(Taschenbuch, Heyne Hardcore, 380 Seiten, 12 Euro)
Das Musikbusiness ist scheiße. Das wissen wir. Schließlich finden Punker alles scheiße, was mit Geld verdienen zu tun hat. Geld ist scheiße und Arbeit ist noch viel scheißer. Warum das Musikbusiness aber so richtig am scheißesten ist, kann man in John Nivens Roman „Kill Your Friends“ nachlesen. Denn im Musikbusiness werden gestresste Businessmen zum Mörder. Genau so ist das: Steven Stelvox arbeitet (scheiße!) als A&R-Manager bei einer großen Londoner Plattenfirma und er ist ständig auf der Jagd nach dem next big hit. Denn damit kann man jetzt mal so richtig Kohle verdienen (auch scheiße!). Anfangs ist alles nur ein Spiel, die Bands sind die Spielbälle, für die sich die Industrie eigentlich nicht wirklich interessiert, denn den Businessmen geht es in erster Linie um die Penunzen (scheiße). Mit wem sie das Geld scheffeln, ist ihnen egal. Musikalisch kann das der letzte Dreck sein. Hauptsache die Kasse stimmt. Gleich nach der Kohle, kommt das, was man dafür bekommen kann: Schnellen, schmutzigen Sex (egal mit wem (hallo ist da die Mitfickzentrale der APPD?)) und Drogen (egal welche). Man hangelt sich von Rausch zu Rausch, von Fick zu Fick. Die Sache läuft schon irgendwie. Wenn die Sache aber nicht mehr läuft, hat man ein Problem. Keinen Job, keine Kohle (man lebt ja sowieso ständig über den Verhältnisses), keine Drogen, kein Sex. Wer will das schon? Und wenn dann die Kollegen im eigenen Haus zu Konkurrenten werden, dann kann man schon mal einen umbringen. Macht das die Sache besser? Finanziell vorerst mal ja, weil man dann dessen Job bekommt. Aber man ist davon und den Folgen auch mächtig gestresst. Ach ja, Folgen: noch mehr Alk, noch mehr Drogen, Schweißausbrüche und Gewaltspirale. Noch doofer wird es wenn einem die Schreibschlampe auf die Schliche kommt und erpresst. Maul halten gegen Heirat. Ganz schlechter Deal. Lösung: Steven, bring die Alte um die Ecke! Ob Steven Stelvox damit durchkommt und auch weiterhin sein dreckiges Geld verdienen darf, mit dem er dann seine exorbitant teure neue Wohnung finanziert, oder ob es doch ganz anders ausgeht und dem Schlingel die Schlinge am Ende um den Hals liegt, das sei an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Denn der Heyne Verlag (in dessen Hardcore-Reihe(!) das Buch erschienen ist) will das Buch ja verkaufen. So wie andere Leute Platten und CDs verkaufen wollen. Und ich wiederum von den Verlagen weiterhin bemustert werden will (Scheiße, erwischt, man hängt doch irgendwie mit drin). Eine Hand wäscht die andere. Und Arbeit ist scheiße! Ein kurzweiliges Buch, das mir eigentlich gar nicht so gut gefallen hat, ich es aber trotzdem nicht zur Seite legen konnte und in einem Rutsch durchgelesen habe. Kennt Ihr das auch? Ah ja, John Niven, der Autor, hat selbst mal jahrelang als A&R-Manager gearbeitet. Komisch, oder? Obnoxious



Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen