Archiv für Reviews

(LP, That Lux Good Records)
Wo der Lux bloß immer diese Bands herkriegt, das möchte ich gerne mal wissen. Mit den Uzbeks bringt er nun eine israelische Band raus, die wie die Faust aufs Auge zu all den grellen und bunten Trash Punk-Bands der letzten Zeit passen. Dementsprechend fällt dann auch das Cover aus: grelle pinke Wolken und neongelbe Blitze die den Namen der Band in den Himmel schreiben, dazu noch megageile Hypnosebrillen und das Augenkrebsrisiko steigt ins Unermessliche – aber geil ist’s halt einfach trotzdem! Genauso wie die Musik! Da reiht sich die Band nahtlos in die Reihe Dean Dirg, Lights Out, Napoleon Dynamite und Konsorten ein. Kurze, knackige Songs mit Texten, die vor Ironie nur so triefen. Meine Lieblingssongs sind definitiv „Skin And Bones“, in dem sie über das Leben von Barbie (der Puppe) singen, die am Strand von Ken vergewaltigt wird und deshalb magersüchtig wird, und „Get A Gun“ mit der herrlichen Zeile: „Guns for protection and discipline – the militant erection feels so good“. Wer auch nur im Geringsten was mit dieser neuen Party Hardcore-Punk-Welle anfangen kann, muss hier einfach zugreifen!!! Martin

www.myspace.com/uzbeks

SUNPOWER – Bondage

| Juni 4th, 2011

(CD, Dirty Faces)
Unverhofft kommt leider viel zu selten. Es gibt die Momente, in denen man denkt, dass alles nur noch gleich doof ist und man doch eines Besseren belehrt wird. Ja gut, Sunpower bringen jetzt auch nichts wirklich Neues, aber drauf geschissen. Wie oft wird einem irgendein Dreck als neuer heißer Scheiß angedeiht und dann… Egal, die Belgier mit dem zur Abwechslung mal positiven Bandnamen machen 80er Old School HC-Punk à la Dead Kennedys und den ganzen anderen alten Ami-Bands. Der Vergleich zu DK liegt auch aufgrund des einprägsamen Biafra-ähnlichen Gesangs sehr nahe. Aber auch sonst sehr stylish. Ich würde mir mehr Veröffentlichungen dieser Art wünschen. Allein die kurze Spielzeit von 18 Minuten ist ein kleines Manko. Wobei in der LP-Version sogar noch mal fünf Minuten von den CD-Bonustracks flöten gehen. 13 Minuten (zwar sehr feinen HC) als Longplayer durchgehen zu lassen, finde ich schon ziemlich gewagt. Aber sonst: Alles richtig gemacht! Und zum Glück hab ich ja die etwas längere CD. Unbedingt mal antesten! Will ich mehr von haben!!! Kein Song über zwei Minuten und somit alles konkret auf den Punkt gebracht. Obnoxious

neue Reviews

| Juni 1st, 2011

So, nach meinem Umzug hole ich langsam aber sicher auf und arbeite mich an aktuellere Scheiben ran. Die Alben hier sind jetzt zwar alle schon erschienen, teilweise auch schon länger, aber künftig wird die Sache um einiges aktueller. Wollen wir bloß hoffen, dass nicht mal die Zeit kommt, in der ich euch Longplayer anpreise, die noch gar nicht erschienen sind. Aber da wir hier ja in Echtzeit ackern, zuerst mal viel Spaß mit dem, was euch hier gleich auf den Pupillen brennt. Bocky

Cotzraiz
Fehlpressung

Naja, ob man als Label jetzt darauf verweisen muss, dass die Ruhrpottler mit „C“ die wahren Cotzraiz sind, sei mal dahin gestellt. Im Humor stehen sich beide Bands in nichts nach! Zwar ist der Spaß hier nicht so subtil wie bei den Kotzreiz aus Berlin, aber drauf geschissen. Auf dem neuen Teil der Oi!-Punx aussem Pott jagt eine Granate die andere. Schlichter, einfacher und genialer Punk, was will man mehr? Bocky

My City Burning
Lone Wolves

Der Arbeitstitel ist Quark, weil die Band schon mit allen vermeintlichen Größen auf der Bühne stand, wenn die durch die Niederlande zogen. Bspw. wurden sie vom Machine Head Sänger persönlich zu einem Gig eingeladen. Kein Wunder denn der metallastige Hardcore, den die Jungs da durch die Membranen drücken hat nen ganz ordentlichen Unterhaltungswert, weshalb der Plattentitel wie gesagt so gar nicht passt. Fett produzierter Ami-HC aus den Niederlanden. Bocky weiterlesen →

(CD, True Rebel)
Vor gut zwei Jahren wurde ich auf diese Nordlichter aufmerksam, als deren zweites Album erschien. Der Grund dazu war deren Fähigkeit fantastischen Punkrock zu spielen und dabei nicht wie die x-te Kopie irgendeiner supertollen Überband aus Übersee zu klingen, sondern stattdessen es mühelos schaffte ihren eigenen Stiefel durchzuziehen, ohne dabei peinlich zu wirken. Dementsprechend groß ist meine Freude auf ihrer neuen Scheibe eine weitere Entwicklung zu hören. Die Songs sind noch ’ne Spur knackiger, was sicher auch am Writing liegt, und kommen daher wesentlich genauer und zügiger auf den Punkt. An der Stelle kann ich nur ein weiteres Mal betonen, dass es sowohl in Schland als auch in den benachbarten Ländern genügend Combos gibt, die den Überseelern (Anm. Obnoxious: Du meinst aber doch nicht etwa Uns Uwe und seine Verwandtschaft, oder?) locker das Wasser reichen können. Keine Ahnung warum das die entsprechenden Bookings nicht schnallen? Egal, STR knallen mit „Suicidal Lifestyle“ gut einen aus den Boxen und gehören mit zu den besten Punkrock-Bands, die die hiesigen Breitengrade zu bieten haben. Bocky

Kleine schwarze Scheiben

| Mai 19th, 2011

Einige Leute finden Vinyl-Singles mittlerweile völlig für’n Allerwertesten. Ich hingegen freu mir ein zweites Loch in den Arsch, wenn ich so ein kleines rundes Stück Plastik in die Gichtgriffel bekomme. Wenn die Teile dann auch noch farbig sind, dann wird ruck-zuck die Buchse feucht. Na und da in letzter wieder vermehrt solche 7″ in der neuen Butze auftauchen, läuft die Waschmaschine auch fast unaufhörlich.
Ganz unabhängig von meinem Hygienefimmel liegen den Teilen heutzutage auch Downloadcodes bei. Soll heißen, dass auch alle Downloader wieder die Möglichkeit haben die Band, denen sie ihr digitales Herz schenkten, zu unterstützen.
Aber weil ihr eh alle macht, was ihr wollt hier ein paar hervorragende kleine schwarze Scheiben, die erwähnt werden sollen. Bocky

Modern Pets  - Killing Sounds For Rotting People
Die erste Single der nach Berlin ausgewanderten Schwaben beinhaltet 5 Titel, die so auch gerne 1977 hätten erschienen sein können. Im Grunde genommen unnötig zu erwähnen, weil jeder, der dies hier gerade liest sowieso weiß, wer die Modern Pets sind. Zum einen, weil ich die eh ständig feiere, oder weil man momentan in der subkulturellen Punkszene sowieso andauernd von dem Quartett zu hören bekommt. Insofern bedarf es keiner großen Worte für eine umso größere Band, deren erstes Album auch demnächst erscheint. Freut euch einfach wann immer ihr die Möglichkeit habt diese Kapelle zu genießen. Das ist Punkrock vom Feinsten! Mit ohne Downloadcode, aber dafür von der Band selbst gestempelten XXX und mit etwas Glück gibt’s noch gelbes Vinyl. weiterlesen →

(MCD, Rookie Records)
Hierbei handelt es sich um eine CD-Single der Band mit dem furchtbar langen Namen (einfach oben nachlesen). Es handelt sich dabei um einen Song und ein Cover des Dauerbrenners „The Final Countdown“. Mir gefällt das eigene Lied deutlich besser. Ist ein echter Ska-Hit für den Sommer, der ja leider schon wieder vorbei ist. Und der Song macht echt Spaß. Die Coverversion ist auch okay, aber das wurde halt schon eine gefühlte Million Mal gemacht. Auch wenn sie das Cover gut eingespielt haben, ich bevorzuge die Version auf Youtube. Einfach mal worst cover ever eingeben und genießen. Ich bin aber auf jeden Fall gespannt, was diese Band auf Albumlänge kann. Martin

(CD, Fatsound Records)
Radio Havanna legen mit „Lauter Zweifel“ bereits ihr drittes Studio-Album vor. Mir war die Band zwar bislang ziemlich unbekannt, aber dieses Album überzeugt mich. Flotter, gut gespielter, melodischer Punkrock mit engagierten deutschen Texten. Die Band ist auch über die Musik hinaus aktiv und ist für die Menschenrechtsorganisation Oxfam einige Kilometer gelaufen, um Geld für die Organisation zu sammeln. Außerdem engagierten sie sich in der Vergangenheit für die „Stop Thor Steinar“ -und „Kein Bock auf Nazis“-Kampagnen. Durchaus empfehlenswert! Martin

SN-Punx #8

| Mai 15th, 2011

(A5, 32 Seiten, 1 Euro + Porto, www.sn-punx.de )
Das SN-Punx ist wohl eher ein kleines und relativ dünnes Fanzine, das sich auf die lokale Szene konzentriert – also auf Schwerin und Umgebung. Für mehr bietet der Inhalt aber auch kaum Ansatzpunkte. Okay, die Jungs sind mit ihrer Arbeit und ihrem Engagement am SN-Punx-Label und einigen örtlichen Einrichtungen (z.B. Café Subversiv) wahrscheinlich auch zu ausgelastet, um jetzt noch das große Presse-Ding auf den Markt zu schmeißen. Und so wird das Fanzine eher dazu genutzt, dem geneigten Lesevolk einen Rundbrief mit Erlebnisberichten zu präsentieren. Natürlich nicht ganz uneigennützig wird dann schon mal mit Borderpaki eine Label-Band gefeaturt. Kann man, muss man aber nicht. Heraus gekommen ist trotzdem ein ganz nettes Interview, in dem es um Bandgeschichte, das neue Album, das Taugenix und die heimatliche Szene in Neumünster geht. Ansonsten gibt’s wie gesagt hauptsächlich Berichte von irgendwelchen Fahrten zu Festivals und Konzerten. Das reißt mich jetzt nicht gerade vom Hocker und solche Artikel sind sowieso ja auch höchstens mal für Leute interessant, die die Schreiber auch kennen. Dem Rest dürfte das hier so ziemlich am Arsch vorbei gehen. Ist auch alles nur so semi-lustig bis zusammenhanglos und oberflächlich. Stöfn hat allerdings mal seine Gedanken zum Thema „Was darf ein Punk-Konzert heutzutage eigentlich kosten?“ zusammengefasst und ist zu einem sehr vernünftigen Ergebnis gekommen. Das könnte ich so auch unterschreiben. Und irgendwelche Hohlbirnen, die meinen sechs Euro für vier Bands wären deutlich zu viel, können mir sowieso gestohlen bleiben. Okay, das SN-Punx-Zine ist mir zwar inhaltlich viel zu dünn – ich meine nicht den Umfang, sondern das was in den Texten vermittelt wird – und hat nach oben noch ganz viel Luft, aber ich würde mal sagen, daran kann man was ändern. An der Attitüde gibt’s rein gar nichts auszusetzen. Bitte unbedingt weiter machen. Obnoxious

RAWSIDE – Widerstand

| Mai 10th, 2011

(CD, Aggressive Punk Produktionen)
Rawside gibt’s ja nun auch schon eine ganze Weile und auf „Widerstand“ wird konsequent weitergeführt, womit sich die Band einen Namen gemacht hat. Straighter Hardcore Punk mit derben Sound und „direkten“ Texten, teils in Deutsch, teils in Englisch. Zu den Texten kann ich leider nicht viel mehr sagen, da die vorliegende Promo-CD kein Booklet hat, aber das, was ich auf Anhieb beim Hören verstehen konnte, erinnerte schon an die vorherigen Veröffentlichungen von Rawside. Wie ernst ich Lyrics wie „Widerstand gegen Deutschland“ noch nehmen kann, wenn eines der Bandmitglieder nebenbei noch bei einer Metal-Band spielt, welche kürzlich erst mit Nazivorwürfen zu kämpfen hatte, und sich daraufhin von „jeglichem Extremismus“ distanzierte, steht auf einem anderen Blatt. Schade, denn ansonsten gefällt mir „Widerstand“ ganz gut. Das „Hardcore Punk Siegel“ hat mir auch ein kleines Nostalgielächeln ins Gesicht gezaubert. Chris