Wie bekannt gegeben machen wir beim Punkrock-Fanzine erstmal ne Schaffenspause. Trotzdem kommen aber nach wie vor reichlich neue Alben rein geschneit, von denen wir euch einige, also bei Weitem nicht alle, in aller Regelmäßigkeit vorstellen wollen. Was allerdings keiner Regel unterliegt ist die Reihenfolge, in der die Kurzreviews erscheinen. Besprochen wird, was gerade gehört wurde. So, genug gelabert, jetzt Action:

This Is Peterborough – Thrice
Der Kopf der Destructors hat wieder nen Sampler seiner Heimatstadt produziert und lässt jene Bands dran teilhaben, die sich auf seine Anfrage hin als erstes gemeldet haben. Insofern eben ne bunte Mischung, die nicht nur Punk bietet, sondern auch Rock, Pop oder Indie. Im Booklet kündigt Marcus aber auch gleich an, dass dies der letzte Teil der Peterborough-Sampler aus dem Haus Rowdy Farrago sein wird.

Zack Zack – Wir haben Zeit
Schon ne Weile am Start ist das erste Album des Shocks Nachfolger. Logischerweise ist auch das Teil bei Dirty Faces erschienen und auch hier hat Sänger Smail bei den Aufnahmen die krummen Finger an den Reglern gehabt. Klingt schon sehr nach den Shocks, bloß eben melodischer. Vielleicht weil jetzt mit zwei Gitarreros gezockt wird. Doch wie gesagt, wer die Shocks kennt, wird nicht überrascht. Aber immer wieder ein Ohr wert sind die Texte dieser Mischpoke!

Buster Shuffle – Our Night Out
Just via People Like You, die ein neues Labellogo haben, über den Ärmelkanal geschwappt, haben mich die vier Londoner sofort aus den löchrigen und deswegen nicht gar so stinkigen Socken gehauen. Zwar verdammt poppig, aber mit genügend Schlitzohrigkeit versehen und darum ein absoluter Hammer dieses Album, dieses. Einige schreiben es wäre Ska mit einem Piano anstatt Gebläse, finde ich jedoch nur stellenweise. Egal, auch wenn ich es schlecht erklären kann, jedenfalls sind die Jungs mit dem extremen Cockney-Dialekt einfach nur ne Wucht in guter Laune. Wer da nicht wenigstens mal reinhört ist selbern blöd.

Scheisse Minnelli – The Fight Against Reality
Das Album ist auch schon ne Weile draußen. Damit sollte auch schon jeder wissen, was das für ein Hammerteil ist, was Archi, der ehemalige Sänger der Terrorgruppe, bei seinem Arbeitgeber Desiny Records auf den Weg gebracht hat. Alle Details aufzuzählen bin ich aber zu faul. Es sei nur erwähnt, die Scheibe kommt als Beileger eines 200 Seiten starken Buchs in Form einer CD. Somit können alle Downloadpenner fett in die Ecke scheißen und werden nie erfahren, wie Sänger Samuel als amerikanischer Soldat über den Iran nach Bayern kam und so weiter und sofort. Musikalisch is klar, oder? Genialer 1980er Jahre Retro-Ami-HC in nigel nagel neuen Gewand. Bläst wie Sau.

Roger Miret And The Disasters – Gotta Get Up Now
Wenn der Roger mal ebbes mehr Lust auf Punk hat, dann lässt er Agnostic Front ruhen und leiht seine gewaltige Stimme seiner Projektband. Ansonsten ist das Konzept aber recht gleich im Bezug auf die neue Scheibe seiner Erstband. Einfache Texte werden mit ausgefeilten Melodien unterlegt und man weiß um die Wichtigkeit von Singalongs. Roger Miret ist lange genug im Ring und Fuchs genug, um zu wissen, wie man ein gutes und eingängiges Album macht. Na und People Like You sind schlau genug mit solch einer Ikone zusammen zu arbeiten.

Towerblocks – Berlin Habits
Mittlerweile ist die Berliner Band Geschichte, da sie mit der Scheibe Abschied genommen haben. Meines Erachtens nach merkt man das auch. Denn dem Vorgängeralbum The Good, The Bad And The Punks kann die Abschlusskundgebung lange nicht das Wasser reichen. Irgendwie merkt man Sänger Holgi an, dass er mit der Band schon abgeschlossen hat. Ne Scheibe für Wehmütige, der Rest hält sich an die älteren Sachen, was Sunny Bastards vielleicht auch besser getan hätte.

Ghostbastardz – Philosophen dieser Tage
Lieblings Oi!-Punk Hechti von Contra Records hat mit Streetpunk Records ein Sublabel gegründet und veröffentlicht darauf das erste Album seiner Kumpels. Aufs verzogene Trommelfell gibt’s ne Mischung aus deutschsprachigen Oi! und Punk, wie man ihn aus dem Osten gerne öfter hören würde. Sprich die Jungs haben gute Texte und wissen wohin man das Salz streut, wenn man diverse offene Wunden vorliegen hat. Richtig, in alle! Wer also Bock auf die deutsche Sprache hat, aber auf die Deutschrock Onkelzdeppen verzichten kann, ist klüger und greift hier zu!

Agnostic Front – My Life My Way
Dass das NYHC Original schon länger bei Nuclear Blast ist, hat sicher einen finanziellen Aspekt. Ist mir aber Wurschd, schließlich haben die alte Säcke nie was anderes gemacht, als solche Pappnasen wie mich zu unterhalten, weswegen sie gefälligst auch nicht am Hungertuch nagen sollen. Auf ihrem nun zehnten Album gehen sie sowohl vom Artwork her, als auch von der Mucke ziemlich Richtung Wurzeln. Zwar gibt’s noch ordentlich Metalgitarre von Vinnie Stigma umme Ohren, aber dafür auch verdammt viel gerotzten Streetpunk und Chöre galore! Bin mal auf die Konzerte im Sommer gespannt!
Bocky



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