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		<title>Pogoradio &#187; 90er jahre</title>
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		<title>Punkrockabend in Heidelberg</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Jan 2009 15:48:34 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Punkrockabend Freitag 23.01.09 Café Gegendruck Heidelberg 21 Uhr:  Beyond The Screams: A U.S. Latino Hardcore Punk Documentary Dokumentarfilm über die Latina / Chicana DIY Hardcorepunk-Community in den USA Anfang der 90er Jahre. Produziert von Martin Sorrendeguy (Los Crudos/LenguaArmada Records).  (1999, 30 min, dt. Untertitel). Im Anschluss Kneipe und Musik vom Plattenteller. Einen Ausschnitt bei Youtube www.gegendruck.de [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Punkrockabend Freitag 23.01.09 <a href="http://www.gegendruck.de/" target="_blank">Café Gegendruck</a> Heidelberg 21 Uhr:</p>
<p><strong> Beyond The Screams: A U.S. Latino Hardcore Punk Documentary</strong></p>
<p>Dokumentarfilm über die Latina / Chicana DIY Hardcorepunk-Community in den USA Anfang der 90er Jahre. Produziert von Martin Sorrendeguy (Los Crudos/LenguaArmada Records). <br />
(1999, 30 min, dt. Untertitel).<br />
Im Anschluss Kneipe und Musik vom Plattenteller.</p>
<p>Einen Ausschnitt bei <a href="http://de.youtube.com/watch?v=0i2WJt2kWZY" target="_blank">Youtube</a></p>
<p><a href="http://www.gegendruck.de/" target="_blank">www.gegendruck.de</a><br />
<a href="http://www.kink-records.de/sonstiges/pra0109.jpg" target="_blank" rel="lightbox[1307]">zum Flyer</a></p> <p><a href="http://www.pogoradio.de/?flattrss_redirect&amp;id=1307&amp;md5=faecfa2c1ce9be872ef9c105047b234d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.pogoradio.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Stay home? Read a book</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Jan 2009 16:20:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pogoradio</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>ANNE HAHN &amp; FRANK WILLMANN – Satan, kannst du mir noch mal verzeihen</strong><br />
<em>(Taschenbuch, Ventil Verlag, 175 Seiten, 11,90 Euro)</em><br />
Keine Angst, es handelt sich bei „Satan, kannst du mir noch mal verzeihen“ nicht um einen spätpubertären Knochenlutscher-Jugendroman. Ganz im Gegenteil und schlaue Füchse wissen es bereits, denn der Titel ist die erste Zeile aus dem Song „Satan“ von… Schleimkeim. 100 Punkte und ein Bällchen Eis für alle, die es gewusst haben. Denen, die es nicht gewusst haben, hilft vielleicht noch der Untertitel  „Otze Ehrlich, Schleim-Keim und der ganze Rest“ auf die Sprünge. Aber ums kurz zu machen: Hier handelt es sich um einen Annäherungsversuch an das Leben von Otze, dem Sänger und Allzweck-Musiker der legendären DDR-Punkband Schleim-Keim.<br />
<span id="more-923"></span> Wenn man Schleim-Keim als Legende ansieht, dann ist Otze die Lichtgestalt des Tätärä-Punk um die sich unzählige Mythen ranken. Anne Hahn und Frank Willmann versuchen mit ihrem Buch etwas Licht ins das Dunkel um die Person Otze zu bringen. Im Brockhaus ist über ihn ja nicht viel mehr zu lesen als, dass er 1999 seinen Vater umgebracht hat und 2005 selbst unter rätselhaften Umständen gestorben ist. Wer mehr über Otze wissen will, dem ist mit diesem Buch hervorragend geholfen, denn „Satan,…“ gibt viele facettenreiche Einblicke in die Hintergründe und das Drehbuch zu Herrn Ehrlich Lebenslauf. Und es ist kontrovers. Also nicht so durch die rosa Brille: „Boah ey, Otze, was für ein geiler Typ!“, sondern durchaus fundiert. Nach einer kurzen Einleitung, kommen erstmal in einigermaßen chronologischer Reihenfolge 16 Wegbegleiter zu Wort, die einiges über unseren Protagonisten zu erzählen wissen (und das ist nicht immer nur Positives), so dass sich mit der Zeit aus Fragmenten ein mögliches Gesamtbild von Otze ergibt. Im folgenden Kapitel „Legende und Wahrheit“ versucht Mitautorin Anne Hahn Otzes Biografie noch weiter zu konkretisieren, in dem sie nackte Tatsachen in Form von Dokumenten und ähnlichem präsentiert. Das ist harter Tobak und verdeutlicht was für eine ambivalente Person gewesen sein muss. Man bekommt Eindrücke von seinem musikalischen Schaffen mit Schleimkeim, seinem familiären Background, seiner Wildheit, seiner Unberechenbarkeit, seinem Verhältnis zur DDR, seiner Vorliebe für Alkohol und seiner steilen Drogenkarriere nach der Wende. Die Gründe zur Tötung seines Vaters mittels eines sauberen Axthiebes und die Umstände seines eigenen Todes in der Klapse bleiben spekulativ, sind aber auch zweitrangig. Abschließend werden noch zwei Interviews mit Otze dokumentiert. Das erste aus dem Jahr 1995 ist sehr aufschlussreich. Aus dem zweiten, seinem letzten Interview, das er 1998 gab, kann man im Nachhinein herauslesen, wie es damals schon um ihn stand. Otze Ehrlich: ein super Kerl, ein Punkrocker vor dem Herrn, ein Arschloch, ein verwahrloster Junkie! „Satan, kannst, Du mir noch mal verzeihen“: Ein sehr spannendes Buch über Otze, über Schleim-Keim und über Punkrock in der DDR. Inklusive Fotos und Abbildungen. Sehr empfehlenswert!   Obnoxious</p>
<p><strong>BERTIE MARSHALL – Berlin Bromley</strong><br />
<em>(Taschenbuch, Ventil Verlag, 171 Seiten, 11,90 Euro)</em><br />
„Berlin Bromley“ ist die atemberaubende Autobiographie von Bertie Marshall: 1975 ist Bertie 15 Jahre alt. Er entstammt einem zerrütteten, miefigen Elternhaus in Londoner Stadtteil Bromley und entdeckt sein Faible für alles Androgyne. In der Schule ist er wegen seines Outfits ein Außenseiter. Er lernt neue Freunde kennen und die Sex Pistols. David Bowie (sein zweites Faible) wohnt in der Nachbarschaft. Er lebt mittels geklauter Bücher in einer Phantasiewelt und sucht seine Persönlichkeit. In selbstsicheren Momenten inszeniert er sich selbst. Er verliebt sich in einen Kerl und macht die Bekanntschaft von Siouxie Sioux. Die nimmt ihn mit in Vivienne Westwoods und Malcolm McLarens Laden SEX, wo er Jordan kennen lernt. Bestärkt durch neue Klamotten und das tuntige Make-Up wechselt Bertie endgültig seine Persönlichkeit, nennt sich fortan Berlin Bromley und ist süchtig nach Glamour… Wie es weiter geht, müsst Ihr schon selbst nachlesen! Kaum zu glauben, was der Junge in der folgenden Zeit alles erlebt. Bertie Marshall nimmt in „Berlin Bromley“ kein Blatt vor den Mund. Stattdessen geht er ganz unverblümt in die Offensive. Er beschreibt seine Suche nach dem eigenen Ich, seinen Identitätswechsel vom schüchternen Jungen zum exzentrischen Selbstdarsteller, sein schwules Coming-Out in der Londoner Punk-Subkultur. „Berlin Bromley“ gibt einen unglaublich intimen Einblick in das damalige Lebensgefühl und in die Geschehnisse in der Szene. Das Interessante daran ist nicht zuletzt, dass man das nicht aus der geschönten Biographie irgendeines „Stars“ oder aus zusammengeklaubten Interviewfetzen erfährt, sondern von einem wahrhaftigen Menschen, der eher am Rand der Bewegung stand, aber alles wie ein Schwamm in sich aufgesogen hat. Ich habe selten etwas mit so viel Authentizität gelesen. Erfrischend ist auch die Geschwindigkeit mit der hier die Geschehnisse präsentiert werden, denn Marshall schreibt in kurzen, szenischen, prägnanten Episoden seine Geschichte. Im Vergleich zu Tony Parsons’ Roman „Als wir unsterblich waren“(das ich in der letzten Punkrock!-Ausgabe vorgestellt habe) spielt „Berlin Bromley“ in einer ganz anderen Liga, nämlich in der Champions League. Okay, es handelt sich hier um Realität vs. Fiktion und man sollte Arschbacken nicht mit Kuchenbacken vergleichen, aber allein die stilistischen Mittel und die Lebendigkeit des Buches heben es meilenweit in den Himmel. Dieses Buch ist schon beinahe ein Vermächtnis! Das Vorwort hat übrigens Boy George, die Obertunte vom Culture Club, geschrieben. Und der gibt unumwunden zu, dass er Bertie alias Berlin damals angehimmelt hat. Übrigens: Beim Culture Club saß Boy Georges damaliger Freund Jon Moss am Schlagzeug und der spielte früher auch schon mal kurz bei The Clash und dann bei The Damned. Die Welt ist kleiner als man denkt. Okay, noch mal zurück zum Buch: File under „Gay Punk“. Kauft dieses Buch oder klaut es. So hat es Bertie Marshall ja früher auch gemacht. Aber das Wichtigste: Lest es! Ihr werdet es auf keinen Fall bereuen!!!   Obnoxious</p>
<p><a href="http://www.keinbockaufnazis.de/"><img src=" <a href="http://www.keinbockaufnazis.de/banner/KeinBockAufNazis_banner_468_60.gif" target="_blank" rel="lightbox[923]">http://www.keinbockaufnazis.de/banner/KeinBockAufNazis_banner_468_60.gif</a>" border="0" height="60" width="468"/></a></p>
<p><strong>LEGS MCNEIL &amp; GILIAN MCCAIN – Please Kill Me</strong><br />
<em>(Hardcover, Hannibal Verlag, 509 Seiten, 25,90 Euro)</em><br />
Wow, was für ein Schinken! Und gut abgehangen ist er auch. Okay, ich gebe zu, dass „Please Kill Me“ nicht ganz neu ist, aber es ist die Mutter aller relevanten Dokumentation über die Punk-History dieses Universums ist. „England’s Dreaming“ von Jon Savage, die hier abgekupferten „Verschwende Deine Jugend“ von Jürgen Teipel und John Robbs „Punkrock“ stehen im tiefen Schatten von „Please Kill Me“. Was Teipel  und Robb Jahre später über die jungen Jahre von Punk für Deutschland und Großbritannien abgeliefert haben, fußt auf der feinen Vorarbeit von Legs McNeil und Gillian McCain über die Entstehung von Punk in den USA. Im Original erschien „Please Kill Me“ bereits 1996, die deutschsprachige Erstauflage 2004. Scheißegal! Das Buch basiert auf tausenden Interviews mit den Protagonisten der Frühphase des US-Punkrock. Als da beispielsweise wären: Dee Dee und Joey Ramone, Wayne Kramer, Patti Smith, Richard Hell, Jerry Nolan, Iggy Pop, Handsome Dick Manitoba, Arturo Vega, Debbie Harry, Lou Reed und vielen andere mehr. Hm, ich schreibe ja ungerne von Klappentexten und ähnlichen Waschzetteln ab, aber hier muss es mal sein, denn besser kann man es eigentlich nicht ausdrücken: „In chronologischer Reihenfolge fügt sich nahtlos Zitat an Zitat, als säßen die Interviewten in einer großen Runde beisammen, um sich mit dem Erzählen abzuwechseln. Der Leser taucht ein in die verrückte Welt des Rock’n’Roll mit all ihren Freuden und auch Schattenseiten.“ Na gut, ich verbessere mich, natürlich ließe sich das auch schwungvoller artikulieren, aber Ihr wisst was ich meine… Und auch der Satz: „Please Kill Me ist ein amüsantes und informatives Lesevergnügen, das zudem wieder enorm Lust macht, die alten Platten aufzulegen“ kann mich mal kreuzweise, aber es ist jetzt halt einfach mal so, dass ich seit geraumer Zeit wieder enorme Lust verspüre, den ganzen abgenudelten alten Scheiß aufzulegen und mir als Soundtrack zu diesem Buch durch die Gehörgänge blasen zu lassen. Danke Markus Weckesser, für die treffenden Worte. Was sich ansonsten zwischen den meilenweit entfernten Buchrücken verbirgt sei an dieser Stelle nicht verraten, denn der umfassende Inhalt des Buches lässt sich nicht in kurze Worte fassen. Vielleicht noch kurz zu den Autoren: Gillian McCain ist vernachlässigbar, aber Legs McNeil sollte jedem Punkrocker ein Begriff sein, ist er doch einer der Mitherausgeber des ersten Punkrock-Fanzines ever. Bands, die damals noch ganz diffus durch die Gegend waberten und sich allesamt einfach vom gängigen Mainstream abhoben, fasste Legs McNeil mit seinen Kollegen einfach unter dem tollen Namen Punk zusammen und war damit namensgebend für ein Gefühl, das uns heute noch in tiefster Seele berührt. Legs und Konsorten sei Dank. Auch dafür, dass wir hier voyeuristisch geil eine ganze Menge über Sex, Drugs &amp; Alcohol used anno dunnemols in Amiland erfahren dürfen. „Please Kill Me“ gehört in jeden Ernst zu nehmenden Punkrock-Haushalt und ist ein unversiegbarer Quell cooler Sprüche. Noch dazu in sehr ansehnlicher Aufmachung: den schicken Schutzumschlag mal abgenommen, verbirgt sich Schottland dahinter. Innen drin befinden sich auch noch ein paar aussagekräftige Fotographien. Und noch ein kleiner Tipp: Lest das Buch (remember: Hardcover, über 500 Seiten) niemals im Bett, wenn Ihr müde seid. Das gibt nur Schrammen im Gesicht und blaue Augen. Glaubt es mir…   Obnoxious</p>
<p><strong>SABINE MÜLLER &amp; MAX NUSCHELER – Kopfhörer – Kritik der ungehörten Platten</strong><br />
<em>(Taschenbuch, Salon Alter Hammer, 184 Seiten, 11,90)</em><br />
Nachdem Tom Tonks „Raketen in Dosen“ bei dem kleinen, aber feinen Verlag Salon Alter Hammer erschienen ist, war ich auch auf diese Verlagsveröffentlichung sehr neugierig. Der Untertitel zeigt ja schon in welche Richtung die Reise geht. Die Idee der Herausgeber war es, Schriftschaffende um die Besprechung einer Platte seiner Wahl zu bitten, und zwar einer Platte, die der Rezensent gar nicht gehört hat. Das ist cool, das hab ich auch schon gemacht und meistens lag ich, im Nachhinein betrachtet, damit gar nicht mal so falsch. Über 40 Leute haben sich auf das Experiment eingelassen. Herausgekommen ist ein breit gefächertes Panoptikum an Plattenreviews. Breit gefächert bezieht sich einerseits auf die Auswahl verschiedenartigster Stilrichtungen und Erscheinungsjahre. Andererseits auf die daraus entstandenen Rezensionen. Zugegeben wahrscheinlich bin ich mit falschen Erwartungen ans Werk gegangen und war nur auf Tonksche Ergüsse oder Besprechungen im Stile von Punk-Fanzine-Reviews voller wilden Erfindungen, derben Zoten und anderen Kraftausdrücken vorbereitet. Aber es geht auch anders. Ich sage nur Pop-Diskurs. Oh weh, da stellen sich mir die Nackenhaare hoch. Oder solche Beispiele, wo sich die Autoren gar nicht erst bemühten so etwas wie Authentizität vortäuschen zu wollen. Das ist nicht Sinn der Sache, sondern langweilig. Hier fehlt einfach die Inbrunst der festen Überzeugung für ein ernstzunehmendes Fake. Und wenn ich mir die beiden Besprechungen der Herausgeber anschaue – ich gehe mal davon aus, dass hieraus auch eine Erwartungshaltung an die anderen Schreiber abzuleiten ist – dann könnte ich mir gut vorstellen, dass sie mit dem ein oder anderen Artikel auch nicht so glücklich waren. Aber drauf geschissen. Denn das Schreiben über Musik ist ja immer subjektiv, egal, ob der Kritiker die Platte gehört hat oder nicht. Und so finden sich in den verschiedenen Reviews neben den schon erwähnten pop-diskursiven Ausschweifungen natürlich gern gepflegte Vorurteile, persönliche Episoden oder frei Erfundenes. Drei ganz Verwegene erfinden sogar noch die Platte die sie unangehört besprechen! Wow. Was aber mit „Kopfhörer“ mehr als deutlich wird (und das gilt für Plattenbesprechungen sowohl im Feuilleton der Faz, als auch in der Bravo oder im Punkrock!-Zine:  Das „ursprüngliche Genre „Review“ [wird] ad absurdum geführt“ (Zitat aus dem Vorwort des Buches). Will sagen: Mann kann sich bei Besprechungen sowieso nie sicher sein, ob die Platte auch wirklich angehört wurde oder der Autor nur irgendwelchen Mist erfunden hat. Hier im Buch gefallen mir die Reviews am besten, die dann auch gar nicht erst auf die besprochene Platte eingehen. Oder die – ich sag jetzt mal – fanzinemäßigen Reviews und natürlich die Verrisse. Ums mal an Namen fest zu machen: Sehr unterhaltsam finde ich die Lügereien von Jörkk Mechenbier, Kai Berner, Harald „Sack“ Ziegler, Ralph Buchbender, Sabine Müller, Klaus N. Frick, Wiglaf Droste, Joachim Gaertner, Johannes Ullmaier, Jan Off, Michael Zuckle, Autobot, Sonja Eismann, Dietrich zur Nedden, Tom Tonk, Max Nuscheler, Alex Gräbeldinger, Marvin Chlada, Jonny Bauer und Hilko Drude. So, das sind jetzt ja schon gar nicht mal wenige. Ein paar andere abgelieferte Teile halte ich allerdings für unlesbar. Kann aber auch sein, dass das bloß eine Masche sein soll… Egal, „Kopfhörer“ eignet sich hervorragend zum Schmökern, als Gute-Nacht-Geschichten-Band oder als Scheißhaus-Lektüre. Als letztes stellt sich jetzt nur noch die Frage: Habe ich das Buch eigentlich gelesen bevor ich es gerade eben besprochen habe? Ja. Nein. Vielleicht, nach den Ferien. Falls es aber irgendwann eine Fortsetzung von „Kopfhörer“ geben sollte, melde ich jetzt schon mal Ansprüche an. Ich werde dann „Bleach“ von Nirvana oder „Dynasty“ von Kiss besprechen…   Obnoxious</p>
<p><strong>DOLF HERMANNSTÄDTER – Got Me?</strong><br />
<em>(Taschenbuch, Mox &amp; Maritz, 307 Seiten, 15,80 Euro)</em><br />
„Got Me? – Hardcore-Punk als Lebensentwurf“ beinhaltet die gesammelten Kolumnen, die Dolf in den Jahren 1986 bis 2007 im Trust-Fanzine veröffentlicht hat. Und zwar alle! Zum guten Einstieg gibt es einen feines Vorwort vom aktuellen Trust-Gaspedal Jan Röhlk und ein Interview, das Ian MacKaye (Fugazi) in umgekehrten Rollen mit Dolf geführt hat. Zu den Kolumnen: Das Trust bekommt ja immer wieder vorgeworfen, dass es dröge und langweilig ist, was oft genug auch an Dolfs Kolumnen festgemacht wird. Stimmt das? Okay, man muss schon zugeben, dass wenn man die Kolumnen so geballt als Buch vorgesetzt bekommt: Da wiederholt sich schon einiges. Das Problem ist aber auch: Das Trust gibt es in Fanzine-Zeitrechnungen schon seit Ewigkeiten. Und Dolf ist ein Mensch, der seinen Idealen scheinbar auch sehr treu ist und da seit der Trust-Geburt mittlerweile geschätzte 12 Punkrock-Generation das Raumschiff bestiegen und wieder verlassen haben, ist es schon verständlich, dass sich einige Themen wie ein roter Faden durch die Jahre ziehen und immer wieder zur Sprache kommen. Als unverbesserlicher Hardcoreler und Trust-Leser muss man dann halt damit rechnen, dass man Themen wie die böse Musik-Industrie, Vegetarismus oder Szenegepflogenheiten immer wieder aufgetischt kriegt. Damit muss man als alter Hase dann leben, gähnen und weiterblättern. In einem Buch ist das oft ermüdend, weil dann ein paar Seiten später die gleiche Problematik weiter schon wieder bemüht wird. Klar, Dolf wollte mit seinen Kolumnen schon immer zum Nachdenken und zu Diskussionen anregen und Fragen aufwerfen. Das alles geschieht oft schon fast philosophisch. Er will, dass sich die Szene weiter entwickelt und die Welt verbessert. Was mich aber wirklich nervt ist, dass diese Probleme und Themen häufig nur angerissen und dann offen gelassen werden, manchmal sogar ohne selbst wirklich Stellung zu beziehen. Und der Leser fühlt sich dann ein bisschen allein gelassen. Das mag zwar als Gedankenanstoß von Dolf durchaus so gewollt sein, aber ist in der Fülle doch ziemlich unbefriedigend. Und die ständige Frage, ob die Leser überhaupt verstehen oder wissen, was er meint, bzw überhaupt noch lesen. Das erscheint resignierend und voller Selbstzweifel. Andererseits bekommt man so den Eindruck vermittelt, als ob Dolf der Einzige wäre, der auch mal nachdenkt, Sachen versteht oder als ob er seine Leser ständig überfordert. Der dritte Punkt ist, dass Dolf anscheinend nie Zeit hat, ständig zu gehetzt ist, um etwas auszuformulieren. Oder ist das auch nur ein Stilmittel. Mich nervt es jedenfalls, wenn ich das in einem Buch auf allen paar Seiten lesen muss. Ist jetzt dieses Buch genau so langweilig wie das Trust? Oder sogar noch langweiliger? Ich würde sagen, das kommt auf die jeweilige Trust-Ausgabe an. Trotz allen Kritikpunkten gibt es sehr viele gute Denkansätze in „Got Me?“. Wobei ich die langen Kolumnen am interessantesten finde, da die Thesen hier fundiert belegt werden und man dann sogar mal ins Überlegen kommt, auch wenn man erstens an dem Thema gar nicht interessiert ist oder zweitens sowieso anderer Meinung ist als Hardliner-Dolf. Meine Lieblingskolumne ist übrigens die aus #109 (ist das eigentlich eine richtige Kolumne?). Die kann man sich, wie viele andere übrigens auch, auf der Trust-Homepage als Appetithäppchen schon mal durchlesen. Und dann selbst entscheiden… Ach ja, die Interpunktion ist leider unter aller Sau.  Obnoxious</p>
<p><strong>NEAL POLLACK – Never Mind The Pollacks</strong><br />
<em>(Hardcover, Hannibal Verlag, 351 Seiten, 17,90 Euro)</em><br />
Ganz klar, bei so einem Buchtitel kann es sich hauptsächlich nur um Sex &amp; Drugs &amp; Rock’n’Roll drehen. Aber wer zum Teufel sind die Pollacks? Okay, kompliziert, aber ich versuche es zu erklären: Es gibt nur einen Pollack: Neal Pollack. Der ist real, so richtig, also er lebt wirklich. Und dann gibt es noch den fiktiven Neal Pollack, eine Kunstfigur, die Hauptperson in „Never Mind The Pollacks“. Aber erzählt wird die Story von der ebenfalls fiktiven Person Paul St. Pierre. Also der amerikanische Musikkritiker St. Piere schreibt eine Biographie über den amerikanischen Musikkritiker Pollack. Puh, geschafft. Also, Neal Pollack ist in „Never Mind The Pollacks“ die(!) Lichtgestalt im Musikbusiness. Er kennt sie alle: Sam Phillips, Elvis Presley, Jerry Lee Lewis (ist sogar eine Zeitlang sein Stiefvater), Bob Dylan, Joan Baez (wird seine Geliebte), die Rolling Stones, Lou Reed, Iggy Pop, Bruce Springsteen, Patti Smith (die nächste Geliebte), die Ramones, Malcolm McLaren, Henry Rollins, Kurt Cobain… Nur um ein paar zu nennen. Aber nicht er ist es, der den vermeintlichen Stars die Stiefel leckt. Vielmehr wissen die Musikanten, dass sie ohne Neal Pollack gar nichts wären. Sie verehren und vergöttern ihn, denn Neal hat einfach den Durchblick. Seit seiner frühen Kindheit ist er auf der Suche nach dem Ursprung, nach den Propheten des Rock’n’Roll. Und das schlägt sich natürlich auf seine Aura nieder. Er ist der große Lenker, der hinter allem steht und so fühlt er sich auch zu recht hintergangen und entwürdigt, wenn sich die von ihm bekannt gemachten Bands von ihm trennen. Aber das hat auch seinen Grund, denn Neal stürzt die meisten Bands und Interpreten, mit denen er es zu tun hat, durch seine pure Anwesenheit ins Verderben. Denn Neal Pollack ist natürlich auch ein ganz großes Arschloch. Ein ganz fieser Charakter, der vor nichts und niemandem wirklich Achtung hat. Gut so? Ja. Verdient es so ein Typ, dass ein Buch über ihn geschrieben wird? Ja, aber hallo, alle großen Rocklegenden sind eigentlich nur kleine Momentaufnahmen seines Lebens. Er war aber jetzt mal überall dabei, was sich irgendwie prägend auf die Rockhistorie ausgewirkt hat und dabei nimmt er natürlich auch nur die allerwichtigsten Rollen der Musikgeschichte ein. Das Buch ist folglich auch gespickt mit Situationen und Szenen aus der Welt des Rock’n’Roll, die der reale Neal Pollack zitiert und so verfremdet, dass sie seinem Protagonisten im wahrsten Sinne des Wortes ins Gesicht geschrieben stehen. Der Clou an dem Buch ist aber, dass Neal Pollack (also der Schriftsteller) damit die Geschichte des Rock’n’Roll seit Anfang der 50er, seit ein gewisser Elvis Presley zum ersten Mal in einem Studio gewesen ist, bis in die 90er erzählt. Und weil das alles Humbug ist, kann es sich bei „Never Mind The Pollacks“ natürlich nur um eine Satire handeln. Coole Scheiße! Was Neal Pollack alles erlebt und widerfährt ist oft so haarsträubend, dass man teilweise aus dem Schenkelklopfen gar nicht mehr herauskommt. Hm, die Rahmenhandlung, die das Schicksal des Biographen Paul St. Pierre verdeutlicht, finde ich zwar nicht so prall, aber was in „Never Mind The Pollacks“ als Musikgeschichte verdattelt wird, ist ganz groß. Ach ja, sowohl Neal Pollack als auch Pauk St. Pierre verwahrlosen im Laufe der Zeit total und verrecken schließlich auf unangenehme Art. Wie ihre Geschichte miteinander verwoben ist? Und wer das größere Arschloch ist? Selber lesen!   Obnoxious</p>
<p><strong>CHRISTOPHER DAWES – Rat Scabies und der heilige Gral </strong><br />
<em>(Taschenbuch, J. Seeling Verlag, 304 Seiten, 14,80 Euro) </em><br />
Verschwörungstheorien hin oder her, wer ein Faible für Indiana Jones hat wird diesen Roman in kürzester Zeit gefressen haben. Worauf allerdings direkt hingewiesen sein sollte: Alles, was in diesem Buch steht stimmt! Die uralte Gralssucher-Legende kennt man vielleicht noch. Bloß den französichen Ort Rennes-Le-Chateau eher nicht mehr und den Pfarrer Bérenger Saunière sicher nur wenige. Wirklich interessant, was es an kruden Sachen gibt, die man über das Internet erfährt! Ob das natürlich für jedes kleine Detail stimmt, wage ich zu bezweifeln, doch die Geschichte des Buches scheint sich in der Tat so abgespielt zu haben. Denn im Gegensatz zu „normalen“ Romanen gibt es den Protagonisten Rat Scabies tatsächlich. Er ist der Drummer von The Damned! Eine weitere bemerkenswerte Komponente ist, dass der Autor und Musikjournalist Dawes die zweite Hauptrolle der ungewöhnlichen Geschichte spielt. Scabies und Dawes lernen sich recht schnell kennen, nachdem Letzterer in das Haus gegenüber der Musiklegende einzieht. Schnell lernt der Schreiber sein Jugendidol und dessen ungewöhnliches Hobby kennen: Die Suche nach dem heiligen Gral. Dabei kommen aber keine Geister, Wunderwaffen oder Außerirdische zum Einsatz. Die Geschichte bleibt größtenteils bodenständig und wenn auch nicht der Gral selbst gefunden wird, so kommen die beiden etwas anderem Elementaren auf die Spur. Sympathisch für Hobby-Leser ist der typische Fanzine-Schreibstil, der sehr locker, lustig und bildlich für viele laute Lacher sorgt. Ein Buch, das mit vielen wahren Einzelheiten aufwartet, aber trotzdem einen enormen Unterhaltungsgrad hat!   Bocky</p>
<p><strong>ARTURO BASSICK – Fat Bloke. Thin Book</strong><br />
<em>(Taschenbuch, Bassick Publications, 114 Seiten, 7,50 £)</em><br />
Im netten Plauderton erzählt Arturo Bassick von den Lurkers – mittlerweile auch festes Bandmitglied von 999 – seine Geschichte. Seine Kindheit (Working Class, arm aber glücklich) und Jugend (The Who, Glamrock, etc.) im Londoner Stadtteil Fulham, der aufkeimende Punkrock in London, die Lurkers, die zu Unrecht fast vergessenen Blueberry Hellbellies und die Pferdeliebhaberei. Gespickt ist das alles mit kleinen Anekdoten über Begebenheiten mit The Business, Splodgenessabounds oder Cock Sparrer, vielen Fotos und alten Zeitungsausschnitten. Das kleine Büchlein ist zwar nicht unentbehrlich, aber charmant und kurzweilig.   HH<br />
[Anm. Obnoxious: „Fat Bloke. Thin Book“ gibt’s übrigens nicht über den normalen Buchhandel. Man kann es, glaube ich, nur direkt bei Arturo Bassick bestellen. Zu den 7,50 £ kommt dann noch 1 £ für Porto und Verpackung. Hier die Adresse: Bassick Publications, 25 Shepard Terrace, Haltwhistle NE499LS, United Kingdom]</p>
<p><strong>ROB JOHNSTONE (Hrsg.) – Von den Sex Pistols bis zu PiL – Johnny Rottens Geschichte(n)</strong><br />
<em>(Taschenbuch, I.P. Verlag, 240 Seiten, 18,90 Euro)</em><br />
Das Buch beginnt mit der bekannten Geschichte; London, Mitte der 70er, McLaren und Westwood, Kings Road, Sex Pistols, etc. Langweilig, dachte ich und schon entschuldigt sich der Herausgeber und Autor der Einleitung dafür und begründet es aber mit der Ansicht, dass man diese Geschichte, im Vorwort jedenfalls, nochmals erzählen könnte, quasi als „Crashkurs für die Raver“. Akzeptiert! Dann widmen sich diverse Autoren dem facettenreichen Wirken John Lydons. Unterwegs mit den Pistols durch die Gassen Londons, als Zaungast und Mitreisender mit den Pistols auf Amilandtour, Lydons weitere musikalische Aktivitäten – von PiL über Afrika Bambaataa bis hin zu der Kooperation mit Leftfield. Man geht auf Lydons heutigen Status als TV-Liebling der britischen Nation ein, auf Sinn und Zweck der Pistols-Reunionen und Prototypen der Pistols (mit Skandal zum Erfolg). Ein Artikel beschäftigt sich sogar musikwissenschaftlich mit der Wirkung Lydons Stimme und Gesangskünste. Das Buch ist wirklich interessant, obwohl ich anfangs skeptisch war. So in der Art: „Och nö, nicht schon wieder die ollen geläufigen Kamellen.“ Aber es kommt ganz anders. Gut, sehr gut. Als Autoren fungieren u.a. Greil Marcus, Judy Nylon oder Legs McNeil.   HH</p>
<p><strong>HOLLOW SKAI – Punk</strong><br />
<em>(Hardcover, Archiv der Jugendkulturen, 271 Seiten, 28,00 Euro)</em><br />
Der Name Hollow Skai waberte schon seit Jahren immer mal wieder irgendwie durch mein Gehirn. Ein fundiertes Halbwissen hat mir dabei nicht weiter geholfen. Das Ganzwissen um sein Buch, das nirgends auffindbar war, ebenso wenig. Und so strampelte ich Ewigkeiten auf derselben Stelle. Seine Homepage war auch nicht wirklich hilfreich, eher abschreckend. Jetzt endlich hat das Archiv für Jugendkulturen „Punk – Versuch der künstlerischen Realisierung einer neuen Lebenshaltung“ wieder zugänglich gemacht. Endlich konnte meine Neugier gestillt werden. Also schnell mal zu Rezensionszwecken bestellt. Das Augenbrauenhochziehen hinsichtlich der Veröffentlichung in der Abteilung „Wissenschaftlich Reihe“ hat sich dann aber auch teilweise bestätigt, denn bei „Punk“ handelt es sich um die Magisterarbeit des werten Herrn aus dem Jahre 1980. Wie so viele bebrillte Punkrocker nach ihm wollte Hollow Skai wahrscheinlich wenigstens ein Mal während seines Studiums Spaß haben und hat aus diesem Grund seinen Lebensinhalt zum Thema seiner Magisterarbeit gemacht. Aber im Gegensatz zu anderen Fuzzis ist er nicht mit der gebotenen Ernsthaftigkeit an die Sache heran getreten, sondern hat der Wissenschaft eine ganz große Nase gedreht. Respekt! Klar hält er zumindest ansatzweise die gegebenen formalen Vorgaben ein, aber was er in seiner Arbeit geleistet hat, ist aller Ehren wert. Was für Außenstehende (Professoren) durchaus Ernst zu nehmen erscheint, denn inhaltlich ist „Punk“ durchaus fundiert und plausibel geschrieben, ist für Insider die „Verarschung total“ (wie es Normahl vor Jahrhunderten mal ausdrückten), denn Hollow Skai hat sich erlaubt an den Haaren herbei gezogene Gimmicks einzubauen. So zitiert er beispielsweise sich selbst (aus seinem No Fun-Zine) oder Freunde (denen er die Worte einfach in den Mund gelegt hat), allein aus dem Grund, dass er sie in seiner Literaturliste nennen kann. Oder dass er sowohl Objekt als auch Subjekt, also sowohl Autor als auch Thema der Arbeit ist, entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage. Die ganze wissenschaftliche Chose wird damit ad absurdum geführt. Andererseits ist das Buch durch die verschwurbelte Gelehrtensprache auch nicht ganz einfach zu lesen, sondern erfordert schon die Kenntnis universitärer Umgangsformen. Hat Hollow Skai, übrigens der Gründer des ehrwürdigen No Fun-Labels, damit schon in ganz frühen Jahren den Punkrock in Deutschland verraten? Nein, er hat ihm vielmehr ein Denkmal gesetzt, dem hoffentlich so viele Menschen ratlos gegenüber stehen, wie sie es einst vor der Berliner Mauer getan haben. Die für eine Magisterarbeit relativ hohe Seitenzahl relativiert sich übrigens durch die Tatsache, dass in dem Buch einerseits der reine Text (ohne eventuell leserfreundlich machende „Overdubs“) als auch die originalgetreue Reproduktion mit sehr stylischem Punk-Layout der Magisterarbeit abgedruckt ist. Punkrocker lesen natürlich das fast schon comichafte Original, Studenten den Klartext. Inhaltlich geht es in den einzelnen Kapiteln z.B. um die Entstehung und Bedeutung von Punk, um die Ideologie, die dahinter steckt, um Punk-Fanzines, um die Zusammenhänge von Langeweile und Destruktion im Punk, um Geschlechterrollen, um Punkmode und deren Hintergründe und so weiter. Als Bonus gibt es am Ende des Buches noch einige kurze „Bonustracks“, die Hollow Skai über die späteren Jahre hinweg im Bezug auf Punk veröffentlicht hat. Das alles inklusive vieler Fotos, Collagen und anderem Kram. Im Ergebnis kann dieses Buch bei ausreichender geistiger Reife viel Freude bereiten und sollte es auch tun.   Obnoxious</p>
<p><strong>JOHN NIVEN – Kill Your Friends</strong><br />
<em>(Taschenbuch, Heyne, 380 Seiten, 12,00 Euro)</em><br />
Ein Roman über eines der großen Feindbilder von Punk: Die Musikindustrie. Schließlich führte das Gebaren der Musikkonzerne, ihre von Kaufleuten und Managern gesteuerte strikte kapitalistische Marktgeilheit, zu DIY und den ersten Independent-Labels. „Kill Your Friends“ spielt irgendwann Ende der 90er Jahre in London zwischen dem Brit-Pop/„Cool Britannia“-Hype und der beginnenden Jammerlappenphase der Unterhaltungsbranche. Autor Niven schildert ein Jahr aus der Sicht von Steven Stelfox, einem jungen A&amp;R-Manager einer Mainstream-Firma. Dessen Gedanken und Aktionen kreisen beständig um Karriere, Erfolg und Sex. Alle Kollegen sind verachtenswerte Feinde und verbauen den Weg zum großen Geld. Frauen sind prinzipiell Schlampen oder zu alt. Musik Mittel zum Zweck. Egal ob Punkrock oder Drum’n’Bass. Caste irgendwen zu irgendwas zusammen: Scheißegal, sind eh nur dumme Schnepfen! Gibt es bereits eine Band oder einen Produzenten: Benutze diese dumpfen, idealisierten oder drogenverseuchten Freaks! Alles ist käuflich! Fans sind eh nur gehirnamputierte Idioten! Die Charts der Maßstab aller Dinge! Und die Welt ein praller Porno! Stelfox selbst ist ständig auf Alk und Koks, immer auf der Suche nach der nächsten Nummer. Das endet meistens in einer Mischung aus Splatter, Orgie und hasserfüllten rassistischen und/oder sexistischen Ausbrüchen. Und wenn nicht: dann müssen eben neue Klamotten her. Niven hat hier einen Trash-Roman abgeliefert, den man schnell lesen und in seiner satirischen Art grinsend grimmig genießen kann. Gerne begleitet man den Protagonisten so durch den internationalen Medienzirkus. Zudem liefert er alle Klischees einer zynischen, untergehenden Industrie. Ein guter Ansatz, wenn man Holly Johnson (Frankie Goes To Hollywood) folgt, nach dem Klischees doch nur komprimierte Wahrheiten sind. Nervig und auch etwas öde sind auf Dauer nur die Blut- und Sexpassagen. Da hat Niven doch zu sehr bei Bret Easton Ellis („American Psycho“, „Glamorama“) vorbeigeschaut. Aber egal. Mal wieder einen Text so richtig schwarzweiß über das Böse zu lesen ist amüsant. Macht nicht schlauer, aber jüngere Leute vielleicht genauer. Lesen und ab in die Tonne. Oder einfach weiterschenken.   Chan Fier</p> <p><a href="http://www.pogoradio.de/?flattrss_redirect&amp;id=923&amp;md5=29f7a38fc3fcb5d30d7089470cb182dc" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.pogoradio.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Tonträger Reviews C-D</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Dec 2008 16:02:00 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>THE CABRIANS – …For A Few Pussies More… </strong><br />
(CD, Redstar 73/Liquidator)<br />
Diese übersexualisierten Katalanen spielen schön traditionelle Offbeat-Musik, die sie angesichts der schlüpfrigen Texte, die sich mehr als nur einmal nur um „das Eine“ ranken, zurecht als „Boss Porn Ska“ bezeichnen. Da ich trotz jahrelanger Lektüre von Blättern wie „Skin Up“, „We Dare“ und „Big Shot“ immer noch ein ungebildeter Punker mit großen Unsicherheiten bei der Unterscheidung von Ska und Reggae und dem ganzen Rest bin, freut es mich, dass das Label einen an geeigneter Stelle dahingehend aufklärt, dass es sich bei der Mucke auf diesem Tonträger um Ska, Calypso und Western Reggae handelt.   Alan<br />
<span id="more-904"></span><br />
<strong>CALAMITIEZ – Urban Legends</strong><br />
(CD, Crazy Love Records)<br />
Das kann was. Psychobilly der härteren Gangart. Dennoch vielfältig und unterhaltsam. Die Musik stimmt. Die Texte sind weitgehend in Englisch, aber auch mal in Spanisch. Und ein gelungenes Ramones-Cover über tote Kuscheltiere. Ich bin jeder Band dankbar, welche endlich die Finger von „Blitzkrieg Bob“ und „Sheena“ lässt, davon gibt es mehr als genug. Calamitiez aber sind klasse.   HH</p>
<p><strong>CAMARADA KALASHNIKOV – Mans, Ment I Cor </strong><br />
(CD, Radikal/Siempre Contra)<br />
Auf „Hände, Geist und Herz“ (so die deutsche Übersetzung des Albumtitels) spielen diese Katalanen flotten Punk, der durch den gekonnten Einsatz des einheimischen Holzblasinstruments „Gralla“ erheblich aufgepeppt wird. Ihre deutlich politischen Texte werden natürlich auf Katalanisch gesungen, so wie es bei linksradikalen Bands aus dieser Ecke Spaniens bekanntlich gang und gäbe ist. Damit aber auch weitere Teile der internationalen Szene die Möglichkeit haben, ihre Botschaften zu verstehen, hat man die Texte auch auf Englisch und Spanisch abgedruckt. Das Booklet ist jedoch leider ein wenig chaotisch gestaltet, so dass man einige Zeit mit Suchen verbringen muss, bis man zu jedem Songtext die entsprechende Übersetzung gefunden hat…   Alan</p>
<p><strong>THE CASTING OUT –  Casting Out</strong><br />
(LP, Leech)<br />
Eine Boysetsfire-Nachfolgeband, deren Musikstil laut Waschzettel „from Post-Hardcore to Indie-Rock“ reicht. Dementsprechend geht’s hier mal lauter, mal lauer zu, so dass man sich bisweilen an R.E.M. erinnert fühlt. Insgesamt sicher keine schlechte Musik, aber ich finde, dass sich die Platte in der Sammlung eines „Ox“-Lesers besser machen dürfte als in derjenigen eines unserer Kunden…   Alan</p>
<p><strong>THE CHORDS – The Mod Singles Collection</strong><br />
(CD, Captain Mod)<br />
Lange ist es her, das es etwas Neues auf dem Captain Mod Label gab. Dafür kommt mit der „Singles Collection“ der Chords aber ein echter Kracher. Die Chords (produziert von Jimmy Pursey) sind nach The Jam wohl eine der bekanntesten, und wie ich finde, auch besten Band des 79er Mod-Revival. Auf dieser Collection gibt es nun endlich alle Singles (A- und B-Seiten) die die Chords je herausgebracht haben, plus 3 unveröffentlichten Versionen. Insgesamt 20 Songs die mein Herz wirklich höher schlagen lassen. Songs wie „British Way Of Life“, „In My Street“ oder „Maybe Tomorrow“ sind echte Klassiker. Für mich absoluter Pflichtstoff!!   Thorsten</p>
<p><strong>CIVET – Hell Hath No Fury </strong><br />
(CD, Hellcat)<br />
In Kalifornien sind die vier Damen kein unbeschriebenes Blatt mehr, sondern wurden auf ihrem vorhergehenden Debütalbum von Duane Peters (U.S. Bombs) entdeckt und gesignt. Na und wie das eben so ist, wenn man’s drauf hat, dann kommt gleich das nächst größere Label. Es ist aber auch wirklich erstaunlich was für ein Brett die Frauen hier hinlegen. Das ist ganz arg rotziger und ungeschliffener Punk’n’Roll. Ähnlich einem groben Raster in einem Bildbearbeitungsprogramm, wenn einem das Bild noch zu soft ist. Großartige Vergleiche möchte ich nicht anstellen, das käme dem tätowierten Quartett nicht gerecht. Da schlag ich euch vor lieber mal reinzuhören. Aber Achtung das ist eher was für People Like You-Fans.   Bocky</p>
<p><strong>THE CREEPSHOW – Run For Your Life </strong><br />
(CD, PLY)<br />
Gut 2 Jahre nach ihrem Debüt legt die Band um die charismatische Sängerin Sarah Sin ein neues Album nach. Ihrem Mix aus Psycho-/Rockabilly sind sie ebenso treu geblieben wie ihren Ausflügen in Richtung rasantem Punk. Klasse finde ich, dass bei der Produktion scheinbar Wert darauf gelegt wurde, die Aufnahmen nicht zu übersteuern, um den Ganzen zu viel Druck zu verleihen. So entstand eine Scheibe, die den Leuten gefallen wird, denen die Horrorpops mittlerweile zu soft und oberflächlich sind. Bei Sarah und ihren Jungs ist alles noch ungeschliffen, rau und macht genau deshalb viel Spaß. Übrigens kann man die Band ab Mitte Oktober in Deutschland und dem Rest Europas bestaunen. Wohl das Einfachste sich selbst ein Bild der Band zu machen und sich dann den Tonträger zuzulegen.   Bocky</p>
<p><strong>CRIMSON GHOSTS – Dead Eyes Can See </strong><br />
(CD, Fiendforce)<br />
Leider verpasste ich den Vorgänger zur mittlerweile dritten Scheibe von diesen Horrorpunks. Auf Horrorpunk lässt sich die Band aber nach wie vor nur leidlich beschränken. Dafür haben sie zu viel Wumms und Metall im Blut. Das macht aber mal gar nichts, da man sich so von den vielen Misfits-Klonen distanziert und seinen ganz eigenen Sound kreiert. Dieser passt hervorragend zu den ausschließlich morbiden Texten, die vor Blut triefen und der perfekte Soundtrack zu einem hervorragenden Splatterfilm sein könnte! Diesbezüglich sollte man sich die Band vor allem live anschauen, weil die Combo wie aus einem Zombie-Film geschminkt auftritt! Ehre, wem Ehre gebührt und so liest sich die Gästeliste: Blitzkid, The Other, The Spook. So sollte klar sein, wer auf dieses Genre abfährt, kommt an Crimson Ghosts nicht mehr vorbei!   Bocky</p>
<p><strong>CRISIS WHAT CRISIS –  Bad Toast</strong><br />
(CD, Friendly Cow)<br />
Immerhin steht die Band im Promo-Schreiben zu dem Metal-Einfluss, den man nicht umhinkommt zu bemerken, wenn man wie ich eine CD von Crisis What Crisis aus Köln anhören muss. Ich hatte sie sowieso noch als eine Gruppe in Erinnerung, die sich an das Kunststück heranwagt, Melodic Hardcore mit Melodic Metal zu vereinigen, also quasi den musikalischen Spagat zwischen Skaterhose und Pudelmähne zu versuchen. Auf dieser CD, die wie alle ihre Alben auf dem hauseigenen Label Friendly Cow Records erschienen ist, gibt’s aber weniger eine konsequente Mixtur als ein Sammelsurium aus Punk, Pop und eben Strumpfhosenmetal à la Helloween, sowie einmal sogar die Art von „Ska“-Einlage, wie man sie von süddeutschen Nachwuchspunkbands und ähnlich talentierten Oi!-Combos kennt. Highlight ist der eingängige Punk-Kracher „Sweatshop Girls“; auf dem verdienten letzten Platz findet sich mit „Sweet Dreams“ (im Original natürlich von den Eurythmics) eine dieser überflüssigen Punk-Versionen SWR1-geeichter Mainstream-Pop-Klassiker, mit denen man in den 90er Jahren noch den einen oder anderen Sampler auf Wolverine Records füllen konnte.   Alan</p>
<p><strong>CÜNTSLER – s/t </strong><br />
(Demo-CD, guckst Du Myspace)<br />
Nachdem die Exil-Düsseldorfer Ultrafair leider den viel zitierten Löffel abgeben mussten, hier nun die neue Kapelle von Tausendsassa JörKK, der natürlich den Teufel tut,  irgendwas an seinem Style zu ändern, seien es der schneidige, hohe Gesang (nach wie vor ohne saarländischen Akzent…) oder eben die unverkennbaren Wortspielchen, die hier in den beiden Songtiteln „Niemandin“ und „Nestverputzer“ gipfeln. Allzu weit von UF bewegt sich die Karawane logischerweise nicht, kommt insgesamt aber etwas noisiger und kraftvoller rüber. Außerdem, und das muss auch mal gesagt werden, ist der Name einfach cooler. Was hierbei hoffentlich nicht extra erwähnt werden muss, ist die Tatsache, dass es sich bei dem „Ü“ um einen reinen Deko-Umlaut handelt (so wie bei Mötley Crüe, Blue Öyster Cult oder Müller-Westernhägen), was natürlich auf den Hahnenmist des Quoten-Amis gewachsen ist. Bekommen könnt ihr das gute Stückchen bei den Jungs selber, über Onkel Murdochs Musikbox, und zwar für umme. Und jetzt alle zusammen die inoffizielle Hymne des Saarpöbels geschmettert: Glüüück auf, Glück auf, deeer Kanzler kommt…!!   Snitch</p>
<p><strong>DAISY CHAIN – She’s A Boxer</strong><br />
(CD, Back To The Boots Records, Attack Records)<br />
Daisy Chain aus Berlin rotzen uns minimalistischen 80er Jahre UK-Punk ans Ohr. Und da geht er auch gut rein, denn man merkt einfach, dass die Mädels und der Junge authentisch sind und es ernst meinen (oder auch manchmal doch nicht so?) und sich keine coole Punkfassade aufbauen müssen (da sie die ja schon haben, hö hö). Textlich gibt es auf ihrer zweiten Platte sowohl Politisches („At The Ausländerbehörde“), als auch Persönliches („Such A Day“). Mein Favorit ist der Song „Get Away“, in dem mit dem elenden Szeneeinheitsbrei abgerechnet wird. Sehr schöne Scheibe, und Attack ist ja eh ein Qualitätssiegel für kultigen Berliner Punkrock.   chemical maze</p>
<p><strong>DEADLY SINS – Selling Our Weaknesses</strong><br />
(CD, People Like You)<br />
Keine Todsünde der Liedsängerin Stephanie Dougherty ist ihre frühere Tätigkeit als Gastarbeiterin bei den Dropkick Murphys. Todsünden (theologisch genauer „Hauptlaster“) gibt es derer sieben: Hochmut, Geiz, Genusssucht, Zorn, Selbstsucht, Neid, Trägheit des Herzens/des Geistes. Die Bostoner Band sind fünf Peoples: Steffie, drei andere und Billy Brown, der Gitarrist, der auch schon mal ein Lied singt. Jedes Bandmitglied bringt sich und seine musikalische Vorgeschichte voll ein. Deutlich wird dies für mich vielmehr durch die unterschiedliche Anlage der einzelnen Stücke, als durch eine Verschmelzung zu einem (neuen) Sound. Geboten werden zwölf Punkrock-Stücke unterschiedlichster Couleur: von schnell über Haudruff und Hardcore zu rockballadig und wieder zurück zu Abgeh. Verkaufte Schwächen? Nö, nicht unbedingt. Alles keine Sünden, jedoch auch nichts wofür ich sündigen würde. Mein Seelenheil ist mir wichtig, denn ich möchte in den Himmel – zu Elvis!   Captain Mocker</p>
<p><strong>DEMENTED ARE GO – Live And Rockin’</strong><br />
(CD, Anagram Records/Cherry Red Records)<br />
Das erste Live-Album von Demented Are Go, „Live And Rockin’“, das 1990 von Link Records aufgelegt wurde, ist jetzt bei Anagram wieder veröffentlicht worden. Es gibt sieben Live-Alben (davon eine auf Anagram/Cherry Red) plus einige Live-DVDs von Demented. Braucht diese Neuauflage irgendjemand? Wahrscheinlich nicht. Interessant ist die CD allenfalls, weil Demented Are Go zur Zeit der Originalaufnahme, zwischen „Kicked Out Of Hell“ und „Orgasmic Nightmare“, wie so oft, mal wieder am Ende und vor dem Auseinanderbrechen waren. Für absolute Fans und für alle, die noch keine anderen Live-Scheiben von Demented haben. Ja, nun.   Igor Frost</p>
<p><strong>DEMENTED ARE GO – The Day The Earth Spat Blood/Go Go Demented</strong><br />
(CD, Anagram Records/Cherry Red Records)<br />
Anagram Records sei Dank! In der erfolgreichen „Psychobilly Collectors Series“ werden von Anagram einige wichtige und einige unwichtige oder auch eher mittelprächtige Psycho-Alben wieder aufgelegt. „The Demon Teds“ ist mittlerweile das dritte (auch in der Band-Diskographie dritte) Demented-Album (ohne DVDs, Live-Alben oder Best Of), das bei diesem Label neu aufgelegt wird. „The Day The Earth Spat Blood“ ist ein Quasi-Side-Project von Demented als „Demon Teds“, die sich 1989 prinzipiell nicht von den eigentlichen Demented unterschieden. Demented ist halt Demented. Ob Demon Teds oder sonst was draufsteht. So weit so unklar. Als Bonus gibt es das Live-Album „Go Go Demented!“ mit auf der CD. Kann man nix falsch machen.   Igor Frost</p>
<p><strong>DESTROY EVERYTHING – Freedom Of Speech Means Talk Is Cheap</strong><br />
(CD, Tent City Records)<br />
Die Alt-Herren-Combo Destroy Everything (dabbicher Bandname) kommt aus Chicago und verbindet laut Beipackzettel Früh-80er Midwest Hardcore mit den hymnischen Melodien des 70er-Punk wie er in London beliebt war und mischt ihn noch mit Southern California Skatepunk. So weit, so gut. Hört sich ja nicht unbedingt schlecht an. Aber: Es fehlt der letzte Kick. Keine Ohrwürmer. Langweilig. Plakativ. Verschwurbelte Texte. Ein peinliches Bandfoto im Booklet im ohnehin uninspirierten Artwork eingebettet. Ich glaube fast, da hat jemand vergessen rechtzeitig aus dem Zug auszusteigen. Lemminghaft dem Abgrund entgegen. Musikalisch zwar gar nicht mal soo schlecht und uninteressant, wie man jetzt denken könnte, aber braucht man so was wirklich? Nein, absolut nicht. Ach Gott, neee. Alternde Punks sind schlimm. Ich weiß, wovon ich spreche!   Obnoxious</p>
<p><strong>THE DETECTORS – Twentyone Days</strong><br />
(CD, True Rebel)<br />
Genau wie auf der erst kürzlich erschienenen Debüt-7“ der Neumünsteraner gibt’s auch auf ihrem ersten Longplayer die volle Ladung Geldbeutelkettchen-Streetpunk Marke Voice Of A Generation, Bombshell Rocks etc. Sie haben aber durchaus auch einiges an politisch engagierten Texten auf Lager, was vielleicht erklärt, dass ich hier nicht nur zusätzlich einen Schuss District, sondern auch Anti-Flag herauszuhören meine. Was soll ich sagen – mir geht diese Art von Musik letztendlich einfach nur zum einen Ohr rein und zum andern wieder raus…   Alan</p>
<p><strong>DISCIPLINE – Old Pride, New Glory </strong><br />
(Do-CD, I Scream)<br />
Hier liegt kein neues Album der niederländischen HC-Formation vor, sondern das ist eine Tribute-Platte an ihre Idole. Klar werden hier Tracks von Agnostic Front, Cro Mags, Sheer Terror oder Slapshot gecovert, aber unter den insgesamt 30 Titeln befinden sind auch Oi!-Klassiker von Business, 4 Skins, Blitz und Cock Sparrer im neuen Gewand. Am witzigsten finde ich jedoch die HC-Umsetzung von solchen Songs wie „We’re Not Gonna Take It“ von Twisted Sister oder „No More Heroes“ von den Stranglers. Wie man herauslesen kann, handelt es sich um ein nettes Lebenzeichen von der Band rund um den fleischgewordenen Hooligan Joost. Unter‘m Strich bleibt jedoch die Frage, ob sich die Anschaffung wirklich lohnt, man sich die Zeit bis zu einem neuen hauseigenen Album verkürzen will?   Bocky</p>
<p><strong>DOME LA MUERTE AND THE DIGGERS – s/t</strong><br />
(CD, GoDownRecords/Radar)<br />
Sehr 60er-orientiert. Viel Mundharmonika. Da hat wohl eine Band eine ganz große Vorliebe für die Fuzztones, so mein Geistesblitz. Und ein Blick auf’s Cover bestätigt das dann auch: Guest musician (vocals, backing vocals and harp): Rudi Protrudi. Aha. Trotz dieser Unterstützung klingen Dome&#8230; signifikant nach einer Nachäfferei. Wie die Fuzztones ohne Fuzz. Legt am Besten eure Füße unter den eigenen Tisch und nicht unter den des Herrn Protrudi und dann kann das zweifellos was werden.   HH</p>
<p><strong>DOWN AND AWAY – Set To Blow/Make It Better </strong><br />
(CD, Mad Butcher Classics)<br />
Für mein Review zur letzten Scheibe der Band aus Schweden – „To Serve And Protect“ – bekam ich von einem Fanziner-Kollegen bitterböse Schelte, weil ich das Album seiner Meinung nach nicht gehört hatte und darum eine oberflächliche Kritik geschrieben hatte. Wie dem auch sei, kann ich einfach nur bekräftigen, dass sie ’ne astreine Punkrock-Kapelle sind, die es wunderbar versteht schnörkellose, nach vorne treibende Tracks aneinander zu reihen. Klar gibt’s beim vorliegenden Material ’nen Unterschied. Die Aufnahmen sind aus den Jahren 2002 und 2004. So finde ich, klingen sie etwas ungehobelter, gehen noch etwas rauer zur Sache. Um den Vergleich etwas zu verdeutlichen, wer den Werdegang von Frontkick kennt und mag, sollte seine Lauscher in diese Richtung ebenfalls spitzen.   Bocky</p>
<p><strong>THE DYNAMITE – Corrupted Sound Waves </strong><br />
(CD, Klownhouse Reckordz)<br />
Tonight it’s gonna be hectic, let’s rattle, let’s roll! The Dynamite gehen vielleicht nicht wie selbiges los, aber knattern schon fein, wie eine Salve Chinakracher zwischen die Beine einer Horde Punkjerks geworfen. Yeah, und genauso geil-ungelenk mag man sich dazu auch bewegen. Der gemeine sadistische Cowboy schießt dir vor die Füße und schreit „TANZ“ und das machst du dann auch, debil grinsend. Inhaltlich interessant, ohne Klischeemassaker kommen die Texte persönlich und politisch rüber. Ich kann mir den Vergleich mit der Jello Biafraesquen Stimme auch nicht sparen, dazu geben drei Akkorde den Ton an. Klingt als würden vier Schweden 1977 Urlaub in London machen.   Dennisdegenerate</p> <p><a href="http://www.pogoradio.de/?flattrss_redirect&amp;id=904&amp;md5=42f45d00429cca4b179a03ea6dedfd05" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.pogoradio.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Tonträger Reviews A-B</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Dec 2008 16:00:10 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>III – Distanz Inklusive </strong><br />
(MCD, Mad Butcher)<br />
Hahaha, für diese Band hat der verrückte Göttinger Metzger extra ein neues Label gegründet, was er „Punk mit Abitur Records“ nennt. So kann man sich vielleicht denken in welche Richtung diese Band tendiert. Zusammengewürfelt aus anderen Bands wie Swoons, Psycho Gambola oder den Popzillas trägt das Trio deutsche Texte vor, die einem zum Nachdenken anregen sollen. Bei mir zieht das allerdings nicht, mir ist das zu sehr Tomte oder Kettcar. Wem jedoch diese Art der Hamburger Schule gut reingeht, Ergänzung braucht oder diese Heiner mittlerweile zu belanglos und/oder unglaubwürdig findet, wird sicher wunderbar bedient. Mir ist das zu soft.   Bocky<br />
<span id="more-902"></span><br />
<strong>2LHUD – ['tsvailu:t]</strong><br />
(CD, Nix Gut)<br />
Die Nachfolgeband von 1. Mai. 87 mit ’ner Mischung aus Punk, Reggae, Dub mit elektronischen Geräuschen hier und da. Das ist die zweite Scheibe und es klingt alles sehr geschmeidig. Ja und Kommando Sonne-nmilch werden auch mal gedisst. Für open minded Punker die auch ein paar elektronische Klangfetzen vertragen können.   Ralf</p>
<p><strong>180 GRAD – Hand aufs Herz</strong><br />
(CD, Sunny Bastards)<br />
Es ist unfair, den Vergleich mit Toxpack oder den Onkelz (Ich will in diesem Fanzine nie mehr das böse Wort Onkelz lesen müssen!!! Anm. Obnoxious) zu bemühen. 180 Grad spielen schlicht und einfach deutschsprachigen Streetrock (mit einer deutlichen Prise Oi! und etwas Metal) mit rauem, dreckigem Gesang. Die einzige weitere Gemeinsamkeit, die 180 Grad mit oben genannten Bands (Etwa den Onkelz? Anm. Obnoxious) haben, ist die Eingängigkeit und Geradlinigkeit der Texte. Und das ist nichts Schlechtes. Die Texte sind außerdem durchdacht, zum großen Teil abseits der Klischees beheimatet und durchaus auch hintergründig. Musikalisch ist es nicht die Neuerfindung des Rades. Eher eine „Zweite-Blick-Schönheit“. Wenn man sich etwas hineinhört, können 180 Grad mit „Hand aufs Herz“ dennoch durchaus Begleiter für eine längere Zeit werden.   Igor Frost</p>
<p><a href="http://www.keinbockaufnazis.de/"><img src=" <a href="http://www.keinbockaufnazis.de/banner/KeinBockAufNazis_banner_468_60.gif" target="_blank" rel="lightbox[902]">http://www.keinbockaufnazis.de/banner/KeinBockAufNazis_banner_468_60.gif</a>" border="0" height="60" width="468"/></a></p>
<p><strong>180 GRAD – Hand aufs Herz</strong><br />
(CD, Sunny Bastards Rec.)<br />
Offiziell wird die Beschallung der Iserlohner als „Streepunk/Oi!“ etikettiert. Für meine Begriffe finden wir hier das pathosbeladene Phrasengedresche der Onkelz – inclusive Selbstmitleid und -beweihräucherung sowie der typischen Durchhalteparolen – im musikalischen Gewand der ersten Muff Potter-Platte vor. Wer’s mag…   Snitch</p>
<p><strong>ADAM WEST – ESP</strong><br />
(CD, PLY)<br />
Extra Sexual Perception heißt der Titel der Washingtoner Rocker ausgeschrieben. Wenn ich das alles richtig verstand, dann wird dieses Album das letzte der Band sein, die sich nach dem Batman-TV-Serien-Darsteller aus den 60ern benannte. Mit dem letzten Werk sind sie logisch auch noch einmal bei uns zu begutachten. Wer also Zeke vermisst, aber Angst vor Peter Pan Speedrock hat und gerne Gitarren-Reminiszenzen zu den 60ern hört, sollte die Tour keineswegs verpassen. Denn wenn die vier Jungs was draufhaben, dann Songs zu schreiben mit vielen 6-Saiter-Einlagen, die erstaunlich gut in die Songs eingebettet sind und kein bisschen nerven.   Bocky</p>
<p><strong>THE ADICTS – Songs of Praise </strong><br />
(CD, PLY)<br />
Wo man bei dieser Band ansetzen soll, ist schwierig. Was jedoch klar ist: Es kämen nur Superlative dabei heraus! Genauso verhält es sich mit der zeitlosen Kultscheibe aus dem Jahr 1981. Bloß handelt es sich hierbei weniger um eine schnöde Wiederveröffentlichung, als viel mehr um die Huldigung an eine der geilsten Punkbands überhaupt. So erscheint die Platte in drei verschiedenen Versionen: 1. Das “Original” (CD/LP); 2. Die „New Edition“ (CD/LP); 3. die “Ultimate Edition” (2 CD + DVD). Version 2 ist das komplette Album neu aufgenommen. Natürlich hören sich deshalb die Songs etwas anders an. Wer das letzte Album „Rise And Shine“ kennt, kann sich ungefähr vorstellen in welche Richtung die Aufnahmen gehen. Version 3 enthält die ersten beiden Varianten, zusätzlich die „Making of“-DVD, ’nen Aufnäher, Sticker und einen Hidden Track! So ist wirklich für jeden etwas dabei. Den Reunion-Bands-Skeptikern sei mit auf den Weg gegeben: Die Band löste sich nie auf und vor allem schaut euch mal ’ne Live-Show an! Eines der „Must have“ das Punkrockgeschichte geschrieben hat!   Bocky<br />
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<strong>AL &amp; THE BLACK CATS – Givin’ Um Something To Rock’n’Roll About</strong><br />
(CD, Sunny Bastards)<br />
Al Krivoy, wohl auch schon etwas über 60, ist ein alter Hase im Rock’n’Roll-Business. Vor über 20 Jahren gründete er die Fabulous Rockabillys und spielte zeitweise Bass in der Begleitband Chuck Berrys. So um 2006 startete er mit drei jungen Buben Al &amp; The Black Cats. Was herauskam ist nur noch genial. Heutzutage fungiert Al in der Band zwar nur noch als Manager und geistiger Mentor und ist musikalisch nur noch bei diversen Auftritten aktiv, aber das ändert nichts. Das Ergebnis bleibt das gleiche. Der beste Rockabilly seit&#8230; Ja, seit wem denn? &#8230;seit den Stray Cats? &#8230;seit Chuck Berry? Egal, bester Rockabilly seit wem man will&#8230; Der ungestüme Psycho-Rockabilly-Punk der Black Cats gepaart mit der Gewandtheit und langjährigen Rock’n’Roll-Erfahrung Als lässt nichts zu wünschen übrig. Aber auch gar nichts. Es ist zwar erst Mitte August, aber für mich ist das jetzt schon die Platte des Jahres. Was soll denn da noch kommen? Na ja, vielleicht tun sich Chuck Berry und The Killer auch noch mit drei Twens zusammen&#8230;   HH</p>
<p><strong>ANTILLECTUAL – Testimony</strong><br />
(CD, Fond Of Life Records)<br />
Das junge Trio aus dem Land der Tulpen und Windmühlen hat es bei mir geschafft beim Lesen der Texte und der dazugehörigen Liedinfos Gänsehaut hervorzurufen. Und das passiert echt selten. In der Regel ist bei mir eigentlich, was die Liedtexte der meisten Bands angeht, eher Kotzreiz angesagt. (Ist das mit der Regel jetzt wörtlich zu nehmen? Anm. Obnoxious) Musikalisch ist das Ganze in die Strung Out-, Strike Anywhere- oder A Wilhelm Scream-Ecke einzustufen, textlich allerdings politisch hoch motiviert. Selten so gute gesellschaftskritische Texte gelesen. Mehr ist eigentlich nicht zu sagen. Sowohl textlich, als auch musikalisch 1A. Jeder, der sich für oben genannte Bands begeistern kann, sollte sich schleunigst diese Scheibe zulegen!! DigiPack!   Jasmin</p>
<p><strong>ANTI NOWHERE LEAGUE – The Punk Rock Anthology</strong><br />
(DoCD, Anagram Records)<br />
Anagram Records hat begonnen, eine Punk Rock Anthology-Serie zu starten und als erste Band sind nun Anti Nowhere League an der Reihe. Auf zwei CDs werden wir mitgenommen auf eine Reise durch die bisher 28jährige Bandgeschichte mit all ihren erfolgreichen und weniger erfolgreichen Hits (Was bitte sind denn weniger erfolgreiche Hits? Ein Schlag ins Leere? Oder so was wie schade, aber toll? Anm. Obnoxious) wie „So What“, „I Hate People“ oder „Out On The Wasteland“. ANL waren für mich immer ’ne Band, die irgendwie weniger interessant war. So richtige Hits hatten sie glaube ich eigentlich nie, trotzdem kann ich bei weitem nicht behaupten, sie scheiße zu finden. Schöne Hintergrundmusik zum Lesen, Putzen oder Autofahren isses allemal und wer bisher kein Anti Nowhere League-Album hat, aber gerne mal eins hätte, der sollte sich diese Anthologie zulegen, falsch machen kann man da im Großen und Ganzen nichts.   Jasmin</p>
<p><strong>ARGY BARGY – The Likes Of Us</strong><br />
(CD, Captain Oi)<br />
Argy Bargy sind so ’ne Band, mit der ich nie so wirklich warm wurde. Irgendwie hat mich immer der Gesang von Jon Watford total genervt. „The Likes Of Us“ versöhnt mich aber ein wenig mit der Band, denn das Album ist gar nicht mal so schlecht. Natürlich gibt’s auch wieder nervige Hardcore-lastige Songs wie z.B. „Right To Fight“, „My Life“ oder „There’s Gone Be A Riot“, aber auch schöne hymnische Oi!-Songs wie „Lights Over London“, „I Believe“, „Don’t Wanna Be Like You” oder „The Likes Of Us”. Insgesamt 14 Songs, die man sich durchaus anhören kann. Auf jeden Fall eine Steigerung zu dem Vorgänger „Songs From The Street”. Von der Split mit Discipline möchte ich gar nicht reden.   Thorsten</p>
<p><strong>ASSASINATORS – Sigt Efter Hjertet </strong><br />
(CD, Alerta Antifascista)<br />
„It is our believe that all direct action and reaction is forever more important than everlasting intellectual discussions, lifestyle anarchism and playing punk music“, steht im Beiheft zum ersten Album der Assassinators aus Kopenhagen, einer der wenigen Städte Europas, in denen es Politikern und Bullen nicht so ohne weiteres gelingt alternative Zentren platt zu machen, geschrieben. Dementsprechend bekommen wir hier kämpferischen, sehr melodiösen Anarchopunk zu hören. Die mehrstimmigen Chöre werden in schöne Melodien verpackt, die leicht zum Ohrwurm mutieren, einzig das Schlagzeug könnte als mal ein bisschen mehr variieren. Die Sängerin tut ihren Job ausschließlich in Dänisch, die Texte sind ins Englische übersetzt. In dieser Platte steckt eine gehörige Portion Wut und Verweigerung, die verfickten Zustände einfach so hinzunehmen, nicht groß zu labern, sondern einfach selbst den Arsch hoch zu kriegen.   chemical maze</p>
<p><strong>THE ASTRO ZOMBIES – Early Years 1996-2000 &#8211; First EP And First Album</strong><br />
(CD, Crazy Love Records)<br />
Kennt wer die Astro Zombies nicht? Egal, eine gute Gelegenheit diese Lücke zu schließen, gibt es genau: Jetzt! Die Astro Zombies sind eine der bekanntesten Franzosen-Billy-Bands. Sie spielen eher 80er-Jahre-Billy. Mittlerweile ist ihr Stil deutlich punkiger und metallischer geworden. Demnächst sollte ihr viertes Album erscheinen, das wohl sehr bald mit ihrem neuen Drummer eingespielt werden soll. Eine gute Gelegenheit die „Frühwerke“ der Band neu aufzulegen. „Early Years…“ ist die Zusammenstellung ihres ersten Albums „Astro Zombies … are coming“ plus ihrer ersten (und so weit ich weiß) einzigen Maxi. Mir persönlich gefallen ihre neueren Sachen deutlich besser, auch wenn bei den „Early Years“ deutlich klar wird, warum sie bekannt geworden sind. Antesten lohnt allemal.   Igor Frost</p>
<p><strong>AUDIO KOLLPAS – Panzer</strong><br />
(Cd, Epistrophy)<br />
Dass Gittarero Jens (einer der beiden Recharger in der Gang) auch bei einer Death-Metal-Combo zupft hört man deutlich heraus. Diese Soundwand und das Schlagzeug von Björn (der andere Ex-Recharger) erinnern mich erstaunlich oft an meine Lieblings-Death-Metaller Bolt Thrower. Doch ohne das Organ von Kai wäre es dennoch nur die halbe Miete. Was der circa 1,70 Recke aus sich rausholt ist schon geil derb! Trotz des vielen Metalls hört man der Band ihre Punkwurzeln an. Am deutlichsten an den Texten, die vor Nihilismus geradezu strotzen. Dessen ungeachtet kann man immer noch die Wut und den Zorn heraushören. Das hat was von einem Irren, der fixiert Gift und Galle speit und tollwütig keift. Großartig! Die richtige Platte für extrem schlechte Laune, um danach völlig entspannt in die Fußgängerzone zu gehen, haha.   Bocky</p>
<p><strong>THE BABYLON WHACKERS – Happy Days With…</strong><br />
(CD, Dirty Faces)<br />
Dirty Faces ist nun kein Label auf dem ich (guten) Ska oder Reggae vermuten würde. Mit den Babylon Whackers belehren sie mich aber eines besseren. Bestehen tun die Whackers aus Mitgliedern der UK Punk-Band Filaments unterstützt von Dancehall-Größen wie Majah Thunder und Babar Luck. Herausgekommen ist eine ausgewogene Mischung von 11 Songs Reggae, Two Tone Ska und Dub. Songs wie „Rudeboy“ oder „Sweet Reggae Music“ sprechen, denk ich, für sich. Das Ganze kann man beschreiben als eine Mischung von den Specials, Symarip, Rancid und The Clash. Wirklich gelungen, bis auf den nervigen elften Song, der einfach zuviel gemixt wurde (moderner Scheiß). Ein Wehrmutstropfen ist auch das spärliche Booklett ohne Texte. Ansonsten eine gelungene Platte.   Thorsten</p>
<p><strong>BAD MACHINE – Surfin’ In The City</strong><br />
(CD, Nicotine Records/Tornado Ride)<br />
Die finnischen Bad Machine spielen Punk’n’Roll. Eine Mischung aus Motörhead, Peter Pan Speedrock, Adam West, den Überlangweilern Born To Lose und V8 Wankers. Überflüssig. Die Originale geben weit mehr her. Und klingen nicht wie aus der Kopiermaschine.   Igor Frost</p>
<p><strong>BATMOBILE – The Clarendon Ballroom Blitz &#8211; Live At The KlubFoot 1986</strong><br />
(CD, Anagram/Cherry Red Records)<br />
Eine meiner absoluten Lieblingsbands im Billy-Bereich ist Batmobile. Nach eigener Aussage verstehen sie sich als die „Motörhead des Psychobilly“ mit einem eigenen Stil, der „B-music“ (wie B-Movies). Der eigene Stil unterscheidet sich nicht allzu sehr von anderen Bands aus diesem Bereich. Ihre Musik ist schräg, billig, roh, rockabilly-lastig und statt Kontra- gibt es einen E-Bass. Egal. Ihre Shows sind schräg, billig, roh… Und immer wieder sehenswert. Auf diesem Album ist ein vollständiges Set von 1986 veröffentlicht, das zur besten Zeit im Auge des Orkans… Blödsinn, im Herzen der Billy-Epidemie im legendären Londoner Klub Foot aufgenommen wurde. Lange galten die Bänder als verschollen. Erst nach einer sorgfältigen Restaurierung war es möglich, die Bänder neu aufzulegen. Der Sound ist dafür gar nicht mal sooo schlecht. Ich kann nicht objektiv sein, ich liebe diese Band. Aber wer sich diese Scheibe zulegt, liegt nicht falsch.   Igor Eberhard</p>
<p><strong>BORN TO LOSE – Saints Gone Wrong</strong><br />
(CD, People Like You)<br />
Nach mehreren Jahren des Tourens in USA und Europa zogen sich die Texaner nach Austin zurück, um erstmal getrennte Auszeiten in verschiedenen  Nebenprojekten zu suchen, ab und an mal eine Mini-Tour zu spielen und  hin und wieder einen Song zu schreiben. Der Ausweg aus diesem Schlendrian war eine erneute Europa-Tour anzusetzen. (Nur) Unter Druck arbeiten die „Kings of Whoa Punk“ gut, hieß es, und es mussten mit heißer Nadel Songs gestrickt werden, die die (Ein)Dringlichkeit (???) und Energie der Band widerspiegelten. Das heißt, es gibt Punk’n’Roll mit vielen Mitgrölrefrains. Und wer die Texte versteht, muss sich nicht durch die dunkleren Passagen – in denen der Besessene Sänger Klinck eine Art Exorzismus böser Geister betreibt – herunterziehen lassen, denn neben der direkten Kommunikation mit den unerwünschten Dämonen bleibt noch genügend Raum für bierschäumende Faustschwinger-Hymnen. Yo Yo Yo, dem ist so.   Captain Mocker</p>
<p><strong>BRAT PACK – Hate The Neighbours</strong><br />
(CD, Dirty Faces)<br />
Aus den Niederlanden, genauer gesagt aus Nijmegen an der Waal kommen ein paar angepisste Strolche, die sich auch gleich den richtigen Rudelnamen gegeben haben, nämlich Brat Pack. Das sieht wie folgt aus: Stellt euch euren Kindergeburtstag vor. Mama hat alles geplant, nach dem Stopp-Essen geht’s nach draußen um die Teakholztische zu schonen. Denkste! Die frechen Rüpel von und zu Brat Pack haben aus dem selbigen schon ein Basislager errichtet, um euch von dort aus das ganze Haus systematisch abzureißen. Ich hab mich riesig gefreut, die Platte ins Gerät zu schieben, das klingt so unglaublich frisch nach alten Lieblingen. Eine Jungbrunnenbowle für RKL, Agent Orange und eine ganze Reihe von Bands aus den frühen Achtzigern die so in Kalifornien oder DC geklungen haben. Das besonders Erfreuliche ist, dass es nie wie ein Plagiat oder wieder aufgewärmt klingt, sondern wie der ureigenste Stil der Fünf. Die Texte der dreizehn Songs sind frei von Klischees und Phrasen, allein schon der selbstkritische, erste Titel „Sick Burn“ macht mich glücklich und nachdenklich gleichzeitig. Glücklich, dass jemand das anspricht und nachdenklich, weil wohl jeder schon in der Situation war, dass er liebgewonnene Dogmen und Ansichten verwerfen und einsehen musste, dass was man dachte, nicht der Weisheit letzter Schluss war. Das Debütalbum, betitelt nach dem Ohrwurm „Hate The Neighbours“, ist auf Dirty Faces, Crucial Attack und Ha-Ko Bastards erschienen und bis dato das Beste was mir 2008 in die Finger gekommen ist. Ich hatte das Glück, die Chose auch live auf der RKL Tribute-Party im Exzess und auf dem Queensday in Venlo zu sehen, das machte solchen Spaß und sollte unbedingt wiederholt werden! Ergo, meine Platte des Jahres!   dennisdegenerate</p>
<p><strong>B.R.D.IGUNG – Kein Kompromiss</strong><br />
(CD, Antirockstar Ind.)<br />
Egal ob Bundeswehr oder Studentenverbindung, Bikergang oder Punk-Fanzine: Initiationsrituale können mitunter eine ziemlich schmutzige Angelegenheit sein. So auch im Falle meines offiziellen Einstiegs bei dieser Gazette. Zum Einstand hat Bocky mir nämlich die Hausaufgabe gegeben, diesen Tonträger aus der vertrauten Sparte weichgespülter Heavy Metal mit prolligen Hippie-Texten, hierzulande seit Anfang der 90er Jahre auch „Deutschpunk“ genannt, zu besprechen. Was soll ich sagen, wenn die Jungens so weitermachen, dürfte dem obligatorischen Plattendeal mit Nix Gut nicht mehr viel im Wege stehen. Wenn sie nicht gerade kübelweise an nichtssagenden Pathosphrasen und peinlichen Metaphern reiche Parka-Punker-Lyrik über einem ausschütten, zeigen sie anhand von lächerlichen Gitarrensoli, was sie musikalisch so auf dem Kasten haben. Ebenfalls sehr viel versprechend wirkt das Promo-Schreiben mit integrierter Einladung zur Release-Party, auf der den „sehr geehrten Damen und Herren“ von der schreibenden Zunft neben einer „kurzen Live-Performance“ und der „Möglichkeit zum Interview“ auch noch ein Presseraum und Catering geboten wurden. Da fragt man sich, ob man den Labelnamen Antirockstar Ind. nicht doch besser zugunsten von „Möchtegernrockstar Ind.“ aufgeben sollte…   Alan</p>
<p><strong>BRIGADE S. – Brigade Staatsfeind</strong><br />
(CD, Sunny Bastards)<br />
Punks and Skins united, they will nicht oft be a band. Manchmal klappt’s anscheinend doch ganz gut. 2 Punks und 2 Glatzen aus dem Ruhrpott, benannt nach der Terroristengruppe Brigade Staatsfeind aus einer Folge von TKKG, haben eine Band gegründet und mittlerweile schon ihr drittes Album „Brigade Staatsfeind“ auf den Markt geworfen. Musikalisch stehen die Jungs im Bierdunst zwischen Lokalmatadore und Volxsturm. Für die Texte gilt das Gleiche. Prolllig, assi, manchmal kritisch, oft klischeehaft und immer direkt. Insgesamt: eine erfrischende Ergänzung der oben genannten Bands. Ideal für ’nen netten Abend und ein paar Bierchen zu viel.   Igor Frost</p>
<p><strong>BUBONIX – Capsaicin</strong><br />
(CD, Nois-O-Lution Rec.)<br />
Das verflixte dritte Album der Hessen, das abermals mit Blackmail-Kurt an der Kommandobrücke entstanden ist. Und, wen wundert’s, „Capsaicin“ knüpft natürlich nahtlos an den Vorgänger an und schafft es trotzdem, neue Facetten der Bagage offen zu legen. So gibt es noch härtere Kontraste zwischen ultramelodiös und Aggro-Attacken, eine Hinwendung zu Session-Spielereien und verzwirbelte Zwischenparts. Das alles natürlich im Kontext des einzigartigen Stils der Mutanten, der im Grundgerüst (zum Glück) seit Jahren bestehen geblieben ist. Anstatt der zwei Intros und dem Remake von „In The Grey“ hätten noch ein, zwei weitere neue Songs zwar auch nicht geschadet, aber man kann ja nicht alles haben. Kurzum: wer die fittesten Limburger seit Balisto Keksriegel mag, braucht das gute Stück, und zwar  unbedingstens. Der Rest der Menschheit hat eh ’nen Dachschaden. Oder nicht mehr alle Dogs und Horses im Stall…   Snitch</p> <p><a href="http://www.pogoradio.de/?flattrss_redirect&amp;id=902&amp;md5=86f3a22dad4fb0f9d6c23592d1de0e30" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.pogoradio.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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