THE FIALKY – s/t

| April 25th, 2011

(7“, Papagájuv Hlasatel Records)
Punkrock aus Prag. Die Band feiert mit dieser 7” ihr 10-jähriges Bestehen. Die Platte ist dementsprechend schick aufgemacht: Papphülle, feines Artwork, doppelseitiges Hochglanz-Poster (mit allen Texten – auch in englischer Übersetzung – auf der Rückseite), limitiert und handnummeriert. Laut eigener Ansage machen sie 77er Punk. Ich würde da aber schon noch einen gehörigen Schlag Asphalt mit drauflegen. Alles sehr hymnisch und melodisch. Die Refrains laden zum Mitgrölen ein – so man denn des Tschechischen mächtig ist. Ansonsten kann man aber immer noch so tun als ob … Geht so Richtung Klasse Kriminale. Haut mich jetzt zwar nicht unbedingt vom Hocker, aber mir gefällt’s ganz gut. Die Jungs würde ich gerne mal live sehen. Sechs Songs und nach kurzweiligen elf Minuten ist alles vorbei. Repeat. Obnoxious

Als Vorgeschmack auf ihr im Spätsommer erscheinendes Album legen wir das ausverkaufte Debüt „Rat Attack“ in neuem Artwork und mit zwei unveröffentlichten Bonussongs neu auf.
Die drei Punk-Rotzlöffel aus Köln lassen mühelos den ganzen Heulsusen-Durchschnitt hinter sich und treten gezielt und effektiv in den Allerwertesten. Dabei haben die Jungs ein unschlagbares As im Lederjackenärmel: wirklich gute Songs. Die Vorbilder sind klar zu benennen, und jeder, der Rancid, Social Distortion, The Clash oder Stray Cats mag, wird die Sewer Rats lieben.
Nach gemeinsamen Touren mit Broilers, Mad Sin, The Bones und den Peacocks gehen Chris, Puck und Jetson auch 2011 verstärkt auf Tour.
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(CD, SN-Rex)
Old School Deutschpunk direkt aus den 80ern. Hass, Razzia, Inferno und sogar Vorkriegsjugend könnten hier Pate gestanden sein. Oder eben Normahl. Das böte schon die räumliche Nähe der Ludwigsburger zu Winnenden an. Beides liegt in der Nähe zu Stuttgart. Songtitel wie „Raus aus Deutschland“, „Das kotzt mich an“, „Kapitalismus“, „Geld für Gewalt“, „Völkermord“ oder „Alles Lüge“ zeigen schon wohin der deutsche Punk-Hase läuft. Das schwarzweiße Booklet mit allen Texten und das gesamte Artwork unterstützen das alles nur. Irgendwie gibt’s mittlerweile wieder einige solche Bands, aber bei Überdosis werde ich so richtig melancholisch, wackle mit dem Arsch und mit der geballten Faust und sage „Ja, genau!“ Einen Tritt in die Eier und einen in die Fresse. 100% straighter deutschsprachiger HC-Punk. Per Zeitmaschine 25 Jahre zurückgeschleudert. Irgendwie schon sehr geil und für Punker-Partys unter Nietenkaisern durchaus zu empfehlen. Bier aufreißen und Parolen grölen … Was gibt es schöneres? Nichts!!! Kaufen, Texte auswendig lernen, glücklich hassen und besoffen sein! 16 Songs in 30 Minuten. Geile Sache! Und der Refrain des Songs „Wochenende“ („Leberschaden ist Berufung …“) ist ohnehin gottgleich! Obnoxious

Wie bekannt gegeben machen wir beim Punkrock-Fanzine erstmal ne Schaffenspause. Trotzdem kommen aber nach wie vor reichlich neue Alben rein geschneit, von denen wir euch einige, also bei Weitem nicht alle, in aller Regelmäßigkeit vorstellen wollen. Was allerdings keiner Regel unterliegt ist die Reihenfolge, in der die Kurzreviews erscheinen. Besprochen wird, was gerade gehört wurde. So, genug gelabert, jetzt Action:

This Is Peterborough – Thrice
Der Kopf der Destructors hat wieder nen Sampler seiner Heimatstadt produziert und lässt jene Bands dran teilhaben, die sich auf seine Anfrage hin als erstes gemeldet haben. Insofern eben ne bunte Mischung, die nicht nur Punk bietet, sondern auch Rock, Pop oder Indie. Im Booklet kündigt Marcus aber auch gleich an, dass dies der letzte Teil der Peterborough-Sampler aus dem Haus Rowdy Farrago sein wird.

Zack Zack – Wir haben Zeit
Schon ne Weile am Start ist das erste Album des Shocks Nachfolger. Logischerweise ist auch das Teil bei Dirty Faces erschienen und auch hier hat Sänger Smail bei den Aufnahmen die krummen Finger an den Reglern gehabt. Klingt schon sehr nach den Shocks, bloß eben melodischer. Vielleicht weil jetzt mit zwei Gitarreros gezockt wird. Doch wie gesagt, wer die Shocks kennt, wird nicht überrascht. Aber immer wieder ein Ohr wert sind die Texte dieser Mischpoke! weiterlesen →

(CD, Hulk Räckorz)
Wenn etwas wie die Faust auf’s Auge passt, dann diese Band auf eben dieses Label. Fratz, hier hast du dir eine kleine unschuldige Sahnetorte an Bord gezerrt! Die vier Savants spielen Melodypunk mit Ohrwurmcharakter der so auch in den Neunzigern auf Fat Wreck hätte erscheinen können. NOFX haben sicher auch einen prägenden Einfluss hinterlassen. Die Band spielt seit 2007 in der Besetzung und hat sich u.a. eine Fan-Base in Russland aufgebaut, dort spielen sie scheinbar regelmäßig auf größeren Festivals und werden, wie auf den Tour-Bildern zu sehen ist, offensichtlich ziemlich abgefeiert. Zu Recht, geht mir so arg heiterer Kram auch nicht immer so gut rein, aber die Savants schaffen es durch die Bank zu unterhalten. Einziger Kritikpunkt ist vielleicht das etwas naive Artwork mit der hässlichen Fliege und na ja, eins noch, macht nicht noch mehr Fässer auf, der poppige Punkrock mit loser Folknote steht euch gut zu Gesicht. Dennisdegenerate

(LP, That Lux Good)
Gäbe es einen Preis für das beste und schlechteste Coverartwork, so würden Affenmesserkampf sicher beide Auszeichnungen mit großem Abstand gewinnen! Davon abgesehen ist deren musikalisches Auftreten um einiges eingängiger, obwohl sicher wieder einige nichts damit anfangen können, weil der Platte die Chöre zum Feiern und groß angelegten Saufen fehlen. Wobei sich jetzt jeder ausmalen kann was ich meine, wenn ich jetzt erwähne, dass die Band aus dem Hamburger Raum kommt und deutsche Texte hat. Was mir auffiel, ist, dass sich verhältnismäßig viele Songs um die eigene Szene drehen und auch an der eigenen Herkunft, der Mittelklasse, zu knabbern haben. Aber wie schon erwähnt, die Band kommt aus dem Hamburger Raum. Für mich jedoch kein Makel, stattdessen weiß ich, dass ich diesem Stück Vinyl mal wieder etwas mehr Zeit widmen werde, weil hierbei etwas rüberkommen soll. Bocky

NO SHAME – Ironing Day

| März 31st, 2010

(CD, Rookie)
Manchmal ist es echt ärgerlich, wenn man als Presseschlampe Vorab-CDs zur Besprechung zugeschickt bekommt. Dabei handelt es sich nämlich meistens um gebrannte CDs ohne Cover und Booklet. Darüber habe ich mich ja schon öfter mal beklagt, vor allem wenn das betreffende Album schon veröffentlicht war. Bei der neuen No Shame-CD liegt der Fall etwas anders, denn die wird erst nach unserer Ausgabe 11 erscheinen und ist im Moment noch gar nicht so richtig im Kasten. Schade, jetzt kann ich mich gar nicht aufregen, dass mir das Digipack mit tollem Artwork oder gar die limitierte LP vorenthalten wurde… Aber zur Sache, Schätzchen: No Shame liefern mit „Ironing Day“ ihr fünftes Album ab. In ihrer Heimat Finnland sind sie richtig groß, bei uns leider noch nicht so bekannt, obwohl ich sie in unserer siebten Ausgabe für das Vorgängeralbum über den grünen Klee gelobt habe. Hier nehmen sie zwar des öfteren mal den Fuß vom Hardcore-Gas und kommen mit etwas ruhigeren Stücken um die Ecke, aber trotzdem spürt man, dass No Shame des Herz an der richtigen Stelle haben. Typisch finnisch, dass Wut sich auch in Melancholie ausdrückt. Punk für Leib und Seele. Und manchmal scheppert es dann doch so richtig. Sind im April auf Deutschland-Tour – unbedingt hingehen. Obnoxious

LOADED – Proper Villains

| März 25th, 2010

(7“, Dirty Faces)
Mannheims beste Punkrock-Band macht sich zum 15. Bandjubiläum ein eigenes Geschenk in Form einer Vinyl-Single mit drei Tracks. Andererseits ist es ein fettes Dankeschön an ihre nach wie vor stetig steigende Fangemeinde, zu der ich mich auch zähle. Denn auch wenn ich die drei nicht kennen würde, wäre ich überrascht wie gut es die Band schafft, mit ihren Instrumenten Geschichten zu erzählen, die einerseits fesseln und gleichzeitig unglaublich mitreißend sind. Die haben das wirklich so gut drauf, wie es nur wenige der ganz großen Bands können, gehen damit aber nicht hausieren, worin vielleicht gerade ihr Geheimnis steckt. Wer das Mannheimer Trio schon einmal live gesehen hat, weiß sicher was ich meine und kann das bestimmt bestätigen. Für das Artwork verantwortlich ist im Übrigen der einzigartige Götzilla, der mal wieder ganze Arbeit geleistet hat. Alles in Allem wahrlich ein Geschenk! Bocky

Reviews

| Dezember 4th, 2009

CAR DRIVE ANTHEM – Time To Steal Away
(CD, Sums Records)
Ohje, ’ne amtliche Autofahr-Hymne klingt in meinem fahrenden Müllcontainer aber anders. Ein dahingehauchter Schmachtfetzen von Miss Stevie Hicks zum Beispiel, oder meinetwegen auch „Ein schöner Satz Reifen“ von Eisenpimmel. Aber bestimmt nicht diese schmalzgewichste Prinzessin-Lillifee-Version von Boysetsfire auf Valium. Tut mir leid, Jungs, da seid ihr beim Falschen gelandet (obwohl- eigentlich tut’s mir gar nicht leid, wenn ich ehrlich bin…). Und Tschüss. Snitch weiterlesen →

district(CD, PLY)
Yeah, die deutschen Glam-Punks mit 77er-Attitüde aus dem Ruhrpott legen nach. Bei der Band merkt man direkt, dass keine Anfänger am werkeln sind, sondern sie latzen mit ihrem erst zweiten Album schon wieder ordentlich einen hin. Da wird nicht gejammert, es wird das Leben in verschiedenen Facetten beschrieben und so hingenommen. Marcs einzigartige Stimme stellt aber schon klar, dass das nicht gleichbedeutend ist mit Zufriedenheit. Untermauert wird das mit den beiden Polit-Songs „Poverty Makes Angry“ und „The Last Anthem“. Insofern stellt das Album fest, dass zum Leben Politik dazugehört, aber auch umgekehrt. Wenn man jetzt Ritterschläge verteilen will, dann fühlt man sich durchaus an die großen The Clash erinnert. Ein total geiles Punkrock-Album von Stylos, denen man einen gewissen Tiefgang auf den ersten Blick abspricht, um dann umso überraschter zu sein. Die Vinylausgabe erscheint bei Dirty Faces. Bocky

www.dirtyfaces.de
www.myspace.com/seconddistrict



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