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DIE DORKS – Grundtriebe

| Februar 16th, 2010

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(CD, www.myspace.com/diedorks)

Die Dorks kommen aus Bayern. „Dorks” bedeutet nichts anderes als „Idioten”, also: Die Idioten aus Bayern. Da Bayern schon einige Idioten hervorgebracht hat, wundert mich das jetzt nicht. Die Jungs und das Mädchen am Gesang machen Punk, und zwar unterster Schublade. Die selbst produzierte Platte erinnert mich ein bisschen an die Mannheimer Kommando Vollsaufen, mit dem Unterschied, dass man denen die Philosophie damals abgenommen hat, was man bei den Dorks nicht richtig glauben kann. So asi, wie ihr tut, seid ihr gar nicht! Trotzdem mal reinhören, wer auf Deutschpunk steht. Kay

dritte-wahl(CD, Dritte Wahl Records)
Dass Dritte Wahl schon seit jeher eine Band ist, die ein sehr feines Gespür für ihre Fans hat, ist bekannt. So ließen sie 2008 vor dem Force Attack-Festival ihre Fans abstimmen, welche Songs sie spielen sollen. Gesagt, getan, standen sie dann im Sommer 2008 in Behnkenhagen auf der Bühne und fügten der „echten Best Of“…-Sammlung noch drei selbstgewählte Titel hinzu und heizten knapp 15.000 Feierwütigen gut ein, was man auf dieser Live-CD glücklicherweise sehr wohl hören kann. Auch wenn ich nicht wirklich ein großer Fan der Rostocker bin, muss ich frank und frei zugeben, dass diese Idee wirklich klasse ist und sie damit denjenigen gebührend dankten, denen sie diese lange Karriere zu verdanken haben: ihren Fans. Diese Scheibe ist ein wirklich feiner Zug einer Band an ihre Fans. Bocky

rantanplan-e28093-halte28099s-maul-mach-musik(CD, Tapete)
Früher – ganz früher … – hatte ich mal ein Rantanplan-Poster an der Wand hängen. Heute nicht mehr – …seit Jahren. Hab die Band nach der ersten LP aus stetig steigendem Desinteresse aus den Augen verloren. Jetzt weiß ich auch wieso: Musikalisch geht der Rantanplan-Ska einigermaßen in Ordnung, aber die Stimme nervt unglaublich! Mal abgesehen davon: „Halt’s Maul – Mach Musik“ ist für ein gleichzeitiges Live- und Best Of-Album viel zu lang geraten und wird dementsprechend auch schnell langweilig. Wer am 10.10.08 bei der Aufnahme der 27 Stücke nicht live in der „Fabrik“ in Hamburg dabei war, hat auch heute nix verpasst. Sich selbst ein Denkmal setzen, geht anders, da hilft auch kein Abklopfen aller möglicher Hits aus den letzten 15 Jahren. Ich für meinen Teil hör mir da lieber gemütlich mal wieder „Kein Schulterklopfen (Gegen den Trend)“ an und schwelge in alten Zeiten. „Halt’s Maul – Mach Musik“ stelle ich zur Jugendrente ins Regal. Vielleicht kommt die CD auch gleich in die Tonne. Mal sehen wie ich morgen aufgelegt bin.   Obnoxious

TORPEDO MONKEYS – … To Go

| Februar 16th, 2010

torpedo-monkeys-e28093-to-go(CD, Rilrec)
Hilfe Darwin, die Verwandten kommen, oder Affenkotelett – warum ist die Banane krumm? Die Klimazonen verschieben sich immer weiter und es wird immer wärmer in unseren Gefilden. Ob die vier Affen, die sich in der Kulturhauptstadt 2010, dem Ruhrgebiet, eingenistet haben ursprünglich über die Meerenge vor Spaniens Küste gekommen sind oder aus illegalen Zuchtbaracken von gewissenlosen Tierhändlern entsprungen sind, kann heute niemand mehr so genau sagen. Wovon wir ausgehen können ist, dass sie auf ihrer Flucht/Reise über einen großen Fundus an primitivem Rock’n’Roll, Punk und der einen oder anderen Country-Scheibe verfügt haben müssen. Überall da wo Schaulustige den Affen Zucker gaben, sagten die später Befragten mit glasigen Augen, sie hätten die Kontrolle über ihre Körper verloren und in einer Art Voodoo-Ritual mitgewirkt, es seien ihnen Lux Interior und Poison Ivy erschienen und sie hätten mit ihnen Unzucht getrieben. Was mit diesen armen Teufeln geschah, kann nun auch in unseren Breiten vorkommen. Von Januar an begeben sich die vier haarigen Gesellen auf Beutefang mit ihrem neuesten Flick „…To Go“. Mütter haltet eure Töchter fest, das fehlende Glied is on the loose. Knaller! dennisdegenerate

zerfall-e28093-25-jahre-blauen-mowen(CD, Rotten Totten)
Zerfall sind eine, mir bis dato völlig unbekannte, Ostpunkband, welche sich 1983 in Ostberlin formierte, dementsprechende Repressalien von Staatsseite über sich ergehen lassen musste und somit im Jahr 1985 ihre Tätigkeit einstellte. Auf dieser CD findet sich nun ein Teil ihres alten Materials neu aufgenommen. Gradliniger harter Deutschpunk, der leider etwas unter dem Gesang leidet, der irgendwie übertrieben rau und grölig wirkt, wie man es eigentlich von eher zweitklassigen Oi-Produktionen aus den neuen Bundesländern kennt. Textlich ist nichts dagegen einzuwenden. Das Lied „Besatzer Raus“ wurde auch neu aufgenommen, was mich etwas wundert, da die Forderung nach einem „freien Deutschland“ inzwischen ja überholt und auch nicht sonderlich glücklich formuliert ist. Als Bonus finden sich 15 Live-Songs aus dem Jahre 1984, soundtechnisch nicht der Brüller, aber authentisch allemal! Für Ostpunkfans und Deutschpunkenthusiasten Kaufempfehlung. Chris

the-abs-e28093-a-wop-bop-a-lo(Do-CD, Boss Tuneage)
Bis dato kannte ich die Gruppe gar nicht. Doch schon vom ersten Ton an wusste ich, ich kenne den Song der da lief – „Grease your Ralph“. Na, wie das eben so ist mit alten England-Bands, man kann sie einfach nicht alle kennen und weiß auch oft nicht die Songs richtig zuzuordenen. Aber was soll‘s, dafür gibt es ja dann extra solche Labels wie Boss Tuneage, die sich darum kümmern, dass auch die Jüngeren, die nicht 1977 dabei sein konnten, hören dürfen, was damals Sache war. The ABS machen klassischen Mod und auf den beiden CDs dürfte wohl so ziemlich alles gepresst sein, was die Combo jemals machte. Unter anderem sogar ein Live-Konzert (Anm. Obnoxious: Sind Konzerte nicht irgendwie immer live?), was bisher nicht veröffentlicht wurde, ebenso wie ein Teil ihrer eigenen Peel Session. Als Schmankerl bekommt man vom ehemaligen Bandmitglied Baz Oldfield noch ’nen kurzen historischen Abriss im Booklet. Na, und da die ABS ordentlich reingehen, ist das ’ne Veröffentlichung alter Sachen, die richtig gut ist! Bocky