Archiv für Interessantes

RAISED FIST – Veil Of Ignorance

| November 16th, 2009

cvxcvxcv(CD, Burning Heart)
„Veil Of Ignorance“, zu deutsch „Schleier des Nichtwissens“ ist einer politischen Theorie des amerikanischen Philosophen John Rawls entnommen, der 1971 mit seinem Werk „A Theory Of Justice“ die Gerechtigkeits-/Gleichheitsdebatte anheizte. Inwiefern sich Raised Fist auf ihrem fünften Album mit dieser Theorie auseinandersetzen, ist mir nicht klar. Ich könnte jetzt hier noch eine ganze Zeit rumnörgeln, dass ich es super scheiße finde, wenn die Promo-CD ohne Texte und auch nur in rudimentärster Verpackung kommt… Wie soll man denn da einen Gesamteindruck bekommen und anderen davon berichten? John Rawl abgehakt, Schrott-Promo benölt. Zur Musik: Raised Fist spielen ein Crossover aus verschiedenen Genre-Mixen. Einen Crossover-Mix aus unheimlich wuchtigem Stadion-Hardcore, der sich stark am Oldschool Hardcore orientiert, staccatoartigem Gesang und diesmal etwas weniger Metal. Ich fand Raised Fist, speziell auf ihrem zweiten Album „Ignoring The Guidelines“ unheimlich stark, im Sinne von: Ich liebe diese Power. Die ständigen Breaks, der (wenn auch abgedroschener Vergleich) wie aus einer Maschinenkanone gefeuerte, unglaublich brutale Gesang und die fette Produktion, die der Musik einen präzisen Wumms gab. Das alles ist praktisch noch vorhanden, nur fehlt nach vier vorherigen Alben irgendwie die Originalität und es klingt für mich ein wenig abgenutzt. dennisdegenerate

mondoguzzi(CD-R, www.myspace.com/mondoguzzi )
Mondo Guzzi, Mannheims beste Schweinerocker der Welt, liefern mal wieder etwas Musikalisches ab. Das ist gut, weil es zeigt, dass sie sich doch nicht nur auf das Vermarkten ihrer Combo verlegt haben. Zum Schwein im Rock gesellt sich nun auch Metall. Zwei Stücke dieses 4-Track-Demos erinnern stark an Black Sabbath. Düsteres im Midtempo-Bereich und schöne Refrains. Beim zweiten Stück fällt ein Gitarrenlauf auf, der auch von Iron Maiden hätte stammen können – nur dass Iron Maiden diesen auf beiden Gitarren parallel gespielt hätten und Mondo Guzzi hier mit einer auskommen. Finale ist ein Kopfwackelwerk à la Metallica in ihren besten Zeiten (also früher). Und würde Eric mal seine Stimmlage etwas mehr in Richtung Rob Halford nach oben schrauben, wären Mondo Guzzi in höchstens zwei Jahren Headliner in Wacken. Bis dahin bleiben sie noch die NWOMSM. Und das ist mehr als man erwarten kann. Mondo Guzzi, auf diesem Moped möchte ich meine Kirche bauen. HH

indezent-e28093-der-jesus-fur-die-neue-zeit(CD-R, www.myspace.com/indezent87 )
Bei Indezent handelt es sich um vier Mädels aus Landau in der Pfalz, die erst 2008 ihre Band gegründet haben. Humanismus und Tierrechte sind nur zwei ihrer Beweggründe gegen das bestehende System anzugehen. Beim Opener „No Future“ z.B. geben sie sich kämpferisch und treten der herrschenden Lethargie selbstzufriedener und selbsternannter Punks in den Arsch. Auch ansonsten nehmen sie in ihren Texten kein Blatt vor den Mund und machen ihrer DIY-Attitude alle Ehre. Im kopierten s/w-Cover finden sich übrigens einige der aussagekräftigen Texte. Musikalisch erinnern Indezent an die frühen 80er Jahre, an Bands wie Bärchen und die Milchbubis oder Hans-A-Plast. Mid-Tempo, rau und roh, Sprechgesang, persönliche Texte sind die Ingredienzien. Das alles klingt anachronistisch, aber gut. An den Reglern stand übrigens Landaus Punkrock-Koryphäe Markus Dezibel. Ein Name, der für gute Qualität bürgt. Alles in allem kein brutales Brett, aber eine sehr wirkungsvolle Zaunlatte gegen alles Spießbürgerliche! Obnoxious

FRANZ WITTICH – Punk

| November 16th, 2009

franz-wittich-e28093-punkhttp://www.pogoradio.de/wp-content/uploads/2009/11/franz-wittich-e28093-punk.jpg 130w" sizes="(max-width: 120px) 100vw, 120px" />(7“, Pisstrophy)
Bei Kommando Vollsaufen dachten viele, die Bandmitglieder seien irgendwelche Krusten, die sich über Punk lustig machen. Dem war aber nicht so. Bei Franz Wittich bin ich mir da übrigens nicht so sicher. Denn die drei Songs – „Punk“, „Wann knallt es“, „Knüppel“ – sind so humorvoll räudig, rotzend vorgetragen, dass man sie gar nicht für voll nehmen kann. Insofern machen sich die Jungs nicht mal lustig über Punk, sondern sind wohl eher angepisst, von den herrschenden Zuständen in den eigenen Reihen, in denen man sich so gar nicht mehr wohl fühlt. Die Single ist in zartem Pink gehalten. Mein Cover sieht übrigens auch noch danach aus. Wirkt als ob es morgens nach dem Putzen vom Konzert vor der Bühne aufgehoben wurde. Sprich hängt ordentlich Dreck dran. Auch mal ’ne Idee! Wer von euch wusste eigentlich, dass der „echte“ Franz Wittich ’ne Person aus der Lindenstraße war? Bocky

DOOM – Fuck Peaceville

| November 16th, 2009

DOOM – Fuck Peaceville(CD, Twisted Chords)
Seit zig Jahren ist diese Scheibe nur zu unmöglichen Sammlerpreisen zu erhalten, weil sie eigentlich ausverkauft ist. Glücklicherweise konnte sich aber das integere Label aus Süddeutschland mit den Engländern einigen und veröffentlichen die 37 Songs (!) in einer neuen Auflage. Doch nicht nur das, denn Originalmitglied Bri Talbot machte sich die Mühe und mischte die alten Aufnahmen neu ab. Dementsprechend härter und satter ist das, was aus den Box ballert: Unfassbarer, brachialer Crust-Punk, der in aller Kürze auf den Punkt kommt. Ein wütendes Re-Release, das nichts an seiner Härte verloren hat, gerade weil die damaligen Mitglieder eben noch zu 100% zu dieser Platte stehen. Entsprechend des Labels gibt es value for money. Sprich die CD ist ein Klapp-Digipack mit fettem Booklet und allen Songtexten, das Vinyl kommt im aufwändigen Klappcover inkl. Downloadcode. So gilt nicht nur „Fuck Peaceville“, sondern auch Fuck Corporate Punk. Bocky

wizo1http://www.pogoradio.de/wp-content/uploads/2009/11/wizo1-266x400.jpg 266w, http://www.pogoradio.de/wp-content/uploads/2009/11/wizo1.jpg 600w" sizes="(max-width: 120px) 100vw, 120px" />„Die deutsche Punkrocklegende kehrt zurück!“
(Sindelfingen/Voerde, 13.11.2009) – Kraftvoller und lebendiger als je zu vor, meldet sich die totgeglaubte Legende „WIZO“ zurück und holt aus zum eindrucksvollen dreifachen Rundumschlag im kommenden Jahr 2010: eine komplette Runderneuerung, Headliner-Shows auf Festivals und vor allem ein brandneues Album!

Mit neuem Bassisten, altem Label, gewohnter Lässigkeit und viel neuer Power tritt das Punkrocktrio ganz selbstbewusst an, seinen Ruf als unumgängliche Größe in der deutschen Alternativkultur und der internationalen Punkrockszene zu manifestieren und künftig in nie gekannte Dimensionen auszubauen. Wer die Biografie der Band kennt, kann ahnen, dass man da nicht nur mit einigen Überraschungen und aufsehenerregenden Aktionen rechnen darf, sondern bestimmt auch wieder mit radikalen Ideen bei der Selbstdarstellung und Vermarktung. weiterlesen →

Trust #136 und Trust #137

| November 11th, 2009

trust-136http://www.pogoradio.de/wp-content/uploads/2009/11/trust-136.jpg 215w" sizes="(max-width: 120px) 100vw, 120px" />Trust #136
(A4, 68 Seiten, 2,50 Euro + Porto, PF 110762, 28087 Bremen)
Hab ich mich aber gefreut, als ich das neue Trust in meinem Briefkasten fand und das obwohl der Absender und mein persönlicher Trust-Dealer nur drei Straßen von mir entfernt wohnt. Warum macht er das bloß? Hat er zuviel Geld? Oder schreibt er einfach nur gerne meinen Nachnamen falsch? Fragen über Fragen, deren Antworten aber auch irgendwie egal sind. Heft aufgeblättert, die üblichen Kolumnen überflogen und dann in die Tiefen des Fanzine-Dinosauriers eingetaucht. Wie immer bietet das Trust vor allem Interviews. Beim Trust ist es merkwürdig. Entweder machen sie eine Ausgabe, bei der mich so gut wie alle Bands interessieren oder eine Ausgabe, die mir völlig am Arsch vorbei geht. Bei der #136 war ich aber mal wieder auf der Gewinnerseite. weiterlesen →



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