Archiv für Reviews

Ruins / Kyrest – Split LP

| Juli 20th, 2011

Alleine schon der fette Karton und das düstere Artwork, in dem das hellgrau transparente Vinyl daher kommt, überzeugt und könnte ein Grund sein diesen Output haben zu wollen. Aber auch die Songs der auf 500 Einheiten limitierten Scheibe können ordentlich was. Ruins sind im Vergleich zu der voran gegangenen Single sehr düster geblieben und haben ihrem Sound noch einige Zentner an Gewicht zugeladen. Alex vom Label spricht von Neo-Crust und könnte damit gar nicht mal so Unrecht haben. Kyrest stehen Ruins insofern in nicht viel nach, knarzen aber nicht so wuchtig überzeugend, was aber nicht zwangsläufig als Nachteil gewertet sein muss. Mit Downloadcode von Rising Riot Records, bzw. hier: http://risingriot.blogspot.com/p/downloads.html Bocky

Ich hab ja beileibe nicht alle Bandnamen auf dem Schirm, aber ne Kappelle mit dem gleichen Namen kam mir bisher noch nicht unter. Verwunderlich, oder? Denn der Name ist doch eigentlich für Punk, HC oder Kruste einfach prädestiniert wie ich meine. Egal, die Gruppe aus dem Umfeld des AJZ Bielefeld, bedient eben jene genannten Fans, wobei ich wohl Doom vergessen habe, was ja immer mehr in „Mode“ kommt. Denn einerseits brettern die Songs einfach über einen hinweg, um dann aber auch mal schleppende Parts zu Wänden aufzubauen, damit wieder auf Angriff geschaltet werden kann. Passt also perfekt zum Namen der Band. Mit Downloadcode von Rising Riot Records, bzw. hier: http://risingriot.blogspot.com/p/downloads.html. Bocky

Hier im Süden kennt man die Derby Dolls schon recht gut und weiß, dass die Band rattenscharfen Punkrock macht. Ich für meinen Teil habe es aber bisher nicht zu einem einzigen Konzert der Truppe geschafft, bin aber nach dem Hören ihres ersten Longplayer auf jeden Fall ganz schon angefixt. Mir gefällt es, wie unverblümt die 10 Songs daher kommen und sich keine Gedanken um irgendwelche Richtwerte gemacht werden. Ach und wer meint mehr als nur mal reinhören zu müssen, sollte sich beeilen, das Vinyl gibt’s nämlich nur 300x! Leider ohne Downloadcode von der Band. Bocky

Nach dem Staub, den sie seit ihrem Debüt „17 until I die“ aufgewirbelt haben, folgt nun der zweite Longplayer der Amsterdamer Jungs. Mit den zehn neuen Titeln beweisen sie, dass sie bisher keine Augenwischerei betrieben haben, sondern auch drei Jahre nach dem Erstling astreinen HC-Punk vom Stapel brettern. Der Großteil der Leser hat die Embryo Punks sicher schon live gesehen, weil die Gang ständig auf Tour ist. Auf ihren Live-Gigs kann man sich stets von den Qualitäten der Band überzeugen lassen. Wirklich unglaublich wie gut diese jungen Kerle schon sind, da stimmt einfach alles. Jeder einzelne der Jungs legt sich zu 100% in Zeug, weshalb es einen riesen Spaß macht ihnen zuzuschauen oder selbst quer durch den Mob zu fegen. Fantastischer amilastiger Hardcore-Punk mit einem begnadeten Gitarristen und einem total verrückten Sänger. Leider ohne Downloadcode von Dirty Faces. Bocky

(MCD, www.myspace.com/thecute39s)
Breitengüssbach? Da war doch mal was… Habe eigentlich nicht wirklich geglaubt, dass es einen Ort mit diesem Namen tatsächlich gibt. Nur weil es mal Else Admire & The Breitengüssbach Dolls gab. Das heißt doch gar nichts! Aber anscheinend gibt es das Kaff tatsächlich, denn die Cute’s haben ihre Kontaktadresse dort. Muss irgendwo in der Nähe von Bamberg sein. Ist ja aber auch egal. Was zählt ist die Mucke: Schnörkelloser Old School Punk in Dreier-Besetzung mit Rikarda am Gesang, die stimmlich ein bisschen an Kim Shattuck von The Muffs erinnert, plus zwei Jungs an Gitarre und Drums. Nix Weltbewegendes, aber ordentlicher und schwungvoller Low Fi-Punkrock, der sich hören lassen kann. Vier Songs auf DIY-CD im Pappschuber… Alles sehr charmant. Die Songs gibt’s auch alle bei Murdochs Schaubühne anzuhören. Aber bei Gefallen holt Euch ruhig das Originalprodukt. Da gibt es auch ein kopiertes Faltblatt mit allen Texten und einen Aufkleber gratis dazu – und ihr unterstützt die Band! Verdammte Axt!!! Obnoxious

(CD, Southern Records)
Scheinbar konnten sich die Befürworter (vor allem Penny Rimbaud, Gee Vaucher und Steve Ignorant) der Wiederveröffentlichungen mit den Gegnern (Pete Wright, Phil Free, Eve Libertine) einigen und die remasterten Aufnahmen der Mitbegründer des DIY können nun endlich in einer fast unglaublichen Qualität erscheinen. Und was soll ich euch sagen, meine lieben Brüder und Schwestern, Crass sind auch nach über 30 Jahren unfassbar intensiv. Das Album hat so viel Atmosphäre von Wut und eben ausbrechendem Zorn, dass es nicht verwundert, dass Crass in vielen Belangen, die Punk ausmachten, das Maß aller Dinge sind. Crass waren und sind nämlich für einige grundlegende Veränderungen sowohl im Musikbusiness als auch der Kunst verantwortlich. Sucht man nach den Wurzeln von DIY oder dem für mich als Laien unbeschreiblichen Stil des Artworks landet man unweigerlich bei den Politpunks der damaligen Kommune im sagenumwobenen Dial House, in dem Mastermind Penny Rimbaud heute mit 65 Jahren immer noch lebt. Diese Truppe war maßgeblich an einer Revolution beteiligt, die man bis dato nicht kannte. Fuck Corporate Bullshit war keine leere Phrase, sondern ein tatsächlich gelebter Stil neben dem idiotischen Mainstream. Egal wie lange ich jetzt noch mit Superlativen um mich werfe, in diesen kurzen Worten werde ich nicht dem gerecht, worüber andere mehrere Bücher geschrieben haben. Wer auch nur ansatzweise etwas von Selbstbestimmung hält und deren Anfänge besser verstehen will, kommt hieran sowieso nicht vorbei! Bocky

(7“, My Delight Records)
Zwischen Fehlfarben und Skeptiker war mein erster Gedanke als ich die kleine Scheibe des gemäßigt flotten Dreiers aus Göttingen auf den Plattenteller gelegt hatte. Ein Blick auf’s schlichte, schwarzweiße Papp-Cover – das ein paar Gänse zeigt von denen eine durch einen Trichter gemästet wird (der Trichter setzt sich im schmalen Booklet übrigens fort und setzt die Texte frei) – erinnerte mich an den Hinweis meiner Ex-Kollegin, dass in Frankfurt auf dem Main und in den Parks die heimischen Stockenten immer mehr durch die eingeflogenen Nilgänse vertrieben werden. Meine nachfolgenden vogelkundlichen Beobachtungen bestätigten diese Aussage. Was das mit der 7“ zu tun hat? Nichts. Ich wollte es einfach mal loswerden. Bunkaangst machen das, wovon ich vorhin schon sprach und sind darin gar nicht mal schlecht. Nichts Weltbewegendes, aber was Bewegendes. Der letzte Titel „Schrankwand Eiche rustikal“ erinnerte mich an den Namen einer Band vom Kollegen Hötsch Höhle, die sich einfach nur Schrankwand nannte. Hat aber wieder nichts mit der Scheibe zu tun. Ich bin einfach zu abgelenkt. Zu viele Erinnerungen, die sich hier auftun. Bunkaangst glänzen durch nichts als ihre schlichte Einfachheit und Eindringlichkeit. Unaufdringlich eindringlich und sehr einprägsam. Der Sound von dem ich mir für ruhigere Stunden mehr wünschen würde. Obnoxious

CRASHED OUT – Crash & Burn

| Juli 12th, 2011

(CD, I Hate People Records)
Wow, das ist wahrscheinlich eines der schlechtesten Cover aller Zeiten! Man sollte meinen, dass heutzutage wirklich jeder Photoshop gut genug bedienen können sollte, dass so was nicht dabei rauskommt. Der Schriftzug an sich ist ja schon echt bitter und erinnert einen stark an WordArt, nimmt man dazu aber noch dieses verpixelte hässliche kaputte braun-gelbe Auto, das wohl brennen soll und den lieblosen Albumtitel, der darunter gerotzt ist, macht das die Katastrophe perfekt. Da bin ich echt froh, dass ich die CD bekommen hab, denn wie das ganze auf LP-Größe aufgebläht aussieht, will ich mir gar nicht ausmalen. Das ist echt schade, zumal die Musik gar nicht schlecht ist. Die Band kommt aus England und spielt schon seit 1995 zusammen Punk’n’Roll für die Arbeiterklasse. Da geht’s um dreckigen Rock’n’Roll und Kämpfe in Bars, und andere Dinge die man halt so macht, wenn man ein richtig harter Bursche, oder in einigen Songs auch eine harte Frau, ist. Natürlich geht’s auch um den guten Freund Alkohol, und dass den die Band schon in rauen Mengen zu sich genommen hat, lässt sich deutlich an der Stimme des Sängers heraushören. Fett produziert und auch musikalisch passt alles. Aber einen Ausreißer gibt’s dann doch noch zu beanstanden. Wenn die Band im Song „Son Of A Gun“ singt: „I only wanted what’s always been said, a cook in the kitchen and a whore in bed“ weiß man eben nicht, ob das jetzt den dummdreisten Humor der Band beschreibt oder deren reaktionäre Weltsicht. Für Fans des Genres durchaus zu empfehlen. Martin

(LP, Contra Records)
Es gibt sie also doch noch, die jungen guten Bands, die sich mit frischem Wind in den Segeln auf das wild tosende Meer wagen, weil ihre junge Besatzung schon genügend Erfahrung hat, den heftigen Wellen zu trotzen. Dog Company spielen munteren und gleichzeitig melodischen Streetpunk, deren Songwriting auf eine ereignisreiche Vergangenheit schließen lässt, obwohl noch keiner der Jungs wirklich alt aussieht. Etwas verwirrend finde ich das blau-weiß-rote Vinyl (US-amerikanische Staatsfarben) für eine texanische Band mit MG-Bauanleitung als Cover in Verbindung mit den Texten der Songs „Sean Flynn“ und „Che“. Vor allem weil Letzterer für sie ein Mörder und kein Märtyrer war. Natürlich kann man darüber streiten, was Che Guevara machte, aber das Gesamtbild wirkt schon etwas merkwürdig. Vielleicht ist es aber eben auch nur Paranoia. Rein musikalisch knallen Dog Company wirklich gut einen weg, aber der Rest ist mir doch etwas zu Redneck-lastig. Bocky

DUMBELL – Death Ray

| Juli 12th, 2011

(CD, No Solution Records)
Drei Jahre lang war Dumbell-Mastermind Paul Grace krankheitsbedingt weg vom Fenster. Es scheint ihn wirklich ernsthaft gebeutelt zu haben – nicht von ungefähr kommt der Albumtitel „Death Ray“. Jetzt sind Dumbell zurück auf den Brettern, die die Welt bedeutet. Paul Grace verarbeitet in den 15 Songs viele seiner Gefühle, die er in den vergangenen Jahren durchlebt hat – Angst, Hoffnung, Lebenswille und den nötigen Humor, um die ganze Scheiße zu überstehen. Dumbell knüpfen da an, wo sie aufgehört haben. Auf ihrem vierten Longplayer bieten sie einmal mehr Power Pop, Rock und Punk. Amerikanisch geprägt. Ist zwar nicht unbedingt das, worauf ich mir täglich einen runter hole, aber kann mich als Vorspiel schon mal langsam in Stimmung bringen. Als Gast-Gitarristen wurden dann auch Bernadette von den Gee Strings und sogar Sonny Vincent ins Studio gezerrt. Das nur so am Rande, für diejenigen die auf Name-Dropping stehen. Aber mal im Ernst: „Death Ray“ ist ein ganz okayes PunkRock-Album, das mich zwar wegen Pauls Geschichte persönlich berührt, musikalisch aber nicht gerade vom Hocker reißt. Ich kann den ganzen Poser-Punk und vor allem -Rock – und Experten hören bestimmt auch noch Blues heraus – nur noch eingeschränkt hören. Für Dumbell mach ich aber manchmal eine Ausnahme. Obnoxious

THE HOTKNIVES – About Time

| Juni 25th, 2011

(CD, Sunny Bastard)
Die Engländer gibt es schon seit 1984, womit sie zu den älteren Kapellen dieses Stils gehören, aber wie man wissen sollte, bei weitem nicht zu den Gründungsvätern. Zur wie vielten Ska-Welle sie gehören, ist aber eigentlich nebensächlich, da sie ihren Job einfach gut machen und es ja wohl das ist, was zählt. Das Quartett, was für ’ne Ska-Band extrem mini ist, haut nach 10 Jahren 13 hervorragend eingängige Nummern raus, die sicher durch ihren hohen Pop-Anteil auch in größeren Kaufhäusern punkten können. Wundert mich jetzt aber nicht wirklich, wenn man bedenkt, dass sie so in die Zeit der The Specials und Selecter gehören, in der man klasse 2-Tone Songs schrieb und sowohl Dub, als auch Rocksteady ’ne wesentlich größere Rolle spielten, als der langweilige, weil viel zu langsame, Reggae. Wer also mal ’ne kleine Geschichtsstunde in der Richtung braucht und wissen will, woher bspw. solche famosen Bands wie The Valkyrians inspiriert wurden, liegt hier genau richtig. Bocky

neue Reviews …

| Juni 22nd, 2011

Nun, jetzt sind die letzten Besprechungen doch schon wieder ne Weile her, obwohl ich Besserung versprach. Aber hey, drauf geschissen, dafür sind hier ein paar Alben dabei, die man nicht so fix wieder vergisst.

Johnny Wolga – Punk’s Not Back
Mit dem Titel hat das Trio außem Osten auf alle Fälle recht, denn Punk war nie weg! Aber auch sonst macht die Band alles richtig. Total krass wie hoch deren Hitdichte ist. Ich meine von den zehn Songs, die sie auf die Scheibe gepackt haben sind vier absolute Smasher und die restlichen sechs Songs sind „nur“ saugut. So manche Kapelle wäre froh sie hätte wenigstens einen dieser Songs geschrieben, ohne Witz! Dementsprechend läuft „Punk’s Not Back“ ca. dreimal am Tag, was gefühlte 21 Mal zu wenig ist. Wie ihr merkt haben es mir die Bubblegum Punks total angetan und wer auf Toy Dolls steht kommt an der Gruppe nicht vorbei ohne zu merken, dass die Inselaffen vielleicht gut waren, aber von den Ossis gezeigt bekommen, wie man noch größere Hits schmiedet. Bocky

Modern Pets – s / t
Die Zeiten, in denen sich die jungen Wahlberliner mit den Briefs haben vergleichen lassen müssen sind definitiv vorbei! Ein Fakt, der sich schon auf der letzten Single „Vista Alienation“ abzeichnete. Jene ist übrigens ebenso wie die ausverkaufte Single „Killing Sounds For Rotten People“ als Bonus auf der CD enthalten sind. Klar sind auch die 12 neuen Tracks eindeutig ´77 geprägt, aber die eigene Note kommt jetzt noch deutlicher zum tragen. Macht auf mich den Eindruck, dass die Jungs auf ihren verschiedenen Touren genauso viel gelernt haben, wie sie an Arbeit in diese absolut fantastische Band gesteckt haben. Mögen andere Fanziner an dieser Band was zu mäkeln haben, so kann ich meine offene Begeisterung eigentlich nicht oft genug nach außen tragen. Modern Pets sind mit ihrem Sound und ihrer gerotzten Energie einfach nur derart auf der Höhe, wie man es nur sein kann. Mit absoluter Sicherheit ein Album, welches in 20 Jahren zu den Klassikern zählen wird. Bocky

Volxsturm – Ein kleines bißchen Wut
Richtig klasse und witzig, was sich die Skins aus Schwerin da für ihr 20. Jubiläum haben einfallen lassen. Die CD erscheint in einem Pappschuber im DVD-Format, aus dem ein Buch mit neuer CD und DVD als Beilage purzelt. Im Buch wird logischerweise das bisher Geschehene verarbeitet und langjährige Weggefährten kommen dabei zu Wort. Auf der DVD findet man unter anderem ein lustiges Videogame in dem man nen Deutschrock-Zombie töten kann. Hervorragend! Die LP ist wie bei Contra Records standesgemäß farbig und als Highlight liegt dem Vinyl ein Oi!-Band Spielkarten Quartett bei, mit dem man sich mit seinen Kumpels mal wieder wie damals messen kann. weiterlesen →

(CD, Concrete Jungle Records)
In den USA sind die Hollowpoints seit 2001 am Start und das wohl auch mit steigender Popularität. Kein Wunder bei 10 Veröffentlichungen in 5 Jahren. Hierzulande dürfte die Band noch relativ unbekannt sein. Cocrete Jungle will das jetzt mit dem Europa-Debüt ändern. Ich frage mich warum. Gut die Hollowpoints gehen ganz gut nach vorne ab und geben auch den nötigen Druck. Stilistisch würde man die Band ohne mit der Wimper zu zucken an die West Coast oder genauer in das Bay Area verorten. Typischer Sound. In Wirklichkeit kommt die Band aber aus Seattle. Kein Wunder, dass sie auf dem Backcover alle in Karo-Holzfällerhemden abgelichtet sind. Nochmal zur Mucke: Melodischer, hymnischer Punkrock – Sing-A-Longs inclusive – ohne Punkt und Komma, der mir aber genau aus dem Grund bald zu eintönig wird. Ist einfach zu kontrastlos. Hier hebt sich kein Song sonderlich vom anderen ab. Ein kleines, aber nicht unbedeutendes Manko. Würde Musik in Fahrradläden verkauft werden, die Hollowpoints stünden in der Abteilung der gut rollenden Citybikes. Zu mehr reicht’s leider nicht. Obnoxious

(MCD, Sunny Bastard)
Nach dem Intro für die weiteren 6 Songs wird schnell klar, was die bayrischen Bub’n vorhaben. Sie alle haben einen „9 to 5-Job“, sind stolz darauf und feiern gerne. Ich denke, so kann man den Opener „Working Class Rock´n´Roll ganz gut zusammenfassen. Auch die weiteren Texte der Songs offenbaren nichts Neues, was man vom Sound auch nicht behaupten kann. Trotzdem wirken die fünf Jungs nicht so durchgenudelt wie manch andere Kapelle, die schon mehr als zehn Jahre auf dem Buckel hat. Auf mich machen die einen jungen, frischen und vor allem hungrigen Eindruck. Das ist schlichter und einfacher Streetpunk, der sich mit diversen Touren in den Vordergrund spielen könnte. Na und wenn sie das halten, was sie in auf dieser CD-EP versprechen, dann könnte das durchaus klappen. Bocky

(CD, I Hate People Records)
„Geil, eine neue Far From Finished-Platte”, das dachte ich mir, als Bocky mir die CD in die Hand drückte. Schließlich fand ich das „Living In The Fallout“-Album vor ein paar Jahren ganz groß. Und jetzt? Nach mehrmaligem Durchhören? Ich muss sagen, ich bin enttäuscht! Was die Band hier vorlegt ist poppiger Punkrock, wie er auf Teeniekomödien-Soundtracks zu finden ist. Das hat mit dem rauen, aggressiven Streetpunk des letzten Albums nur noch wenig zu tun. Natürlich sind die Songs gut eingespielt. Natürlich hat die Band wieder tolle Harmonien und Mitsing-Refrains. Wahrscheinlich würde mir das gefallen, wenn es eine neue Band wäre, die ihr Debüt-Album vorlegt. Aber in diesem Fall liegen eben die Verhältnisse etwas anders. Ich finde es nicht schlimm, dass die Band wahrscheinlich etwas mehr kommerziellen Erfolg haben will. Aber dieses Album ist im wahrsten Sinne des Titels „Forgettable“.   Martin

(CD, Anfibio Records)
Klasse hatte die Band schon immer. Das Oi-Urgestein aus Italien hat bereits über 25 Jahre Punkrock-Geschichte auf dem Buckel und weiß immer noch zu begeistern. Waren die letzten Alben eher naja-geht-so, hauen sie jetzt wieder voll auf die Kacke. Typischer KK-Sound, der knackig und frisch daherkommt und zum Tanzen und Feiern einlädt. Das Ganze gibt es im Special-Digi-Pack mit dem Oi! Una Storia-Comic streng auf 300 Kopien limitiert. Kay

(CD, Rehearsal Room Records)
Auf keinen Fall zu verwechseln mit den Sloppy Seconds aus Indianapolis, denen es seit Mitte der 80er hauptsächlich um so wichtige Themen wie Pornos, Saufen, Fettsein, TV Shows, Horrorfilme oder Comics ging und ziemlich nach den Ramones klangen. Auch eine gute Band! Aber Slobbery Dognose sind aus Braunschweig, der Stadt in der Lemmy geboren wurde oder zumindest ziemlich viele willige Weiber geschwängert hat, denn Slobbery Dognose scheinen einen unglaublichen Faible für Motörhead zu haben und spielen lupenreinen Metall-Punk. Eddy Maiden winkt auch ein paar Mal um die Ecke. Und das jetzt auch schon seit 20 Jahren. Zu diesem Anlass gibt es das neue Album. „New Breed“ sieht ziemlich nach einem DIY-Produkt, also Eigenproduktion aus. Ist in Aufmachung (CD im Vinyl-Outfit plus old schooliges Cover-Artwork) und musikalischer Leistung durchaus hörens- und sehenswert, auf die Dauer vielleicht aber etwas zu eintönig. 8 Songs in 20 Minuten, alle Songs zwischen zwei und drei Minuten lang. Metall und Punk united. Ziemlich auf den Punkt gebracht, größtenteils in High Speed und auf der linken Spur. Könnte auch durchaus auf People Like You erschienen sein. Antestbar. Obnoxious

(CD, www.myspace.com/schattendergrossstadt )
Untertitel: „Punk in Dresden 1982-1989“. Ich mach’s mir einfach und zitiere hier in Stichworten aus dem Begleittext im Booklet: „Rückblick auf die Dresdner Punkszene der frühen 80er Jahre …, in schlechter, aber authentischer Klangqualität, da größtenteils nur noch Proberaum- oder Live-Aufnahmen bestehen, die mit einfachsten Mitteln aufgenommen wurden … provokativ, rebellisch und unbekümmert.“ Kann sein, aber mir macht das Hören der CD vor allem auf Grund der größtenteils unterirdischen Qualität echt keinen Spaß. Und ich kann sie beim besten Willen nicht empfehlen. Vielleicht gerade noch als Zeitdokument für Menschen, die damals irgendwas mit Punk in Dresden zu tun hatten oder was mit Masochismus am Hut haben. Aber sonst … pffftttt, weg damit. Obwohl: Wenn man sich anstrengt, dringt der durchaus vorhandene Charme schon noch ganz gut durch. Aber länger als vier, fünf Songs am Stück ist das eigentlich nicht auszuhalten. Schade, denn ich kann mir gut vorstellen, dass der Sampler, wäre er mit den heutigen Möglichkeiten aufgenommen, richtig gut sein würde. So aber … Vertreten sind die Bands Gegenschlag, Rotzjungen, Paranoia, Garagentrio, Hortel, Suizid, Letzte Diagnose, Kaltfront und Fröhlicher Grießbrei. Wenn ich einen Gewinner küren müsste, dann wäre Letzte Diagnose („Eskimos im Frack … erfrieren sich den Sack …“) auf dem ersten Platz. Im Booklet gibt es außerdem noch ganz kurze Infos zu den Bands. Aber ich bin froh, dass ich es jetzt hinter mir habe. Obnoxious



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