13 Jahre Pogoradio im Bermudafunk

| November 29th, 2013

alter Flyer von 2001

Oben seht ihr einen Flyer von 2001. Am 2. November 2000 fing das alles an.

Beim Aufräumen habe ich dann noch einen Text vom 14. Januar 2002 gefunden, den ich euch nicht vorenthalten möchte:


Rückblick: Ein Jahr Pogoradio 

Pogoradio und der Bermudafunk.
Des öfteren werde ich darauf angesprochen wieso ich denn die Sendung vorproduziere und nicht Live im Bermudafunk-Studio mache.

Meine Gedanken dazu möchte ich hier mal zusammenfassen.
Im Studio bestehen gewisse Regeln wie zum Beispiel nicht zu rauchen oder sich übermäßigen Alkoholgenuss hinzugeben. Diese Regelung akzeptiere ich und kann sie auch durchaus nachvollziehen, da das Studio von sehr vielen Menschen benutzt wird und sauteure elektronische Geräte rumstehen.

Leider bin ich nicht in der Lage unter solchen Bedingungen eine authentische und atmosphärisch wirksame Sendung hinzukriegen.
Deshalb stand für mich von vornherein klar, Pogoradio von zuhause aus zu machen. Angefangen habe ich mit relativ einfachen Mitteln. Meine olle Stereoanlage und ein Minidisc-Walkman mit Mikrophon. Das sollte nicht so bleiben. Ich bestellte mir einen kleinen Kompakt-Stereo-Mixer und ein ordentlichen Plattenspieler. Mit diesen relativ einfachen Mitteln produzierte ich meine ersten zwölf Sendungen.

Die Messlatte des Möglichen an Home-Recording war noch lange nicht erreicht und mein Ziel ist es, auch noch nach drei Bier eine technisch einwandfreie Sendung zusammen zubasteln, ohne Schweißperlen und versehentlichen fünfminütigen Funklöchern.

Die Lösung: Ein Computer.
Die wirkliche Macht und den Komfort, die Sendung mit dem Computer zu produzieren, war zu dem Zeitpunkt noch nicht im vollem Umfang für mich erfassbar.

Die Musik läuft heute nur noch vom Computer. Aber er dient nicht nur als Jukebox, sondern zeichnet die Sendung gleichzeitig auf und mit dem brenne ich das Ganze auf CD.

Musik von Gästen, wie auch Lieder von Bekannten sind abgespeichert ( aktueller Stand: 2200 Songs) und können sofort aufgerufen und abgespielt werden. Alte Schallplatten werden digitalisiert und in die Bibliothek aufgenommen. Demos von Kasetten, sowie Interviews werden digital verbessert und sind genauso schnell abrufbar wie Lieder von CDs. Playlisten können im Vorfeld nach Themengebieten zusammengestellt werden, was der Sendung einen gewissen roten Faden verleiht. Natürlich können jederzeit Lieder ausgetauscht oder verschoben werden.

Das Schöne an dieser Technik ist, dass man sich nur noch auf die Kommentare und sonstige Gelabere konzentrieren muss / kann. Kein lästiges Platten vorhören oder CD-Hüllensuchen stört mehr. Zudem kann man locker mal öfter Lieder laufen lassen, die nicht länger als eine halbe Minute sind, ohne sich wie ein Akkordarbeiter am Fließband zu fühlen.

Produzieren von Zuhause:
Die aufgezeichneten Sendungen sind live. Das heißt, es werden keine Kommentare geschnitten oder bei Versagen wiederholt. Das würde die Stimmung bremsen und auch nur Missmut erzeugen, da es beim zweiten Mal auch nicht besser wird.

Schnuckelige, Bier-seelige, von Nikotinschwaden durchzogenes heimisches Gemäuer fördert die Laune. Diese Privatsphäre erzeugt auch bei der Hörerin und Hörer Vertrautheit. Sie haben das Gefühl daneben zu sitzen.

Ein Problem das die meisten Bermudafunker und Bermudafunkerinnen kennen, die nach 23 Uhr senden, ist die Situation alleine da zustehen, weil kaum Leute nach 23 Uhr unter der Woche Bock haben bei einer Radiosendung mitzumachen. In meinem Falle ist es fast unvorstellbar jemand zu finden, der um die Uhrzeit noch weiß, dass er mit mir eine Verabredung hat, weil meist schon im Bett oder in der Kneipe versackt.

Deshalb findet die Aufzeichnung bei mir zuhause jeden Montag um 20 Uhr statt. Die richtige Uhrzeit für die meisten Leute, um Abends aus’m Haus zu gehen und irgendwas anzustellen.

Rüdi, Mannheim den 14. Januar 2002



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