Hier mal wieder ein paar neuere Scheiben vor dem Punkrock! Fanzine Gerichtshof:

The Spivs – Taped Up
Das Label Damaged Goods aus England behauptet die drei Jungs würden rauen Garagen-Punk machen. Dieser Aussage möchte ich mich anschließen und hinzufügen, dass das Trio nen richtig geilen Drive hat. Ohne groß blabla werden 14 Songs ohne große Attitüde raus gehauen, was dann wieder ne geile Attitüde macht. Fein und herrlich unverbraucht.

Itchy Poopzkid – Lights Out London
Ich glaube die Gang kommt aus Pforzheim oder so. Jedenfalls wollten die mal als Vorband im JUZ zocken, aber ich wollte nicht. Seither hörte ich immer nur hie und da was von den Poppunks, die jetzt angeblich ein Rock-Album veröffentlichten. Finde ich ne ehrliche Sache, dass sie nicht behaupten Punk zu machen, weil das ja ein gern benutztes Wort ist und angeblich verkaufsfördernd ist. Itchy Poopzkid gehen in Richtung Donots, sind bloß nicht so geradlinig wie die Ibbenbürer.

Feine Sahne Fischfilet – Wut im Bauch, Trauer im Herzen
So gesehen sind die Rostocker singende Antifas, die wissen, dass sich Musik hervorragend eignet Inhalte einfacher zu kommunizieren und seinem Gegenüber so schneller näher zu bringen sind. Zu Beginn des Booklets wird etwas zum Inhalt des Albums gesagt, welches zum gewissen Teil etwas mit einem „fast Totschlags“ an einem ihrer Freunde zu tun hat. Insofern ist die Combo ein wichtiges Stück Gegenkultur, wenn man bedenkt, dass sie aus Rostock stammen. Alerta Antifascista!

The Offenders – Shots, Screams And Broken Dreams
Die Italiener tun auf ihrem dritten Album, was sie eben am besten können: 2 Tone mit Punkrock mixen und in herrliche Melodien verpacken. Cer verrückte Metzger aus Göttingen hat es eben schon seit Jahren raus uns die Perlen südlich der Alpen hierzulande vorzustellen! Nix für Authentiker und Puristen, sondern eher was für Leute mit Spaß an der Freude und der klaren Vorstellung, dass Neo-Nazis genauso kranke Hirne sind wie ihre Vorgänger.

Bob Wayne – Outlaw Carnie
Wahrscheinlich könnte man den Herren in die Schublade New-School Country oder Neo-Country stecken, wenn es sie den gäbe. Vielleicht tut sie das ja sogar, dann aber nicht in meiner Kommode, da ich dieses Teil noch nicht aufgebaut habe. Doch wie es mit dem Alter so scheint, könnte es durchaus passieren, dass mich diese Singer / Songwriter Sache immer mehr interessiert. Jedenfalls kommt es mir so vor, als ob der Bob ein ganz Ungewaschener und stinkig, rotziger seiner Sorte ist.

Genepool – Spalter!
Jack Letten ist bekanntlich nun Vollzeit bei Smoke Blow unter Vertrag, weshalb Genepool schon ihr zweites Album ohne ihn präsentieren. Dieses sogar innerhalb eines Jahres, was wohl für eine gewisse Kreativität auf Lettens Nachfolger Ian Spehr schließen lassen könnte. Schlussendlich scheint Genepools neue Scheibe klare Reminiszenzen an die 1980er Jahre zu haben. Immerhin hört man Sister Of Mercy bei „I’m in love with a ghost“ eindeutig raus, oder war es „We are stars“. Keine Ahnung, aber sogar ich habe es gehört und das heißt schon einiges! Wie man liest etwas für die älteren Semester, die es auch gerne mal ruhiger und professioneller mögen.

Rat City Riot – Better Than Nothing
Vor gar nicht all zu langer Zeit nannte man den Stil noch Punk ‘n’ Roll oder etwas in der Richtung. Heute nennt die Band es selbst Streetrock, was ich gar nicht mal so schlecht finde. Der Sound hat zwar schon ebbes mit Punk und Hardcore zu tun, aber vom Habitus her so gar nicht. Teilweise haben die Jungs unnatürlich dicke Arme und zeigen das auch gerne. Sollen sie für ihres gleichen tun. Soundtechnisch gehen sie aber auch über alle Grenzen hinaus absolut in Ordnung!

Wasted Youth – Stay Free
Anarchopunk made in Schland. Für’s Debüt ganz in Ordnung. Leider ziemlich unsauber und rumpelig. Dafür haben die vier Jungs aber das Herz natürlich auf der richtigen Seite. Dementsprechend gibt es Songs gegen den Staat, aber für’s Reflektieren. Bin mal gespannt, was da noch kommen wird. Kraftvolle und engagierte Scheibe.
Bocky



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