Ketten und Ketchup #1

| Dezember 28th, 2010

(A5, 44 Seiten, max. 2 Euro + Porto, www.myspace.com/kettenketchup )
Alex, oder einigen vielleicht besser als Latex bekannt, und Ballo haben ihr Fanzine nach einem Song von Blut & Eisen benannt, der auf der legendären Platte „Schrei Doch“ erschienen ist. Aber auch darüber hinaus kann man sagen, dass sich das Heft sehr an frühen Zeiten orientiert. Denn im Gegensatz zu den meisten aktuellen Fanzines ist das „Ketten und Ketchup“ nicht am PC erstellt worden, sondern richtig old school geschnippelt. Das heißt die Texte sind ausgedruckt, von einer Schere in Blöcke gebracht worden und dann mittels eines Pritt-Stifts auf ausgedruckte Hintergrundsbilder aufgeklebt worden. Ehrlich gesagt: Zeiten, an die ich mich gerne erinnere, aber keinesfalls wieder regelmäßig auferstehen lassen wollte! Die Debüt-Nummer bietet vier Sprachrunden: Oi Polloi erzählen mal wieder von ihren Problemen mit den Antideutschen und offenbaren einmal mehr deren Lernresistenz, Vladimir Harkonnen scheinen vor drei Jahren befragt worden zu sein(?), die Lobusch in Hamburg wird quasi vorgestellt und das Antigen-Trio gibt zu Protokoll, dass sie keine Probleme hätten, auf dem Force Attack zu spielen. Letztere Aussage dürfte den beiden Machern nicht so ganz gepasst haben, schließlich ist Ballo einer der Hauptverantwortlichen des Break The Silence-Festival gewesen. Na und dieses Festival wurde ja zum Teil ganz klar als Gegenpol zum mittlerweile leider verkommenden Force Attack gegründet. Ansonsten ist man mit dieser ersten Nummer ziemlich schnell durch, weil mit dem Zine das Rad nicht neu erfunden wurde, sprich die Zutaten sind die gleichen: Artikel, Reviews, Kommentare, Kochrezepte, feddich! Sollte das negativ klingen, dann ist das so nicht gemeint, stattdessen bin ich eher auf die #2 gespannt, da ich bspw. Latex’ Gedanken zu Trash ziemlich erheiternd finde und Bolt Throwers „Warmaster“-Cover als Layout-Hintergrund einfach großartig finde. Bocky

(CD, Heptown Records)
Old School meets New School. Die Schweden vom Nobelkommittee wissen nicht so recht in welchem Zeitalter sie jetzt eigentlich gerne leben würden. Als das Punk-„Dynamit“ (erster Titel der CD) schon vom Herren Nobel erfunden war oder eben erst im Jetzt und Heute. Jedenfalls bieten dien Schweden keine nutz- und orientierungslose Mischung aus „damals war alles viel besser“ und „heute ist aber auch nicht schlecht“, sondern eine in sich stimmige Interpretation von beidem. Nobelkommittéen schlägt schon das Herz am richtigen Fleck. Kein Wunder haben die beteiligten Bandmitglieder doch schon einiges Punk-Herzblut in Bands wie The Confession, Conshitas, Royal Stakeout und den Parttimers gelassen. Da kann man dann auch schon Einiges erwarten. 12 Songs in einer knappen halben Stunde. Allesamt auf Schwedisch zum Besten gebracht, so dass der durchschnittliche deutsche Hörer so gut wie keine Ahnung haben dürfte worum es in den einzelnen Songs geht. Einzig und allein „Dynamit“ und „Idiot“ könnten einen Zaunpfahl bieten, der in eine bestimmte Richtung weißt. Aber wer weiß das schon, ob sich wirklich auch das dahinter verbirgt, was man zu wissen glaubt. Auf dem Waschzettel vom Label glaube ich herauslesen zu können, dass der Album-Titel „Bevor das Leben explodiert“ heißen könnte. Könnte wohlgemerkt, aber spielt das bei der Wahrheitsfindung eine Rolle? Ach ja: Typisch Schweden! Obnoxious

(CD, www.derendgegner.org )
Äh, wow, ja also wenn ich das richtig kapiert habe, dann gibt’s diese Daten-CD gratis zum Runterladen auf der Homepage der Band. Und zwar nur dort. Einzige Ausnahme: Auf Gigs. Außer den eigentlichen fünf Songs des Albums gibt’s dort auch das (hier vorliegende) Platinum Fanpack inclusive aller bisher aufgenommener Songs, Artworks, Wallpapers für den Rechner und Klingeltönen für’s Handy. Umsonstiger geht’s also gar nicht. Aber was erwartet einen eigentlich? Die Band nennt es Destrukto-Swing. Könnte zutreffen, aber Schubladen sind nicht gefragt, weil ihr den ganzen Scheiß ja sowieso im Netz anhören und bei Interesse downloaden könnt. Wenn man das also alles auf CD oder Rechner hat und startet, findet man sich in einem 80er Jahre-Atari-Menü und hat die Möglichkeit sich ziemlich schräge Dinge anzuhören. Mit der Mucke kann ich jetzt zwar (obwohl ziemlich Old School) gar nicht mal soviel anfangen (außer „Locker Rocker“, ein echter Burner!), aber das ist egal, denn das Album mit dem besten Titel der letzten 30 Jahre, ist allein schon wegen der ganzen Gimmicks eine Reise ins weltweite Netz wert. Auf der Homepage der Band gibt es einiges zu entdecken und der ganze Scheiß ist zur freien Nutzung für alle. Ergreift also die Möglichkeit, Euch mit dem Endgegner auseinander zu setzen. Aber seit auf einiges gefasst … Obnoxious

(MCD, Ril Rec)
Wow, Die Schwarzen Schafe gibt es immer noch. Seit 1985 treiben sich die Düsseldorfer nun schon in Sachen Deutschpunk herum. Zwischen 1987 und 2006 gab es 20 offizielle Veröffentlichungen und einen genau so großen Arsch voll mit Samplerbeiträgen. Nach einer ungewöhnlich langen Zeit des Wartens erscheint nun 2 ½ Jahren nach der letzten VÖ mit der MCD „Schrei“ ein neues Lebenszeichen von den Schafen. Sechs Songs in 19 Minuten bringen in der bandtypischen Old School-Deutschpunk-mit-Pop-Einschlag-Manier einen Vorgeschmack auf das für 2009 angekündigte nächste Album. Nicht zum ersten Mal fällt übrigens die – zumindest teilweise – musikalische und textliche Nähe zu einer anderen Düsseldorfer Band auf, wenigstens als diese noch halbwegs ernst zu nehmen war. Egal, die dem Booklet voranstehenden Gedanken ziehen sich wie ein roter Faden durch das Mini-Album. Demnach geht es in „Schrei“ darum, seinen eigenen Weg zu suchen, sich gegen äußere Zwänge zu wehren und sich nicht unterkriegen zu lassen. Wobei der Rauswerfer „Neue Rituale“ sich gegen die fortschreitende gegenseitige Zerfleischung von sich eigentlich nahestehenden Subkulturen stellt und mit einem Unite And Win-Spirit durchs Land zieht. Ob’s hilft, sei in Frage gestellt. Trotzdem gilt: Die alten Hasen, äähhh Schwarzen Schafe haben noch immer eine ganze Menge relevantes Zeug zu sagen. Und das ist gut so. Obnoxious
Webseite
… mehr Reviews in der aktuellen Ausgabe des Punkrock-Fanzines

Debütalbum von Pullout

| Februar 9th, 2009

Razorblade Music präsentiert nach einer dreimonatigen Rangelei mit dem Presswerk das Debütalbum der Nordkalifornischen Granate PULLOUT!
Die fünf Punkrocker bringen den US-amerikanischen Punkrock zurück auf ein Level, wo er ohne Kompromiss schlicht und einfach „Hardcore“ genannt wurde.
Kein Bollo-Beatdown-Mist, oder Metalcore-Gepose sondern reinen Old School HC wie ihn die Circle Jerks, oder Minor Threat gespielt haben. Gepaart mit der Energie der neuen Generation a là Monster Squad, oder Fucked Up. So muss das sein!
Vorbestellungen für das Album werden zum 29. Januar versendet. Die ersten 25 Vorbesteller bekommen ein gratis PULLOUT Poster!



Pogoradio ist tot! Hier geht nix mehr, außer Cookies gegen Deine Privatsphäre zu speichern. Wie genau das funktioniert, weiß ich auch nicht. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen