(CD, Contraszt! Rec.)
Aus der ganzen Crust- und D-Beat-Nummer bin ich ja nun schon seit einigen Jahren draußen. Aus-Rotten hatten sich aufgelöst und mit dem Nachfolger Behind Enemy Lines konnte ich musikalisch nicht so viel anfangen. Bis From Ashes Rise und Tragedy auf der Bildfläche erschienen hatte ich mich immer mehr in die spaßigere Richtung orientiert und kann daher ganz unbedarft an die Kölner Finisterre herantreten. Zuerst etwas vorsichtig, ob ich den Sound noch ab kann, hat es etwas gedauert bis ich letztlich doch extrem viel Gefallen an der Scheibe finden konnte. Ich bin es einfach nicht mehr gewohnt Songs länger als 4 Minuten zu folgen. Doch seitdem ich mich darauf eingelassen habe, funktioniert das hervorragend und ich bevorzuge die Aufnahmen in der S-Bahn zu hören. Denn dann mag ich den Wechsel zwischen wütendem Herumgedresche und fast schon akustisch anmutenden Parts am meisten. Jedenfalls haben mich Finisterre dazu bewogen den Krusten wieder etwas mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Dramatisches Gezottel, das Lust auf mehr macht! Bocky
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(CD, Plastic Bomb)
Haha, geil! Exkrement Beton kommen super an! Endlich passt das Prädikat Deutschpunk mal wieder wie die Faust auf’s Auge. Genau so würd’ ich die auch beschreiben, Faust auf’s Auge. „Ich will einfach nur ficken“, eine Textzeile vom Song „Ficken“, ist relativ unkompliziert nachzuvollziehen und außerdem ist doch der janze Song von Die Ärzte jeklaut! Also, wer sich mal wieder niveaumäßig etwas locker machen möchte und des Abends ein leichtes Kratzen im Hals verspürt, soll sich doch niveaumäßig einfach etwas locker machen, ein Sternburg öffnen und mit Exkrement Beton auf eine 16-teilige Reise voll promillegetränkter Abenteuer gehen. Schleimkeim meets Becks Pistols, schön assi. dennisdegenerate
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(CD, Ex Records)
Das ist die 123ste Veröffentlichung der ehrwürdigen und umtriebigen Holländer. Schön! Und verdammt gut. Eine großartige Scheibe, wahrscheinlich eine ihrer besten. Das kann ich aber nicht genau sagen, da ich noch nicht alle 123 Publikationen gehört habe. Seit nahezu 30 Jahren frönen The Ex ihrem bocksbeinigem Sound-Gemisch aus Punk (Mekons- und Gang Of Four-Style), Noiserock, Jazz und Ethnopop. Ex-Musik! Die neuen Stücke werden von den schneidenden Gitarren und rollenden Drums genial nach vorne getrieben. Macht einfach nur Laune, das zu hören. Schön schräg und aufhetzend. Für mich ist das die Gewinnerplatte dieser Punkrock!-Ausgabe. Ja ja, die alten niederländischen Meister … HH
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(CD, Diffidati Records)
Enraged Minority machen genau die Musik, die ich eigentlich bei der Band mit dem Namen Leftside erwartet habe – linken Oi Punk. Genauso, wie man ihn schon hundert Mal in Jugendzentren gesehen hat. Hymnische Parolen, die jeder nach dem ersten Hören mitgrölen kann, etwas schräg gesungen und schrammelig gespielt. Das Rad soll dabei weder neu erfunden, noch besonders weit bewegt werden, sondern eigentlich spielt man dieselben drei Akkorde wie alle anderen. Textlich geht’s natürlich um Polizeigewalt, Antifaschisten, die Working Class, das Jungbleiben, und die EZLN. Da fragt man sich schon manchmal, ob die Bands eigentlich keine anderen interessanten Themen haben, als immer nur über die gleichen fünf Themen zu singen? Aber egal. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass eine Band wie Enraged Minority live Spaß machen kann. Mit der einen Faust in der Höhe mitgrölen, während die andere Hand ein Bier festhält. Auf CD ist’s aber nur okay. Martin
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(7“, Spastic Fantastic)
Die jungen Wilden sind zwar noch jung (Anm. Obnoxious: Ach…, gibt’s ansonsten auch schon alte junge Wilde?), immerhin wurde ein Konzert im Mai nicht angetreten, weil Teile der Band gerade Abi machten, und wild, dennoch nicht mehr so unbekannt. Zurecht wie ich finde, da es seit einiger Zeit wieder richtig Laune macht, auf Punk inspirierte Hardcore-Shows zu gehen. Weil sowohl die Bands als auch das Publikum nicht mehr doof schauen, wenn man gleichzeitig ’ne Flasche Bier und ’ne Kippe in der Hand hat! Diese Generation scheint geschnallt zu haben, dass man auch mit hochoffiziellen Drogen was gebacken bekommt und trotzdem Spaß haben kann. Soll ja jetzt aber kein Manifest werden. ND knallen unglaublich unprätentiös (Anm. Obnoxious: Geiles Wort! Weiß jemand was es bedeutet?) aus den Boxen und wissen gerade dadurch zu überzeugen. Maz und seine Jungs sind für mich momentan die Macht! Für alle Vinyl-Legastheniker liegt ein Download-Code bei. Bocky
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(CD, Middle Class Pig)
The Masons waren früher mal eine Bank. Also jetzt keine Bank, auf die man sich setzen konnte oder eine Bank, die einem das Geld abnahm oder in die man eingebrochen ist, sondern eine Bank auf die man sich musikalisch verlassen konnte, wenn man GaragePunk zu seinem bevorzugten musikalischem Geschmack zählte. So weit, so gut. Inzwischen war es einige Jahre still um die Masons. Seit gut fünf Jahren hat man nichts Neues von ihnen gehört. Und auch bei der vorliegenden CD handelt es sich um aufgewärmtes Live-Material von der letzten Tour (2005). Zwar neu gemastert, aber alt und nicht unbedingt in guter Qualität. Neun Songs von der sich ständig verändernden Besetzung um Tom Frank, dem Band-Hitler. Braucht kein Mensch, vor allem nicht, da es eigentlich keinen Grund gibt, den alten Scheiß auf den Markt zu werfen. Außer wenn man Publicity erzeugen will, um die neue Band von Herr Frank zu hypen. Und genau darum geht’s. Die neue Band – Smallstone – darf zum Schluss auch noch fümpf Songs abliefern, versinkt aber hinter dem Misfits-Gun Club-Country-Stoner-Gedöns von den Masons. Fazit: Manche Veröffentlichungen sind zwar musikalisch gar nicht mal so schlecht, aber einfach nur marktstrategischer Kommerzscheiß. Und Smallstone? Schlagen in die selbe Kerbe wie die Masons, aber haben halt einfach noch zu wenig Material für eine eigene Veröffentlichung. Die aber auch niemand bräuchte. Im Ergebnis: Ressourcenverschwendung. Obnoxious
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(CD, Zeitstrafe)
Was den Bockmeyer da geritten hat, als er mir dieses Digipack zugeteilt hat, weiß nur der Teufel. Okay, es herrscht ein innerredaktioneller Konsens, der besagt: „Nicht alles ist Gold, was glänzt und jeder muss mal in den saueren Apfel beißen.“ Was soviel heißt, dass auch jeder von uns Scheiß-CDs besprechen muss und diese Last einigermaßen gerecht verteilt ist. Damit bin ich einverstanden. Aber das hier ist echt die Krönung. Matula machen auf „Blinker“ weinerlichen deutschsprachigen Post-Punk, der mich an Tagtraum, Tocotronic und Die Sterne erinnert. Die Hamburger Schule lässt grüßen, ist aber eigentlich noch ein Segen im Vergleich zu Matula, denn die machen eine Mischung von Pennäler-Rock, Schrammel-Pop und 90er Jahre Emo. Ich könnte echt kotzen. Das Schlimmste ist der Gesang und die furchtbaren Lyrics. Kann ich mir ums Verrecken nicht bis zum Schluss anhören. Ich hab’s ein paar Mal probiert – aber es geht nicht! Wenigstens hat man sich beim Artwork Mühe gegeben. Aber das reicht halt bei weitem nicht. Weg damit! Obnoxious
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(CD, Aggressive Punk Produktion)
Auch Missbrauch haben ein neues Label (Aggressive Punk Produktion aus Nürnberg) gefunden. Die neuen Label-Kollegen von Missbrauch sind nun Rawside, Fahnenflucht, Kotzreiz und Popperklopper. Na das is ja was. Das neue Album der sechs Münchner ist, wie auch schon sein Vorgänger („Strafbar“), sehr gut gelungen. Musikalische Abwechslung ist hier in 14 Songs angesagt, mal Ska-Elemente, mal Vollgas (Pogo bis der Pöbel kotzt), und mal Mid-Tempo. Alles dabei. Sänger Barni, der mich ein kleines bisschen an den Sänger der Skeptiker erinnert und natürlich auch die anderen fünf machen ihren Job hervorragend. Qualitativ hochwertiger Deutschpunk, der nicht nur Deutschpunk-Fans gefallen dürfte. Ich kenne die Jungs ja auch persönlich. (Einige Konzis haben wir schon gemeinsam gespielt). Das soll aber nicht meine Kritik hier beeinflussen und ich möchte auch nicht zu viel schleimen. Mir gefällt einfach die Musik von Missbrauch. Anspieltipp: „Grauzone“. Endlich hat mal ’ne Band das Thema aufgegriffen und musikalisch und textlich hervorragend umgesetzt. Die neue Scheibe kann ich echt empfehlen und das nicht nur (wie schon gesagt) für Deutschpunk-Liebhaber. Alex
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(CD, People Like You)
So, ich hab’s nicht ganz kapiert, ob jetzt ganz viele alte Veröffentlichungen von People Like You neu aufgelegt wurden und dem potentiellen Käufer vorgeworfen werden oder ob nur dieser Sampler Songs von alten Issues des Labels beinhaltet und zum Nice Price verhökert wird. Keine Ahnung, bin aber auch zu faul das jetzt genauer zu recherchieren. Vertreten sind ein großer Teil der PLY-Bands. Wer ein paar Namen braucht: Mad Sin, Peacocks, Deadline, Peter Pan Speedrock, Meteors, Kings Of Nuthin’, Batmobile, Broilers, Adicts oder Toxpack. Um nur einige zu nennen. Wer die genaue Liste braucht, schaut im Internet nach und entscheidet dann, ob die 27 Songs in 77 Minuten seine Tasse Tee sind. Mir geht vor allem die Vielzahl an Dicke-Eier-Evil-Devil-Eightballs-Bands auf den Sack. War früher mal ganz nett, wirft heute aber keinen Sack Reis mehr um. Wohltuend sind dagegen erstaunlicherweise die Songs der vertretenen Psychobilly-Bands und anderem Gesockse, da sie das Ganze ein bisschen auflockern. Kein Wunder, dass ich hier Bands wie die Peacocks, Kings Of Nuthin’, Meteors, Demented Are Go oder Batmobile lobend hervorheben muss. Sie machen die CD zumindest mal ein bisschen spannend. Ansonsten zu viele „Ahhs“ und „Ohhs“. Trotzdem wird die CD bestimmt ganz viele Käufer finden, denn bei aller Kritik, es handelt sich hier noch immer um „Value For Money“. Für schlappe 7 Euronen kann man eigentlich nicht motzen. Reinhören. Es gibt im Netz genügend Möglichkeiten dazu. Obnoxious
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