Strike Anywhere

| August 4th, 2010

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Strike Anywhere sind wohl ein der erfolgreichsten Hardcore-Punk Bands der Welt. Die Alben Change is a Sound und Exit English gehören zu den Must-Haves und Klassikern des Genres und durch beständiges Touren hat sich die Band eine große Fanbase weltweit erspielt. Anlässlich einer Tour mit Pennywise und A Wilhelm Scream kam die Band erneut nach Deutschland und machten unter anderem Halt in München, wo ich die Chance hatte mit Thomas Barnett, dem Sänger und Texter der Band zu sprechen. Das ist jedes Mal ein ganz besonderes Vergnügen, denn Thomas ist einer der angenehmsten Interviewpartner überhaupt und weiß viel zu erzählen, auch wenn das Interview dann häufig in die weltpolitischen Sphären abschweift. Aber auch über die deutsche Politik weiß der Mann Bescheid und ist interessiert. Und so plauderten wir erstmal gut 15 Minuten über die Lage in Deutschland und dem Rest der Welt, bevor wir das Interview begonnen um über die vielen Dinge, die es rund um seine Band zu Berichten gibt, zu sprechen.

Thomas, ihr habt letztes Jahr 10 jähriges Jubiläum gefeiert – herzlichen Glückwunsch. Bist du zufrieden mit eurer bisherigen Karriere?
Danke. Aber wir sehn das ganze nicht unbedingt als Karriere an, sondern eher als das was wir eben tun. Ich fühle mich wirklich geehrt, dass wir die Chance haben immer noch die Musik zu spielen, die wir lieben und an die wir glauben. Es ist großartig sich in einer weltweiten Punk Community zu bewegen, die mit uns singt und die ihre Ideen verwirklicht. Es ist auch sehr interessant in einer Zeit zu touren, in der niemand mehr Musik zu kaufen scheint. Das macht das ganze spannend, da es schwieriger wird und wir immer Schritt für Schritt planen müssen und eine gewisse Sicherheit nicht mehr haben. Aber das ist eben wiederum Punkrock! Es gibt keinen Business Plan und keine Karriere, jedenfalls nicht im ursprünglichen Sinn, die man seiner Familie erklären kann. Es ist eher unsere persönliche Mission die unser Leben bestimmt und die wir lieben.

Gibt’s Dinge die du bereust oder anders machen würdest?
Nein, eigentlich nicht. Es gab natürlich einige Dinge, wie einige Touren oder Shows, die etwas seltsam waren und die wir heute nicht mehr so machen würden. Aber wir haben viel gelernt. Wir haben, zum Beispiel, 2005 die Warped Tour gespielt. Das war wirklich komisch. Aber wir haben dennoch ein paar wichtige Connections gemacht und coole Leute getroffen. Wir sind dadurch auch an Orte gekommen, in denen wir sonst nie gespielt hätten und waren sechs Wochen lang voller Staub und Sand. Nach sechs Wochen mussten wir die Tour verlassen um uns Jobs zu suchen und eine Weile Abstand von Punkrock gewinnen. Wir mussten uns erstmal wieder neu finden und orientieren. Ohne die Warped Tour hätten wir wahrscheinlich einfach weiter gemacht wie vorher und das alles für selbstverständlich angesehen. Aber die Warped Tour ist eben das Beispiel schlechthin für eine Kommerzialisierung der Jugendkulturen und eine Oberflächlichkeit, die damit Einzug hält. Es ist egal ob Punk, Metal, oder Emo. Alles soll den Kids verkauft werden und es ist extrem schwierig als Band die etwas zu sagen hat und für die das ganze eben mehr ist als nur Musik, da nicht unterzugehen in dieser unglaublich großen Masse an Bands und Stilen. Es war für uns wichtig die Warped Tour mal zu spielen, um zu wissen, dass wir das nie wieder mitmachen müssen. Das wäre die einzige Sache die mir einfällt, die ich bereue, aber es war eher eine Lernerfahrung.

Ich dachte eigentlich eher an so was wie „Oh Gott hatten wir damals schreckliche Frisuren“?
Haha, Oh nein. Wir haben immer noch schreckliche Frisuren. Solche Sachen musst du mich dann in 20 Jahren fragen.

Es ist viel passiert bei Strike Anywhere. Neues Label, neues Album. Kann es sein, dass es schwieriger ist eure Platte zu bekommen, seit ihr bei Bridge 9 seid?
Das hab ich bisher noch nicht gehört. Ich glaube aber Bridge 9 verkauft viel direkt übers Internet. Die Kids in Osteuropa kennen Iron Front besser als die anderen Alben. In England ist Bridge 9 bekannter und besser erhältlich als Fat. Aber ich denke, dass Bridge 9 ein bisschen mehr im Underground verwurzelt ist als Fat Wreck Chords, die eher ein wenig distanziert wirken. Aber ich kann mir schon vorstellen, dass der Vertrieb nicht so gut ist, da Fat einfach ein viel größeres Label ist. Aber wir suchen uns unser Label selbstverständlich nicht nach diesen Kriterien aus. Es muss für uns einfach passen. Für uns ist vor allem wichtig welche Werte die Leute haben und dass das Label einen guten Bezug zur Subkultur hat und wir unsere komplette künstlerische Freiheit haben. Es fällt mir auch etwas schwer mittlerweile einen Bezug zu den ganzen Dingen, die Fat Mike verkörpert, macht und die er zelebriert, zu haben. Ich glaube zwar, dass er ein Genie ist, aber so Sachen wie seine Cokie the Clown Nummer oder das abfeiern von Drogen, versteh ich nicht unbedingt. Aber die Westküste ist eben eine andere Welt als die Ostküste. Unsere Szene hat eher die Nähe zur DIY Kultur der Washingtoner Szene beibehalten, während die Labels und Bands von der Westküste reich geworden sind. Für uns ist das einfach eine ganz andere Welt und Bridge 9 versteht uns da als Ostküsten Label auch von der Mentalität und Herangehensweise einfach besser. Sie sind zwar viel kleiner, aber haben immer noch diese Aggression, Attitüde und den Sinn für die kleinen aber wichtigen Details, die wir schätzen.

Als wir uns das letzte Mal gesehen haben, wart ihr mit Rise Against auf Tour. Wie war es diese riesigen ausverkauften Hallen zu spielen?
Das war echt verrückt. Es waren immer zwischen 3000 und 4000 Leute bei den Shows. In Hamburg haben wir sogar in einer riesigen Hockeyhalle oder einem ähnlichen Sportstadion gespielt. Das war echt irre. Aber es war toll. Rise Against sind echt super Leute, mit denen man super touren kann. Sie sind einfach gute Menschen und haben die richtigen Ideale. Und auch wenn sie mittlerweile unglaublich erfolgreich sind und riesige Hallen spielen macht es immer noch jedes Mal Spaß mit ihnen zu touren, weil sie immer noch sie selbst geblieben sind. Ich glaube auch sie wissen, dass die Oldschool Fans Probleme mit solch riesigen Shows haben, aber das ist eben ein Deal den sie eingegangen sind. Es ist aber auch gut, denn Rise Against sind, wenn man so will, die einzigen in der Rockwelt, die für ihre Ideale wie Tierrechte, ihre politischen Ansichten oder für revolutionäre Ideen einstehen. Wenn irgendjemand so groß sein sollte, bin ich froh, dass sie es sind.

Lass uns über die neue Platte reden. Hurra! Der alte Punkrock Sound ist zurück!
Genau! Gefällt es dir?

Ja, es hat mich vor allem an eure Jade Tree Alben erinnert.
Als wir begannen die Musik für Iron Front zu schreiben erinnerten uns die neuen Stücke ziemlich an diese Alben. Ich glaube, dass vieles daher kommt, dass wir einen neuen Gitarristen haben. Mark Miller ersetzte Matt Sherwood und da er jünger ist als wir, ist er mit Change is a Sound aufgewachsen. Als wir anfingen die Musik zu schreiben, wollte er dieses Gefühl wieder einfangen. Weißt du, bei uns steuern alle Gitarrenparts und Ideen bei und am Ende geben sie mir die Stücke und ich versuche die Texte dazu zu schreiben und dem Song ein bestimmtes Gefühl zu geben. Und wir wollten dieses Gefühl der ersten Platten wieder kreieren und ich freue mich, dass dir das aufgefallen ist. Wir sind sehr zufrieden, wie Iron Front klingt.

Das komplette Interview gibt es in der aktuellen Ausgabe des Punkrock! Fanzine #12

www.strikeanywhere.org



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