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	<title>Pogoradio &#187; Bildung</title>
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		<title>Stay home? Read a book</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Jan 2009 16:20:25 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>ANNE HAHN &amp; FRANK WILLMANN – Satan, kannst du mir noch mal verzeihen</strong><br />
<em>(Taschenbuch, Ventil Verlag, 175 Seiten, 11,90 Euro)</em><br />
Keine Angst, es handelt sich bei „Satan, kannst du mir noch mal verzeihen“ nicht um einen spätpubertären Knochenlutscher-Jugendroman. Ganz im Gegenteil und schlaue Füchse wissen es bereits, denn der Titel ist die erste Zeile aus dem Song „Satan“ von… Schleimkeim. 100 Punkte und ein Bällchen Eis für alle, die es gewusst haben. Denen, die es nicht gewusst haben, hilft vielleicht noch der Untertitel  „Otze Ehrlich, Schleim-Keim und der ganze Rest“ auf die Sprünge. Aber ums kurz zu machen: Hier handelt es sich um einen Annäherungsversuch an das Leben von Otze, dem Sänger und Allzweck-Musiker der legendären DDR-Punkband Schleim-Keim.<br />
<span id="more-923"></span> Wenn man Schleim-Keim als Legende ansieht, dann ist Otze die Lichtgestalt des Tätärä-Punk um die sich unzählige Mythen ranken. Anne Hahn und Frank Willmann versuchen mit ihrem Buch etwas Licht ins das Dunkel um die Person Otze zu bringen. Im Brockhaus ist über ihn ja nicht viel mehr zu lesen als, dass er 1999 seinen Vater umgebracht hat und 2005 selbst unter rätselhaften Umständen gestorben ist. Wer mehr über Otze wissen will, dem ist mit diesem Buch hervorragend geholfen, denn „Satan,…“ gibt viele facettenreiche Einblicke in die Hintergründe und das Drehbuch zu Herrn Ehrlich Lebenslauf. Und es ist kontrovers. Also nicht so durch die rosa Brille: „Boah ey, Otze, was für ein geiler Typ!“, sondern durchaus fundiert. Nach einer kurzen Einleitung, kommen erstmal in einigermaßen chronologischer Reihenfolge 16 Wegbegleiter zu Wort, die einiges über unseren Protagonisten zu erzählen wissen (und das ist nicht immer nur Positives), so dass sich mit der Zeit aus Fragmenten ein mögliches Gesamtbild von Otze ergibt. Im folgenden Kapitel „Legende und Wahrheit“ versucht Mitautorin Anne Hahn Otzes Biografie noch weiter zu konkretisieren, in dem sie nackte Tatsachen in Form von Dokumenten und ähnlichem präsentiert. Das ist harter Tobak und verdeutlicht was für eine ambivalente Person gewesen sein muss. Man bekommt Eindrücke von seinem musikalischen Schaffen mit Schleimkeim, seinem familiären Background, seiner Wildheit, seiner Unberechenbarkeit, seinem Verhältnis zur DDR, seiner Vorliebe für Alkohol und seiner steilen Drogenkarriere nach der Wende. Die Gründe zur Tötung seines Vaters mittels eines sauberen Axthiebes und die Umstände seines eigenen Todes in der Klapse bleiben spekulativ, sind aber auch zweitrangig. Abschließend werden noch zwei Interviews mit Otze dokumentiert. Das erste aus dem Jahr 1995 ist sehr aufschlussreich. Aus dem zweiten, seinem letzten Interview, das er 1998 gab, kann man im Nachhinein herauslesen, wie es damals schon um ihn stand. Otze Ehrlich: ein super Kerl, ein Punkrocker vor dem Herrn, ein Arschloch, ein verwahrloster Junkie! „Satan, kannst, Du mir noch mal verzeihen“: Ein sehr spannendes Buch über Otze, über Schleim-Keim und über Punkrock in der DDR. Inklusive Fotos und Abbildungen. Sehr empfehlenswert!   Obnoxious</p>
<p><strong>BERTIE MARSHALL – Berlin Bromley</strong><br />
<em>(Taschenbuch, Ventil Verlag, 171 Seiten, 11,90 Euro)</em><br />
„Berlin Bromley“ ist die atemberaubende Autobiographie von Bertie Marshall: 1975 ist Bertie 15 Jahre alt. Er entstammt einem zerrütteten, miefigen Elternhaus in Londoner Stadtteil Bromley und entdeckt sein Faible für alles Androgyne. In der Schule ist er wegen seines Outfits ein Außenseiter. Er lernt neue Freunde kennen und die Sex Pistols. David Bowie (sein zweites Faible) wohnt in der Nachbarschaft. Er lebt mittels geklauter Bücher in einer Phantasiewelt und sucht seine Persönlichkeit. In selbstsicheren Momenten inszeniert er sich selbst. Er verliebt sich in einen Kerl und macht die Bekanntschaft von Siouxie Sioux. Die nimmt ihn mit in Vivienne Westwoods und Malcolm McLarens Laden SEX, wo er Jordan kennen lernt. Bestärkt durch neue Klamotten und das tuntige Make-Up wechselt Bertie endgültig seine Persönlichkeit, nennt sich fortan Berlin Bromley und ist süchtig nach Glamour… Wie es weiter geht, müsst Ihr schon selbst nachlesen! Kaum zu glauben, was der Junge in der folgenden Zeit alles erlebt. Bertie Marshall nimmt in „Berlin Bromley“ kein Blatt vor den Mund. Stattdessen geht er ganz unverblümt in die Offensive. Er beschreibt seine Suche nach dem eigenen Ich, seinen Identitätswechsel vom schüchternen Jungen zum exzentrischen Selbstdarsteller, sein schwules Coming-Out in der Londoner Punk-Subkultur. „Berlin Bromley“ gibt einen unglaublich intimen Einblick in das damalige Lebensgefühl und in die Geschehnisse in der Szene. Das Interessante daran ist nicht zuletzt, dass man das nicht aus der geschönten Biographie irgendeines „Stars“ oder aus zusammengeklaubten Interviewfetzen erfährt, sondern von einem wahrhaftigen Menschen, der eher am Rand der Bewegung stand, aber alles wie ein Schwamm in sich aufgesogen hat. Ich habe selten etwas mit so viel Authentizität gelesen. Erfrischend ist auch die Geschwindigkeit mit der hier die Geschehnisse präsentiert werden, denn Marshall schreibt in kurzen, szenischen, prägnanten Episoden seine Geschichte. Im Vergleich zu Tony Parsons’ Roman „Als wir unsterblich waren“(das ich in der letzten Punkrock!-Ausgabe vorgestellt habe) spielt „Berlin Bromley“ in einer ganz anderen Liga, nämlich in der Champions League. Okay, es handelt sich hier um Realität vs. Fiktion und man sollte Arschbacken nicht mit Kuchenbacken vergleichen, aber allein die stilistischen Mittel und die Lebendigkeit des Buches heben es meilenweit in den Himmel. Dieses Buch ist schon beinahe ein Vermächtnis! Das Vorwort hat übrigens Boy George, die Obertunte vom Culture Club, geschrieben. Und der gibt unumwunden zu, dass er Bertie alias Berlin damals angehimmelt hat. Übrigens: Beim Culture Club saß Boy Georges damaliger Freund Jon Moss am Schlagzeug und der spielte früher auch schon mal kurz bei The Clash und dann bei The Damned. Die Welt ist kleiner als man denkt. Okay, noch mal zurück zum Buch: File under „Gay Punk“. Kauft dieses Buch oder klaut es. So hat es Bertie Marshall ja früher auch gemacht. Aber das Wichtigste: Lest es! Ihr werdet es auf keinen Fall bereuen!!!   Obnoxious</p>
<p><a href="http://www.keinbockaufnazis.de/"><img src=" <a href="http://www.keinbockaufnazis.de/banner/KeinBockAufNazis_banner_468_60.gif" target="_blank" rel="lightbox[923]">http://www.keinbockaufnazis.de/banner/KeinBockAufNazis_banner_468_60.gif</a>" border="0" height="60" width="468"/></a></p>
<p><strong>LEGS MCNEIL &amp; GILIAN MCCAIN – Please Kill Me</strong><br />
<em>(Hardcover, Hannibal Verlag, 509 Seiten, 25,90 Euro)</em><br />
Wow, was für ein Schinken! Und gut abgehangen ist er auch. Okay, ich gebe zu, dass „Please Kill Me“ nicht ganz neu ist, aber es ist die Mutter aller relevanten Dokumentation über die Punk-History dieses Universums ist. „England’s Dreaming“ von Jon Savage, die hier abgekupferten „Verschwende Deine Jugend“ von Jürgen Teipel und John Robbs „Punkrock“ stehen im tiefen Schatten von „Please Kill Me“. Was Teipel  und Robb Jahre später über die jungen Jahre von Punk für Deutschland und Großbritannien abgeliefert haben, fußt auf der feinen Vorarbeit von Legs McNeil und Gillian McCain über die Entstehung von Punk in den USA. Im Original erschien „Please Kill Me“ bereits 1996, die deutschsprachige Erstauflage 2004. Scheißegal! Das Buch basiert auf tausenden Interviews mit den Protagonisten der Frühphase des US-Punkrock. Als da beispielsweise wären: Dee Dee und Joey Ramone, Wayne Kramer, Patti Smith, Richard Hell, Jerry Nolan, Iggy Pop, Handsome Dick Manitoba, Arturo Vega, Debbie Harry, Lou Reed und vielen andere mehr. Hm, ich schreibe ja ungerne von Klappentexten und ähnlichen Waschzetteln ab, aber hier muss es mal sein, denn besser kann man es eigentlich nicht ausdrücken: „In chronologischer Reihenfolge fügt sich nahtlos Zitat an Zitat, als säßen die Interviewten in einer großen Runde beisammen, um sich mit dem Erzählen abzuwechseln. Der Leser taucht ein in die verrückte Welt des Rock’n’Roll mit all ihren Freuden und auch Schattenseiten.“ Na gut, ich verbessere mich, natürlich ließe sich das auch schwungvoller artikulieren, aber Ihr wisst was ich meine… Und auch der Satz: „Please Kill Me ist ein amüsantes und informatives Lesevergnügen, das zudem wieder enorm Lust macht, die alten Platten aufzulegen“ kann mich mal kreuzweise, aber es ist jetzt halt einfach mal so, dass ich seit geraumer Zeit wieder enorme Lust verspüre, den ganzen abgenudelten alten Scheiß aufzulegen und mir als Soundtrack zu diesem Buch durch die Gehörgänge blasen zu lassen. Danke Markus Weckesser, für die treffenden Worte. Was sich ansonsten zwischen den meilenweit entfernten Buchrücken verbirgt sei an dieser Stelle nicht verraten, denn der umfassende Inhalt des Buches lässt sich nicht in kurze Worte fassen. Vielleicht noch kurz zu den Autoren: Gillian McCain ist vernachlässigbar, aber Legs McNeil sollte jedem Punkrocker ein Begriff sein, ist er doch einer der Mitherausgeber des ersten Punkrock-Fanzines ever. Bands, die damals noch ganz diffus durch die Gegend waberten und sich allesamt einfach vom gängigen Mainstream abhoben, fasste Legs McNeil mit seinen Kollegen einfach unter dem tollen Namen Punk zusammen und war damit namensgebend für ein Gefühl, das uns heute noch in tiefster Seele berührt. Legs und Konsorten sei Dank. Auch dafür, dass wir hier voyeuristisch geil eine ganze Menge über Sex, Drugs &amp; Alcohol used anno dunnemols in Amiland erfahren dürfen. „Please Kill Me“ gehört in jeden Ernst zu nehmenden Punkrock-Haushalt und ist ein unversiegbarer Quell cooler Sprüche. Noch dazu in sehr ansehnlicher Aufmachung: den schicken Schutzumschlag mal abgenommen, verbirgt sich Schottland dahinter. Innen drin befinden sich auch noch ein paar aussagekräftige Fotographien. Und noch ein kleiner Tipp: Lest das Buch (remember: Hardcover, über 500 Seiten) niemals im Bett, wenn Ihr müde seid. Das gibt nur Schrammen im Gesicht und blaue Augen. Glaubt es mir…   Obnoxious</p>
<p><strong>SABINE MÜLLER &amp; MAX NUSCHELER – Kopfhörer – Kritik der ungehörten Platten</strong><br />
<em>(Taschenbuch, Salon Alter Hammer, 184 Seiten, 11,90)</em><br />
Nachdem Tom Tonks „Raketen in Dosen“ bei dem kleinen, aber feinen Verlag Salon Alter Hammer erschienen ist, war ich auch auf diese Verlagsveröffentlichung sehr neugierig. Der Untertitel zeigt ja schon in welche Richtung die Reise geht. Die Idee der Herausgeber war es, Schriftschaffende um die Besprechung einer Platte seiner Wahl zu bitten, und zwar einer Platte, die der Rezensent gar nicht gehört hat. Das ist cool, das hab ich auch schon gemacht und meistens lag ich, im Nachhinein betrachtet, damit gar nicht mal so falsch. Über 40 Leute haben sich auf das Experiment eingelassen. Herausgekommen ist ein breit gefächertes Panoptikum an Plattenreviews. Breit gefächert bezieht sich einerseits auf die Auswahl verschiedenartigster Stilrichtungen und Erscheinungsjahre. Andererseits auf die daraus entstandenen Rezensionen. Zugegeben wahrscheinlich bin ich mit falschen Erwartungen ans Werk gegangen und war nur auf Tonksche Ergüsse oder Besprechungen im Stile von Punk-Fanzine-Reviews voller wilden Erfindungen, derben Zoten und anderen Kraftausdrücken vorbereitet. Aber es geht auch anders. Ich sage nur Pop-Diskurs. Oh weh, da stellen sich mir die Nackenhaare hoch. Oder solche Beispiele, wo sich die Autoren gar nicht erst bemühten so etwas wie Authentizität vortäuschen zu wollen. Das ist nicht Sinn der Sache, sondern langweilig. Hier fehlt einfach die Inbrunst der festen Überzeugung für ein ernstzunehmendes Fake. Und wenn ich mir die beiden Besprechungen der Herausgeber anschaue – ich gehe mal davon aus, dass hieraus auch eine Erwartungshaltung an die anderen Schreiber abzuleiten ist – dann könnte ich mir gut vorstellen, dass sie mit dem ein oder anderen Artikel auch nicht so glücklich waren. Aber drauf geschissen. Denn das Schreiben über Musik ist ja immer subjektiv, egal, ob der Kritiker die Platte gehört hat oder nicht. Und so finden sich in den verschiedenen Reviews neben den schon erwähnten pop-diskursiven Ausschweifungen natürlich gern gepflegte Vorurteile, persönliche Episoden oder frei Erfundenes. Drei ganz Verwegene erfinden sogar noch die Platte die sie unangehört besprechen! Wow. Was aber mit „Kopfhörer“ mehr als deutlich wird (und das gilt für Plattenbesprechungen sowohl im Feuilleton der Faz, als auch in der Bravo oder im Punkrock!-Zine:  Das „ursprüngliche Genre „Review“ [wird] ad absurdum geführt“ (Zitat aus dem Vorwort des Buches). Will sagen: Mann kann sich bei Besprechungen sowieso nie sicher sein, ob die Platte auch wirklich angehört wurde oder der Autor nur irgendwelchen Mist erfunden hat. Hier im Buch gefallen mir die Reviews am besten, die dann auch gar nicht erst auf die besprochene Platte eingehen. Oder die – ich sag jetzt mal – fanzinemäßigen Reviews und natürlich die Verrisse. Ums mal an Namen fest zu machen: Sehr unterhaltsam finde ich die Lügereien von Jörkk Mechenbier, Kai Berner, Harald „Sack“ Ziegler, Ralph Buchbender, Sabine Müller, Klaus N. Frick, Wiglaf Droste, Joachim Gaertner, Johannes Ullmaier, Jan Off, Michael Zuckle, Autobot, Sonja Eismann, Dietrich zur Nedden, Tom Tonk, Max Nuscheler, Alex Gräbeldinger, Marvin Chlada, Jonny Bauer und Hilko Drude. So, das sind jetzt ja schon gar nicht mal wenige. Ein paar andere abgelieferte Teile halte ich allerdings für unlesbar. Kann aber auch sein, dass das bloß eine Masche sein soll… Egal, „Kopfhörer“ eignet sich hervorragend zum Schmökern, als Gute-Nacht-Geschichten-Band oder als Scheißhaus-Lektüre. Als letztes stellt sich jetzt nur noch die Frage: Habe ich das Buch eigentlich gelesen bevor ich es gerade eben besprochen habe? Ja. Nein. Vielleicht, nach den Ferien. Falls es aber irgendwann eine Fortsetzung von „Kopfhörer“ geben sollte, melde ich jetzt schon mal Ansprüche an. Ich werde dann „Bleach“ von Nirvana oder „Dynasty“ von Kiss besprechen…   Obnoxious</p>
<p><strong>DOLF HERMANNSTÄDTER – Got Me?</strong><br />
<em>(Taschenbuch, Mox &amp; Maritz, 307 Seiten, 15,80 Euro)</em><br />
„Got Me? – Hardcore-Punk als Lebensentwurf“ beinhaltet die gesammelten Kolumnen, die Dolf in den Jahren 1986 bis 2007 im Trust-Fanzine veröffentlicht hat. Und zwar alle! Zum guten Einstieg gibt es einen feines Vorwort vom aktuellen Trust-Gaspedal Jan Röhlk und ein Interview, das Ian MacKaye (Fugazi) in umgekehrten Rollen mit Dolf geführt hat. Zu den Kolumnen: Das Trust bekommt ja immer wieder vorgeworfen, dass es dröge und langweilig ist, was oft genug auch an Dolfs Kolumnen festgemacht wird. Stimmt das? Okay, man muss schon zugeben, dass wenn man die Kolumnen so geballt als Buch vorgesetzt bekommt: Da wiederholt sich schon einiges. Das Problem ist aber auch: Das Trust gibt es in Fanzine-Zeitrechnungen schon seit Ewigkeiten. Und Dolf ist ein Mensch, der seinen Idealen scheinbar auch sehr treu ist und da seit der Trust-Geburt mittlerweile geschätzte 12 Punkrock-Generation das Raumschiff bestiegen und wieder verlassen haben, ist es schon verständlich, dass sich einige Themen wie ein roter Faden durch die Jahre ziehen und immer wieder zur Sprache kommen. Als unverbesserlicher Hardcoreler und Trust-Leser muss man dann halt damit rechnen, dass man Themen wie die böse Musik-Industrie, Vegetarismus oder Szenegepflogenheiten immer wieder aufgetischt kriegt. Damit muss man als alter Hase dann leben, gähnen und weiterblättern. In einem Buch ist das oft ermüdend, weil dann ein paar Seiten später die gleiche Problematik weiter schon wieder bemüht wird. Klar, Dolf wollte mit seinen Kolumnen schon immer zum Nachdenken und zu Diskussionen anregen und Fragen aufwerfen. Das alles geschieht oft schon fast philosophisch. Er will, dass sich die Szene weiter entwickelt und die Welt verbessert. Was mich aber wirklich nervt ist, dass diese Probleme und Themen häufig nur angerissen und dann offen gelassen werden, manchmal sogar ohne selbst wirklich Stellung zu beziehen. Und der Leser fühlt sich dann ein bisschen allein gelassen. Das mag zwar als Gedankenanstoß von Dolf durchaus so gewollt sein, aber ist in der Fülle doch ziemlich unbefriedigend. Und die ständige Frage, ob die Leser überhaupt verstehen oder wissen, was er meint, bzw überhaupt noch lesen. Das erscheint resignierend und voller Selbstzweifel. Andererseits bekommt man so den Eindruck vermittelt, als ob Dolf der Einzige wäre, der auch mal nachdenkt, Sachen versteht oder als ob er seine Leser ständig überfordert. Der dritte Punkt ist, dass Dolf anscheinend nie Zeit hat, ständig zu gehetzt ist, um etwas auszuformulieren. Oder ist das auch nur ein Stilmittel. Mich nervt es jedenfalls, wenn ich das in einem Buch auf allen paar Seiten lesen muss. Ist jetzt dieses Buch genau so langweilig wie das Trust? Oder sogar noch langweiliger? Ich würde sagen, das kommt auf die jeweilige Trust-Ausgabe an. Trotz allen Kritikpunkten gibt es sehr viele gute Denkansätze in „Got Me?“. Wobei ich die langen Kolumnen am interessantesten finde, da die Thesen hier fundiert belegt werden und man dann sogar mal ins Überlegen kommt, auch wenn man erstens an dem Thema gar nicht interessiert ist oder zweitens sowieso anderer Meinung ist als Hardliner-Dolf. Meine Lieblingskolumne ist übrigens die aus #109 (ist das eigentlich eine richtige Kolumne?). Die kann man sich, wie viele andere übrigens auch, auf der Trust-Homepage als Appetithäppchen schon mal durchlesen. Und dann selbst entscheiden… Ach ja, die Interpunktion ist leider unter aller Sau.  Obnoxious</p>
<p><strong>NEAL POLLACK – Never Mind The Pollacks</strong><br />
<em>(Hardcover, Hannibal Verlag, 351 Seiten, 17,90 Euro)</em><br />
Ganz klar, bei so einem Buchtitel kann es sich hauptsächlich nur um Sex &amp; Drugs &amp; Rock’n’Roll drehen. Aber wer zum Teufel sind die Pollacks? Okay, kompliziert, aber ich versuche es zu erklären: Es gibt nur einen Pollack: Neal Pollack. Der ist real, so richtig, also er lebt wirklich. Und dann gibt es noch den fiktiven Neal Pollack, eine Kunstfigur, die Hauptperson in „Never Mind The Pollacks“. Aber erzählt wird die Story von der ebenfalls fiktiven Person Paul St. Pierre. Also der amerikanische Musikkritiker St. Piere schreibt eine Biographie über den amerikanischen Musikkritiker Pollack. Puh, geschafft. Also, Neal Pollack ist in „Never Mind The Pollacks“ die(!) Lichtgestalt im Musikbusiness. Er kennt sie alle: Sam Phillips, Elvis Presley, Jerry Lee Lewis (ist sogar eine Zeitlang sein Stiefvater), Bob Dylan, Joan Baez (wird seine Geliebte), die Rolling Stones, Lou Reed, Iggy Pop, Bruce Springsteen, Patti Smith (die nächste Geliebte), die Ramones, Malcolm McLaren, Henry Rollins, Kurt Cobain… Nur um ein paar zu nennen. Aber nicht er ist es, der den vermeintlichen Stars die Stiefel leckt. Vielmehr wissen die Musikanten, dass sie ohne Neal Pollack gar nichts wären. Sie verehren und vergöttern ihn, denn Neal hat einfach den Durchblick. Seit seiner frühen Kindheit ist er auf der Suche nach dem Ursprung, nach den Propheten des Rock’n’Roll. Und das schlägt sich natürlich auf seine Aura nieder. Er ist der große Lenker, der hinter allem steht und so fühlt er sich auch zu recht hintergangen und entwürdigt, wenn sich die von ihm bekannt gemachten Bands von ihm trennen. Aber das hat auch seinen Grund, denn Neal stürzt die meisten Bands und Interpreten, mit denen er es zu tun hat, durch seine pure Anwesenheit ins Verderben. Denn Neal Pollack ist natürlich auch ein ganz großes Arschloch. Ein ganz fieser Charakter, der vor nichts und niemandem wirklich Achtung hat. Gut so? Ja. Verdient es so ein Typ, dass ein Buch über ihn geschrieben wird? Ja, aber hallo, alle großen Rocklegenden sind eigentlich nur kleine Momentaufnahmen seines Lebens. Er war aber jetzt mal überall dabei, was sich irgendwie prägend auf die Rockhistorie ausgewirkt hat und dabei nimmt er natürlich auch nur die allerwichtigsten Rollen der Musikgeschichte ein. Das Buch ist folglich auch gespickt mit Situationen und Szenen aus der Welt des Rock’n’Roll, die der reale Neal Pollack zitiert und so verfremdet, dass sie seinem Protagonisten im wahrsten Sinne des Wortes ins Gesicht geschrieben stehen. Der Clou an dem Buch ist aber, dass Neal Pollack (also der Schriftsteller) damit die Geschichte des Rock’n’Roll seit Anfang der 50er, seit ein gewisser Elvis Presley zum ersten Mal in einem Studio gewesen ist, bis in die 90er erzählt. Und weil das alles Humbug ist, kann es sich bei „Never Mind The Pollacks“ natürlich nur um eine Satire handeln. Coole Scheiße! Was Neal Pollack alles erlebt und widerfährt ist oft so haarsträubend, dass man teilweise aus dem Schenkelklopfen gar nicht mehr herauskommt. Hm, die Rahmenhandlung, die das Schicksal des Biographen Paul St. Pierre verdeutlicht, finde ich zwar nicht so prall, aber was in „Never Mind The Pollacks“ als Musikgeschichte verdattelt wird, ist ganz groß. Ach ja, sowohl Neal Pollack als auch Pauk St. Pierre verwahrlosen im Laufe der Zeit total und verrecken schließlich auf unangenehme Art. Wie ihre Geschichte miteinander verwoben ist? Und wer das größere Arschloch ist? Selber lesen!   Obnoxious</p>
<p><strong>CHRISTOPHER DAWES – Rat Scabies und der heilige Gral </strong><br />
<em>(Taschenbuch, J. Seeling Verlag, 304 Seiten, 14,80 Euro) </em><br />
Verschwörungstheorien hin oder her, wer ein Faible für Indiana Jones hat wird diesen Roman in kürzester Zeit gefressen haben. Worauf allerdings direkt hingewiesen sein sollte: Alles, was in diesem Buch steht stimmt! Die uralte Gralssucher-Legende kennt man vielleicht noch. Bloß den französichen Ort Rennes-Le-Chateau eher nicht mehr und den Pfarrer Bérenger Saunière sicher nur wenige. Wirklich interessant, was es an kruden Sachen gibt, die man über das Internet erfährt! Ob das natürlich für jedes kleine Detail stimmt, wage ich zu bezweifeln, doch die Geschichte des Buches scheint sich in der Tat so abgespielt zu haben. Denn im Gegensatz zu „normalen“ Romanen gibt es den Protagonisten Rat Scabies tatsächlich. Er ist der Drummer von The Damned! Eine weitere bemerkenswerte Komponente ist, dass der Autor und Musikjournalist Dawes die zweite Hauptrolle der ungewöhnlichen Geschichte spielt. Scabies und Dawes lernen sich recht schnell kennen, nachdem Letzterer in das Haus gegenüber der Musiklegende einzieht. Schnell lernt der Schreiber sein Jugendidol und dessen ungewöhnliches Hobby kennen: Die Suche nach dem heiligen Gral. Dabei kommen aber keine Geister, Wunderwaffen oder Außerirdische zum Einsatz. Die Geschichte bleibt größtenteils bodenständig und wenn auch nicht der Gral selbst gefunden wird, so kommen die beiden etwas anderem Elementaren auf die Spur. Sympathisch für Hobby-Leser ist der typische Fanzine-Schreibstil, der sehr locker, lustig und bildlich für viele laute Lacher sorgt. Ein Buch, das mit vielen wahren Einzelheiten aufwartet, aber trotzdem einen enormen Unterhaltungsgrad hat!   Bocky</p>
<p><strong>ARTURO BASSICK – Fat Bloke. Thin Book</strong><br />
<em>(Taschenbuch, Bassick Publications, 114 Seiten, 7,50 £)</em><br />
Im netten Plauderton erzählt Arturo Bassick von den Lurkers – mittlerweile auch festes Bandmitglied von 999 – seine Geschichte. Seine Kindheit (Working Class, arm aber glücklich) und Jugend (The Who, Glamrock, etc.) im Londoner Stadtteil Fulham, der aufkeimende Punkrock in London, die Lurkers, die zu Unrecht fast vergessenen Blueberry Hellbellies und die Pferdeliebhaberei. Gespickt ist das alles mit kleinen Anekdoten über Begebenheiten mit The Business, Splodgenessabounds oder Cock Sparrer, vielen Fotos und alten Zeitungsausschnitten. Das kleine Büchlein ist zwar nicht unentbehrlich, aber charmant und kurzweilig.   HH<br />
[Anm. Obnoxious: „Fat Bloke. Thin Book“ gibt’s übrigens nicht über den normalen Buchhandel. Man kann es, glaube ich, nur direkt bei Arturo Bassick bestellen. Zu den 7,50 £ kommt dann noch 1 £ für Porto und Verpackung. Hier die Adresse: Bassick Publications, 25 Shepard Terrace, Haltwhistle NE499LS, United Kingdom]</p>
<p><strong>ROB JOHNSTONE (Hrsg.) – Von den Sex Pistols bis zu PiL – Johnny Rottens Geschichte(n)</strong><br />
<em>(Taschenbuch, I.P. Verlag, 240 Seiten, 18,90 Euro)</em><br />
Das Buch beginnt mit der bekannten Geschichte; London, Mitte der 70er, McLaren und Westwood, Kings Road, Sex Pistols, etc. Langweilig, dachte ich und schon entschuldigt sich der Herausgeber und Autor der Einleitung dafür und begründet es aber mit der Ansicht, dass man diese Geschichte, im Vorwort jedenfalls, nochmals erzählen könnte, quasi als „Crashkurs für die Raver“. Akzeptiert! Dann widmen sich diverse Autoren dem facettenreichen Wirken John Lydons. Unterwegs mit den Pistols durch die Gassen Londons, als Zaungast und Mitreisender mit den Pistols auf Amilandtour, Lydons weitere musikalische Aktivitäten – von PiL über Afrika Bambaataa bis hin zu der Kooperation mit Leftfield. Man geht auf Lydons heutigen Status als TV-Liebling der britischen Nation ein, auf Sinn und Zweck der Pistols-Reunionen und Prototypen der Pistols (mit Skandal zum Erfolg). Ein Artikel beschäftigt sich sogar musikwissenschaftlich mit der Wirkung Lydons Stimme und Gesangskünste. Das Buch ist wirklich interessant, obwohl ich anfangs skeptisch war. So in der Art: „Och nö, nicht schon wieder die ollen geläufigen Kamellen.“ Aber es kommt ganz anders. Gut, sehr gut. Als Autoren fungieren u.a. Greil Marcus, Judy Nylon oder Legs McNeil.   HH</p>
<p><strong>HOLLOW SKAI – Punk</strong><br />
<em>(Hardcover, Archiv der Jugendkulturen, 271 Seiten, 28,00 Euro)</em><br />
Der Name Hollow Skai waberte schon seit Jahren immer mal wieder irgendwie durch mein Gehirn. Ein fundiertes Halbwissen hat mir dabei nicht weiter geholfen. Das Ganzwissen um sein Buch, das nirgends auffindbar war, ebenso wenig. Und so strampelte ich Ewigkeiten auf derselben Stelle. Seine Homepage war auch nicht wirklich hilfreich, eher abschreckend. Jetzt endlich hat das Archiv für Jugendkulturen „Punk – Versuch der künstlerischen Realisierung einer neuen Lebenshaltung“ wieder zugänglich gemacht. Endlich konnte meine Neugier gestillt werden. Also schnell mal zu Rezensionszwecken bestellt. Das Augenbrauenhochziehen hinsichtlich der Veröffentlichung in der Abteilung „Wissenschaftlich Reihe“ hat sich dann aber auch teilweise bestätigt, denn bei „Punk“ handelt es sich um die Magisterarbeit des werten Herrn aus dem Jahre 1980. Wie so viele bebrillte Punkrocker nach ihm wollte Hollow Skai wahrscheinlich wenigstens ein Mal während seines Studiums Spaß haben und hat aus diesem Grund seinen Lebensinhalt zum Thema seiner Magisterarbeit gemacht. Aber im Gegensatz zu anderen Fuzzis ist er nicht mit der gebotenen Ernsthaftigkeit an die Sache heran getreten, sondern hat der Wissenschaft eine ganz große Nase gedreht. Respekt! Klar hält er zumindest ansatzweise die gegebenen formalen Vorgaben ein, aber was er in seiner Arbeit geleistet hat, ist aller Ehren wert. Was für Außenstehende (Professoren) durchaus Ernst zu nehmen erscheint, denn inhaltlich ist „Punk“ durchaus fundiert und plausibel geschrieben, ist für Insider die „Verarschung total“ (wie es Normahl vor Jahrhunderten mal ausdrückten), denn Hollow Skai hat sich erlaubt an den Haaren herbei gezogene Gimmicks einzubauen. So zitiert er beispielsweise sich selbst (aus seinem No Fun-Zine) oder Freunde (denen er die Worte einfach in den Mund gelegt hat), allein aus dem Grund, dass er sie in seiner Literaturliste nennen kann. Oder dass er sowohl Objekt als auch Subjekt, also sowohl Autor als auch Thema der Arbeit ist, entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage. Die ganze wissenschaftliche Chose wird damit ad absurdum geführt. Andererseits ist das Buch durch die verschwurbelte Gelehrtensprache auch nicht ganz einfach zu lesen, sondern erfordert schon die Kenntnis universitärer Umgangsformen. Hat Hollow Skai, übrigens der Gründer des ehrwürdigen No Fun-Labels, damit schon in ganz frühen Jahren den Punkrock in Deutschland verraten? Nein, er hat ihm vielmehr ein Denkmal gesetzt, dem hoffentlich so viele Menschen ratlos gegenüber stehen, wie sie es einst vor der Berliner Mauer getan haben. Die für eine Magisterarbeit relativ hohe Seitenzahl relativiert sich übrigens durch die Tatsache, dass in dem Buch einerseits der reine Text (ohne eventuell leserfreundlich machende „Overdubs“) als auch die originalgetreue Reproduktion mit sehr stylischem Punk-Layout der Magisterarbeit abgedruckt ist. Punkrocker lesen natürlich das fast schon comichafte Original, Studenten den Klartext. Inhaltlich geht es in den einzelnen Kapiteln z.B. um die Entstehung und Bedeutung von Punk, um die Ideologie, die dahinter steckt, um Punk-Fanzines, um die Zusammenhänge von Langeweile und Destruktion im Punk, um Geschlechterrollen, um Punkmode und deren Hintergründe und so weiter. Als Bonus gibt es am Ende des Buches noch einige kurze „Bonustracks“, die Hollow Skai über die späteren Jahre hinweg im Bezug auf Punk veröffentlicht hat. Das alles inklusive vieler Fotos, Collagen und anderem Kram. Im Ergebnis kann dieses Buch bei ausreichender geistiger Reife viel Freude bereiten und sollte es auch tun.   Obnoxious</p>
<p><strong>JOHN NIVEN – Kill Your Friends</strong><br />
<em>(Taschenbuch, Heyne, 380 Seiten, 12,00 Euro)</em><br />
Ein Roman über eines der großen Feindbilder von Punk: Die Musikindustrie. Schließlich führte das Gebaren der Musikkonzerne, ihre von Kaufleuten und Managern gesteuerte strikte kapitalistische Marktgeilheit, zu DIY und den ersten Independent-Labels. „Kill Your Friends“ spielt irgendwann Ende der 90er Jahre in London zwischen dem Brit-Pop/„Cool Britannia“-Hype und der beginnenden Jammerlappenphase der Unterhaltungsbranche. Autor Niven schildert ein Jahr aus der Sicht von Steven Stelfox, einem jungen A&amp;R-Manager einer Mainstream-Firma. Dessen Gedanken und Aktionen kreisen beständig um Karriere, Erfolg und Sex. Alle Kollegen sind verachtenswerte Feinde und verbauen den Weg zum großen Geld. Frauen sind prinzipiell Schlampen oder zu alt. Musik Mittel zum Zweck. Egal ob Punkrock oder Drum’n’Bass. Caste irgendwen zu irgendwas zusammen: Scheißegal, sind eh nur dumme Schnepfen! Gibt es bereits eine Band oder einen Produzenten: Benutze diese dumpfen, idealisierten oder drogenverseuchten Freaks! Alles ist käuflich! Fans sind eh nur gehirnamputierte Idioten! Die Charts der Maßstab aller Dinge! Und die Welt ein praller Porno! Stelfox selbst ist ständig auf Alk und Koks, immer auf der Suche nach der nächsten Nummer. Das endet meistens in einer Mischung aus Splatter, Orgie und hasserfüllten rassistischen und/oder sexistischen Ausbrüchen. Und wenn nicht: dann müssen eben neue Klamotten her. Niven hat hier einen Trash-Roman abgeliefert, den man schnell lesen und in seiner satirischen Art grinsend grimmig genießen kann. Gerne begleitet man den Protagonisten so durch den internationalen Medienzirkus. Zudem liefert er alle Klischees einer zynischen, untergehenden Industrie. Ein guter Ansatz, wenn man Holly Johnson (Frankie Goes To Hollywood) folgt, nach dem Klischees doch nur komprimierte Wahrheiten sind. Nervig und auch etwas öde sind auf Dauer nur die Blut- und Sexpassagen. Da hat Niven doch zu sehr bei Bret Easton Ellis („American Psycho“, „Glamorama“) vorbeigeschaut. Aber egal. Mal wieder einen Text so richtig schwarzweiß über das Böse zu lesen ist amüsant. Macht nicht schlauer, aber jüngere Leute vielleicht genauer. Lesen und ab in die Tonne. Oder einfach weiterschenken.   Chan Fier</p> <p><a href="http://www.pogoradio.de/?flattrss_redirect&amp;id=923&amp;md5=29f7a38fc3fcb5d30d7089470cb182dc" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.pogoradio.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Audiolith verschenkt Musik</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Jan 2009 21:48:06 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Das Label Audiolith, welches auch die Platten von Egotronic und Frittenbude rausbringt, verschenkt ganz viel Elektro-Punkmusik. Insgesamt 50 Titel per Zshare.net Download (277 MB) Hier die Trackliste: 01. …to be audiolithed! 02. Dos Stilettos &#8211; Lowtechdisco 03. Innaway &#8211; the ghost admirers 04. Plemo &#8211; Randale UAE 05. The Dance Inc. &#8211; Looking like that [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Label <a href="http://www.audiolith.net/" target="_blank">Audiolith</a>, welches auch die Platten von <a href="http://www.asteroid-rec.org/egotronic.htm" target="_blank">Egotronic</a> und <a href="http://www.myspace.com/frittenbude" target="_blank">Frittenbude</a> rausbringt, verschenkt ganz viel Elektro-Punkmusik.</p>
<p>Insgesamt 50 Titel per <a href="http://www.zshare.net/download/530779938467329c/" target="_blank">Zshare.net Download (277 MB)</a></p>
<p>Hier die Trackliste:</p>
<p><span id="more-746"></span></p>
<p>01. …to be audiolithed!<br />
02. Dos Stilettos &#8211; Lowtechdisco<br />
03. Innaway &#8211; the ghost admirers<br />
04. Plemo &#8211; Randale UAE<br />
05. The Dance Inc. &#8211; Looking like that<br />
06. Plemo &#8211; Nitzpipp<br />
07. Der Tante Renate &#8211; 666 Deluxe<br />
08. Der Tante Renate &#8211; Cardiac<br />
09. Räuberhöhle &#8211; My hearty bleeps noisy bleeps<br />
10. ClickClickDecker &#8211; Wer erklärt mir wie das hier funktioniert<br />
11. ClickClickDecker &#8211; In Altona trank ich mal einen guten Kaffee<br />
12. The Dance Inc. &#8211; The kiss<br />
13. Plemo &#8211; Plemogetriebe (Miki Mikron Remix)<br />
14. Plemo &#8211; Spacebabaluba (Hamburgedelic)<br />
15. Saalschutz &#8211; Tonight we all gonna die (Dance Inc. Remix)<br />
16. The Dance Inc. &#8211; Looking like that (saalschutz Remix)<br />
17. Egotronic &#8211; Nein Nein<br />
18. The Dance Inc &#8211; All is lost.<br />
19. The Dance Inc &#8211; Those who sleep on roads<br />
20. Egotronic &#8211; Maybe Someday<br />
21. Egotronic &#8211; Die Partei<br />
22. Miki Mikron &#8211; Bilder von dir<br />
23. Miki Mikron &#8211; Dich wollen sie haben (feat. Plemo)<br />
24. Aosuke &#8211; At the shore<br />
25. Aosuke &#8211; Monotone spirits<br />
26. Durchblick &#8211; Der Kommandant (Psychedelic Avengers)<br />
27. Der Tante Renate &#8211; Raumschiffkommandant (Psychedelic Avengers)<br />
28. Egotronic &#8211; Raumschiffkommandant (Psychdelic Avengers)<br />
29. Les Professeurs &#8211; Fatwa<br />
30. Le Gabel &#8211; Gil Me and Strain me<br />
31. Stefan Goetsch &#8211; Make Love while hooligans roam the streets<br />
32. ClickClickDecker &#8211; Immerhin beabsichtigt<br />
33. ClickClickDecker &#8211; Wer hat mir auf die Schuhe gekotzt<br />
34. Saalschutz &#8211; Das Lied mit den Suggestivfragen<br />
35. Miki Mikron &#8211; Bilder von dir (All Purpose Electronic Rework)<br />
36. Plemo &#8211; Wir raven (feat. Thees &amp; Torsun)<br />
37. Plemo &#8211; Exzess Express<br />
38. The Dance Inc. &#8211; Anarchist Artist<br />
39. Der Tante Renate &#8211; Computerspiele<br />
40. Egotronic &#8211; Raven gegen Deutschland<br />
41. Bratze &#8211; Jean Claude<br />
42. Bratze &#8211; Hightowers Herz<br />
43. The Dance Inc &#8211; The boy who (Codename Guard Remix)<br />
44. Juri Gagarin &#8211; Supermarkt<br />
45. The Dance Inc. &#8211; Matador (Frittenbude Zerkau deine Knebel Remix)<br />
46. Olli Schulz und der Hund Marie &#8211; Kaiserwetter<br />
47. Knarf Rellöm Trinity &#8211; Supermarkt is auch ne Bildung<br />
48. Plemo and Rampue &#8211; Kommunizieren (Freddy Metro &#8211; limit Remix)<br />
49. Egotronic &#8211; XTC boy (Krink Remix)<br />
50. Frittenbude &#8211; Electrofikkkke</p>
<p> </p>
<ul>
<li>Gefunden hier: <a href="http://torsun.blogsport.de/2008/12/25/audiolith-weihnachtsgeschenk/" target="_blank">http://torsun.blogsport.de</a></li>
<li><a href="http://www.pogoradio.de/?p=5">Interview mit Egotronic</a></li>
</ul> <p><a href="http://www.pogoradio.de/?flattrss_redirect&amp;id=746&amp;md5=680ddffe1a6d3389fc9a27462aff7cf4" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.pogoradio.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Review 3</title>
		<link>http://www.pogoradio.de/2006/01/review-3/</link>
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		<pubDate>Sun, 01 Jan 2006 17:29:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pogoradio</dc:creator>
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		<description><![CDATA[KOLLEKTIVER BRECHREIZ – Der Sinn des Lebens (CD, Höhnie Records) Das Frontcover ziert ein mit Buntstiften gemaltes Bandporträt, das wohl eine der kleinen Schwestern gemalt hat. Das Positive: Bei den deutschsprachigen Texten kommt eine gute Portion Selbstironie und Humor rüber. Das Negative: Nach dem dritten Lied hat sich der Witz aufgebraucht. Richard MAD SIN – [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>KOLLEKTIVER BRECHREIZ – Der Sinn des Lebens</strong><br />
(CD, Höhnie Records)<br />
Das Frontcover ziert ein mit Buntstiften gemaltes Bandporträt, das wohl eine der kleinen Schwestern gemalt hat. Das Positive: Bei den deutschsprachigen Texten kommt eine gute Portion Selbstironie und Humor rüber. Das Negative: Nach dem dritten Lied hat sich der Witz aufgebraucht. Richard<br />
<span id="more-476"></span><br />
<strong> MAD SIN – Dead Moon’s Calling</strong><br />
(CD/LP, People Like You)<br />
Wer kennt die Band um Koefte nicht? Wahrscheinlich jeder, ob man will oder nicht. Nicht nur, weil sie ständig unterwegs sind, sondern wahrscheinlich wegen der vielen Gerüchte, die sich um die bekannteste deutsche Psycho-Punkabilly drehen. Wenn ich da an meine bisherigen zwei-drei Livebegegnungen denke, kann ich mir durchaus vorstellen, dass die stimmen. Der gute Mann hat ein Talent dafür sich wie die Axt im Walde aufzuführen und lässt ganz schön den Rockstar raushängen. Ob das erfolgreiche Auftritte in Japan und den USA rechtfertigen sei mal dahingestellt. Für meinen Teil amüsiert mich das jedes Mal und ich bin echt froh mit denen bisher noch nichts gemacht zu haben. Das Musikalische erfindet das gut getunte Psychorad nicht neu, ist jedoch einmal mehr eine Spur besser als der Rest. Liegt sicherlich aber auch an den gut 18-jährigen Erfahrungen des Frontmanns. Immer wieder großartig sind die Samples, wie beim Intro, die man entweder selbst produziert oder mit Liebe hinbiegt, damit sie passen. Mein persönlicher Hit „Not Invited“ ist, wie übrigens die ganze Scheibe, sehr punklastig. Somit erneut ein Psychopunkalbum, dem man anmerkt, wo es herkommt und über seine Genregrenzen hinweg Erfolg haben wird! Bocky</p>
<p><strong>Menace – Punk Singles Collection</strong><br />
(CD, Captain OI!)<br />
Die Story von meinem dritten selbstorganisierten Konzert will ich hier nicht weiter ausbreiten, aber kurz erwähnen muss ich es trotzdem. Scheiß Selbstbeweihräucherung, doch war es ein super Abend mit geilem Konzert und extrem netter Band! Dementsprechend kann man sich denken, dass diese Besprechung nur mit Superlativen gelesen werden kann. Den Überhit „GLC“ kennt eh jeder und meine persönlichen Favs „Last Years Youth“ und „Carry No Banners“ sicherlich auch. Was soll ich noch sagen? 25 Songs, einige davon in neueren Versionen und der ganz neue Sänger ist bei keinem Song dabei. Von daher alles super! Wer „Menace“ schon vorher kannte, fragt sich ohnehin nicht, ob man diese CD braucht. Wer sie nicht kennt testet gefälligst „GLC“ an und besorgt sich die CD daraufhin ganz von alleine, Denn „Ob Punker oder Glatze, alles hört Menace“ (damaliger Knock Out Records Werbeslogan!). Bocky</p>
<p><strong>METEORS – Don’t Touch The Bang Bang Fruit</strong><br />
(CD, Cherry Red)<br />
Das Psycho-Trio Infernale aus Großbritannien mit dem Re-release aus dem Jahre 1987. Obwohl scheinbar &#8211; laut Linernotes &#8211; viele dachten, die Gang hätte ihren Höhepunkt erreicht. So musste man umso überraschter sein dieses Album sieben Wochen in den Indie-Charts zu finden. Die beste Platzierung war sogar der achte Platz! Erfolgreichste Singleauskopplung des Werkes war das Cover des Stranglers-Song „Go Buddy Go“. Wahrscheinlich aber wegen seiner Massenkompatibilität. Denn darüber hinaus ist das Album gespickt von einigen Psychoperlen verschiedenster Genre-Spielarten. Obendrauf gibt’s noch vier rare Bonustracks und ’ne schicke Digipackverpackung inkl. Linernotes. Für den Psychofan ein Muss und für den Anfänger gleich ein richtig guter Einstieg. Bocky</p>
<p><strong>Meteors – Sewertime Blues CD</strong><br />
(CD, Cherry Red)<br />
Tja, was soll man zu dem Meteors noch viel sagen? Sie sind die Band, die Anfang der 80er den Psychobilly erfunden haben. Somit also die Väter von aktuell erfolgreichen Bands wie bspw. Mad Sin. Übrigens passt der Vergleich auch ziemlich gut. Denn beide Sänger, P.Paul Fenech/Meteors als auch Köfte/Mad Sin, sind von Veranstaltern gefürchtet, weil sie sich regelmäßig aufführen die „Axt im Walde“. So gesehen passt das aber auch schon wieder zu der Musik und den Stil den sie repräsentieren. Die jungen wilden Rebellen eben. Obgleich beide Bands ihren jeweiligen Zenit erreicht zu haben scheinen. Wie auch immer, so war „Sewertime Blues“ 1986 in den Top Ten der Indiecharts. Außerdem auf der CD zwei rare Tracks – The Edge und Johnny’s here – als Remixe. Bocky</p>
<p><strong>MOITEREI &#8211; Jeder Hund hat seinen Tag CD</strong><br />
(DSS Records)<br />
Musikalisch gesehen ist das fetter Oi-Punk den die 4 Braunschweiger mit dieser Scheibe abliefern. Klingt gut, ist gut … Nur mit den Texten hätten sie sich etwas mehr Mühe geben können. Die Band versucht hier Inhalte zu vermitteln. Zum Beispiel das Lied „Gequält &amp; Geprügelt“ setzt sich mit dem Thema auseinander, wie Tiere behandelt werden, die als Schlachtvieh geboren wurden. Durch die komplizierten Texte, die ich trotzdem nicht besonders gut finde, geht der Mitsing-Effekt verloren. Bei einem Live-Konzert wo man nur die Hälfte der Texte versteht, hat man aber bestimmt seinen Spaß. Die Lieder klingen aber auch alle sehr ähnlich. Übrigens hat sich die Band Unterstützung geholt. Bei den Chorgesängen sind unter anderem Pedder von Daily Terror, Schulle von Toxpack, Jörg und Imo von Brutal De Luxe mit dabei. Alles in allem ein durchschnittlich zu bewertendes Album. Nicht besonders schlecht, aber auch nix was mich total vom Hocker haut. Metulski</p>
<p><strong>MUFF POTTER – Von Wegen</strong><br />
(CD, Hucks Plattenkiste/Universal)<br />
Oh, oh, wenn das mal keinen Ärger gibt. Die Angry-Pop-Punks aus Münster sind wie schon viele vor ihnen bei Universal gelandet. Wenn ich das aber recht verstehe lediglich mit dem Vertrieb, was bedeutet sie behalten die Rechte an den Songs. Quasi gar nicht so dumm, die Toten Hosen haben sich mit so ’nem Deal krumm und buckelig verdient. Vom politischen mal abgesehen ist die neue Scheibe wieder ein großer Wurf geworden. In ihrem ganz eigenen Stil (Sound und Lyrics) wird klargestellt was nicht passt – ihnen, in Deutschland und in der Welt. Herausragend sind für mich dabei die Songs „punkt9“ und „antifamilia“. Ersterer tritt dem neudeutschen Patriotismus ordentlich in die Eier und der zweite spielt darauf an, dass die angebliche „Szene“ auch nicht gerade spannender ist als die Geburtstagsfete von Tante Erika. Muff Potter waren eigensinnig und sind es immer noch. Bleibt zu hoffen, dass Universal sie nicht versaut. Bocky</p>
<p><strong>The Negatives – No Truth-NoJustice</strong><br />
(CD, Core Tex)<br />
Ganz dunkel kann ich mich noch an ne 7´´er von denen erinnern, die ich recht gut fand. Den Silberling eingelegt wusste ich, dass ich mich nicht getäuscht hatte. Der Vierer aus Schweden macht schnörkelosesten Streetpunk und hält sich knallhart an dessen Konventionen. Textlich ist es typischer Punk, der mehr als Bier, Sex und dergleichen zu bieten hat. Wobei mich Lyrics gegen die USA eher den Kopf schütteln lassen, wenn man nicht auch vor der eigenen Haustür kehrt. Trotzdem finde ich den Song „Greatest Punk Rock rip off“ echt klasse. In dem wird die Untugend alte Bands mit maximal 1 Originalmitglied auftreten zu lassen angeprangert. Da hat er wohl recht. Sollten einige dieser Vereine wohl besser als Coverbands auf Tour gehen. Wird wohl aber nimmer so viel Kohle damit zu machen sein. So legen Negatives eine zweites Album hin, dass nicht besser, aber auch nicht schlechter ist, was man aus dieser Richtung kennt. Bocky</p>
<p><strong>NEIN NEIN NEIN – s/t</strong><br />
(MC, <a href="http://www.neinneinnein.com" target="_blank">www.neinneinnein.com</a>)<br />
Mönchengladbach hat also doch mehr zu bieten als EA 80 und Die Strafe. Die neue Band ist dafür aber um einiges jünger, in Zahlen 2 x 17 + 1 x 24. Mathematisch rationell sieht das wohl aus. Das scheint es aber auch zu wollen, sofern ich das recht verstehe. Man verzichtet auf jeglichen Schnickschnack, vom „Plüschumhang“ der MC mal abgesehen, der mir einiges abverlangte bis ich das Teil offen hatte, ohne es zu zerstören. Vielmehr beschränkt man sich auf ganz wesentliche Sachen: Man macht Punk und keinen Punkrock, was etwas mit Attitüde zu tun hat; es wird deutsch gesungen, weil das die Sprache ist, in der man redet und sich am besten ausdrücken kann; vor allem wird das Rad aber nicht neu erfunden und hat es nicht nötig sich posermäßige Adjektive zuzulegen. Im Gesamten sehr sympathisch, wie auch die Musik. In der Tat nichts neues, aber eben sechs frische Songs, die bei einer 10-minütigen Gesamtlänge bei mir auf offene Ohren treffen! Ende dieses Jahres möchte man in Sachen Tonträgerevolution ’nen Schritt nach vorne tun und ne 12“-Scheibe veröffentlichen. Ich bin gespannt. Bocky</p>
<p><strong>THE NOW – Fuzztone Fizzadelic</strong><br />
(CD, Damaged Goods)<br />
Die Band existierte von ’77 bis ’79, hatte zwei Singles und verschwand wieder im Untergrund. Wäre keine große Sache, wenn ihre Songs nicht groß gewesen wären. Das präsentierte Liedgut hat Klasse und erinnert an die frühen Upstarts und Newtown Neurotics. Die vier Punkrock-Greise wurden also aus ihren Vorgärten und Ohrensesseln gerissen und genötigt ihr altes Set einzuspielen. Die guten alten Songs, kombiniert mit moderner Studiotechnik machen die CD absolut hörenswert. Richard</p>
<p><strong>OHL – Wir sind die Türken von Morgen</strong><br />
(CD, Tennage Rebel)<br />
Ich persönlich hätte das Re-release dieser Scheibe ja nicht gebraucht, wenn ich bedenke, was der Sänger „Deutscher W.“ für ne Flachpfanne ist. Wie dem auch sei, nun ist die Scheibe da und wird besprochen: Im Gegensatz zu der vor drei Jahren erschienenen LP hat die CD, wer hätte es gedacht, diverse Bonustracks. Damit meine ich eine 4-Song EP, die 1981 zeitgleich mit der LP veröffentlicht wurde, vier Samplerbeiträge aus der Zeit und der Song „Belzen war ein KZ“ aus dem Jahre 1982,aber in einer neueren Version. Das Booklet hat neben den kompletten Texte viele Bilder und auch Zeitungsartikel. Quasi fast eine „Weird System“ Produktion, die dem geneigten „Kernkraftritter“ wie ne MG Salve den Hals runtergeht. Bocky</p>
<p><strong>PERIFERIA SA – s/t</strong><br />
(CD, Dirty Faces)<br />
Die Band kommt aus Brasilien und dort spricht man portugiesisch, eine Sprache, derer ich nicht mächtig bin. So werde ich rein auf die musikalischen Aspekte, dieses künstlerischen Produktes eingehen. Schnelle, harte Rhythmen bestimmen das Tempo, ein Stakkato-Gesang prägt den Charakter der Stücke. Musikalische Vorbilder sind G.B.H. und Exploited. Die drei Mitglieder sind das Original-Line Up von „Ratos Do Poroa“. Richard</p>
<p><strong>The Priscillas – Aloha From Holloway</strong><br />
(MCD, Damaged Goods)<br />
„Aloha From Holloway“ soll nach zwei 7“es den ersten „Longplayer“ der Priscillas darstellen. Doof nur, dass es außer den vier Songs der beiden Singles gerade mal ein weiteres Lied auf die MCD geschafft hat. Dazu gibt es wohl noch die dazugehörigen Videos zu den Titeltracks der Singles. Sind aber auf der Promo-CD nicht drauf, kann ich nix zu sagen. Okay, die Priscillas sind eine (das liegt nahe) All-Girl-Band (muss man das immer so betonen?), die sicher auch bei Thunderbaby, respektive Thunderwoman oder dem Frauenband-Sampler von Wolverine hätte erscheinen können. Poppy, bubblegum-lramonesker Sound mit einem Schuss Glam. Irgendwie fehlt aber der nötige Drive und die Priscillas kommen ein bisschen handzahm daher. Live sollen sie ganz gut sein, aber mit dieser Veröffentlichung hätte man doch lieber noch gewartet bis die angebliche Live-Power im Studio umgesetzt werden kann. Andere Bands haben das mit Sicherheit schon besser gemacht. Obnoxious</p>
<p><strong>The Professionals – Best Of</strong><br />
(Captain OI!)<br />
Na, wem sagen denn die Namen Steve Jones und Paul Cook etwas? Jaja, ganz tief im Innern ist da was, richtig? Genau, es sind die anderen 50 % von den Sex Pistols neben Johnny Rotten und Sid Vicious. Die hatten 1980, knapp zwei Jahre nach dem Boygroup-Split, ne neue Combo gegründet um auch weiterhin ihre Brötchen kaufen zu können. Logischerweise auch nicht nur annähernd mit dem Erfolg der „Pistolettos“. Für mich aus der Zeit eines der ganz langweiligen Alben. Wahrscheinlich fehlt mir der Spirit und ihnen wie es scheint auch. Da wird einfach zu viel Musik gearbeitet. Für Sammler aber trotzdem ein Muss. Bocky</p>
<p><strong>Propaghandi – Potemkin City Limits</strong><br />
(CD, Fat Wreck)<br />
Aha, die Gutmenschen des Betroffenheitspunks mit einem neuen Album … 4 Jahre hat’s gedauert und jetzt ist der vierte Longplayer der Kanadier auf Fat Wreck fertig. Wenn mich nicht alles täuscht, hat sich die Band von ihrem ursprünglichen Sänger Chris Hannah getrennt und mit Glen Lambert einen mehr oder minder würdigen Ersatz gefunden. „Potemkin City Limits“ bringt über 41 Minuten und 12 Lieder einen politisch extrem engagierten, aber leider trotzdem extrem langweiligen Mix aus  … ja aus was eigentlich?? Punkrock, aber recht verhalten, Emo-Gezuchtel, was weiß ich … Nix für meinereiner, die Fans der Band werden’s wohl lieben. Ach ja, um auch mal das Positive zu sehen: Sehr liebevoll gemachtes Booklet mit Erläuterungen zu den Lyrics … AndiSocial</p>
<p><strong>RAMONEZ 77 – Rest In Pace</strong><br />
(CD, Mata Hari/Rodrec)<br />
Zum 20-jährigen Bandjubiläum hat es die Hamburger Ramones-Tribute-Band jetzt also doch noch geschafft ihren ersten Longplayer zu veröffentlichen. Anders als andere Ramones-Epigonen vollbringen es Ramonez 77 den Stil des Originals nicht nur zu kopieren, sondern noch mit eigenem Leben zu erfüllen und den New Yorkern ein gebührendes Denkmal zu setzen. Super, das. Zwar auch nicht mehr in der Originalbesetzung von 1984, aber was die vier Jungs, die den Punkrock in legendären Hamburger Bands wie SS Ultrabrutal, Torpedo Moskau, Razors, Rubbermaids und so weiter bereits mit der Muttermilch aufgesogen haben, hier abliefern ist einfach nur mit „Hell, Yeah!!!“ zu beschreiben. Spielwitz pur, drei Akkorde für ein Halleluja. Neben zu erwartenden Titeln wie „I Want You Around“, „20th Century Boy“, „Gone Today, Here Tomorrow“ huldigen sie auch mit „Mr. Ramone“ (Joey) und „Dee Dee’s Dead“ (mit Bela B. als Gastsänger) ihre verstorbenen Helden. Johnny starb zu spät, da waren die Aufnahmen wohl schon im Kasten. Absoluter Höhepunkt ist aber „Beat On The Bush“ eine Persiflage auf George W., der sich hier mit seinem Lieblingsfeind Osama rumärgern muss. Zu diesem Song gibt’s als Bonus auf der CD auch noch ein absolut geiles Video, das schon allein die Kohle wert sein sollte. Allerbeste Unterhaltung! Obnoxious</p>
<p><strong>The Real McKenzies – 10.000 Shots</strong><br />
(CD, Fat Wreck)<br />
Dass die kanadischen Schotten immer Durst haben beweisen sie nicht nur mit dem Titel ihrer nunmehr fünften Platte, sondern anders gesagt ist es ein „Tribute to Alcohol“. Wer die Gang schon einmal live gesehen hat, weiß wovon die Rede ist. Ständig sind deren Liveshows gut get änkte Nächte, wie man sie nicht häufig erlebt. Aber wer glaubt man habe es dann nur mit einer Horde besoffener zu tun, täuscht sich. Doch was versuche ich etwas zu erklären, was man besser selbst mitmacht. Die Kanadier, deren Vorfahren in der Tat aus Schottland kommen, sind ab September sechs Wochen auf Tour! Die Mischung auf der aktuellen Scheibe stimmt auch dieses Mal hervorragend: Lustige Punknummern, musikalische Umsetzungen von Gedichten des schottischen Poeten Robert Burns und natürlich auch traditionelle Songs die den Dudelsack eindeutig in den Vordergrund stellen. Außerdem merkt man der Band das viele touren und die mittlerweile feste Besetzung. Das wirkt sich wiederum auf ein harmonisches, perfektes Zusammenspiel aus. Meiner Meinung nach das Beste, was die fünf bisher gemacht haben. Ein Album, das nach dem nächsten Whisky geradezu verlangt. Bocky</p>
<p><strong>REVOLUTION RIOT – Blues For The Spiritually Retarded</strong><br />
(CD, Feedback Boogie)<br />
Wenn ich nicht kotzen würde, würde ich jetzt weinen. Ich spüle mir erst mal die Ohren mit Essigessenz aus &#8211; Heavy Metal Rock! Mit was habe ich das verdient? Richard</p>
<p><strong>RIOT BRIGADE – Here`s Our Answer</strong><br />
(CD, MSM 1279 Records)<br />
Eine angenehme Überraschung ist diese Band aus dem Großraum Stuttgart. Eine Punkcore-Geschichte, die mich im positiven Sinne an die holländischen Antidote erinnert, wobei bei ihnen der HC-Anteil höher ist. 16 Titel, 37,55 Minuten Spielzeit, macht durchschnittlich 2,35 Minuten pro Lied. Das ist definitiv kein Balladenalbum. Richard</p>
<p><strong>ROCK’N’ROLL STORMTROOPERS – On Fire</strong><br />
(LP/CD, Hulk Räckorz)<br />
„We’re the Rock’n’Roll Strormtroopers / Raisin’ hell… Blowin’ your city down!“ Endlich, endlich, endlich!!! Und ich hab’ schon geglaubt, ich erleb’s nicht mehr. Aber so kann man sich täuschen: der erste Longplayer von meinen absoluten GlamPunkRock-Faves liegt jetzt doch noch auf meinem Schreibtisch. Bisher waren lediglich zwei 7“es von den Stormtroopers erhältlich und die dürften ja auch schon längst vergriffen sein, aber das lange Warten hat sich gelohnt. „On Fire“ trägt seinen Namen zu Recht. Die vier Schwaben liefern hier ein wahres Feuerwerk ab. Viel Glam, viel Rock und die notwendige Prise Punk. Man fühlt sich um 30 Jahre zurückversetzt. Kiss winken um die Ecke und Slade fahren auf ihrem Highspeed-Fahrrad vorbei. Aber die Rock’n’Roll Stormtroopers nehmen keine Gefangenen, der Bandname ist Programm. Songs wie „Bulldozers On The Loose“, „We’re Gonna Rock You“, „Keep Rock Clean“ oder „Hanging Out With The Boys“ sagen alles: Wir wollen Party bis zum Umfallen, aber nach unseren Regeln, wer was dagegen hat, bleibt auf der Strecke!!! 34 Minuten, die vor klischeehaften Texten nur so strotzen und ein genial bescheue rtes Cover-Artwork, das es problemlos in meine All-Time-Top 5 geschafft hat, lassen vermuten, dass es das beste wäre, die Rock’n’Roll Stormtroopers würden demnächst die Weltherrschaft übernehmen. 100% Bulldozer Rock’n’Roll &#8211; Play loud until your eyeballs get catapulted out of your Skull!!! Unbedingt auch ansurfen: <a href="http://www.bulldozer.de." target="_blank">www.bulldozer.de.</a> Obnoxious</p>
<p><strong>Ruefrex – Capital Letters … The Best Of</strong><br />
(CD, Cherry Red)<br />
Tja, diese CD habe ich mir geschnappt, bevor der Kollege Obnoxious sie in seine schmierigen Finger bekam. Eine große Band aus Irland mit ihren besten Liedern, die sich allesamt im Spannungsfeld zwischen Stiff Little Fingers und erträglichem Wave der Früh-Achtziger bewegen. Im Gegensatz zu anderen nordirischen Bands kommentierten die vier aus Belfast mit ihren Texten auch immer die politische Situation ihres Heimatlandes, was ihnen nicht nur Freunde einbrachte. Bestes Beispiel ist ihr wohl erfolgreichster Song „Wild Colonial Boy“, der die Einmischung der amerikanischen Exil-Iren in die Situation in Irland auf’s Korn nahm und Anlass zu heftigster Kritik bot. Ein nettes Booklet mit Texten und Bandhistory runden diese gelungene Veröffentlichung ab. Ein Muss für Freunde des Punks von der grünen Insel … AndiSocial</p>
<p><strong>Ruts – Grin &amp; Bear It</strong><br />
(CD, Captain OI!)<br />
„Yeah die Ruts“ war mit mein erster Gedanke, als ich in der Vorankündigung las, dass die CD bald in meine vier Wände flattern würde. Grund dafür ist, dass sie das Original von „Babylon’s Burning“ geschrieben haben. Vorher kannte ich das nur als Cover von „Menace“ und war seither von dem Song angetan. Als die CD dann kam war ich nicht wirklich begeistert, da das Lied lediglich live drauf ist. Aber alles halb so wild, denn von den restlichen 15 Titeln ist nur noch einer live. Ansonsten kann sich der Silberling sehen lassen und neben den Hits „Starring At The Rude Boys“ und „In The Rut“gibt’s noch mehr zu entdecken. Im booklet gibt es übrigens zu den Songs die entsprechenden Linernotes aus heutiger Sicht. Bocky</p>
<p><strong>SCHLEPPROCK – Learning To Fall</strong><br />
(CD, People Like You)<br />
Diese „Best of“ der US-amerikanischen Band, beruht auf dem traurigen Umstand, dass ihr Gitarrist Jeff Graham verstorben ist. Die CD bietet ein breites Bild ihres Schaffens, das 1991 mit ihrer ersten Veröffentlichung durchstartete. Teile der Band spielen auch bei den Generators. 21 Titel, die sehr stark vom guten, alten, englischen Punkrock inspiriert sind, aber auch neue Elemente einfließen lassen. Richard</p>
<p><strong>Die Schwarzen Schafe – Wir haben noch lange nicht genug</strong><br />
(CD, Teenage Rebel)<br />
Gleich vorne weg, die LP erscheint auf dem Label des Sängers Achim, Campary Records. Der unterschied ist jedoch nicht nur „die Sache“ mit dem Vinyl, sondern auch die 11 Bonustracks auf der CD. Ja, da ist man mal wieder in der Zwickmühle. Denn normalerweise ist man ja punkrocktechnisch konservativ und greift gleich zur Platte, aber bei dem starken Gegenargument, hm? Worauf aber verwiesen werden soll, ist, dass das vorliegende Material keine Best Of Scheibe darstellt. Stattdessen Songs aus allen Schaffensphasen der Band von 1987 bis heute. Grund dafür sind die vielen Besetzungswechsel der letzten 18 Jahre. So, und wer jetzt also auf deutschsprachigen Politpunk steht, hat die Qual der Wahl in punkto Format. Bocky</p>
<p><strong>SCREECHING WEASEL- Weaselmania</strong><br />
(CD, Fat Wreck)<br />
Screeching Weasel legen hier ihr Vermächtnis vor. 34 Songs aus 13 Veröffentlichungen in 74 Minuten, wobei ein guter Überblick über alle Schaffensphasen der Band von 1986 bis heute geliefert wird. Screeching Weasel hatten oft mit den Unbillen des Punkrocks zu kämpfen. Gegründet in einer Zeit, die von Straight Edge-Doktrinen und Hardcore-Muskelaffen geprägt war, wollten sie eigentlich nur rotzigen Punkrock in Ramones-Tradition spielen, dem man den Spaß anhört. Schwerer Stand zu dieser Zeit. Dazu kamen über die Jahre häufige Besetzungswechsel, Auflösungen, Reunions und Stress mit dem Label. Irgendwie haben sie es trotzdem geschafft sich über die Jahre eine Fangemeinde aufzubauen (nicht zuletzt durch Ben Weasels Kolumne im Maximum Rock’n’Roll-Zine), aber so richtig bekannt wurden sie eigentlich nie. Diese „Best of…“ bietet jetzt allen Ignoranten und Spätgeborenen die Möglichkeit Screeching Weasel kennenzulernen oder sich mal wieder ins Gedächtnis zu rufen… und das zum Cheapo-Preis, incl. 16-seitigem Booklet mit vielen Fotos, Coverabbildungen und ausführlichen Linernotes der Beteiligten. Value for money! Obnoxious</p>
<p><strong>Skids – Scared to Dance</strong><br />
(CD, Captain OI)<br />
Naja, wie mein Schreiberkollege Andi Social finde ich nicht, dass das eine New Wave Band ist. Denn sonst könnte ich mich mit dem Sound der Band nicht anfreunden. Dem ist aber so, vor allem mit dem Titelsong. Der Rest plätschert so als softe Powerpop-Version vor sich hin. Vielleicht doch NewWave? Auf jeden Fall kommen zu den 12 offiziellen Liedern noch 8 Bonustracks hinzu und im Booklet einleitend die obligatorische Bandstory. Ein guter Soundtrack für Herbsttage, an denen man Musikbücher über 80er liest. Bocky</p> <p><a href="http://www.pogoradio.de/?flattrss_redirect&amp;id=476&amp;md5=22a8d2252ef73771c51c87ca8dc9d9bb" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.pogoradio.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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