Im Herbst dieses Jahres erscheint das neunte Album der Londoner GUITAR GANGSTERS. Nachdem RILREC bereits vor zwei Jahren das Vorgängeralbum „Badge Of Honour“ auf CD präsentierte, wird es auf dem Essener Label „Class Of `76“ auch auf Vinyl samt Downloadcode geben. Das genaue Release-Datum steht noch in den Sternen, dafür haben wir schon mal die Tourdaten parat:

31.07.2011: Force Attack Festival, D-Klingendorf
01.10.2011: Oktoberfest, E-Girona
27.10.2011: Goldmarks, D-Stuttgart
29.10.2011: Randal Club, SK-Bratislava
30.10.2011: Collosseum, SK-Kosice
31.10.2011: Chemiefabrik, D-Dresden
01.11.2011: Klub Circus, CZ-Usti nad Labem
02.11.2011: Arenabeisl, A-Vienna
04.11.2011: Barbie Music Bar, I-Vizenca
05.11.2011: Galvanik, CH-Zug
http://www.rilrec.de/

(CD, Dirty Faces)
Dass das Debüt der Hamburger in Zusammenarbeit mit einigen englischen Labels kommt, verwundert nicht großartig, bezieht man bspw. TNS aus England in seine Überlegungen mit ein. Bei den Inselaffen nämlich ist die Skapunk- / Skacore-Szene ziemlich ausgeprägt, wobei hierzulande am ehesten ANR diese Fans zu bedienen weiß. Aber auch Reminiszenzen zu den altehrwürdigen Inner Terrestrials kommen auf, wenn die Nordlichter Dub und Reggae mit einmischen. Insgesamt für mich ein Bastard aus den eben benannten Londonern und den Restarts, da unter den 16 Songs auch reine Punk-Nummern glänzen. Interessant ist übrigens der Titel „Keep Your Delusion Alive“, in dem die Nichtraucher-Diskussion von einer ganz anderen Sicht aus beleuchtet wird, nämlich der antikapitalistischen, die meiner Meinung nach die einzig erträgliche ist. Bocky

(Taschenbuch, Iron Pages, 248 Seiten, 19,90 Euro)

Jeff Turner, der Sänger von den Cockney Rejects, zieht vom Leder. Vom eigenen Leder. Er, der als Jeff Geggus geboren wurde und sich irgendwann den Namen Stinky Turner gab, veröffentlicht hier unter dem Hybrid-Namen Jeff Turner seine Autobiographie. Und irgendwie hat man auch den Eindruck, dass es sich um so eine Art Befreiungsschlag handelt, sozusagen um mit sich selbst mal ins Reine zu kommen. Keine Ahnung, ob das stimmt. Jedenfalls fasst Stinky Jeff Geggus Turner auf knapp 250 Seiten sein bisheriges Leben zusammen. Angefangen bei seinen griechischen Vorfahren, seiner Kindheit und Jugend im Ost-Londoner Stadtteil Custom House, wo umringt von Klein-, Mittel- und Großkriminellen noch das Gesetz der Straße gilt.
Wir erfahren einiges über seine kurze Karriere als viel versprechender Nachwuchs-Boxer und über seine Punk-Sozialisation. Und wir erfahren ganz viel über den Aufstieg und Fall seiner Band Cockney Rejects, über die Hooligans von damals und ganz besonders über die berüchtigte Inter City Firm (West Ham-Hooligans), deren Mitglieder einen ansehnlichen Teil des Rejects-Gefolges ausmachte und der Band damit eine ziemliche Schlagkraft verlieh. weiterlesen →


Seit fast 24 Jahren touren die GUITAR GANGSTERS aus London durch inzwischen 19 verschiedene Länder. Und das – so behaupten Insiderzungen – mit ein und derselben Besetzung. Denkste…

Vor langer, langer Zeit (1997-99) saß ein gewisser Gianfranco hinter dem Gangsters-Schlagzeug, der zu dieser Zeit auch das „Skweeler!“-Album mit einspielte. Steve, der seit der Gründung hinter dem Schlagwerk tobte, musste damals eine Auszeit nehmen und kehrte nach zwei Jahren zurück. Leider ereilt ihn jetzt erneut das Schicksal, so dass er aus beruflichen Gründen seinen Ausstieg bei den Londonern bekannt geben musste. Und was liegt da näher, als den trommelnden Wahnsinn, „the Sicilian gangster“, Gianfranco zurück ins Boot zu holen. Deswegen lassen wir das auch gar nicht als Neubesetzung durchgehen. Die Guitar Gangsters gibt es im Herbst live zu bestaunen:
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(Taschenbuch, Heyne Hardcore, 380 Seiten, 12 Euro)
Das Musikbusiness ist scheiße. Das wissen wir. Schließlich finden Punker alles scheiße, was mit Geld verdienen zu tun hat. Geld ist scheiße und Arbeit ist noch viel scheißer. Warum das Musikbusiness aber so richtig am scheißesten ist, kann man in John Nivens Roman „Kill Your Friends“ nachlesen. Denn im Musikbusiness werden gestresste Businessmen zum Mörder. Genau so ist das: Steven Stelvox arbeitet (scheiße!) als A&R-Manager bei einer großen Londoner Plattenfirma und er ist ständig auf der Jagd nach dem next big hit. Denn damit kann man jetzt mal so richtig Kohle verdienen (auch scheiße!). Anfangs ist alles nur ein Spiel, die Bands sind die Spielbälle, für die sich die Industrie eigentlich nicht wirklich interessiert, denn den Businessmen geht es in erster Linie um die Penunzen (scheiße). Mit wem sie das Geld scheffeln, ist ihnen egal. Musikalisch kann das der letzte Dreck sein. Hauptsache die Kasse stimmt. Gleich nach der Kohle, kommt das, was man dafür bekommen kann: Schnellen, schmutzigen Sex (egal mit wem (hallo ist da die Mitfickzentrale der APPD?)) und Drogen (egal welche). weiterlesen →

crass(Taschenbuch, Subversive Zeiten, 330 Seiten, 24,95 Euro)
Nach Lektüre dieses Buches werden viele Crass-Jünger die englische Band, die den politischen Anarchopunk begründete, sicherlich mit anderen Augen sehen. Denn nicht nur die Aussage, dass sie selbst mit der damaligen Anarchopunk-Szene nichts zu tun hatten, oder haben wollten, ist erst einmal verwunderlich. Dann kann man sich immer noch fragen, ob das nun gewollt war oder nicht. Wie es dazu kam, wird von ganz von Vorne erklärt. Also mit den kompletten Hintergründen der einzelnen Bandmitglieder. Die schillerndste Person von allen ist natürlich Mastermind Penny Rimbaud, der bei Gründung der Band schon 30 Jahre alt war und beispielsweise die legendären Hippie-Festivals in Stonehenge mit begründete. Damit mag man ja noch zurecht kommen, aber Gee Vaucher war in ihren jungen Jahren in New York und arbeitete dort für die Times und Steve Ignorant, der charismatische Sänger, stammt ursprünglich aus der Bomberjacken tragenden Skinhead-Szene! Gefunden hatten sich alle irgendwie im berüchtigten Dial House außerhalb von London, in dem es ab einem gewissen Bekanntheitsgrad der Band keinen Alkohol und auch keine Zigaretten mehr gab. Das Haus gibt es übrigens heute noch, wie es jedoch um Alk und Zigaretten heute steht, weiß ich nicht. In einwandfrei fortschreitender Chronik wird die Geschichte um die Londoner Band erzählt. Also wie sie immer bekannter wurden und welchen Krieg sie nicht nur mit der Plattenindustrie kämpften, sondern auch mit Oi! Erfinder Gary Bushell oder warum sie John Peel nicht mochten und Discharge sie nicht. Dass Björk mit einer ihrer ersten Bands Kukl auf Crass Records erschien und Crass zeitweise mehr Platten verkaufte als AC/DC. Aufgebaut ist der Schinken wie viele Bandbiografien, so, dass die Bandmitglieder selbst zu Wort kommen. Weshalb man einige Geschichten erst nach und nach zusammensetzen kann und andere ganz anders erzählt werden oder gar enden. Für mich als bekennender Fan der Band, war das Buch eine großartige Unterhaltung, die wirklich viele unglaubliche Szenen und Tatsachen zu Tage förderte, die an sich einfach ganz anders vorgestellt hatte. Unter anderem eben auch die Tatsache, dass ihnen der Anarchismus-Stempel anfangs aufgedrückt wurde und sie in diese Richtung gedrängt wurden ohne, dass sie es unbedingt wollten oder wussten, was Anarchie bedeutet! Allerdings muss ich aber auch sagen, dass ich diese undogmatische Herangehensweise an dieses Thema von der Band schon wieder so sympathisch finde, dass ich auch in Zukunft sagen kann: Jep, ich bin Fan der Anarchopunker Crass!
Bocky



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