Underdog #33

| Januar 7th, 2011

(A5 + CD, 68 Seiten, 2,50 Euro + Porto, www.myspace.com/underdogfanzine
Oh, mal wieder eine Spezial-Ausgabe vom Underdog. Diesmal zum Thema „ElektroPunk“. Wie geil ist das denn nicht? Hab ich mal wieder nicht aufgepasst, als das Review-Material verteilt wurde, sondern nur „Hier!“ geschrieen als ich das Underdog gesehen habe. Der blanke Schauer lief mir dann erst zu Hause über den Rücken. Aber da musste ich jetzt wohl durch. Ohne große Umschweife und die üblichen Kolumnen und News zu Beginn des Heftes, steigt Fred voll in die Eisen und zerrt zig Protagonisten des so genannten ElektroPunk in den Ring. Einführend gibt es zwar noch einen kurzen historischen Überblick (den ich etwas marginal finde) über das „Genre“ in Deutschland, aber dann geht’s unumwunden los. Frage und Antwort stehen z.B. Robert Görl von DAF, Alec Empire von Atari Teenage Riot (zugegebenermaßen zwei Bands die die Szene nachhaltig geprägt haben), Bubi Elektrick, Oliver Kraus von Sputnik Booster, Assophon, Dystronic, E-Aldi und N.I.C.H.T.S.2.0. Das Problem ist leider, dass Fred für alle Interviewten einen relativ kleinen Fragenkatalog parat hält, der sich dann auch immer wieder wiederholt. Langeweile ist somit vorprogrammiert. Ständig wiederkehrende Fragen nach den Zusammenhängen von Punk und Elektro, den bevorzugten Konsolen, Netzwerken, Veröffentlichungspraktiken, Live-Auftritten, kreativen Grenzen, dem künstlerischen Aspekt und der fast schon gebetsmühlenartig vorgetragenen Nachfrage zum Bezug zu Politik (die Anti-Deutschen, also Egotronic winken um die Ecke). Fast hat man den Eindruck, dass Fred sensationslüstern um irgendwelche heiße Scheiße winselt, aber bei den Befragten stets abblitzt, weil sie damit nichts am Hut haben und sich dafür auch nicht interessieren. Naja, wie dem auch sei. Das Underdog geht mir diesmal von Seite zu Seite mehr auf den Sack. Nicht weil ich das Thema von vorneherein unprall finde, sondern weil man sich ständig im Kreis zu drehen scheint und froh ist irgendwann doch noch den Ausgang in Form der letzten Heftseite zu finden. Neben den vielen Interviews – oder war es doch nur eins? – gibt es noch zwei weitere Artikel. Einen Gast-Diskurs über die Rolle von Frauen in der elektronischen Musik – für mich unlesbar – und einen Überblick über die Grundvoraussetzungen elektronische Musik selbst zu machen – darauf hatte ich aber bisher nur einmal Lust und dabei dürfte es auch bleiben. Zum Schluss noch ein Comic und die Reviews. Und wenn man dann noch die Kraft und Energie aufbringt die beigefügte CD – natürlich mit den zum Thema passenden Bands – mehr als ein Mal anzuhören, ist man fertig mit den Nerven. Bin froh, dass ich es hinter mir habe. Obnoxious



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