KAFKAS – Paula

| November 13th, 2010

(CD, Domcore)
„Ach herrje, die schon wieder …“ – mein erster Gedanke, als ich das neue Machwerk der ewigen Weltverbesserer aus Fulda auspackte. Live fand ich sie jedenfalls schon immer eher nervig mit ihrer Missioniererei für angehende Öko-Deutschpunks. Aber ganz so schlimm ist es auf Konserve dann doch nicht. Man hat wohl mehrere Gänge runtergeschaltet und schielt jetzt songwritertechnisch eher in Richtung Weakerthans & Konsorten und hätte wohl gerne auch mal überrregionales Airplay. Manche der Songs könnten von der Instrumentierung her dann tatsächlich auch aus Winnipeg stammen statt aus Fulda. Daraus macht man auch keinen Hehl, sondern lässt es sogar stolz im Waschzettel verkünden (neben u.a. der Tatsache, dass das Advance-Demo im Slam „in den Sweet Sixteen neben Bands wie Morrissey und Mando Diao stand“ – echt beeindruckend!). Wenn da nur der Gesang nicht wäre, der einfach nicht damit aufhören will, dermaßen frappierend an den Frontheini von Bums zu erinnern, und zu allem Elend werden die Zeilen meist auch genau wie bei den schwäbischen Borussen-Fraks betont. Dazu kommt noch ein etwas zu häufig eingesetzter, penetranter Dancefloor-Drumcomputer, der das Ganze nicht gerade glaubwürdiger rüberkommen lässt. Aber, das muss trotz allem mal gesagt werden, eingängige Pop-Songs können sie wirklich schreiben. Lässt aber die Frage aufkommen, bei wem sie damit punkten wollen. Für das Kettcar hörende Mainstream-Lager dürften sie wohl zu „punkig“ bzw. politisch sein, für Deutschpunks definitiv zu seicht. Zwiespältige Sache, wa’. Snitch

(CD, Eigenproduktion)
Deutschpunk – ja, so isses! Vier Jungs aus der Domstadt/Fulda lassen es in zwölf Songs ziemlich krachen. Gut produzierter, flotter Punk ohne viel Gewixe und Schnörkel, (bis auf eine kleine Ausnahme) auf Deutsch vorgetragen. Nichts wirklich Neues, aber auch nichts Schlechtes. Textlich geht’s um Nazis, die lokale Brauerei, Krieg, Asselpunker, „Suff und Prügel“, Überwachung, Hip Hopper, Skins und Punks united und und und… Textlich in Ordnung, aber auch nicht hochtrabend, soll es ja aber auch gar nicht sein. Lediglich „Piratenlied“, „Hochstift“ und „Skins und Punks“ finde ich ziemlich unnötig. Rotzenplotz gefallen mir auf jeden Fall besser als vieles, was heutzutage unter dem Begriff „Deutschpunk“ läuft, vor allem, weil hier die „Wurzeln“ klar zu erkennen sind: Akustikparts oder sonstigen Schnickschnack sucht man hier vergebens. Nur der grunzgrölige Background-Gesang nervt mich ziemlich.Eerinnert mich zu sehr an Pöbel und Gesocks. Chris


[podcast]http://www.mp3.pogoradio.de/20081105_23-00_Pogoradio.mp3[/podcast]

Folge 385: Zu Gast war Max, Sänger von Verreckt. Im Interview: Rotzenplotz (Fulda) und Krank (Schweiz)

Songliste: (Titel, Interpret, Album)
Tschingl—Geld et Nelt
Das Tier—Wild Gift—Wild Gift
Amis—Rotzenplotz—Demo
Hangin’ Out—Kriminal Pogo—Kriminal Pogo
Freundschaft & Vertrauen—Stahlschwester—Demo
Verblödung—Grotten-Schlächt—Omas Schreck
Silicon City—Tower Blocks—… Back with a Bang
Grüne Haare—Knochenfabrik—Ameisenstaat
Der Kühlschrank Von Che Cuevara—N´am Hammanit—Ox-Compilation #80
Wir kämpfen—Grenzwertig—Demoaufnahme
Du Hast Die Wahl—Telekoma—Anfang Oder Ende
Du musstest es ja wissen—Die Bockwurschtbude—Für eine Handvoll Bockwurscht
Bondage—Oxymoron—Beware Poisonous
Eishai—Boxhamsters—Demut & Elite

File Download (60:00 min / 28 MB)



Pogoradio ist tot! Hier geht nix mehr, außer Cookies gegen Deine Privatsphäre zu speichern. Wie genau das funktioniert, weiß ich auch nicht. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen