(Hörspiel, Der Hörverlag, 6 CDs, 357 Minuten, 29,95 Euro)
Es kann so schön sein, wenn man ein kaum einjähriges Kleinkind, das strikt den Nachtschlaf verweigert sein Eigen nennen darf. Das nervt am Anfang sehr, wenn man stundenlang auf der Bettkante sitzt und versucht dieses Kind in den Schlaf zu wiegen. Man wünscht ihm den Teufel an den Hals. Irgendwann kommt man aber so langsam zu der Einsicht, dass das wahrscheinlich auch keine gute Lösung wäre. Also was tun? Erster Ausweg: Stirnlampe auf den Schädel und Buch gezückt. Ist aber unbequem und macht Augenkrebs. Und durch das grelle Licht schläft der Säugling auch nicht wesentlich besser ein. Nur die gefühlte Zeit vergeht schneller. Zweite Lösung: Kabellosen Kopfhörer kaufen und Mucke hören. Ist aber mit der Zeit langweilig. Dritte Lösung: Mit dem bereits gekauften Kopfhörer Hörspiele anhören. Beste Lösung! Und wenn man dann noch einen Knaller wie „Per Anhalter durch die Galaxis“ zur Verfügung hat, ist das natürlich doppelt spaßig. Soll der Kleine doch schreien, krakeelen und weinen so viel er will. Ich hab ja meinen Spaß. Über die Vor- und Nachteil vom ersten Teil des Hörbuchs, welcher die Bücher „Per Anhalter durch die Galaxis“ und „Das Restaurant am Ende des Universums“ von Douglas Adams umfasst, habe ich mich in unserer letzten Ausgabe geäußert. Bitte dort nachlesen. Teil 2 mit der Hörspielfassung von „Das Leben, das Universum und der ganze Rest“ und „Mach’s gut und danke für den Fisch“ schlägt natürlich in die gleiche Kerbe und löst bei mir ähnliche Reaktionen aus: Über viele Gags könnte ich mir den Arsch ablachen. Trotzdem ist es auch hier so, dass mir im Vergleich zu den Originalbüchern einfach viele der geliebten skurrilen Situationen fehlen. Dazu kommt noch, dass die Schenkelklopfer-Frequenz auch in den Buchvorlagen immer mehr nachlässt. Linear und scheinbar einer mathematischen Gesetzmäßigkeit folgend. Fast schon als ob sie von Marvin, dem intelligentesten und depressivsten aller Roboter berechnet wäre. Wobei der geliebte Marvin, Zaphod Beeblebrox und Trillian hier schon fast gar nicht mehr vorkommen. Die Handlung flacht auch immer mehr ab, nee, falsch gesagt, wird meiner Meinung nach immer unlustiger und ich hatte auch schon beim Bücher lesen den Eindruck, dass Adams so langsam doch mal die intergalaktischen Ideen ausgehen, aber drauf geschissen, „Per Anhalter durch die Galaxis 2“ bleibt trotzdem eine Wunderwaffe gegen schlaflose Kinder und Nächte. Skurril, absurd, satirisch. Und bietet zum Schluss sogar noch die Frage zu der Antwort auf die Frage aller Fragen. Oder zumindest so ähnlich. Was bleibt ist spitzenmäßige Science Fiction-Unterhaltung im Kampf gegen die Langeweile. Ganz ohne Punkrock. Obwohl: Höre ich da richtig? Hört man da im Background bei der am längsten andauernden Party des gesamten Universums nicht die Einstürzenden Neubauten. Genial, allein diese Idee für die Umsetzung des Hörspiels ist Gold wert. Trotzdem: Unbedingt mit Teil 1 anfangen – besser lauter, härter, schneller und hilft ungemein beim Verständnis von Teil 2. Obnoxious



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