http://www.pogoradio.de/wp-content/uploads/2010/12/17_0-264x400.jpg 264w, http://www.pogoradio.de/wp-content/uploads/2010/12/17_0.jpg 397w" sizes="(max-width: 120px) 100vw, 120px" />(Taschenbuch, Verlag Andreas Reiffer, 124 Seiten, 10 Euro)
Ausgabe 6 ist der erste Punchliner, den ich in den Händen und vor den Augen halte. Und zu Gemüte führe. Ich hoffe, es ist nicht der letzte. Das Sammelsurium für „Literatur, Satire und Slam Poetry“ ist eine Goldgrube, wenn es um die Herbeischaffung abwegigen Schriftentums geht. Viele der Autoren dürften von eben solchen Slam Poetrys und Lesebühnen bekannt sein. Und so ist es auch keine Überraschung, dass sich in dem kleinen Sammelband viele Kurzgeschichten die Klinke in die Hand geben. Ausfälle gibt es dabei keine. Das Buch ist durchweg durch seinen großen Unterhaltungswert gekennzeichnet. Aber wenn es schon keine Ausfälle gibt, so gibt es doch viele richtig geniale und sehr unterhaltsame Schenkelklopfer zu entdecken. Neben den üblichen Protagonisten gibt es einige (zumindest für mich) unbekannte Namen, die man sich unbedingt merken und aus deren Feder man getrost mehr lesen sollte. Gemäß dem kleinen Wörtchen „Satire“ im Untertitel gibt es einiges zu lachen. Besonders hervorgetan haben sich für mich in chronologischer Reihenfolge (denn ich lese Bücher ja bevorzugt von vorne nach hinten): Stefan Damm mit seiner umwerfenden Wiedergabe eines Telefonats mit einer Dame von einem Meinungsforschungsinstitut, Johannes Weigel, der über die lemminghafte Ergebenheit von Menschenmassen am Beispiel einer Fußgängerampel berichtet, Nico Walser mit seinem „Busen-Wunder“, Tobias Kunze mit seinem wegweisenden Text über den Umgang mit religiösen Fanatikern, und ganz besonders Björn Högsdal mit seinen beiden Kurzgeschichten über die ungerechte globale Verteilung von Ressourcen und sein „Heimatland“ Norwegen. Sacha Brohm ist mit seinem Skript für ein experimentelles Theaterstück und seiner Auflistung nicht ganz so erfolgreicher Titanic-Sequals auch nicht zu verachten. Das sind so meine persönlichen Highlights im aktuellen, aber jährlich erscheinenden Punchliner. Des weiteren haben mit ihren Texten eine uneingeschränkte Belobigung verdient: Max Lüthke, Uli Hannemann, Wiebke Saathoff, Bdolf, Henning Chadde (der sich über die traurigen Nebenerscheinungen des Älterwerdens auslässt – für mich uneingeschränkt nachvollziehbar) und MarcD., welcher auf keinen Fall so aussehen möchte wie der Penis von John Wayne Bobbit. Und abgesehen davon gibt’s noch eine ganze Latte weiteren Materials, das dem in nichts nachsteht. Beispielsweise feiert Punkrock!-Fanzine-Kollege Jan Off nach jahrelanger Treue seinen Abschied vom Punchliner. Nicht ohne zu vergessen, auf die hier vorliegende Broschüre zu verweisen. Das alles ist hier nur ein fauliges Namedropping, mit dem verfluchten Hinweis, dass man sich den Punchliner unbedingt besorgen muss, wenn man gottverdammtnochmal endlich mal wieder was zu lachen haben will ohne in den Keller gehen zu müssen. Das Wort „Punk“ kommt in einigen Texten auch mal vor, wird aber meist nicht gut behandelt. Aber da stehen wir drüber. Kauft Euch den Scheiß. Es gibt hundert Millionen Arten 10 Euro beschissener anzulegen. Also her damit! Obnoxious



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