Underdog #32

| Januar 2nd, 2011

(A5 + CD, 76 Seiten, 2,50 Euro + Porto, www.myspace.com/underdogfanzine
So, ist doch einige Zeit vergangen seitdem ich das letzte Mal eine Underdog-Ausgabe besprochen habe. Irgendwie hab ich es aber auch nicht vermisst. Und bin trotzdem gespannt, was mich in dieser Ausgabe erwartet. Schnell durchgeblättert und schon bald gewusst: Diese Ausgabe ist nicht meine. Aber der Reihe nach: Nach den üblichen einführenden Worten, News, Kolumnen – die für mich größtenteils sub-geil sind, weil sie einfach nicht auf meiner Wellenlänge liegen (große Ausnahme: die Kolumne von Markus van Gegenwind) – und Wasserstandsnachrichten aus dem Bereich Politik aus der Region kommt der erste Aufmacher: Nämlich eine knochentrockene Abhandlung „zur Ideengeschichte des Kommunismus“ und dem „Wandel der Kommunismus-Bilder“. Diskurs, Diskurs! Perlen vor die Säue. Da ist mir meine Zeit zu schade. Wenn ich politische Bildung brauche, dann nicht auf’s Kleinste verkürzt in irgendeinem Fanzine. Dann nehme ich mir ein Buch zur Hand. Sorry, aber hier ist mir auch Freds Ausdrucksweise zu verwinkelt. Da verliere ich in Nullkommanichts beim besten Willen das Interesse. Ich bin halt ein Mensch der unterhalten werden will und auch ansonsten außer Spaß nichts im Leben will. Ein Hedonist. Ein triebgesteuerter Vollidiot. Ums zu verdeutlichen: Politik hat in Fanzines eine ganz klare Daseinsberechtigung. Ein Fanzine ganz ohne politische Meinung, Überzeugung und Darstellung ist absolute Kacke, aber man sollte es nicht überladen, ansonsten erreicht man nämlich genau das, was man nicht möchte: Politisches Desinteresse. So, den Zeigefinger wieder runter. Zur Entspannung gibt’s nach dem Politik-Unterricht eine Roller Derby-Story. Roller Derby ist eine relative neue Sportart, bei der rollschuhlaufende Mädels im Kreis rollern und sich ständig umboxen. Schnell und hart. Dazu gibt’s ein Interview mit zwei aktiven Sportlerinnen aus Bremen. Sozusagen als Entspannung nach dem Kommunismus. So was Ähnliches gab’s vor einiger Zeit aber auch schon mal im Pankerknacker. Ist jetzt also auch nicht so innovativ. Gerne gelesen habe ich das Interview mit den Punk-Großvätern von The Nikoteens. Kurzweilige Unterhaltung und makellos. Feuerwasser dagegen, der neuen Punk-Hoffnung aus Witten gebe ich auch nach dem Hören der beiliegenden CD keine weitere Chance. Da bin ich arrogant und mache den Kopf zu. Liegt aber eher an der Mucke als an den durchaus vernünftigen Meinungen der Band, wobei ich da auch manchmal den Eindruck habe, dass man zum Lachen in den Keller geht. Jugendliche Verbohrtheit? Ich weiß es nicht. Nach dem Reviews gibt’s zum Schluss noch mal ein Glanzlicht: Das Interview mit Patrick von Guts Pie Earshot über den Wagenplatz in Münster. So schön kann man das Thema Politik aufbereiten ohne zu langweilen! Danach ist Sense und ich hab genug. Fazit: Teilweise ein hartes Brot, aber auch mit leckeren Brötchen auf dem Frühstückstisch. Ach ja, die CD kann man größtenteils getrost vergessen. Obnoxious



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