(CD, SN Rex)
Wenn die beiden Bands Blasenschwäche und Drexschleuder fusionieren kommt was dabei raus? Ganz klar, „Die verwesenden Altlasten“! Deutschpunk der humoristischen Sorte. Die Texte sind nicht debil und albern, aber meinen Nerv treffen die Scherze trotzdem nicht. Hiermit starte ich einen Aufruf: Sollte sich da draußen jemand berufen fühlen, Bands wie den Verwesenden Altlasten den nötigen Respekt zu zollen und sie sogar zu mögen, schreibe er doch bitte an HYPERLINK “mailto:info@punkrock-fanzine.de” info@punkrock-fanzine.de, dass er unser/e offizielle/r Deutschpunk-Rezensent/in werden möchte. Zurück zur Band, okayer D-Punk der, wenn er rotziger und schneller vorgetragen würde, mir besser gefiele. Berufene/r melde dich! dennisdegenerate
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(7“, Elfenart)
Hübsch aufgemachte DIY-Seven Inch mit je zwei Songs der Lischitzkis aus Lüneburg und deren Berliner Pendant Grizou. Musikalisch ist man nicht allzu weit entfernt voneinander, dominiert wird die ganze Chose von räudigen HC-Punk-Klängen, vorgetragen durchgehend in deutschländisch. Wobei es bei den Tischlern etwas straighter in die Fresse geht (mit den beiden Songs „Zuviel TV“ & „Sex ist Englisch“), während die Berliner ein paar Milligramm gediegener zu Werke gehen und sich hier und da auch nicht vor, ähem, Emo-lastigen (also, im ursprünglichen Sinne des Wortes) Gitarrenläufen scheuen. Was ihnen aber auch recht gut zu Gesicht steht, ohne irgendwie peinlich oder ausgesetzt (Anm. Obnoxious: Du meinst wohl aufgesetzt, aber ausgesetzt ist auch schön!) zu erscheinen. Die beiden Beiträge „Shoppingparadies Welt“ sowie „Punkrock 08“ können jedenfalls etwas – sozusagen Turbostaat in besser (weil nicht ganz so pathosbeladen). Schön, schön. Snitch
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(CD, Heptown Records)
Wer zuerst denkt, man könnte den Album-Titel locker mal ins Enlische übersetzen und dann schon ein kleine Vorahnung von dem bekommen, was einen auf dem Debüt-Longplayer der Schweden erwartet, wird wohl an der Übersetzung des Wortes „Hast“ scheitern. Gibt’s nämlich nicht auf Englisch. Komisch, was jetzt? CD einlegen und abwarten. Was dann kommt, klingt zumindest sprachlich sehr exotisch. Die Lösung: Die Nordländer singen in ihrer Landessprache. Muss man sich erst mal dran gewöhnen. Aber ist das geschafft, dann passen Songstrukturen, Melodie und Gesang wie Arsch auf Eimer. Gibt den ersten Pluspunkt. Punkt Zwei und Drei gibt’s für den melodischen Pop Punk, der hin keineswegs lala-harmlos um die Ecke biegt, sondern schon ganz gut von hinten in die Kniekehle fährt. Schnell, energisch. Rasant und hastig. Sogar so hastig und hektisch, dass man glauben könnte, die drei Jungs haben Angst die nächste Bahn oder die Geburt ihres Erstgeborenen zu verpassen. In diesem Sinn würde die von mir jetzt ahnungslos in den Raum gestellte Übersetzung von „I All Hast“ zu „In aller Eile“ ziemlich den Nerv treffen. Keine Ahnung, ob das mit der Herleitung jetzt einigermaßen hinkommt, aber doch, doch das kann schon was und macht Spaß. Einer Live-Performance wäre ich nicht unbedingt abgeneigt. Wer auf Schweden und So Cal-Punk kann, könnte hier ein Ohr riskieren. Obnoxious
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(CD, Alienated But Striving Records)
Zum 15-jährigen Bandbestehen „ballerten“ (wie sie es selbst schreiben) die Stoned Aliens (warum ein englischer Name, wenn man allergrößtenteils auf Deutsch singt?) ihren ersten Longplayer auf dem bandeigenen Label raus. Da haben sie scheinbar mächtig lange dran gefeilt. Unter „ballern“ stelle ich mir allerdings etwas komplett anderes vor, als den vorliegenden „Moralwaschtag“-Quatsch. Ich schwanke in meiner Beschreibung zwischen „bemühter Tote Hosen-Punk“, „sozialkritischer Studentenpunk“ und „idealistischer Gutmenschen-Punk“. Schöne Worte. Ist aber doch alles irgendwie auch der selbe Nonsens. Nonsens im wahrsten Sinne des Wortes, denn ich erkenne darin keinen Sinn und schon gar keinen tieferen. Man beruft sich auf Terrorgruppe und die frühen Boxhamsters. Haben sie bestimmt auch schon mal gehört. Aber verarbeitet? Mehr schlecht als recht. Politik kommt auch drin vor, Selbstironie wohl auch. Jedoch ist das alles auf so unterschwelligem Niveau, dass ich eigentlich keine Lust habe, mich mit der CD weiter zu befassen. Und deshalb tue ich es auch nicht! Obnoxious
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(CD, Damaged Goods)
Noch eine Band, in der der Lo Fi-Experte Billy Chyldish seine Finger im Spiel hat. Weiß gar nicht was mich geritten hat, als ich diese CD aus dem Promo-Körbchen an mich gerissen habe, denn mit dessen Output konnte ich eigentlich noch nie großartig was anfangen. Jetzt ist es aber zu spät sich zu beschweren. Vor allem: Bei wem sollte ich das tun? Hab ich mir doch alles selbst eingebrockt, die ganze Scheiße hier. „Poets Of England“ soll wohl irgendwie so was wie ein Konzept-Album sein, denn irgendwie dreht sich alles um … Poeten… und Philosophie. Erinnert mich irgendwie an „Bruces’ Philosophers Song“ von Monty Python. Und den Fußballsketch selbiger Truppe, in dem griechische gegen deutsche Philosophen Fußball spielen. Sollte das die Intention gewesen sein, geht das Ergebnis aber ziemlich in die Hose. Wenn nicht, dann auch. Das hier ist nämlich langweilige Lo Fi-Hippiescheiße, die mir in kürzester Zeit ziemlich auf den Sack geht. Nicht nur die Mucke nervt, auch die Stimme und die Gesangslinien bringen mich zur Verzweiflung. Und auch wenn das alles nicht besonders ernst gemeint ist, bleibt es scheiße, unnütze Zeit- und Ressourcenverschwendung. Bei aller Liebe für die Kunst und gegen den Kommerz. The Vermin Poets können von mir aus lang kacken gehen und ihre Ergüsse in oder auf der Latrine von sich geben. Weg damit! Obnoxious
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Wir – Sick of Society – bräuchten Eure Hilfe.
Zum 20-jährigen Jubiläum unseres ersten Demos 2011, würden wir dieses gerne noch einmal auf CD veröffentlichen und zusätzlich auch noch die zwei darauffolgenden Demos mit dazupacken.
Wir suchen hierfür ambitionierte, talentierte Künstler, die sich schon immer mal an einem Cover versuchen wollten. Von unserer Seite gibt es keinerlei Vorgaben … jeder darf sich nach Lust und Laune künstlerisch austoben.
Mehr Infos zu der Geschichte unter www.myspace.com/pornnrollforever (Blog) oder auf www.sickofsociety.de (News).
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(CD, Knock Out)
Ich mag keine Country-Musik. Immer noch nicht! Aber ich mag die Whiskey Daredevils, weil sie eine hervorragende Art der Interpretation von Country beherrschen. Country versetzt mit Garage und Punk. Schön morbid. So kann auch ich US-amerikanische Volksmusik hören. Nur auf ihrer neuen CD zügeln die W.D. die Punk- und Garagen-Elemente und sind mir dann doch zu countryig (dieses seltsame Wort geht ab sofort in den offiziellen Sprachschatz ein). Das war schon mal besser und ich bin mir sicher, dass es auch wieder besser wird. Jeder macht mal eine schwierige Phase durch. Das gehört zum Leben. Schade, aber toll. HH
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(CD, Concrete Jungle)
Die Entwicklung von der wutschnaubenden ersten Scheibe „Here’s Our Answer“ über „Break Addiction“ zum wegweisenden dritten Album ist unüberhörbar. Die Gang aus dem süddeutschen Raum knallt mit „Go On!“ die Anarcho/HC-Scheibe 2010 auf den Plattenteller. Zwar sind die mit einfließenden Stilrichtungen um einiges größer geworden, aber im Grunde ist man auf jeden Fall im Polit-Punk beheimatet. Trotzdem gefällt es mir außerordentlich gut, wie die Band aus dem süddeutschen Raum es schafft poppige Melodien oder fast schon Streetpunk lastige Chöre in ihre Songs so nahtlos einzuarbeiten, dass dabei eine extrem runde Sache herauskommt. Das Songwriting dieses Albums hat mich total überrascht, aber auch gleichzeitig uneingeschränkt überzeugt. Riot Brigade haben einen umwerfenden Longplayer abgeliefert, der in allen Einzelteilen, die ein fantastisches Werk ausmachen, absolut stimmig ist. Frenetischer Politpunk, der auch noch 2010 für ne schweißtreibende Überraschung sorgt. Bocky
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(CD, Century Media)
“Paar aufs Maul”? Kein Problem, du solltest dir das neue Machwerk der NYHC-Legende SOIA besorgen und dir ordentlich das Esszimmer renovieren lassen. Zwar ist der ohnehin schon fette Sound brachial durch einige Metallplatten verstärkt worden, doch trotzdem verliert er nichts an seiner Faszination, an der die Brüder Pete und Lou Koller seit 1986 feilen. So will sich die Band neuerdings sicher nicht in eine Richtung abgrenzen, sondern beweist stattdessen, dass ihre eigene Attitüde durchaus Szeneübergreifend zu verstehen ist. Bestärkt wird der Eindruck durch den Inhalt der Lyrics, der doch ganz schön weit entfernt ist von dem tumber Tough Guy Deppen. SOIA werden zwar um eine gehörige Portion metalliger, wissen aber woher sie kommen, behalten das bei und verstehen es wunderbar diesen Spirit zu transportieren. Bocky
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