KARATE DISCO – Discostress

| Oktober 13th, 2010

(CD, Rilrec.)
Heidewitzka, das is ja echt mal ’ne Überraschung. Beim ersten Hören musst ich doch glatt nochmal aufs Cover schauen, um mich zu vergewissern, es auch wirklich mit den einschlägig bekannten NeuwiederInnen zu tun zu haben. Nun ist diese Tatsache nicht alleine dem wesentlich druckvolleren Sound geschuldet, den man in Zusammenarbeit mit Herrn Ebelhäuser mehr als kompetent zurechtgebastelt hat (scheint ja unter vielen Bands momentan ziemlich in Mode zu sein, bei dem alten Blackmailer einzuchecken). Vielmehr ist man alleine schon in Sachen Songschreibing mindestens fünf Riesenschritte vorangekommen. Dies gilt ebenso für die Gesangslinien von Rici, die bei den meisten Songs bereits nach einmaligem Hören hängen bleiben (da wäre dann auch tatsächlich mal die etwas ausgelutschte Begrifflichtkeit „Hooklines“ angebracht). Hinzu kommt noch, dass gerade auch der Gesang himself wesentlich angenehmer erscheint als in der Vergangenheit, als noch die eine oder andere Passage etwas „gezwungen“, bzw. die Betonungen etwas ungelenk erschienen (man denke z.B. mal an „Mehr Hälse als Köpfe“). Stagnieren tun hingegen die Textinhalte – was der Gutness aber ganz und gar keine Abbrüche tut, da selbige auch auf den vorangegangenen Tonträgern bereits in der Champions League mitspielten. Auch wenn es teilweise doch den Eindruck macht, als sei das soziale Umfeld der werten Frontfrau in erster Linie mit Kreaturen der etwas anstrengenderen Sorte bevölkert (vorausgesetzt, die Zeilen sind an reale Begebenheiten angelehnt, was ja auch nicht immer zwingend der Fall sein muss – gerade bei z.B. „Freitags genug“ wäre das dann doch sehr abenteuerlich…). Anspieltipps spare ich mir mal, da keine nennenswerten Ausfälle zu verbuchen sind. Abgesehen von der winzigen Gratspur, dass die dominanten Gitarrenmelodien teilweise ein wenig zu sehr ins Melodramatische abdriften. Aber das war mit Sicherheit auch so beabsichtig und ist wohl reine Geschmacksache. Kommen wir nun noch zum enorm schicken Artwork, bei dessen edler Illustrierung augenscheinlich kein Ammatöhr am Werk war. Verantwortlich zeichnet hierfür Grafik-Designer und KD-Klampfer Alex (ich bin so frech und behaupte mal: unter dem Einfluss eines gewissen Krischan Schram alias Schrottkopp…- die Parallelen sind jedenfalls nicht von der Hand zu weisen). Und das betrifft Front- und Backcover sowie das formschöne Booklet (volle Punktzahl für das Promo-Bild mit Douglas-Tanne samt Eule im Hintergrund!). Genug geschwafelt, was wir hier vorliegen haben, ist schlicht und ergreifend eine runde Sache und sollte schleunigst konsumiert werden. Ausdiemaus. Snitch



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