Kleine schwarze Scheiben

| Mai 19th, 2011

Einige Leute finden Vinyl-Singles mittlerweile völlig für’n Allerwertesten. Ich hingegen freu mir ein zweites Loch in den Arsch, wenn ich so ein kleines rundes Stück Plastik in die Gichtgriffel bekomme. Wenn die Teile dann auch noch farbig sind, dann wird ruck-zuck die Buchse feucht. Na und da in letzter wieder vermehrt solche 7″ in der neuen Butze auftauchen, läuft die Waschmaschine auch fast unaufhörlich.
Ganz unabhängig von meinem Hygienefimmel liegen den Teilen heutzutage auch Downloadcodes bei. Soll heißen, dass auch alle Downloader wieder die Möglichkeit haben die Band, denen sie ihr digitales Herz schenkten, zu unterstützen.
Aber weil ihr eh alle macht, was ihr wollt hier ein paar hervorragende kleine schwarze Scheiben, die erwähnt werden sollen. Bocky

Modern Pets  – Killing Sounds For Rotting People
Die erste Single der nach Berlin ausgewanderten Schwaben beinhaltet 5 Titel, die so auch gerne 1977 hätten erschienen sein können. Im Grunde genommen unnötig zu erwähnen, weil jeder, der dies hier gerade liest sowieso weiß, wer die Modern Pets sind. Zum einen, weil ich die eh ständig feiere, oder weil man momentan in der subkulturellen Punkszene sowieso andauernd von dem Quartett zu hören bekommt. Insofern bedarf es keiner großen Worte für eine umso größere Band, deren erstes Album auch demnächst erscheint. Freut euch einfach wann immer ihr die Möglichkeit habt diese Kapelle zu genießen. Das ist Punkrock vom Feinsten! Mit ohne Downloadcode, aber dafür von der Band selbst gestempelten XXX und mit etwas Glück gibt’s noch gelbes Vinyl.

Karmacopter – Weltraumschrott
Na wenn das mal keine 2 Songs mit Konzept sind! Auf Seite A wird ein bürgerliches Spießerleben portraitiert und Seite B versucht daraus auszubrechen, verrät aber nicht ob es gelingt. Die beste und einzige Mannheimer Band der Hamburger Schule knallt ganz toll. Auch wenn mir das manchmal etwas zu spielfreudig vertrackt ist, so finde ich es immer wieder klasse, solch eine Perle zwischen dem vielen Mist hören zu dürfen.
Mit Downloadcode und in verschiedenen Farben. Ich hatte leider schwarz.

Karmacopter – California
Man könnte meinen die Mannheimer Hamburger Schule Jungs haben auf ihrer ersten Siebener jedem beteiligten Label einen Song gewidmet, denn beide kommen auf die Zahl Sieben. Oh leck, da fällt mir auf, auch das Format ist eine Sieben. Total verrückt! Song- und musiktechnisch stimmen auch diese Tracks nicht gerade zum Feiern, denn zum Denken und reflektieren ein. Insofern haben auch diese Stücke eher was mit Kunst, als mit Feiern zu tun. Astreiner Studipunk hätte man früher gesagt. Na und was früher gut war, kann heute nicht schlecht sein, bloß, dass man es heute hin und wieder mag.
Mit Downloadcode und in verschiedenen Farben. Ich hatte grün.

The Rätz – Uniformed Youth
Und wegen dem bescheidenen Cover haben wir so lange auf die heißen 5 Songs der jungen Buben rund um Heidelberg warten müssen. Vom nichtsdestotrotz okayem Sleeve abgesehen fönen die Titel umso mehr und ich stelle mir eines ihrer großartigen Livekonzerte vor meinem geistigen Auge vor. Das ist HC von der Nachwuchs-Basis wie man ihn liebt. Vor allem weil auch wieder hemmungslos gefeiert wird. Sprich die Jungs sich nichts schenken in Richtung Halli-Galli. So soll das sein, so macht das Spaß und so reißt das auch mit.
Mit ohne Downloadcode und in schwarz.

Prinzessin Halt’s Maul  s/t
Nicht nur die jungen Recken haben mächtig Wut im Wanst. Nein, bspw. auch Measy von den seligen Roten Suzuki hat wieder eine Formation um sich geschart, um seinen Unmut zu kanalisieren. Das macht er hier gleich fünf mal und man hörte schon trapsen, dass eine LP auch nicht wirklich lange auf sich warten lassen soll. Wem die Zeit bis dahin etwas zu lange dauert, wird nicht umhin kommen, die Single das ein oder andere Mal umzudrehen, da die punkigen 4 Hardcoresongs nicht lang brauchen, um auf den Punkt zu kommen. Mit ohne Downloadcode und in schwarz.

Revilers / Bulldozer – Always Making Friends
Zwei Streepunkbands, die machen was sie am besten können. Sie paaren einfache Melodien mit einfachen Texten und ab dafür. Oftmals nicht gerade die schlechteste Idee, aber man hat auch schon bessere Varianten dieses Genre gehört. Allerdings ist das auch schon wieder einige Dekaden her, weshalb sowohl die Bostoner, als auch die Barceloner vollkommen ok gehen, ohne dabei spektakulär abzuräumen.
Mit ohne Downloadcode, dafür in rot / weiß gesprenkelten Vinyl.

Marching Orders – Nation Of Ghosts
Wer diese vier Songs schon gehört hat wird sicher sehnsüchtig auf das Album der Oi!-Band warten. Schon erstaunlich wie die Band es schafft mit eher älteren Themen zu begeistern, in denen Working Class noch eine Bedeutung hatte. Oder wird sie das etwas wieder haben? Egal, anders Thema. Die Combo stannt nicht aus Deutschland, England oder den Staaten, sondern tatsächlich aus Australien. Auf jeden Fall um Meilen besser als Slick 45 (wenn die überhaupt so heißen) und mit das beste, was es momentan von Down Under zu hören gibt. Mit ohne Downloadcode, dafür in todschicken Zementgrau.

The Ruckers
Nachdem die Tower Blocks in Berlin das Handtuch schmissen, gibt es in der City of Angela wohl bloß noch eine richtig begnadete Oi! Truppe. Klassischer Bootboy-Sound, der ruppig kommt und mit Melodien und Chören zu überzeugen weiß. Seite B ist eine feine The Boys Adaption zu Brickfield Nights.
Mit ohne Downloadcode, dafür in rot /weißen Vinyl

Idle Hands – Volatile Matters
Dass ich nomma an die fantastische Single dieser Gitarren lastigen Punks komme hätte ich ja nicht gedacht. Deshalb freut es mich umso mehr die Single mit dem Überhit „Take Me Away“ jetzt mein eigen nennen zu dürfen. Keine Ahnung wie wir zu diesem Teil kommen, aber ich nehme es derart gerne entgegen, dass ich direkt daraufhin noch ne Flasche Wein aufmachen werde. Wer diese Single, der leider aufgelösten Band, irgendwo angeboten kommen sollte und sie nicht kauft ist einfach bloß ne traurige Wurst, echt!
Mit ohne Downloadcode und in schwarz.

Irritones / Napoleon Dynamite  s/t
Irritones machen schon herrlich schlichten Punk, der direkt aus den 1970 Jahren stammen könnte. Der Sound sticht wirklich fein heraus. Doch gegen so eine Macht aus der Mitte des Erdkerns kommt man einfach nicht an. Napoleon Dynamite sind für mich seit einiger Zeit die unschlagbaren Prinzen der schlechten Laune. Liegt vielleicht auch daran, dass ich mich etwas in das Bandmitglied Maz verguckt habe. Die geile Wutz spielt hier in der Band, macht das Spastic Fantastic Label, jetzt auch was mit alten Tapes und scheint vor Energie und Kreativität nur so zu strotzen. Mit Downloadcode und in schwarz. Soll es aber auch in rot geben.

The Maladroits
Puuuunkrooock, olé olé. Bei den vier Songs wurde ordentlich am Lachgas geschnüffelt und vergessen das Ventil zu schließen. Simpler, auf die Basics reduzierter Punk, der richtig viel Spielfreude beweist und lustig nach vorne losgeht. Ne Auszeit für jeglichen schlechten Gefühle und alle den anderen Scheiß, den man an einem gelungenen Abend mit einer richtig guten Zeit verbringen will. Mit Downloadcode und in grün. Soll es aber auch in schwarz geben.

Poison Planet – s/t
Woher die Single kam, habe ich gerade keine Ahnung mehr und auch nicht die Muse schnell im Netz zu schauen, wer dahinter steckt. Die harten Fakten sprechen von heftigem Polit-HC-Punk aus der Straight Edge Richtung. Die vier Titel sind ein extrem schlechtlauniges fettes Brett. Hier wird nicht gelacht, hier wird gefightet bis zum letzten Tropfen.
Mit ohne Downloadcode und in gesprenkelten rotbraun. Bocky



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