The Locators aus Kopenhagen

| August 3rd, 2010

Als ich das Debütalbum „The End Of The World“ der Dänen in den Player pfriemelte war ich umgehend von ihrem Sound total überrascht. Denn vom Cover her erwartete ich eine lackaffige Greaser-Kapelle, die von mörderisch viel Alkohol, langweiligen Kartenspielen und leicht bekleideten Tanten mit mindestens Körbchengröße D träumt. Doch stattdessen erwies sich die Scheibe als kleine Überraschung, da ihr Sound rein gar nicht aufgesetzt wirkt, stattdessen erstaunlich klar ist, weil er absichtlich nicht hinterher aufgemotzt wurde. Das machte mich natürlich neugierig. Denn um so authentisch bleiben zu können, muss man schon einiges an Erfahrung an seinen Instrumenten haben. So wunderte es mich nur wenig, dass ein Teil der Band ihre Fertigkeiten bei Nekromantix oder Gorilla Angreb unter Beweis gestellt hatten. Deshalb lasst euch erzählen, worin Sänger Simon die Parallelen zwischen den Ramones und Iggy Pop sieht, oder wie sein Verhältnis zu Musik ist.

Hi Simon, na wie war dein Tag, was hast du so gemacht?
Mein Tag war soweit in Ordnung, danke der Nachfrage. Ich bin um 5.30 Uhr aufgestanden, auf mein Fahrrad gesprungen und zum Schwimmbad gefahren. Nachdem ich 40 Minuten lang meine Bahnen gezogen habe machte ich mich auf den Weg zu meiner Druckwerkstatt, wo ich 10 Stunden Shirts gedruckt habe. Hinterher habe ich mir noch nen schönen Tag mit meiner Frau und unserem Hund gemacht. Wie du siehst der pure Rock ’n’Roll Lifestyle, haha.

Heftig, beginnt jeder Tag bei dir so und was druckst du denn so?
Nein, nicht jeder Tag beginnt so. Normalerweise stehe ich um 5 Uhr auf und gehe direkt zum Arbeiten. Ich drucke Logos, Bandshirts und Schlüsselbänder. All so’n Scheiß eben. Designs mache ich aber nicht selbst, dafür fehlt mir die Zeit. Ich drucke einfach nur nach Vorlage.

Wann hattest du den deine letzte Idee für einen Song?
Gerade erst heute. Es war eine Idee für ein Gitarrenriff. In meiner Werkstatt habe ich ein alte Gitarre und einen verranzten Verstärker und immer wenn ich eine Idee habe, dann stoppe ich kurz und nehme das auf mein Handy auf. Das klappt ziemlich gut und so vergesse ich nichts, um an neuen Songs zu basteln zu können. Hm, der letzte Text, an dem ich arbeitete heißt „Hold Your Horses“ und handelt von einer hirnlosen Gang, die hier in Kopenhagen ihr Unwesen treibt und rumballert. Das ist tatsächlich so ne Geschichte die zwischen Gangs wegen Drogen abgeht. Die ballern sich wirklich gegenseitig ab. Grundsätzlich zwar nichts schlechtes, aber deshalb sind viele Leute sehr nervös und noch schlimmer, deshalb tauchen immer mehr Bullen auf.

Das letzte mal, dass ich was von Cops in Kopenhagen hörte war in Kombination mit dem Ungdomshuset. Wie war deine Beziehung zu diesem Squat?
Das erste mal, dass ich dort war, war in den frühen 90ern . Ich habe den Laden geliebt. Mit Gorilla Angreb und den Los Retardos (zwei Bands, in denen Simon vorher spielte, Anmk. Bocky) waren wir es gewohnt dort aufzunehmen, zu proben oder dort auf der Bühne zu stehen. Es war ein ganz spezieller und äußerst großartiger Laden. Traurig, dass es mit der Räumung enden musste. Aber es gibt wieder ein neues Haus und das ist gut.

Hört sich doch großartig an. Mal schauen, was sich daraus entwickelt. Ansonsten muss ich sagen, dass ich von Kopenhagen herzlich wenig weiß. Gibt es etwas, das man wissen sollte?
Naja, Kopenhagen ist eine kleine Stadt, die sich gerne groß gibt. Klar gibt es ein paar gute Bars, klasse Veranstaltungsläden und eine handvoll brauchbare Plattenläden. Der Rest der Stadt besteht hauptsächlich aus hippen Läden, Discos und solchen teuren Kaffee Latte Cafés, die kein Mensch braucht. Wusstest du, dass die Stadt zu den fünf teuersten Städten weltweit gezählt wird? Aber es ist o.k. so, ich mag Kopenhagen. Man muss nur wissen wohin man geht und wohin eben nicht. Am meisten mag ich den Sommer hier, wenn viele Leute in Parks oder anderswo draußen sitzen und ich viel mit dem Fahrrad unterwegs bin. Im Sommer gibt es hier auch viele Open Air Veranstaltungen. Was jedoch neue tolle Bands betrifft muss ich zugeben, bin ich nicht auf dem aktuellsten Stand. Aber s gibt schon einige in den verschiedensten Stilen unserer Subkultur.

Das komplette Interview gibt es in der aktuellen Ausgabe des Punkrock! Fanzine #12

Davon abgesehen ist dieser Song absolut sehenswert:

www.myspace.com/locators



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