(MCD, www.myspace.com/thecute39s)
Breitengüssbach? Da war doch mal was… Habe eigentlich nicht wirklich geglaubt, dass es einen Ort mit diesem Namen tatsächlich gibt. Nur weil es mal Else Admire & The Breitengüssbach Dolls gab. Das heißt doch gar nichts! Aber anscheinend gibt es das Kaff tatsächlich, denn die Cute’s haben ihre Kontaktadresse dort. Muss irgendwo in der Nähe von Bamberg sein. Ist ja aber auch egal. Was zählt ist die Mucke: Schnörkelloser Old School Punk in Dreier-Besetzung mit Rikarda am Gesang, die stimmlich ein bisschen an Kim Shattuck von The Muffs erinnert, plus zwei Jungs an Gitarre und Drums. Nix Weltbewegendes, aber ordentlicher und schwungvoller Low Fi-Punkrock, der sich hören lassen kann. Vier Songs auf DIY-CD im Pappschuber… Alles sehr charmant. Die Songs gibt’s auch alle bei Murdochs Schaubühne anzuhören. Aber bei Gefallen holt Euch ruhig das Originalprodukt. Da gibt es auch ein kopiertes Faltblatt mit allen Texten und einen Aufkleber gratis dazu – und ihr unterstützt die Band! Verdammte Axt!!! Obnoxious

DUMBELL – Death Ray

| Juli 12th, 2011

(CD, No Solution Records)
Drei Jahre lang war Dumbell-Mastermind Paul Grace krankheitsbedingt weg vom Fenster. Es scheint ihn wirklich ernsthaft gebeutelt zu haben – nicht von ungefähr kommt der Albumtitel „Death Ray“. Jetzt sind Dumbell zurück auf den Brettern, die die Welt bedeutet. Paul Grace verarbeitet in den 15 Songs viele seiner Gefühle, die er in den vergangenen Jahren durchlebt hat – Angst, Hoffnung, Lebenswille und den nötigen Humor, um die ganze Scheiße zu überstehen. Dumbell knüpfen da an, wo sie aufgehört haben. Auf ihrem vierten Longplayer bieten sie einmal mehr Power Pop, Rock und Punk. Amerikanisch geprägt. Ist zwar nicht unbedingt das, worauf ich mir täglich einen runter hole, aber kann mich als Vorspiel schon mal langsam in Stimmung bringen. Als Gast-Gitarristen wurden dann auch Bernadette von den Gee Strings und sogar Sonny Vincent ins Studio gezerrt. Das nur so am Rande, für diejenigen die auf Name-Dropping stehen. Aber mal im Ernst: „Death Ray“ ist ein ganz okayes PunkRock-Album, das mich zwar wegen Pauls Geschichte persönlich berührt, musikalisch aber nicht gerade vom Hocker reißt. Ich kann den ganzen Poser-Punk und vor allem -Rock – und Experten hören bestimmt auch noch Blues heraus – nur noch eingeschränkt hören. Für Dumbell mach ich aber manchmal eine Ausnahme. Obnoxious

(CD, Concrete Jungle Records)
In den USA sind die Hollowpoints seit 2001 am Start und das wohl auch mit steigender Popularität. Kein Wunder bei 10 Veröffentlichungen in 5 Jahren. Hierzulande dürfte die Band noch relativ unbekannt sein. Cocrete Jungle will das jetzt mit dem Europa-Debüt ändern. Ich frage mich warum. Gut die Hollowpoints gehen ganz gut nach vorne ab und geben auch den nötigen Druck. Stilistisch würde man die Band ohne mit der Wimper zu zucken an die West Coast oder genauer in das Bay Area verorten. Typischer Sound. In Wirklichkeit kommt die Band aber aus Seattle. Kein Wunder, dass sie auf dem Backcover alle in Karo-Holzfällerhemden abgelichtet sind. Nochmal zur Mucke: Melodischer, hymnischer Punkrock – Sing-A-Longs inclusive – ohne Punkt und Komma, der mir aber genau aus dem Grund bald zu eintönig wird. Ist einfach zu kontrastlos. Hier hebt sich kein Song sonderlich vom anderen ab. Ein kleines, aber nicht unbedeutendes Manko. Würde Musik in Fahrradläden verkauft werden, die Hollowpoints stünden in der Abteilung der gut rollenden Citybikes. Zu mehr reicht’s leider nicht. Obnoxious

(CD, Rehearsal Room Records)
Auf keinen Fall zu verwechseln mit den Sloppy Seconds aus Indianapolis, denen es seit Mitte der 80er hauptsächlich um so wichtige Themen wie Pornos, Saufen, Fettsein, TV Shows, Horrorfilme oder Comics ging und ziemlich nach den Ramones klangen. Auch eine gute Band! Aber Slobbery Dognose sind aus Braunschweig, der Stadt in der Lemmy geboren wurde oder zumindest ziemlich viele willige Weiber geschwängert hat, denn Slobbery Dognose scheinen einen unglaublichen Faible für Motörhead zu haben und spielen lupenreinen Metall-Punk. Eddy Maiden winkt auch ein paar Mal um die Ecke. Und das jetzt auch schon seit 20 Jahren. Zu diesem Anlass gibt es das neue Album. „New Breed“ sieht ziemlich nach einem DIY-Produkt, also Eigenproduktion aus. Ist in Aufmachung (CD im Vinyl-Outfit plus old schooliges Cover-Artwork) und musikalischer Leistung durchaus hörens- und sehenswert, auf die Dauer vielleicht aber etwas zu eintönig. 8 Songs in 20 Minuten, alle Songs zwischen zwei und drei Minuten lang. Metall und Punk united. Ziemlich auf den Punkt gebracht, größtenteils in High Speed und auf der linken Spur. Könnte auch durchaus auf People Like You erschienen sein. Antestbar. Obnoxious

SUNPOWER – Bondage

| Juni 4th, 2011

(CD, Dirty Faces)
Unverhofft kommt leider viel zu selten. Es gibt die Momente, in denen man denkt, dass alles nur noch gleich doof ist und man doch eines Besseren belehrt wird. Ja gut, Sunpower bringen jetzt auch nichts wirklich Neues, aber drauf geschissen. Wie oft wird einem irgendein Dreck als neuer heißer Scheiß angedeiht und dann… Egal, die Belgier mit dem zur Abwechslung mal positiven Bandnamen machen 80er Old School HC-Punk à la Dead Kennedys und den ganzen anderen alten Ami-Bands. Der Vergleich zu DK liegt auch aufgrund des einprägsamen Biafra-ähnlichen Gesangs sehr nahe. Aber auch sonst sehr stylish. Ich würde mir mehr Veröffentlichungen dieser Art wünschen. Allein die kurze Spielzeit von 18 Minuten ist ein kleines Manko. Wobei in der LP-Version sogar noch mal fünf Minuten von den CD-Bonustracks flöten gehen. 13 Minuten (zwar sehr feinen HC) als Longplayer durchgehen zu lassen, finde ich schon ziemlich gewagt. Aber sonst: Alles richtig gemacht! Und zum Glück hab ich ja die etwas längere CD. Unbedingt mal antesten! Will ich mehr von haben!!! Kein Song über zwei Minuten und somit alles konkret auf den Punkt gebracht. Obnoxious

SN-Punx #8

| Mai 15th, 2011

(A5, 32 Seiten, 1 Euro + Porto, www.sn-punx.de )
Das SN-Punx ist wohl eher ein kleines und relativ dünnes Fanzine, das sich auf die lokale Szene konzentriert – also auf Schwerin und Umgebung. Für mehr bietet der Inhalt aber auch kaum Ansatzpunkte. Okay, die Jungs sind mit ihrer Arbeit und ihrem Engagement am SN-Punx-Label und einigen örtlichen Einrichtungen (z.B. Café Subversiv) wahrscheinlich auch zu ausgelastet, um jetzt noch das große Presse-Ding auf den Markt zu schmeißen. Und so wird das Fanzine eher dazu genutzt, dem geneigten Lesevolk einen Rundbrief mit Erlebnisberichten zu präsentieren. Natürlich nicht ganz uneigennützig wird dann schon mal mit Borderpaki eine Label-Band gefeaturt. Kann man, muss man aber nicht. Heraus gekommen ist trotzdem ein ganz nettes Interview, in dem es um Bandgeschichte, das neue Album, das Taugenix und die heimatliche Szene in Neumünster geht. Ansonsten gibt’s wie gesagt hauptsächlich Berichte von irgendwelchen Fahrten zu Festivals und Konzerten. Das reißt mich jetzt nicht gerade vom Hocker und solche Artikel sind sowieso ja auch höchstens mal für Leute interessant, die die Schreiber auch kennen. Dem Rest dürfte das hier so ziemlich am Arsch vorbei gehen. Ist auch alles nur so semi-lustig bis zusammenhanglos und oberflächlich. Stöfn hat allerdings mal seine Gedanken zum Thema „Was darf ein Punk-Konzert heutzutage eigentlich kosten?“ zusammengefasst und ist zu einem sehr vernünftigen Ergebnis gekommen. Das könnte ich so auch unterschreiben. Und irgendwelche Hohlbirnen, die meinen sechs Euro für vier Bands wären deutlich zu viel, können mir sowieso gestohlen bleiben. Okay, das SN-Punx-Zine ist mir zwar inhaltlich viel zu dünn – ich meine nicht den Umfang, sondern das was in den Texten vermittelt wird – und hat nach oben noch ganz viel Luft, aber ich würde mal sagen, daran kann man was ändern. An der Attitüde gibt’s rein gar nichts auszusetzen. Bitte unbedingt weiter machen. Obnoxious

THEE SPIVS – Taped Up

| April 29th, 2011

(CD, Damaged Goods)
Thee Spivs bewegen sich zwischen The Shocks, Generation X, XTC, Sex Pistols und irgendwelchen 60s Garage Trash Punkbands. Nicht ganz so knarzig wie die Berliner, glatter als Garage, angepisst wie die Pistols, rockig wie Generation X und ein bisschen wavig wie XTC. Insgesamt auf CD aber leider etwas unspektakulär, da zu glatt produziert. Antesten kann trotzdem kein Fehler sein. Live mit Sicherheit um einige Kanten besser. Obnoxious



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