Reviews in der aktuellen Ausgabe des Punkrock-Fanzines

Punk & Disorderly 2009

| Januar 30th, 2009

 PUNK & DISORDERLY FESTIVAL 2009
20. – 22. Februar in Berlin

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Alternative

| Januar 27th, 2009

[singlepic id=624 w=100  h=100 float=right][singlepic id=625 w=100 h=100 float=right]Alternative ist eine Anarcho-Punkband aus dem Umfeld von Crass und Conflict.

Als kleiner Bengel hab ich mir ihr Album gekauft und bin heut noch von dem eigenwilligen Sound begeistert. Das Album gibts heutzutage bei den üblichen Verdächtigen als Download
Weshalb ich gerade jetzt auf Alternative komme: Die Band hat eine Myspace-Seite, auf der sie verkünden, dass sie am 23. Mai 2009 sich wieder für einen Auftritt zusammenschließen und in Glasgow auf dem „​Gathe​ring of the thous​ands“-Festival spielen werden.[singlepic id=623 w=100 h=100 float=right] Zusammen mit Meinhof, Conflict, u.s.w.

4 Past Midnight

| Januar 22nd, 2009

Die schottische Punkband 4 Past Midnight bietet vier neue Songs ihres Albums „Guilty as Charged“, welches am 28. Februar erscheint, zum Download an.

www.myspace.com/fourpastmidnight

Stay home? Read a book

| Januar 10th, 2009

ANNE HAHN & FRANK WILLMANN – Satan, kannst du mir noch mal verzeihen
(Taschenbuch, Ventil Verlag, 175 Seiten, 11,90 Euro)
Keine Angst, es handelt sich bei „Satan, kannst du mir noch mal verzeihen“ nicht um einen spätpubertären Knochenlutscher-Jugendroman. Ganz im Gegenteil und schlaue Füchse wissen es bereits, denn der Titel ist die erste Zeile aus dem Song „Satan“ von… Schleimkeim. 100 Punkte und ein Bällchen Eis für alle, die es gewusst haben. Denen, die es nicht gewusst haben, hilft vielleicht noch der Untertitel „Otze Ehrlich, Schleim-Keim und der ganze Rest“ auf die Sprünge. Aber ums kurz zu machen: Hier handelt es sich um einen Annäherungsversuch an das Leben von Otze, dem Sänger und Allzweck-Musiker der legendären DDR-Punkband Schleim-Keim.
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Tonträger Reviews S-Z

| Dezember 10th, 2008

SPLIT – Neue Katastrophen / Oräng Attäng – Schöne Scheiße
(7´´, Keine Ahnung/Kalte Platte)
Die derzeit schönsten, coolsten und bestausehensten Schraddel-Punkrockgurken aus Hamburg schnappten sich die Freunde von Neue Katastrophen, um ne feine kackbraune Vinylscheibe zu machen. Auf dem Fladen sind das insgesamt 7 Titel, wovon jede Combo einmal die andere covert. So macht man das nämlich, wenn man sich gerne hat. Welche Seite mir besser gefällt, brauch ich nicht zu erwähnen, is aber auch nicht wichtig. Denn das Gesamtwerk lohnt sich einer der 300 Besitzer zu sein, öfter gibt’s das Teil nämlich leider nicht. Außer dem braunen Plastik gibt’s nen Wende-Patch – wie der Tonträger, pro Seite eine Band – für alle, die gerne ihre Aufnäher nur mit Sicherheitsnadeln festmachen und wie immer wichtig ein Textblatt! Das lustige Artwork will ich auch erwähnt haben. Super Gerät im kompletten liebevollen DIY-Gewand, so macht Punkrock richtig Spaß! Bocky
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Tonträger Reviews M-N

| Dezember 10th, 2008

MACC LADS – Beer & Sex & Chips’n’Gravy + Bitter, Fit Crack / Live At Leeds (The Who?) + From Beer To Eternity / The Beer Necessities + Alehouse Rock
(Jeweils Do-CD, Anagram)
Wenn man alle drei Doppel-CDs kauft, müsste man nahezu das Gesamtwerk der Macc Lads haben. Die Macc Lads gründeten sich Ende der 70er, daher ist es nicht verwunderlich, dass typischer 77er-Punk die musikalische Grundlage bildet. Der Gesang ist aber eher an den 80er-Bands à la No Future oder Riot City orientiert. Manche Refrains könnten auch von den Gonads oder ähnlichen Oi!-Bands stammen. Manchmal klingt das Ganze aber auch wie Half Men Half Biscuit oder wie Serious Drinking. Textlich widmet sich die Band maßgeblich dem Alkoholverzehr. Ob man nun wirklich alle drei Dinger braucht ist fraglich, da die Macc Lads aber gut sind, sollte man schon eine dieser CDs besitzen. Am besten finde ich die „Beer & Sex & Chips’n’Gravy“ und die „The Beer Necessities“. Blöderweise sind die nicht zusammen auf einer Doppel-CD. Das könnte ärgerlich sein… HH
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Tonträger Reviews E-G

| Dezember 10th, 2008

EATER – The Album
(Do-CD, Anagram)
Eater gehörten zu den frühen Londoner Punkbands. Sie veröffentlichten ein paar Singles und ein Album. Danach lösten sie sich auf, um 1996 beim Holidays In The Sun in Blackpool wieder aufzutauchen. Der vollständige offizielle Studio-Output inkl. einiger Livetracks der Band befindet sich auf dieser Do-CD. Falls jemand der Leserschaft noch nicht weiß, wie Eater klingen: Eater klingen wie typischer 77er-Punk aus England. Das ist nicht originell, aber genial. Das Gerät gehört in jeden Haushalt, welcher ein Faible für alten Punkrock hat. Ohne wenn und auch ohne aber. HH
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Tonträger Reviews C-D

| Dezember 10th, 2008

THE CABRIANS – …For A Few Pussies More…
(CD, Redstar 73/Liquidator)
Diese übersexualisierten Katalanen spielen schön traditionelle Offbeat-Musik, die sie angesichts der schlüpfrigen Texte, die sich mehr als nur einmal nur um „das Eine“ ranken, zurecht als „Boss Porn Ska“ bezeichnen. Da ich trotz jahrelanger Lektüre von Blättern wie „Skin Up“, „We Dare“ und „Big Shot“ immer noch ein ungebildeter Punker mit großen Unsicherheiten bei der Unterscheidung von Ska und Reggae und dem ganzen Rest bin, freut es mich, dass das Label einen an geeigneter Stelle dahingehend aufklärt, dass es sich bei der Mucke auf diesem Tonträger um Ska, Calypso und Western Reggae handelt. Alan
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Krank-Interview

| November 9th, 2008

Am 8. November spielte die Schweizer Punkband Krank im Juz Mannheim. Hier das Interview in voller Länge. [podcast]http://audio.pogoradio.de/Krank-Interview.mp3[/podcast]

File Download (30:00 min / 26 MB)

Fanzines

| September 3rd, 2008

Alf Garnett #10

(A5, 116 Seiten, 3 Euro + Porto,

Leider verkündet der gute Alan im Vorwort, dass diese Jubiläumsausgabe auch ziemlich sicher seine letzte sein wird. Etwas ärgerlich, da diese Ausgabe hier ein paar Tage nach dem Redaxende eintrudelt und ich nicht alles habe lesen können. Was sofort ins Auge fällt, ist die Reisewut von ihm und Kompagnon Janosch. Alans jahrelanger Gefährte war in Neuseeland und der Südsee unterwegs und hat dort einige lustige und lesenwerte Situationen erlebt. Der Chief himself blieb in Europa und berichtet sehr ausführlich über sein Auslandssemester in Madrid (inklusive einem Interview mit Guerilla Oi!, die hier ja auch vertreten sind) und seine Sylvester-Reise nach Serbien (hier ein Interview mit The Bayonets). Weiter gibt es beispielsweise Alans genaue Betrachtung zum Film „Skinhead Attitude“, oder besser gesagt er weißt mal auf die krassen Fehler im Film hin. Ebenso ein paar Kolumnen, einen viel zu langen Bericht zum FC Basel und Reviews in abartiger Fülle. So, tut euch mal was Gutes, kauft diese vorerst letzte Nummer und schaut euch um, denn ganz will der Streetpunk-Crack nicht aufhören und in anderen Gazetten weiter schreiben. Bocky

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Nazi Dogs Interview

| Januar 22nd, 2008

Die Frage, ob man im dritten Jahrtausend noch „Retro“- Kapellen braucht, die weitestgehend authentisch den schlampigen Charme der 70er Sleaze-/Trash-/Rotzpunk-Ära in die Gegenwart transportieren, beantwortet sich von selbst, wenn man die vier Aachener auch nur ein einziges Mal in lebendig erleben durfte: Kein perfektionierter Livesound durch stundenlanges Klangchecken, kein Anbiedern beim Publikum oder ellenlange Ansagen, sondern einfach nur die volle Ladung verschwitzte, rotzige Energie des Ur-Punk mitten in die verwöhnte Fresse.
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Nazi Dogs Interview

| Januar 3rd, 2008

Die Frage, ob man im dritten Jahrtausend noch „Retro“- Kapellen braucht, die weitestgehend authentisch den schlampigen Charme der 70er Sleaze-/Trash-/Rotzpunk-Ära in die Gegenwart transportieren, beantwortet sich von selbst, wenn man die vier Aachener auch nur ein einziges Mal  in lebendig erleben durfte: Kein perfektionierter Livesound durch stundenlanges Klangchecken, kein Anbiedern beim Publikum oder ellenlange Ansagen, sondern einfach nur die volle Ladung verschwitzte, rotzige Energie des Ur-Punk  mitten in die verwöhnte Fresse.

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Interview with Pogoradio

| September 14th, 2006

Hier das Pogoradio-Interview, welches im Maximum Rock’n’Roll #275, April 2006 veröffentlicht worden ist.

Interview with Pogoradio

MAXIMUMROCKNROLL: How long have you been doing Pogoradio? How did you start?

Ruedi: Pogoradio is one of about 100 shows which have been broadcasting at the Bermudafunk since the year 2000. Bermudafunk is a local radio broadcasting station which works as an uncommercial association. It is the alternative to tons of public and dumb commercial radio stations. Our Broadcast exists by the multi cultured influence of the variety and the donations of our members. You can hear the shows in four different cities (Heidelberg, Mannheim, Ludwigshafen, Weinheim). But also as a livestream in the internet. For nearly every music style there is a special show. Besides Pogoradio exist two other punkrock shows, but they suck -huu!! We have also pure political broadcasts about topics like Anti Nuces, Anti fascism, Anti globalisation, Anti sexism …
Bermudafunk was organised and started to fight for its own frequence on the air in the nineties. I’m one of the first members and started directly 2000 and since then every wednesday night I produce a pogoradio show.
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Interview mit Kommando Vollsaufen

| Dezember 5th, 2005

Pogo Presse: Wer seid Ihr? Stellt euch mal kurz vor!
Käpt‘n: Käpt‘n.
Kotze: Kotze.
Dose: Dose.
Koma: Koma.
 
Pogo Presse: Euer erstes Album heißt „Penner Rock“. Was habt ihr euch dabei gedacht?
Käpt‘n: Eigentlich ist es nur ein Demo-Tape. Wir haben uns gedacht: „Scheiß auf alle Neckarstädter. Wir machen Sie alle platt“. Ansonsten haben wir nur gesoffen und uns nichts dabei gedacht.
Kotze: Wir stehen halt voll hinter der Penner-Ideologie. Auf jeden Fall.
Käpt‘n: Ich muss kurz dazu sagen, dass das, was Kotze jetzt gesagt hat voll schlecht war.

Pogo Presse: Wie fandet ihr Euren Auftritt bei Bauer Bühl?
Käpt‘n: Also eigentlich war der Scheiße. Ich hab nix gegen Bauern, aber Bauern sind eigentlich voll Scheiße. Allgemein war es ein recht guter Bauernhof. Obwohl er Scheiße war.
Kotze: Der Bauernhof war echt gut. Aber unser Auftritt war Scheiße.
Käpt‘n: Die Idioten haben zu viel Export gekauft, aber das Pils war gut.

Pogo Presse: Seit ihr schon an vielen Orten aufgetreten und wo war es am besten?
Käpt‘n: Ich als Käpt‘n würde mal sagen, unser geilstes Konzert war im Jungbusch. Im Jungbusch, da wo wir herstammen. Da, wo wir am liebsten spielen. Dort ist der Penner Rock geboren und da ist auch unser geilstes Konzert gewesen. Und in Stuttgart war es auch nicht schlecht. Stuttgart ist quasi unsere zweite Heimat. Aber unsere erste Heimat ist natürlich heimatlicher.
Kotze: Stuttgart war am geilsten und da hat der Koma auch ein Zimmer.
Koma: Ich fand es in Darmstadt, in der Oettinger Villa am besten. Nur leider haben wir da jetzt Auftrittsverbot. Ich glaube, weil Alge dort in den Backstage gepisst hat und Käpt‘n die Türen bekritzelt oder so.

Pogo Presse: Ich weiß, dass Ihr diese Frage oft hört, aber ich muss sie trotzdem stellen. Warum gebt Ihr Euch so viel Mühe Penner Rock zu spielen?
Käpt‘n: Ich beantworte diese Frage im Namen von der ganzen Band Kommando Vollsaufen. Es ist eine schwierige Frage. Viel steckt dahinter. Viel kann passieren. Aber wir machen Penner Rock. Wir leben Penner Rock. Es ist nicht nur in unserem Kopf, es ist in unserem Herzen. Alles in uns dringt nach außen und was von uns nach außen dringt ist Penner Rock. Wir leben Penner Rock und wir werden auch Penner Rock sterben. Nichts von uns ist ohne Penner Rock und Penner Rock kann nicht ohne uns sein. Unser wahres Leben ist Penner Rock und Penner Rock ist unser wahres Leben. Es kann nicht anders sein. Penner Rock kann nicht ohne uns sein.

Pogo Presse: Eure Lieder zeugen von einzigartiger Art und Weise. Wie schafft ihr es innerhalb kürzester Zeit so viele gute Lieder zu machen?
Käpt‘n: Das ist eine gute Frage. Metulski, ich bin dir sehr verbunden, dass du diese Frage gestellt hast. Es ist quasi gar kein Thema für uns. Es ist quasi gar kein Problem. Wir sind eine Band und eine Band sind wir. „Kommando Vollsaufen“, dass heißt nicht nur „Vollsaufen“. Sondern es heißt „Kommando“ – „Vollsaufen“. Quasi, wenn wir in einem Raum sind, dann hat das quasi was an sich, was man „Kommando Vollsaufen“ nennen kann. Wir sind quasi eine Band, die sich eine „Band“ nennen kann. Das sind wir wirklich. Wenn ich ab und zu mal so ein paar Einwürfe mache – so textlich- da kommen gleich die anderen und machen Musik und andere Texte dazu. Das ist auch gut so. Und deswegen sind wir so ein Erfolg.
Kotze: Der Koma und ich spielen irgend einen Scheiß, das passt dann gut zusammen, der Dose hat zwei Takte, die wechselt er immer ab und der Käpt‘n labert wie ein Buch.

Pogo Presse: Mein persönliches Lieblingslied von euch ist „eine neue Leber ist wie ein neues Leben“. Was ist Euer Lieblingslied von Euch?
Käpt‘n: Man kann das einfach nicht so sagen. Von Kommando Vollsaufen sind alle Lieder einfach total geil und es gibt kein Lied das schlecht ist, weil wir einfach die besten Penner Rocker aller Zeiten sind. Ich wüsste gar nicht, wenn man mich fragen würde, was mein persönliches Lieblingslied ist, weil ich mag einfach alle Lieder. Das Ding ist auch, ich als Käpt‘n, ich steh auf der Bühne und die anderen spielen ein Lied, – da bin ich froh, wenn ich überhaupt noch den Text weiß. Und dass sind dann auch meine Lieblingslieder, wo ich mir am besten den Text merken kann.
Und jetzt will ich mal, dass der Schlagzeuger was sagen darf. (er gibt das Mikro weiter an den Schlagzeuger)
Dose: Mein Lieblingslied ist „an der Tankstelle nachts um halb eins“ und…(das Mikro wird ihm wieder weggerissen. Allgemeines Gelächter)
Kotze: Mein Lieblingslied ist „Frei sein, politisch sein“
Koma: „Wir sind die Zukunft“

Pogo Presse: (zum Käpt‘n): Du nennst dich ja selber Kapitän. Wieso? Warum hast du immer eine Kapitänsmütze auf und warum hat Koma immer eine Schalke-Hose an?
Käpt‘n: Für meinen Bassisten kann ich quasi sprechen, weil ich ja der Käpt‘n bin. Der Koma ist quasi ein Schalker. Und wir sind alles echte Penner. Mein Bassist ist ein echter Schalker. Er kommt quasi von Schalke. So‘n bisschen. Und ich habe eine Kapitänsmütze an, weil ich der Käpt‘n bin. Ich hab quasi für meine Mannschaft zu sorgen. Das ist quasi wie auf einem Schiff, unsere Mannschaft hier. Ich guck, dass die alle klar bleiben und das ist quasi gar kein Thema. Und dann schau ich immer und dann guck ich immer. Ich sag immer: „Bleibt klar Jungs“.

Pogo Presse: Ich habe gehört, dass bei eurer zweiten Probe bereits die Polizei kam. Erzähl mal!
Kotze: Wir haben geprobt und voll gerockt. Auf einmal klopfen die Bullen an die Tür und meinten, dass der Gesang Scheiße wär.
Käpt‘n: Das ist ein bisschen untertrieben. Es war um einiges krasser. Also: Wir haben geprobt, es war massig was los, es ging ab wie Drecksau, da kamen die vorbei. Eine Stunde lang haben die geklopft und wir haben nicht aufgemacht. Nein, die lassen wir nicht rein. Weil da ist quasi so ein Ding: Penner hassen Bullen. Wir hassen sie. Wir mögen keine Bullen. Noch nie haben uns Bullen was zu essen vorbeigebracht. Sie sind unsere Feinde. Nonnen sind unsere Freunde. Die von der Bahnhofsmission.
Kotze: Und Punks natürlich.
Käpt‘n: Jaaahh, Punks. Die haben ab und zu mal ein Bier über für uns. Das sind unsere Freunde. Die sind cool.

Pogo Presse: Vielleicht könnt Ihr mal was zur Bandgeschichte erzählen. Wie ist das Ganze entstanden?
Käpt‘n: Wir haben da so am Schifferhäusel gestanden, der Koma und ich. Da hat der Koma zu mir gesagt: „Hast du noch Bier?“. Und da hab ich gesagt: „Scheiße, Koma!“ Und Koma hat gesagt: “Scheiße, Käpt‘n!“ Und dann hab ich gemeint: „Scheiße, Koma!“ Und dann hat er zu mir gemeint: „Scheiße, Käpt‘n!“ Und dann hab ich gesagt: „Scheiße, Koma, wir müssen Penner Rock machen!“ Und dann hab ich noch gemeint: „Das ist wohl wahr, Koma!“ Und dann hab ich noch gemeint: Scheiße, klar Koma, wir machen Penner Rock. Und dann… Schnell… Schhh-wwwwup-s-di-w-u-pp….(Gelächter. Der Kapitän bringt kein Wort mehr heraus, außer einem „schh…www…upp…“)

Pogo Presse: Was ist Euer Lieblingsessen?
Käpt‘n: Also quasi hab ich viele Lieblingsessen. Ich muss sagen, wir von Kommando Vollsaufen, wir essen gern und wir essen auch gern viel. Aber auch wenn wir wenig zu essen kriegen, essen wir gern.
Koma: Wir trinken auch gern.
Käpt‘n: Ja, das stimmt auch. Da hat der Koma vollkommen Recht, wir trinken auch gern viel. Also ich mag eigentlich alles. Außer Käse. Aber Steak zum Beispiel. Oder ein großes Stück Fleisch. Aber ohne Käse.
Koma: Ich finde es immer gut, wenn wir was zu essen bekommen auf unseren Konzerten, was nich ganz so scharf is.
Käpt‘n: Ja, also ich muss sagen der Koma hat kein Plan vom Essen. Ein bisschen schon. Aber Bigos mag der Koma überhaupt nich. Also, da hat er kein Bock. So von Schärfe hat er kein Plan, aber Bigos mag er nicht. Nee, dass mag er gar nicht. Geil finde ich Yumyum. Yum yum ist voll das geile Essen und da wird mir auch der Dose Recht geben. (Er hält Dose das Mikro hin)
Dose: Ja, das stimmt.
Käpt‘n: Du darfst ausnahmsweise auch mal drei Wörter mehr sagen. Komm, sag noch drei Wörter.
Dose: Eins, zwei, drei.

Pogo Presse: Habt Ihr irgendwelche Vorbilder, an denen Ihr euch musikalisch orientiert?
Käpt‘n: Vorbilder? Das ist so eine Frage. Also quasi sind wir ja die Vorbilder für alle uns nachkommenden Menschen. Falls noch welche nachkommen… Als menschliche Vorbilder, zum Beispiel für den Koma: Da sitzt immer so ein Typ vor dem Jungbusch-Kiosk, der kann kaum einen Schritt weit gehen. Das ist quasi ein Vorbild für den Koma. Ansonsten sind wir ja die Generation, die Penner Rock erfunden hat Wir sind die Zukunft. Es kommt vielleicht nach uns irgendetwas. Wir wissen nicht was es sein wird. Aber vor uns hat es nichts gegeben.
Pogo Presse: Würdet Ihr euch als eine politische Band bezeichnen?
Käpt‘n: Das ist so ein Ding. Manche sehen uns politisch, manche nicht. Also, so mit dem Dosenpfand, da bin ich ja schon dagegen, obwohl ich auch irgendwo dafür bin. Aber, man muss das alles differenziert betrachten. Wir sind ja auch keine einseitigen Menschen. Wir sind ja Penner Rocker und man muss das von der Penner Rock-Seite her sehen. Und da sind wir die politischsten Penner Rocker, die es überhaupt gibt, weil wir ja auch die einzigsten Penner Rocker sind, die es überhaupt gibt. Und wenn es andere gibt, dann sollen sie erstmal kommen.

Pogo Presse: Was ist euer Lieblingsbier?
Koma: Andreas Pils.
Käpt‘n: Also ich muss sagen, dass ich Andreas Pils noch nie getrunken habe. Aber in unserem Jungbusch-Supermarket, gibt es Paderborner, ohne Dosenpfand. Und das ist mein Lieblingsbier. Das Paderborner ist das beste Bier. Auf jeden Fall zur Zeit. Wenn es was besseres gibt, sag ich Bescheid.
Kotze: Paderborner ist das Preis-Leistungsverhältnis gut. Deswegen trinken wir das.

Pogo Presse: Wo möchtet ihr denn gerne noch spielen?
Kotze: Auf dem Biermarathon.
Käpt‘n: Da spielen wir sowieso. Wo ich gern mal spielen würde, dass wäre quasi Kanada oder Australien. Also da werden wir auch spielen. Vielleicht klappt es dieses Jahr nicht mehr, leider. Das Problem an Kanada ist, dass es so nah an USA liegt. Da darf man Bier nur in Plastiktüten saufen. Das ist für uns nicht akzeptabel. Das finden wir nicht korrekt. Man soll überall Bier trinken dürfen, wo man gerade steht und liegt, wo man gerade ist. Auch wo man gerade essen tut ist Bier immer in Ordnung. Und deswegen möchten wir in USA nicht spielen. Aber Australien wäre ein Ort, da würden wir mal hinfliegen.

Pogo Presse: Wie heißt die Hauptstadt von Usbekistan?
Käpt‘n: Berlin und Bayern. Usbekistan und die Hauptstadt, das wird voll oft überschätzt. Quasi ist das so: Wo ich ein Bier habe, da bin ich zu Hause. Und wo Bier ist sind wir Daheim. Für mich ist es eigentlich egal, wo Usbekistan ist. Oder, wo die Hauptstadt von Usbekistan ist. Die Hauptstadt von Usbekistan ist dort wo es Bier gibt! Usbekistan ist dort, wo Kommando Vollsaufen zu Hause ist. Und wo es Bier gibt.
Pogo Presse: Auf Eurem Demo Tape ist auch ein Hund zu sehen. Seid Ihr tierlieb?
Käpt‘n: Das war schon immer so bei Pennern. Penner und Hunde, die haben sich lieb.

Pogo Presse: Jasmin, du hast Kommando Vollsaufen schon ein paar mal zu Konzerten gefahren. Wie geht es Dir dabei?
Jasmin: Es ist manchmal schon ganz schön anstrengend. Vor allem habe ich noch nie eine Band gesehen, die sich selbst so abfeiert. Die hören auf dem Weg zu Ihrem Konzert die ganze Zeit Ihr eigenes Tape und singen mit und freuen sich. Die können sogar die Intros und alles auswendig.

Pogo Presse: Gibt es Leute, die Ihr gut leiden könnt?
Käpt‘n: Da gibt es einige. Den Papa vom Schifferhäusel zum Beispiel. Der hat auch immer eine Dachdeckerjacke an. Der ist korrekt.
Koma: Ich möchte an dieser Stelle alle Leute grüßen, die das möglich gemacht haben, was wir heute sind. Die dafür gesorgt haben, dass wir Penner Rock machen können, dass wir immer unseren Weg gehen. Diejenigen, die immer dabei gewesen sind, bei all unseren Sachen, wenn wir irgendetwas gebraucht haben, die uns unterstützt haben. Ein Danke an alle, die es möglich gemacht haben, dass wir heute so einen großen Erfolg haben.
Käpt‘n: Ja quasi stimmt das alles. Und ich möchte auch dem einen danken, der immer in seinem Rollstuhl sitzt vorm Kiosk. Der ist der korrekteste Typ der Welt. Der sagt auch ab und zu mal „Hallo“ zu mir. Und deswegen mag ich den. Eigentlich müsste der bei uns in der Band spielen. Aber der kann leider nix. Er ist auch zeitlich verhindert.

Pogo Presse: Mit welchen Bands seid Ihr befreundet?
Käpt‘n: Wir sind mit einigen Bands befreundet. Eigentlich mit allen. Aber mit einigen auch nicht. Wir sind ja quasi die Band, die sich die Freunde selber aussucht. Die Frage ist im Grunde schon falsch. Es darf nicht heißen: „Mit welchen Bands seid IHR befreundet“, sondern es muss heißen: „Welche Bands sind mit EUCH befreundet?“ Und mit uns sind quasi alle befreundet, die keine Deppen sind.
Pogo Presse: Seid Ihr sehr stolz darauf, so etwas großartiges wie Penner Rock erschaffen zu haben?
Käpt‘n: Ja, natürlich. Das ist doch klar. Wir haben Penner Rock geschaffen. Die Idee der neuen Welt. Gerade jetzt wo das Zeitalter des Penner Rock kommt. Viele werden uns folgen, aber nur wenige werden uns verstehen.

Pogo Presse: Warum ist der Käpt‘n Euer Kapitän?
Koma: Der Käpt‘n sagt immer: „immer erst den Käpt‘n fragen, dann nachdenken, was der Käpt‘n gesagt hat und dann weißt du auch was zu tun ist“. Der Käpt‘n hilft uns bei schwierigen Entscheidungen und passt auf seine Leute auf. Aber eigentlich ist das alles ein großer Scheiß. Weil der Käpt‘n nur denkt, dass er das macht.
Käpt‘n: Ich kann da gar nicht viel hinzufügen, außer, dass ich der Käpt‘n bin. Ich achte auf meine Mannschaft, wie der Vater auf seine Jünglinge. Ich muss sagen, ich mach das gut.
Pogo Presse: Nennt mir drei Gründe, warum ich mir ein Kommando Vollsaufen Tape kaufen soll!
Käpt‘n: Wir sind gut, wir brauchen Geld und der Käpt‘n spielt mit.
Koma: Wir brauchen mehr Bier.

Pogo Presse: Vielen Dank für das Interview. Wollt Ihr zum Schluss noch was loswerden?
Kotze: Eine neue Leber ist wie ein neues Leben!
Käpt‘n: Ich weiß nicht was ich gern loswerden will. Von Kommando Vollsaufen will ich eigentlich niemanden loswerden. Wir sind eine Einheit. Wir sind eine Band. Es gibt niemanden den ich davon loswerden will. Dann wären wir nicht mehr Kommando Vollsaufen. Aber das schlechte Wetter will ich gern loswerden. Ich hätte gern jetzt an die 25 Grad im Schatten, ein bisschen Sonnenschein, dazu ein Strand und eine Strandbar. Dann wäre alles wunderbar. 

zu noch mehr Fotos

http://www.pogoradio.de/kv/



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