neue Reviews …

| Juni 22nd, 2011

Nun, jetzt sind die letzten Besprechungen doch schon wieder ne Weile her, obwohl ich Besserung versprach. Aber hey, drauf geschissen, dafür sind hier ein paar Alben dabei, die man nicht so fix wieder vergisst.

Johnny Wolga – Punk’s Not Back
Mit dem Titel hat das Trio außem Osten auf alle Fälle recht, denn Punk war nie weg! Aber auch sonst macht die Band alles richtig. Total krass wie hoch deren Hitdichte ist. Ich meine von den zehn Songs, die sie auf die Scheibe gepackt haben sind vier absolute Smasher und die restlichen sechs Songs sind „nur“ saugut. So manche Kapelle wäre froh sie hätte wenigstens einen dieser Songs geschrieben, ohne Witz! Dementsprechend läuft „Punk’s Not Back“ ca. dreimal am Tag, was gefühlte 21 Mal zu wenig ist. Wie ihr merkt haben es mir die Bubblegum Punks total angetan und wer auf Toy Dolls steht kommt an der Gruppe nicht vorbei ohne zu merken, dass die Inselaffen vielleicht gut waren, aber von den Ossis gezeigt bekommen, wie man noch größere Hits schmiedet. Bocky

Modern Pets – s / t
Die Zeiten, in denen sich die jungen Wahlberliner mit den Briefs haben vergleichen lassen müssen sind definitiv vorbei! Ein Fakt, der sich schon auf der letzten Single „Vista Alienation“ abzeichnete. Jene ist übrigens ebenso wie die ausverkaufte Single „Killing Sounds For Rotten People“ als Bonus auf der CD enthalten sind. Klar sind auch die 12 neuen Tracks eindeutig ´77 geprägt, aber die eigene Note kommt jetzt noch deutlicher zum tragen. Macht auf mich den Eindruck, dass die Jungs auf ihren verschiedenen Touren genauso viel gelernt haben, wie sie an Arbeit in diese absolut fantastische Band gesteckt haben. Mögen andere Fanziner an dieser Band was zu mäkeln haben, so kann ich meine offene Begeisterung eigentlich nicht oft genug nach außen tragen. Modern Pets sind mit ihrem Sound und ihrer gerotzten Energie einfach nur derart auf der Höhe, wie man es nur sein kann. Mit absoluter Sicherheit ein Album, welches in 20 Jahren zu den Klassikern zählen wird. Bocky

Volxsturm – Ein kleines bißchen Wut
Richtig klasse und witzig, was sich die Skins aus Schwerin da für ihr 20. Jubiläum haben einfallen lassen. Die CD erscheint in einem Pappschuber im DVD-Format, aus dem ein Buch mit neuer CD und DVD als Beilage purzelt. Im Buch wird logischerweise das bisher Geschehene verarbeitet und langjährige Weggefährten kommen dabei zu Wort. Auf der DVD findet man unter anderem ein lustiges Videogame in dem man nen Deutschrock-Zombie töten kann. Hervorragend! Die LP ist wie bei Contra Records standesgemäß farbig und als Highlight liegt dem Vinyl ein Oi!-Band Spielkarten Quartett bei, mit dem man sich mit seinen Kumpels mal wieder wie damals messen kann. Musikalisch bleibt im Großen und Ganzen alles beim Alten. Die in die Jahre gekommenen Skinheads wissen sich gekonnt zu diversen Missständen zu äußern, was auf eine gewissen Niveau passiert. Feiner Streetpunk ohne platte Attitüde und großen Umweg auf den Punkt gespielt. Bocky

Turbo ACs – Kill Everyone
Haha, nach dem letzten Album „Live To Win“ werden nun alle einfach abgemurkst. Na da möchte man doch mal wissen, was den New Yorkern über die Leber gelaufen ist! Anyways, sie machen, was sie auf dem letzten Album schon gezeigt haben: Sie haben die zweite Gitarre hervorragend integriert und wissen genau, was sie damit machen. Sie geben nach wie vor richtig Gas und kommen als satte Einheit daher. Hin und wieder vermisse ich, dass man die Solos daher nicht mehr so einwandfrei genießen kann, doch der Wumms der dadurch entsteht hat auf jeden Fall seine Vorteile. Daneben baut das Quartett weitere Stilelemente mit ein, die erst bei genauem Hinhören zur Geltung kommen und wieder einmal beweisen, wie viel Mühe man sich bis ins kleinste Detail gibt. Da soll mal einer sagen die zweite Gitarre hätte ihnen nicht gut getan! Eine der wenigen Bands, die sich unaufhörlich und stetig von Album zu Album steigert. Bocky

Atlas Losing Grip – State Of Unrest
Offiziell besteht die schwedische Band schon seit 2005. Aber es ist erst drei Jahre her, dass der erste Tonträger einer weiteren Band um Rodrigo Alfaro erschien. Jap, ich schreibe hier von dem Mann, der die Stimme der Satanic Surfers war. Entsprechend dominiert seine Stimme auch über allen Instrumenten. Na und wer die Stimme kennt, weiß, dass dies kein Nachteil ist, eher ganz im Gegenteil, weil der gute Mann einfach verdammt gut singen kann! Waren die ersten Schritte der Band aber noch Hardcore lastiger, so widmet man sich wieder mehr und mehr dem California-Skate-Punk, was ich in der Konstellation mit diesen Vocals auch wesentlich besser finde. Insofern nicht wundern, wenn das die zweite Band von Rodrigo wird, die ziemlich großen Erfolg haben wird. Ein Album mit Herz, Verstand und viel Energie. Bocky

Flogging Molly – Speed Of Darkness
So richtig lange ist es ja nicht her, dass die Irish-Folk-Punks noch ein Geheimtipp der Szene waren. Doch tatsächlich verwunderlich, dass sie über den Status hinauswachsen werden, ist es nicht. Ist aber nicht schlimm, schließlich hat die Band enorm viel gearbeitet, weshalb sie den Erfolg verdient hat. Mit Speed Of Darkness bleibt man seinen Wurzeln zwar treu, erschließt sich aber mit immer rockigeren Nummern auch eine breitere Fanbase. Doch um mich mal selbst zu zitieren, lieber die Amis mit dem Herz auf dem richtigen Fleck erreichen viele Leute, als solche Flachzangen wie Boehse Onkelz Gonzo, der sich mit einem Lebenszeichen zurück meldet und hoffentlich noch schneller wieder in der Versenkung verschwindet. Also ich sag‘ es mal so, Flogging Molly sind Mainstream, stehen heute (21. Juni 2011) auf Platz #27 der deutschen und Platz 9 der US Billboard Charts und hoffentlich tut sich da noch was nach oben. Bocky

Popperklopper – 20 Jahre Popperklopper
Mit den ehemals in Trier wohnenden Jungs machte ich entweder im Winter 1999 oder im Frühling 2000 mein zweites Konzert, weil ich einerseits ein großer Fan der Band war und andererseits Lars vorher im Mainzer Haus Mainusch versprach eine Show mit ihnen zu machen, da ich im Kickern verlor. Entsprechend bin ich bei dieser Veröffentlichung noch subjektiver als sonst. Die CD ist ne Best Of, deren erste paar Songs mich in eine andere Zeit beamen und auf der DVD gibt es die Party zu sehen, die sie Anfang 2010 zu ihrem 20-Jährigen machten, wo ich zugegen war. Auch noch cool auf der DVD sind Aufnahmen von 1993 oder ein paar Eindrücke aus Moskau! Deutschpunk deluxe, noch Fragen? Bocky

Face To Face – Laugh Now, Laugh Later
Ich gebe ja zu, erst nachdem Dennis und Martin meinten “oh, ein neues Album von Face To Face“ stieg mein Interesse an der Band. Und da schau an, ich war wirklich überrascht wie gut und sauber die Combo zusammen spielt. Naja, als ich las, dass die Amis Anfang der 1990er Jahre in einem Atemzug mit Bad Religion, Green Day, NOFX Pennywise und anderen Monsterbands genannt wurden, war mir einiges klar. Das ist fetter, melodischer Skatepunk, den man durchaus auch beim Surfen im Pazifik hören kann. Tut aber nichts zur Sache, wenn man das nicht macht. Face To Face wissen ziemlich genau, wie man Leute für ein Album begeistert. Bocky

Hudson Falcons – Dancing Underneath The Moonlight
Dass es auf der anderen Seite des Hudson River wirklich ruhiger zugeht als in New York City selbst kann man sich vorstellen, wenn man mal diesen wahnsinnigen Moloch besucht hat. Dementsprechend sind die Hudson Falcons recht unaufgeregt und haben mit Punk nicht wirklich viel am Hut. Sie selbst bezeichnen es als Working Class Rock ´n´ Roll, was es wohl ziemlich gut trifft. Bei dem Sound stelle ich mir ne Bar vor, in der ne Band Samstag Abend spielt und das Publikum nen Mindestdurchschnitt von über 35 Jahren hat. Musik für Leute im fortgeschrittenen Alter. Bocky

On The Job – A Bag Full OF Brew
OTJ sind ne Gang of Five aus Schweden / Karlskrona, die eindeutig mehr verbindet als nur die Musik. Das sind einfach Kumpels, die anstatt Kicken oder Dart spielen sich im Proberaum treffen und ihren Gedanken und Gefühlen auf ne andere Art und Weise freien Lauf lassen. Eben ne Art und Weise, die den Leuten, die das hier lesen auch etwas näher ist. OTJ sind dabei ehrlich und machen ihre Nägel mit Köpfen ohne dabei um den heißen Brei zu reden oder es jedem Recht machen zu müssen. Die Jungs sind mit viel Herzblut und Attitüde am Start, was man ihnen gerne abnimmt. Ich würde mal sagen in Sachen Oi! jetzt nicht die Offenbarung, aber schlicht und straight nach vorne ohne pathetisch peinlich zu sein, stattdessen sympathisch ehrlich. Bocky

Stomper 98 – Antisocial
Sebi, der nun zum Teil beim OX und dem Big Five auch als Fanziner am Start ist, bringt mit seiner Band sechs neue Songs an den Start. Die Rezeption bleibt die gleiche, man orientiert sich musikalisch an den Hochzeiten des englischen Streetpunk der 1980er Jahre und schreibt drum herum Texte, die gut als Singalongs funktionieren. Am meisten überrascht das Lied „The Green Fields Of France“, das ursprünglich aus der Feder der deutschen Liedermacher Wader / Mey / Wecker stammt und von Soldaten handelt, die den Kopf für irgend welche Herrscher hinhalten. Mal ne Seite, von der man die Band noch nicht kennt. Insofern eben ein Zwischenstand der Band, um zu zeigen wo sie stehen. Bocky



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