(CD, Fatwreck)
Wie es der Name schon fast vermuten lässt, haben es sich die Swingin’ Utters nach gut zwanzig Jahren Bühnenpräsenz nicht nehmen lassen, einen kleinen Fan-Bonus auf den Weg zu schicken.
26 B-Seiten, Cover, Demos, unveröffentlichte und dazu noch mal sechs Akustik-Bonus–Songs der kalifornischen Punkrocker mit leichtem Hang zum Folk lassen das Fan-Herz höher schlagen. A propos Coversongs: Dass die Swingin’ Utters ein Faible für Cock Sparrer haben, bleibt nicht verborgen. Im Booklet finden sich zu den einzelnen Songs jeweils einige Linernotes und Fotos aus der jeweiligen Bande-Epoche. Leider hat man aber die Texte zu den Songs nicht abgedruckt. Hätte das Ganze vielleicht noch abgerundet. Rabattmarken jahrelang gesammelt, Superbonus-Ding eingesackt! Dennisdegenerate

Wie bekannt gegeben machen wir beim Punkrock-Fanzine erstmal ne Schaffenspause. Trotzdem kommen aber nach wie vor reichlich neue Alben rein geschneit, von denen wir euch einige, also bei Weitem nicht alle, in aller Regelmäßigkeit vorstellen wollen. Was allerdings keiner Regel unterliegt ist die Reihenfolge, in der die Kurzreviews erscheinen. Besprochen wird, was gerade gehört wurde. So, genug gelabert, jetzt Action:

This Is Peterborough – Thrice
Der Kopf der Destructors hat wieder nen Sampler seiner Heimatstadt produziert und lässt jene Bands dran teilhaben, die sich auf seine Anfrage hin als erstes gemeldet haben. Insofern eben ne bunte Mischung, die nicht nur Punk bietet, sondern auch Rock, Pop oder Indie. Im Booklet kündigt Marcus aber auch gleich an, dass dies der letzte Teil der Peterborough-Sampler aus dem Haus Rowdy Farrago sein wird.

Zack Zack – Wir haben Zeit
Schon ne Weile am Start ist das erste Album des Shocks Nachfolger. Logischerweise ist auch das Teil bei Dirty Faces erschienen und auch hier hat Sänger Smail bei den Aufnahmen die krummen Finger an den Reglern gehabt. Klingt schon sehr nach den Shocks, bloß eben melodischer. Vielleicht weil jetzt mit zwei Gitarreros gezockt wird. Doch wie gesagt, wer die Shocks kennt, wird nicht überrascht. Aber immer wieder ein Ohr wert sind die Texte dieser Mischpoke! weiterlesen →

KALTFRONT – Live ’88

| Februar 2nd, 2011

(CD, Rundling)
Fast 22 Jahre nach den Aufnahmen kommen nun die Mitschnitte von zwei Konzerten der 80er Jahre Dresden-Punks Kaltfront auch als Konserve raus. Gewiefte Historiker haben gleich gemerkt, dass Dresden damals noch ein Teil der DDR war. Respekt! Kaltfront gehörten damals zu den wenigen Punkbands, die es irgendwie geschafft hatten, eine staatliche Spielerlaubnis zu bekommen und deshalb ist auch die Tonqualität ganz passabel. Eben weil die Konzerte nicht in einem finsteren Keller mit dem Kasi mitgeschnitten wurden, sondern mit dem etwas besseren Equipment. Kaltfront jedenfalls haben sich dem etwas düsteren Wave-Punk angenommen, mit einem gehörigen Schuss Früh-80er Punkrock. Erinnert mich teilweise an Bands wie Male, Fehlfarben, Fliehende Stürme, aber auch Rotzkotz oder Toxoplasma. Die Texte sind ausgeklügelt, fast schon intellektuell, im Vergleich zu ähnlichen Konsorten. Aber noch immer aktuell. Der Großteil der Songs wurde Ende 1988 in „Onkel Toms Hütte“ in Cottbus aufgenommen, dazu noch einige Songs in den „Zwei Linden“ in Görlitz. Die Soundqualität ist wie gesagt ganz annehmbar, wer trotzdem nix kapiert, für den gibt’s im Booklet die Texte. Das Zugaben-Medley besteht aus „Pretty Vacant“, „I Don’t Care“ und „White Riot“. Sagt ja auch schon einiges. Da die Band wieder aktiv ist, in der jüngeren Vergangenheit einige kleinere und größere Konzerte gespielt hat und auch neues Material aufgenommen hat, bin ich ziemlich gespannt, was das anstehende Studio-Album bringen wird. Wenn sie da weiter machen, wo sie irgendwann mal aufgehört haben, könnte ich sogar bald auch Fan einer Kaltfront sein. Der Winter lässt grüßen … Obnoxious

V.A. – This Is Peterborough Too!

| September 8th, 2010

(CD, Rowdy Farrago Records)
Jessas, wo zum Teufel liegt denn eigentlich Peterborough? Mitten im Nichts von England und dann noch ein bisschen nach rechts. Aber ist ja auch ziemlich egal. Die Jungs vom Rowdy Farrago Label, dem Headquarter von den Destructors, haben sich die Mühe gemacht, ihre Heimatstadt nach Bands abzugrasen, die einigermaßen erträgliche Musik fabrizieren. Und das jetzt schon im zweiten Jahr. Ich kenne die Vorgänger-Compilation zwar nicht, aber im Booklet heißt es in den einleitenden Worten, die Szene hätte sich ziemlich gewandelt (rockiger und garagiger), was nicht zuletzt an den bescheuerten Maßnahmen der lokalen Politiker-Kaste liegt. Wie gesagt, mir fehlt der Vergleich, aber auf dem vorliegenden Sampler tummelt sich eine breite Mischpoke von Indie, Punk, Hardcore, Screamo, Pop und einigem anderen mehr. Kann man sich mal anhören, muss man aber auch nicht. Neue erschöpfende Erkenntnisse wird man nicht finden. Das Problem solcher lokaler oder regionaler Kreuzüber-Sampler ist einfach, dass sie außerhalb der Stadtgrenzen kein Schwein interessieren. Meistens zu Recht. Und so dürfte es auch bei „This Is Peterborough Too!“ sein. Kann man nichts dran ändern – auch wenn es vom Label gut gemeint ist. Natürlich ganz getreu dem edlen Motto: Support your local scene. Aber Peterborough ist jetzt halt mal nicht gerade ein Vorort von Frankfurt, Mannheim oder Castrop-Rauxel. Das Supporten muss ja irgendwo aufhören. Da muss man schon Grenzen ziehen! Obnoxious

(CD, Mad Butcher)
Und wieder ein neuer Stern am Early Reggae-Himmel! Bobby Pins & The Saloon Soldiers sind eine 9-köpfige Band aus Dresden, die sich ganz dem Reggae der späten 60’s verschrieben hat. Gesungen wird von drei Frauen, die sich ganz stilsicher im 60’s-Look auf dem Cover präsentieren. Aber nun zum Wichtigsten, der Musik! Die insgesamt 14 Songs bieten richtig guten Reggae mit viel Orgel. Gleich der Opener ist ein geniales instrumentales Italo-Western-Stück. Insgesamt muss ich sagen, dass die Instrumental-Nummern mir besser gefallen, da der Gesang nicht immer 100 Prozent den Ton trifft und auch einfach zu „weiß“ klingt für die Art von Musik. Herauszuheben ist noch das Stevie Wonder-Cover „Place In The Sun“, wobei man sich hier natürlich eher an der Version von David Isaacs orientiert hat. Sehr schön! Negativ ist leider die etwas lieblose Aufmachung der CD ohne richtiges Booklet mit Texten. Auf jeden Fall aber eine talentierte Band mit Zukunft, wenn man noch etwas am Gesang arbeitet. Thorsten

NO SHAME – Ironing Day

| März 31st, 2010

(CD, Rookie)
Manchmal ist es echt ärgerlich, wenn man als Presseschlampe Vorab-CDs zur Besprechung zugeschickt bekommt. Dabei handelt es sich nämlich meistens um gebrannte CDs ohne Cover und Booklet. Darüber habe ich mich ja schon öfter mal beklagt, vor allem wenn das betreffende Album schon veröffentlicht war. Bei der neuen No Shame-CD liegt der Fall etwas anders, denn die wird erst nach unserer Ausgabe 11 erscheinen und ist im Moment noch gar nicht so richtig im Kasten. Schade, jetzt kann ich mich gar nicht aufregen, dass mir das Digipack mit tollem Artwork oder gar die limitierte LP vorenthalten wurde… Aber zur Sache, Schätzchen: No Shame liefern mit „Ironing Day“ ihr fünftes Album ab. In ihrer Heimat Finnland sind sie richtig groß, bei uns leider noch nicht so bekannt, obwohl ich sie in unserer siebten Ausgabe für das Vorgängeralbum über den grünen Klee gelobt habe. Hier nehmen sie zwar des öfteren mal den Fuß vom Hardcore-Gas und kommen mit etwas ruhigeren Stücken um die Ecke, aber trotzdem spürt man, dass No Shame des Herz an der richtigen Stelle haben. Typisch finnisch, dass Wut sich auch in Melancholie ausdrückt. Punk für Leib und Seele. Und manchmal scheppert es dann doch so richtig. Sind im April auf Deutschland-Tour – unbedingt hingehen. Obnoxious

Reviews

| Dezember 4th, 2009

CAR DRIVE ANTHEM – Time To Steal Away
(CD, Sums Records)
Ohje, ’ne amtliche Autofahr-Hymne klingt in meinem fahrenden Müllcontainer aber anders. Ein dahingehauchter Schmachtfetzen von Miss Stevie Hicks zum Beispiel, oder meinetwegen auch „Ein schöner Satz Reifen“ von Eisenpimmel. Aber bestimmt nicht diese schmalzgewichste Prinzessin-Lillifee-Version von Boysetsfire auf Valium. Tut mir leid, Jungs, da seid ihr beim Falschen gelandet (obwohl- eigentlich tut’s mir gar nicht leid, wenn ich ehrlich bin…). Und Tschüss. Snitch weiterlesen →



Pogoradio ist tot! Hier geht nix mehr, außer Cookies gegen Deine Privatsphäre zu speichern. Wie genau das funktioniert, weiß ich auch nicht. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen