Archiv für Interessantes

Neues bei Rilrec

| November 24th, 2009

rilrecDas Essener/Duisburger Punkrock-Label RILREC verkündet allerhand Neuigkeiten: Am 08.01.2010 werden zwei neue Veröffentlichungen das Licht der Punkrockwelt erblicken: THE TORPEDO MONKEYS aus Apesville (Rep. of Chimpistan) präsentieren ihren zweiten Longplayer namens „to go“. Der explosive Sound der Affenmenschen liegt irgendwo zwischen Elvis, Mummies, Cramps, Lord Sutch und den Fuzztones. Ganz anders erklingt dagegen der Sound des zweiten Albums der Dresdener Kombo DIE PUCKS: Auf „Noch mehr geile Scheiße!“ präsentiert das Trio bei abwechselndem Damen- und Herren-Gesang Geschichten aus dem Leben im deutschsprachigen, melidiösen Punkrock-Midtempobereich. Vertrieben werden die beiden Babies wie gehabt über Broken Silence.

Und damit nicht genug. Ab sofort erstrahlt die RILREC-Homepage in neuem Glanze und wurde umfangreich aufgemotzt: In nahezu jeden Song aller RilRec-Releases (so auch bereits in die beiden angekündigten neuen Veröffentlichungen) können die geschätzten Besucherinnen und Besucher ab sofort reinhören. Auch das RILBFHPA-Onlinemagazin mit jährlich rund 100 Konzertberichten samt Fotos ist natürlich wieder integriert. Der RILREC-Mailorder/Onlineshop sowie (auch ganz neu) alles wichtige vom Booking-Partner BILLIG PEOPLE BOOKING (ab März 2010 auch mit Tourservice!) runden das Angebot ab. Und zur Feier des Tages gibt es auf www.rilrec.de auch noch ’ne Verlosung mit diversen Preisen (ab sofort, Einsendeschluss ist der 28.02.2010).

vanyakostolomripAm Abend des 16. November wurde der 26-jährige Antifaschist Ivan Khutorskoy (aka Vanya Kostolom) vor seiner Haustür erschossen. Ivan war einer der führenden Köpfe der antifaschistischen Bewegung in Russland und Mitbegründer von R.A.S.H. (Red and Anarchist Skinheads). Für die meisten seiner Freunde ist klar, das Ivan von russischen Neonazis, mit zwei Schüssen in den Hinterkopf, geradezu hingerichtet wurde.
kostolom-friends-in-moscow_-april-2008Sein Name, seine Adresse und Fotos von ihm wurden, wie auch von Fedor Filatov (ermordet am 10.10.2008) und Ilja Dzhaparidze (ermordet am 28. Juni 2009), immer wieder auf Nazi-Webseiten veröffentlicht und zu Angriffen gegen ihn aufgerufen. Es war bereits der vierte Angriff auf das Leben von Ivan. Der erste Angriff von Nazis ereignete sich 2005 und wurde von den Angreifern gefilmt. Der zweite Angriff ereignete sich vor seinem Haus. Dabei wurde er durch Stiche mit einem Schraubendreher im Nacken und durch Schläge mit einem Baseballschläger schwer verletzt.

Hier ist ein Link mit Bankverbindungen zu ABC Moscow, bei denen man
Spenden zur finanziellen Unterstützung von Ivans Familie überweisen kann:
www.avtonom.org

RAISED FIST – Veil Of Ignorance

| November 16th, 2009

cvxcvxcv(CD, Burning Heart)
„Veil Of Ignorance“, zu deutsch „Schleier des Nichtwissens“ ist einer politischen Theorie des amerikanischen Philosophen John Rawls entnommen, der 1971 mit seinem Werk „A Theory Of Justice“ die Gerechtigkeits-/Gleichheitsdebatte anheizte. Inwiefern sich Raised Fist auf ihrem fünften Album mit dieser Theorie auseinandersetzen, ist mir nicht klar. Ich könnte jetzt hier noch eine ganze Zeit rumnörgeln, dass ich es super scheiße finde, wenn die Promo-CD ohne Texte und auch nur in rudimentärster Verpackung kommt… Wie soll man denn da einen Gesamteindruck bekommen und anderen davon berichten? John Rawl abgehakt, Schrott-Promo benölt. Zur Musik: Raised Fist spielen ein Crossover aus verschiedenen Genre-Mixen. Einen Crossover-Mix aus unheimlich wuchtigem Stadion-Hardcore, der sich stark am Oldschool Hardcore orientiert, staccatoartigem Gesang und diesmal etwas weniger Metal. Ich fand Raised Fist, speziell auf ihrem zweiten Album „Ignoring The Guidelines“ unheimlich stark, im Sinne von: Ich liebe diese Power. Die ständigen Breaks, der (wenn auch abgedroschener Vergleich) wie aus einer Maschinenkanone gefeuerte, unglaublich brutale Gesang und die fette Produktion, die der Musik einen präzisen Wumms gab. Das alles ist praktisch noch vorhanden, nur fehlt nach vier vorherigen Alben irgendwie die Originalität und es klingt für mich ein wenig abgenutzt. dennisdegenerate

mondoguzzi(CD-R, www.myspace.com/mondoguzzi )
Mondo Guzzi, Mannheims beste Schweinerocker der Welt, liefern mal wieder etwas Musikalisches ab. Das ist gut, weil es zeigt, dass sie sich doch nicht nur auf das Vermarkten ihrer Combo verlegt haben. Zum Schwein im Rock gesellt sich nun auch Metall. Zwei Stücke dieses 4-Track-Demos erinnern stark an Black Sabbath. Düsteres im Midtempo-Bereich und schöne Refrains. Beim zweiten Stück fällt ein Gitarrenlauf auf, der auch von Iron Maiden hätte stammen können – nur dass Iron Maiden diesen auf beiden Gitarren parallel gespielt hätten und Mondo Guzzi hier mit einer auskommen. Finale ist ein Kopfwackelwerk à la Metallica in ihren besten Zeiten (also früher). Und würde Eric mal seine Stimmlage etwas mehr in Richtung Rob Halford nach oben schrauben, wären Mondo Guzzi in höchstens zwei Jahren Headliner in Wacken. Bis dahin bleiben sie noch die NWOMSM. Und das ist mehr als man erwarten kann. Mondo Guzzi, auf diesem Moped möchte ich meine Kirche bauen. HH

indezent-e28093-der-jesus-fur-die-neue-zeit(CD-R, www.myspace.com/indezent87 )
Bei Indezent handelt es sich um vier Mädels aus Landau in der Pfalz, die erst 2008 ihre Band gegründet haben. Humanismus und Tierrechte sind nur zwei ihrer Beweggründe gegen das bestehende System anzugehen. Beim Opener „No Future“ z.B. geben sie sich kämpferisch und treten der herrschenden Lethargie selbstzufriedener und selbsternannter Punks in den Arsch. Auch ansonsten nehmen sie in ihren Texten kein Blatt vor den Mund und machen ihrer DIY-Attitude alle Ehre. Im kopierten s/w-Cover finden sich übrigens einige der aussagekräftigen Texte. Musikalisch erinnern Indezent an die frühen 80er Jahre, an Bands wie Bärchen und die Milchbubis oder Hans-A-Plast. Mid-Tempo, rau und roh, Sprechgesang, persönliche Texte sind die Ingredienzien. Das alles klingt anachronistisch, aber gut. An den Reglern stand übrigens Landaus Punkrock-Koryphäe Markus Dezibel. Ein Name, der für gute Qualität bürgt. Alles in allem kein brutales Brett, aber eine sehr wirkungsvolle Zaunlatte gegen alles Spießbürgerliche! Obnoxious

FRANZ WITTICH – Punk

| November 16th, 2009

franz-wittich-e28093-punk(7“, Pisstrophy)
Bei Kommando Vollsaufen dachten viele, die Bandmitglieder seien irgendwelche Krusten, die sich über Punk lustig machen. Dem war aber nicht so. Bei Franz Wittich bin ich mir da übrigens nicht so sicher. Denn die drei Songs – „Punk“, „Wann knallt es“, „Knüppel“ – sind so humorvoll räudig, rotzend vorgetragen, dass man sie gar nicht für voll nehmen kann. Insofern machen sich die Jungs nicht mal lustig über Punk, sondern sind wohl eher angepisst, von den herrschenden Zuständen in den eigenen Reihen, in denen man sich so gar nicht mehr wohl fühlt. Die Single ist in zartem Pink gehalten. Mein Cover sieht übrigens auch noch danach aus. Wirkt als ob es morgens nach dem Putzen vom Konzert vor der Bühne aufgehoben wurde. Sprich hängt ordentlich Dreck dran. Auch mal ’ne Idee! Wer von euch wusste eigentlich, dass der „echte“ Franz Wittich ’ne Person aus der Lindenstraße war? Bocky

DOOM – Fuck Peaceville

| November 16th, 2009

DOOM – Fuck Peaceville(CD, Twisted Chords)
Seit zig Jahren ist diese Scheibe nur zu unmöglichen Sammlerpreisen zu erhalten, weil sie eigentlich ausverkauft ist. Glücklicherweise konnte sich aber das integere Label aus Süddeutschland mit den Engländern einigen und veröffentlichen die 37 Songs (!) in einer neuen Auflage. Doch nicht nur das, denn Originalmitglied Bri Talbot machte sich die Mühe und mischte die alten Aufnahmen neu ab. Dementsprechend härter und satter ist das, was aus den Box ballert: Unfassbarer, brachialer Crust-Punk, der in aller Kürze auf den Punkt kommt. Ein wütendes Re-Release, das nichts an seiner Härte verloren hat, gerade weil die damaligen Mitglieder eben noch zu 100% zu dieser Platte stehen. Entsprechend des Labels gibt es value for money. Sprich die CD ist ein Klapp-Digipack mit fettem Booklet und allen Songtexten, das Vinyl kommt im aufwändigen Klappcover inkl. Downloadcode. So gilt nicht nur „Fuck Peaceville“, sondern auch Fuck Corporate Punk. Bocky



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