http://www.pogoradio.de/wp-content/uploads/2010/10/Arnd-Zeigler-–-Keiner-verliert-ungern-272x400.jpg 272w, http://www.pogoradio.de/wp-content/uploads/2010/10/Arnd-Zeigler-–-Keiner-verliert-ungern.jpg 341w" sizes="(max-width: 120px) 100vw, 120px" />(Taschenbuch, Humboldt, 253 Seiten, 9,95 Euro)
Wer irgendwas mit Fußball anfangen kann und einen Sinn für Obskures hat, kommt mittlerweile eigentlich nicht mehr an Arnd Zeigler vorbei. Inzwischen dürfte der Stadion-Sprecher von Werder Bremen durch seine wöchentlichen Radio-Beiträge „Arnd Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs“, seine gleichnamige sonntägliche Fernsehsendung (WDR), seine Bücher, den alljährlichen Abreißkalender etc pp in der Szene bekannt sein wie ein bunter Hund. Und das ist gut so! Mit „Keiner verliert ungern“ veröffentlicht er mal wieder eine Sammlung mit Zitaten von sauerstoffungesättigten Fußballer-Hirnen, schwafelnden Moderatoren, zu dicken Funktionären und der ganzen Saublase, die sonst noch irgendwie mit der wichtigsten Nebensache der Welt zu tun hat. Die Sprüche, die es hier zu lesen gibt, sind gottgleich. Naja, gut, nicht alle, aber immerhin bringt es das Buch schon auf eine beachtenswerte Zahl an Aussagen, bei denen man sich schon mit der Hand vor den Kopf schlagen muss und sich fragt, wie blöd man denn eigentlich sein kann. Und das ohne sich schämen zu müssen. Schließlich kann es den betreffenden Personen ja egal sein. Man bekommt ja für seine X-Beine die Kohle und nicht für das abgeschlossene Philosophie-Studium. Einige Beispiele gefällig? Hier sind sie: „In Griechenland habe ich noch nicht verloren, aber ich habe auch noch nie in Griechenland gespielt.“ (Erik Meijer) „Jody Morris hat beteuert, er sei nicht in Pornovideos verwickelt gewesen. Er war lediglich zum Saufen in Zypern. Das ist für uns so weit in Ordnung.“ (Chelsea-Präsident Ken Bates) „Sepp Maier ist gefeuert, aber das ist praktisch: Auf dem Arbeitsamt kann man den Trainingsanzug anlassen.“ (Anke Engelke) „Ich glaube, dies ist möglicherweise unser bester Sieg über Deutschland seit dem 2. Weltkrieg.“ (BBC-Moderator John Motson) „Schweden wechselt den Neger aus und bringt einen Zigeuner.“ (Bulgarischer Kommentator bei der WM 94) „Hodge traf für Forest nach nur 22 Sekunden und stellte damit den Spielverlauf völlig auf den Kopf.“ (Britischer Radio-Kommentator) „Er muss ja nicht unbedingt dahin laufen, wo ich hingrätsche.“ (Dortmunds Abwehrspieler Neven Subotic) „Maik Franz foult nicht seine Gegner, sie knien vor ihm nieder.“ (Spruchband von KSC-Fans) Oder der hier: „Ich kann versprechen, dass wir bis zur Kotzgrenze gehen.“ (Christian Wörns) Wahrscheinlich nicht in diesem Zusammenhang: „Trink kleine Biere, keine großen. Wenn Du gesehen wirst, wie du große Biere runterkippst, halten die Leute dich für einen Säufer. Wenn sie dich sehen, wie du kleine Biere trinkst, siehst du professioneller aus.“ (Bobby Moore) Und so weiter und so fort. Sind schon einige Schätzchen in der Schatulle. Am meisten verliebt bin ich in die gesammelten Werke von Hans Meier, dessen Sarkasmus und Coolness ja hinlänglich bekannt sind, und John Motson, den oben bereits zitierten britischen Kommentator, der jetzt mal wirklich gar nichts Konkretes in der Birne zu haben scheint, aber mit seinen Sprüchen ständig den Vogel abschießt. Kleine feine thematische Kapitel und einen Arsch voll kultiger Abbildungen. Generell lässt sich zu dem wirklich schön aufgemachten Buch noch sagen: Kaufen. Es lässt sich hervorragend als Scheißhaus-Lektüre benutzen, selbst nach einer gehörigen Portion Chilli ist der Stuhlgang dann noch ein Vergnügen. Und wer es jetzt noch nicht begriffen hat, für den möchten ich mit Johann Cruyffs Worten schließen: „Würde mir etwas daran liegen, dass du mich verstehst, dann hätte ich es besser erklärt.“ Obnoxious



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