626
Folge 626: Zu Gast war Richy

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Songliste: Interpret, Titel, Album
Geld et Nelt — Jingle
Beach Ghettö Unicörns — this is where the energy comes from — friskier benefits
Coca Carola — Hon I Fönstret — Läckert
Cock Sparrer — Don’t Blame Us — Guilty As Charged
La Fraction — Aussi Long Sera Le Chemin — Aussi Long Sera Le Chemin
Human Abfall — SNG — SNG 7“
The Cramps — She Said — Bad Music For Bad People
The Clash — Something About England — Sandinista!

CRASHED OUT – Crash & Burn

| Juli 12th, 2011

(CD, I Hate People Records)
Wow, das ist wahrscheinlich eines der schlechtesten Cover aller Zeiten! Man sollte meinen, dass heutzutage wirklich jeder Photoshop gut genug bedienen können sollte, dass so was nicht dabei rauskommt. Der Schriftzug an sich ist ja schon echt bitter und erinnert einen stark an WordArt, nimmt man dazu aber noch dieses verpixelte hässliche kaputte braun-gelbe Auto, das wohl brennen soll und den lieblosen Albumtitel, der darunter gerotzt ist, macht das die Katastrophe perfekt. Da bin ich echt froh, dass ich die CD bekommen hab, denn wie das ganze auf LP-Größe aufgebläht aussieht, will ich mir gar nicht ausmalen. Das ist echt schade, zumal die Musik gar nicht schlecht ist. Die Band kommt aus England und spielt schon seit 1995 zusammen Punk’n’Roll für die Arbeiterklasse. Da geht’s um dreckigen Rock’n’Roll und Kämpfe in Bars, und andere Dinge die man halt so macht, wenn man ein richtig harter Bursche, oder in einigen Songs auch eine harte Frau, ist. Natürlich geht’s auch um den guten Freund Alkohol, und dass den die Band schon in rauen Mengen zu sich genommen hat, lässt sich deutlich an der Stimme des Sängers heraushören. Fett produziert und auch musikalisch passt alles. Aber einen Ausreißer gibt’s dann doch noch zu beanstanden. Wenn die Band im Song „Son Of A Gun“ singt: „I only wanted what’s always been said, a cook in the kitchen and a whore in bed“ weiß man eben nicht, ob das jetzt den dummdreisten Humor der Band beschreibt oder deren reaktionäre Weltsicht. Für Fans des Genres durchaus zu empfehlen. Martin

Hier mal wieder ein paar neuere Scheiben vor dem Punkrock! Fanzine Gerichtshof:

The Spivs – Taped Up
Das Label Damaged Goods aus England behauptet die drei Jungs würden rauen Garagen-Punk machen. Dieser Aussage möchte ich mich anschließen und hinzufügen, dass das Trio nen richtig geilen Drive hat. Ohne groß blabla werden 14 Songs ohne große Attitüde raus gehauen, was dann wieder ne geile Attitüde macht. Fein und herrlich unverbraucht.

Itchy Poopzkid – Lights Out London
Ich glaube die Gang kommt aus Pforzheim oder so. Jedenfalls wollten die mal als Vorband im JUZ zocken, aber ich wollte nicht. Seither hörte ich immer nur hie und da was von den Poppunks, die jetzt angeblich ein Rock-Album veröffentlichten. Finde ich ne ehrliche Sache, dass sie nicht behaupten Punk zu machen, weil das ja ein gern benutztes Wort ist und angeblich verkaufsfördernd ist. Itchy Poopzkid gehen in Richtung Donots, sind bloß nicht so geradlinig wie die Ibbenbürer.

Feine Sahne Fischfilet – Wut im Bauch, Trauer im Herzen
So gesehen sind die Rostocker singende Antifas, die wissen, dass sich Musik hervorragend eignet Inhalte einfacher zu kommunizieren und seinem Gegenüber so schneller näher zu bringen sind. Zu Beginn des Booklets wird etwas zum Inhalt des Albums gesagt, welches zum gewissen Teil etwas mit einem „fast Totschlags“ an einem ihrer Freunde zu tun hat. Insofern ist die Combo ein wichtiges Stück Gegenkultur, wenn man bedenkt, dass sie aus Rostock stammen. Alerta Antifascista!
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… noch mehr Reviews:

| März 29th, 2011

Naja und schon geht es weiter mit den Shortcuts. Schließlich hat sich in den letzten paar Monaten einiges hier angesammelt, was mal mehr, mal weniger erwähnenswert ist. Klar, über Geschmack lässt sich nicht streiten. Dann schaut mal, was für euch dabei ist:

Charge 69 – Retour Au Front
Scheinbar juckt es die alten Recken um Combat Rock Macher Caps doch mal wieder in den Fingern und die Franzosen hauen vier neue Songs als CD-EP raus. Ob das die Vorboten zu einem neuen Album sind, mag ich weder bestätigen noch leugnen. Was aber bestimmt gesagt werden kann, ist, dass alle Songs astreine Punkrock-Nummern in der 1980er England Tradition sind.

Kapelle Vorwärts – Brot und Rosen
Mike wäre nicht der verrückte Metzger (Mad Butcher), wenn er nicht hin und wieder bemerkenswerte Combos an den Start bringt. Die Kapelle hier vertont alte Arbeiterlieder neu und will sie nach eigenen Worten von der Lagerfeuer-Atmosphäre befreien. Funzt bei mir bloß bedingt, Polit-Leute hingegen werden dabei sicher feucht.

Produzenten der Froide – Ready 2 Rumble
Vor Kurzem stand die Band aus verschiedenen Gründen im Kroizfoier (dafür will ich den Doppeloi!-Orden!), weil sie sich offen gegenüber Kollegen äußerte. Wie ich das beurteilen kann, insgesamt etwas ungeschickt, da unter den Angegangenen auch Labelmates waren, die wirklich keine Deppen sind. Egal, kurzerhand verließ man das alte Label und fand Unterschlupf bei Mad Butcher in Göttingen. Bemerkenswert, dass die Songs auf Ready 2 Rumble dem Album auf dem anderen Label geradezu gleichen. Deftiger deutschsprachiger Oi!-Punk, mit einer geballten Faust gegen Neo-Nazis. Fein so!
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(CD, Dirty Faces)
Dass das Debüt der Hamburger in Zusammenarbeit mit einigen englischen Labels kommt, verwundert nicht großartig, bezieht man bspw. TNS aus England in seine Überlegungen mit ein. Bei den Inselaffen nämlich ist die Skapunk- / Skacore-Szene ziemlich ausgeprägt, wobei hierzulande am ehesten ANR diese Fans zu bedienen weiß. Aber auch Reminiszenzen zu den altehrwürdigen Inner Terrestrials kommen auf, wenn die Nordlichter Dub und Reggae mit einmischen. Insgesamt für mich ein Bastard aus den eben benannten Londonern und den Restarts, da unter den 16 Songs auch reine Punk-Nummern glänzen. Interessant ist übrigens der Titel „Keep Your Delusion Alive“, in dem die Nichtraucher-Diskussion von einer ganz anderen Sicht aus beleuchtet wird, nämlich der antikapitalistischen, die meiner Meinung nach die einzig erträgliche ist. Bocky

(CD, Knock Out)
Gleich zu Beginn fällt das Intro auf (Anm. Obnoxious: An welcher anderen Stelle könnte denn ein Intro sonst noch auffallen außer zu Beginn?). Denn normalerweise ist man englische Samples gewohnt, egal ob es eine deutsche Band ist oder ob sie aus einem anderen Land stammt. Die Amis hingegen bauen mal ein deutsches ein und ziehen damit sofort die Aufmerksamkeit auf sich. Ansonsten bleibt aber alles beim Alten. Die fünfköpfige Band um ihren stimmgewaltigen Sänger Noah, ist ebenso hart und kompromisslos wie er selbst. Bekanntlich ist das im Streetpunk-Bereich, abgesehen von Lousy, bisher einzigartig und ist die Visitenkarte der Band. Textlich weiß ich ehrlich gesagt nicht, ob die Amis in den 1980ern stehen geblieben sind oder ob sie schon ein paar Jahre in die Zukunft denken. Ständig wird nämlich von der Working Class geredet, davon dass der Staat dem Volk gehört, die Regierung lügt, die Regierung nicht der Staat ist, ect… Klar sind das Themen, die auch heute noch aktuell sind, aber so schlicht, einfach und direkt, wie sie von dieser Band transportiert werden, so kennt man es aus den End-1970ern in England. (Anm. Obnoxious: Also doch nicht in den 80ern hängen geblieben, sondern noch früher?!) Bocky

(CD, Punks 4 Profit Records)
Gibt es in England eine Gewerkschaft für alternde Punkbands, in deren Satzung festgeschrieben ist, dass jedes Mitglied seine Tonträger mit lieblosen, hässlichen am PC hergestellten Covern verunstalten muss? Das lieblose Regenbogenwirrwarr auf dem Cover ließ mich das Schlimmste erwarten… Garagerock? Stoner? Hippiegelöt? Experimentelles? Auch wie die CD jetzt vor mir liegt, wird mir beim Anschauen fast schwindlig. Ich lege die CD mutig ein, und mir tönt ungestümer UK Punk entgegen, der erste Song erinnert mich sofort an „Jimmy Boyle“ von Exploited. Auch der Rest des Albums bewegt sich in diesem Spektrum, straight rausgerotzter schneller Englandpunk, gelegentlich mit Gitarrensoli unterlegt, was nach ein paar Songs leicht nervt. Die Band vergleicht sich im Infosheet mit Motörhead, Poison Idea, Slapshot und AC/DC, aber da habe ich keine Ahnung, wie sie darauf kommen. Chris



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