Interview mit Riot Brigade

| August 6th, 2010

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Wer auf intelligenten Anarcho-HC Punk steht kennt die Band aus dem Süden Deutschlands sicher schon. Mit ihrem neuen Album „Go On!“ macht sich das Quintett nun auf etwas mehr Leute zu erreichen. Denn mit ihrem nunmehr dritten Longplayer haben sie einen Mix aus Oldschool-HC, Anarcho-HC und fast schon poppigen Melodien sowie grandiosen Chören geschaffen, der sicher viele Leute auf sie aufmerksam werden lässt. Mich hat der Sound und die Attitüde ebenfalls total angesteckt, weshalb ich es mir nicht nehmen lassen wollte euch die Combo näher vorzustellen. Darum nun Vorhang auf für Jo, der mir dankenswerterweise meine Fragen ausführlich beantwortet hat, bevor er sich auf den Weg zur „Concrete Jungle Labeltour“ machte.

2007 erschien mit “Break Addiction” der Vorgänger zum dritten Album “Go On!”. Was hat sich seither getan?
Im Bezug auf unsere Musik ist diese Frage wohl am einfachsten zu beantworten und das Ergebnis auf „Go On!“ auch zu hören. Wir sind geordneter geworden und haben uns mehr Zeit fürs Songwriting genommen. Zusätzlich kann man wohl sagen, dass wir noch besser klar gekriegt haben was uns mit der Band wichtig ist und wofür wir stehen wollen, also was Riot Brigade bedeutet. Wir hatten zwischen der „Break Addiction“ Scheibe und „Go On!“ eine ziemlich zähe Phase, in der nicht sehr viel lief. Mit den neuen Songs ist aber eine neue Frische und Spiellust entstanden, die uns als Band und auch jedem einzelnen von uns sehr gut tut.

Okay und was bedeutet Riot Brigade?
Riot Brigade steht für Freiheit, Gleichberechtigung und spricht sich gegen Diskriminierung jeglicher Art aus. Wir wollen einen Beitrag leisten unser Umfeld vielfältiger zu gestalten und einen Schutzraum schaffen, in dem sich alle ungeachtet ihres Geschlechts, ihrer Vorlieben usw. ausleben können und wo respektvoll miteinander umgegangen wird. Wir wollen Leute dazu bewegen hinzuschauen, im besten Fall einzugreifen und nicht alles Gleichgültig hinnehmen. Es geht um mehr, als den größten Iro zu haben und am meisten Bier saufen zu können. Damit erreichen wir nichts. Wir sind an ernsthaften Lösungen von Problemen interessiert und wollen alle ermutigen sich zu organisieren, mitzumachen und sich ihre Umstände selber zu schaffen. Dies gilt auch für unsere Shows. Wir haben keinen Bock auf Violent Dancing und einer „wer ist hier der/die Coolste“-Competition.

In eurem letzten Interview für das Punkrock!-Fanzine vor 2 Jahren hieß es, dass 2 von der Band SxE sind, aber es zunehmend abturnend wird, weil der ursprüngliche Gedanke eher in Konservatismus und Arroganz übergeht. Wie sieht das jetzt 2 Jahre später aus, sind die Beiden immer noch SxE, oder war der Abturn zu groß?
Der Abturn is riesig. Die beiden sind aber dabei geblieben. Das heißt ja auch nicht das SxE generell eine schlechte Sache ist. Die Idee hat ihre guten Züge und für manch eine/n unter uns wäre SxE sicherlich die Lösung einiger Probleme. Es geht viel mehr darum was daraus geworden ist und wie selbstgefällig und arrogant die Szene mittlerweile ist. Viele definieren sich komplett über SxE und werten andere nicht SxE lebende Menschen deswegen ab. Das hat mit Progressivität und einem positiven Lifestyle nix (mehr) zu tun.

Inwiefern äußert sich denn der Abturn, kannst du da konkrete Beispiele geben?
Das ist einfach nicht unser Ding und hat mit Punk/HC wie wir ihn kennen und schätzen gelernt haben nix zu tun. Wir wollen uns nicht über teure Markenklamotten, die härtesten Moves im Pit und das größte tätowierte X definieren müssen. Wie gesagt stehen wir der ganzen SxE Sache genauso auch positiv gegenüber und kennen viele Leute die SxE leben und solche Etiketten nicht nötig haben.
Das Problem, welches wir da beschreiben ist auch wunderbar auf die Punkszene übertragbar. Dort sind es halt andere Etiketten, die wichtig zu sein scheinen.

Von Beginn an seid ihr als Band sehr politisch und engagiert. Euch ist es wichtig nicht zu saufenden Zynikern zu werden und anstatt die Faust ständig geballt in der Hose zu tragen auch mal aktiv zu werden. Könnt ihr aber die saufenden Zyniker verstehen?

Klar haben wir dafür teilweise auch Verständnis. Außerdem ist es ja nicht so, dass wir das gar nicht machen. 3/5 der Band trinken ja auch Alkohol. Und die anderen beiden können das auch ohne trinken ganz gut. Wenn das allerdings alles ist und es über Gelaber am Abend bei Bier und Schnaps nicht hinausgeht, dann ist das für uns zu wenig. Ich denke man kann da auch eine gute Mischung aus beidem finden und so einen gesunden Ausgleich herstellen.

Das komplette Interview gibt es in der aktuellen Ausgabe des Punkrock! Fanzine #12

www.riotbrigade.org



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