LOVE ACADEMY – s/t

| April 16th, 2011

(7“, Salon Alter Hammer, Kidnap Music, Dense Waves)
Da hat wohl jemand mal eine Scheibe von Trend im Schrank. Und von Fehlfarben. Kein Fehler! Love Academy – bescheuerter Bandname – machen ziemlich geile Mucke. Minimal-Punk trifft auf die Punk-Vorreiter der NDW. Trotzdem absolut am Puls der Zeit. Auch textlich. Ich kann darauf ganz gut. Geile Sache – kann ich nicht genug von bekommen. Alle Songs kann man sich online zur Probe hören. Ihr wisst schon wo. Aber das ist ganz klar kein Ersatz, denn die 7“ ist nicht nur musikalisch erste Sahne, sondern bietet auch rein optisch absoluten Genuss. Für die Sammler: Jungfräulichweißes Vinyl, komplett weißes Label ohne Beschriftung, serviert im Klarsicht-Plastik-Cover mit tricky Gestaltung plus Downloadcode. Was gibt es Besseres? Nichts. Zumindest für Indie-Punks. Alle drei Daumen hoch!!! Obnoxious

(CD, Wolverine)
Ui, Dudelsack-Mucke! Aber das liegt ja nahe, wenn man sich den Bandnamen mal genauer beguckt. Allerdings muss man sich schon ein bisschen wundern, wenn man bedenkt, dass die Jungs aus Prag kommen. Aber drauf geschissen. Pipes And Pints bewegen sich zwischen Punkrock und dreckigem irischem Folk. Warum auch immer. Und sie machen ihre Sache gut. Erstaunlich gut. Ich ärgere mich inzwischen zu Tode, dass ich die Band letztes Jahr bei ihrem Auftritt in der Frankfurter Au verpasst habe. Aber das lässt sich jetzt ja auch nicht mehr ändern. Man muss zufrieden sein mit dem was man hat. Immerhin hat das Debüt-Album seinen Weg in meinen CD-Player gefunden und das ist auch schon mal viel wert. Irish Folk Punk, näher an frühen Dropkick Murphys und den Real McKenzies als an den Pogues. Das ist zwar schade, andererseits aber auch toll, denn mit den Pogues kann sich niemand wirklich messen. Menschen, die mit der Art von Musik was anfangen können, sollten die CD unbedingt mal antesten (am besten im Netz – Ihr wisst schon wo!), es sollte nicht zu ihrem Schaden sein. Die Tassen hoch!   Obnoxious


(CD, Sunny Bastards)

Das zweite Album der Münchner, deren Bandname Schlimmes vermuten lässt. Doch der Inhalt weiß zu gefallen. Oi!-Musik mit Stil und Tradition, wie man es von deutschen Skinhead-Bands nur selten sieht und hört. Elf Songs, die ohne Kompromisse reinknallen und bis auf zwei Lieder auf Englisch gehalten sind. Unbedingt reinhören! Kay

(CD, TNS Rec.)
Das durchwachsene Wetter in Schottland scheint bei den Jungs und Mädels aus Glasgow bisher noch nicht sonderlich aufs Gemüt geschlagen zu sein. Auf „Always Looking Forward“ regiert jedenfalls das Serotonin das Tonwerk, das sich zwischen den Mad Caddies, Mighty Mighty Bosstones und Madness recht wohl zu fühlen scheint. Hebt jetze den Kontinenten nicht aus den Angeln, ist aber durchaus kompetent bewerktstelligt und wird bei den Affinierten der oben Genannten mit Sicherheit seine Freunde finden. Und immerhin kommen die englischen Bands dieser Sparte ohne „Ska“ im Bandnamen aus, ganz im Gegensatz zu den hiesigen (A propos: Wo bleiben eigentlich BlasSKApelle?!). Snitch

schliessmuskel(CD, Plastic Bomb Rec.)
Als wir seinerzeit im Reli-Unterricht den damals allgegenwärtigen „Disc-Center“-Katalog nach Neuentdeckungen durchgeforstet haben, war unter „Sch“ nach wenigen Sekunden klar, dass die Machwerke der Hamminkelner her müssen – und zwar alleine des Bandnamens und der Songtitel wegen. Das war 1987, meine Popligkeit zarte zwölf und Schlaffke, Böckler & Co noch fesche Jünglinge, die damals mit ihrem optischen Erscheinungsbild wohl jede Landpomeranze beim Schützenfest rum bekommen haben dürften. Jedenfalls waren Hits wie „Sturmfrei“, „Die Pornokonsumenten“ oder „Urlaub in der Tiefflugschneise“ bald unverzichtbares Liedgut als Grundlage für die nächsten Rauswürfe aus’m Unterricht. Mal abgesehen davon, dass die knackig-kurzen, für damalige Verhältnisse pfeilschnellen Machwerke wirklich schon revolutionär waren, zumindest mal in Kohlland. Und jetzt kommen die Bomber daher und veröffentlichen das Essenzwerk (also die ersten drei Releases „Komm, setz dich zu uns“, „Der Untergang der abendländischen Kultur“ und „Sehet welch ein Mensch“) komplett united auf einer Kompakten. Nee, wat schee! Das Ganze noch ergänzt um ein superfettes Booklet mit allen Lyrics und schicken Bildern und fertig ist die perfekte Reise in die Vergangenheit. Yeah! Snitch

www.schliessmuskel.net

Tonträger Reviews O-S

| Dezember 10th, 2008

OPEN SEASON – Here We Go
(CD, Leech)
Laut Waschzettel bewegen sich die Schweizer von Open Season auf diesem Rundling „zwischen Reggae, Ska und Dancehall“. Nun, ich bin ja weiß Gott kein Fachmann für jamaikanische Musik, aber von Reggae und Ska ist meiner Meinung nach hier nicht mehr sehr viel zu hören. Dafür stimme ich dem Info gerne zu, wenn es das hier Dargebotene als „innovativ“ und zeitgemäß beschreibt. Eben eher was für bekiffte Abiturienten auf Sommerurlaub als für traditionsbewusste Kurzhaarige. Alan
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Tonträger Reviews H-L

| Dezember 10th, 2008

THE HEMORIDERS – Tales From The Outskirts
CD, http://www.the-hemoriders.de
Zu aller erst sei gesagt, dass mir Trompetenpunk wie zuviel Eiscreme schnell Bauch und Kopfschmerzen bereitet. Oft zu fröhlich, zu hektisch und zu aufgesetzt, aber Ausnahmen bestätigen die Regel, nicht wahr? Die bayrischen Hemoriders bewegen sich dabei im Frontbereich, zwischen den Grenzen. Die jungen Spunde brauen auf ihrem Erstling eine Mixtur aus schnellem Partysound und persönlichen Texten, meistens spritzig-gutgelaunt, manchmal auch etwas melancholisch, aber immer sehr poppig und gut eingängig. „Tales From The Outskirts“ rutscht zum Glück nie ins Witzige ab, ich habe eine zum Himmel schreiende Aversion gegen grellbunte, Karohut-Spaßvögel mit Ska im Bandnamen. Die kalifornischen Vorbilder sind hier stets präsent. Die CD ist liebevoll aufgemacht und erscheint im Digipack. Macht Laune. Dennisdegenerate
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Tonträger Reviews C-D

| Dezember 10th, 2008

THE CABRIANS – …For A Few Pussies More…
(CD, Redstar 73/Liquidator)
Diese übersexualisierten Katalanen spielen schön traditionelle Offbeat-Musik, die sie angesichts der schlüpfrigen Texte, die sich mehr als nur einmal nur um „das Eine“ ranken, zurecht als „Boss Porn Ska“ bezeichnen. Da ich trotz jahrelanger Lektüre von Blättern wie „Skin Up“, „We Dare“ und „Big Shot“ immer noch ein ungebildeter Punker mit großen Unsicherheiten bei der Unterscheidung von Ska und Reggae und dem ganzen Rest bin, freut es mich, dass das Label einen an geeigneter Stelle dahingehend aufklärt, dass es sich bei der Mucke auf diesem Tonträger um Ska, Calypso und Western Reggae handelt. Alan
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Nazi Dogs Interview

| Januar 22nd, 2008

Die Frage, ob man im dritten Jahrtausend noch „Retro“- Kapellen braucht, die weitestgehend authentisch den schlampigen Charme der 70er Sleaze-/Trash-/Rotzpunk-Ära in die Gegenwart transportieren, beantwortet sich von selbst, wenn man die vier Aachener auch nur ein einziges Mal in lebendig erleben durfte: Kein perfektionierter Livesound durch stundenlanges Klangchecken, kein Anbiedern beim Publikum oder ellenlange Ansagen, sondern einfach nur die volle Ladung verschwitzte, rotzige Energie des Ur-Punk mitten in die verwöhnte Fresse.
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Nazi Dogs Interview

| Januar 3rd, 2008

Die Frage, ob man im dritten Jahrtausend noch „Retro“- Kapellen braucht, die weitestgehend authentisch den schlampigen Charme der 70er Sleaze-/Trash-/Rotzpunk-Ära in die Gegenwart transportieren, beantwortet sich von selbst, wenn man die vier Aachener auch nur ein einziges Mal  in lebendig erleben durfte: Kein perfektionierter Livesound durch stundenlanges Klangchecken, kein Anbiedern beim Publikum oder ellenlange Ansagen, sondern einfach nur die volle Ladung verschwitzte, rotzige Energie des Ur-Punk  mitten in die verwöhnte Fresse.

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