Plastic Bomb #69

| Mai 4th, 2010

(A4, 82 Seiten, 3,50 Euro + Porto, www.plasticbombshop.de )
So langsam, aber sicher findet man auch in Duisburg wieder zur alten Form zurück. Vielseitig und enorm lesenswert kommt sie daher, die nunmehr 69. Ausgabe. Das äußerst unterhaltsame Aufeinandertreffen von Atakeks und Volxsturm dürfte ja bereits von der PB-Homepage her allseits bekannt sein, allerdings liest sich sowas meiner Meinung nach geprintet immer noch am besten und flüssigsten. Da kommt auch besonders witzig zur Geltung, wenn der Keks uralte Nonsens-Texte von VS dazwischen quetscht, die die Jungs mit 16, 17 mal verzapft haben. Naaja, dazu spare ich mir jetzt mal jeglichen Kommentar. Wesentlich unverkrampfter geht es da schon bei den Grafenwalder Dosenbrüdern zu, die sich ein mysteriöser, anonym wirkender Mitarbeiter vorgenommen hat (dessen Schreibstil allerdings ganz gewaltig an ein gewisses Auweia!-Mitglied erinnert). Die Vorgehensweise kennt man ja bereits aus alten Hullaballoo-Zeiten, als „Bands“ wie Panzer Bauchschuss Overstolz für gediegene Unterhaltung sorgten. Dann drücken wir mal WorkingKlaus & Co. feste die Däumchen für weiterhin gutes Gelingen und dass sie sich vom vielen Dosenpfand evtl. auch mal die T.O.D./Auweia!-Split besorgen können … Die Home- bzw. Unterwegs-Stories von und zu 2nd District und Pascal Briggs sind zwar schon vielerorts ob der Unleserlichhaftigtkeit bemängelt worden, aber mit ein paar Tricks und Kniffen in Sachen Heimbeleuchtung lässt sich das eigentlich ganz gut bewältigen. Tja, die verwöhnten Punk-Kiddies heutzutage halt, mit nix zufrieden … Desweiteren gibbet noch die zu Tode gehypten Press Gang inner Talkrunde (naja, hier wohl eher Mail), die allerdings doch mehr zu sagen haben, als das übliche Standartgesülze von Bands, die eigentlich eher in die HC-Ecke schielen und eigentlich gar keinen Bock auf die uncoole Punkpresse haben. Aber schließlich heißen sie ja Press Gang, so wird denn auch diese Hürde ordentlich gemeistert (wat werd ich heut wieder von Plattitüden heimgesucht, fast schon unheimelig). Bei Alarmsignal-Chef Steff gibt man sich komplett unkritisch, was seine Nebentätigkeit als Missionaren-Musikant angeht, aber da hat der werte Autor ja bereits mangelhafte Vorbereitung eingeräumt, Schwamm drübber. Alex Schwers erzählt vom seinem bewegten Leben als Allround-Behelfsdrummer und Festival-Tycoon, in „Anders leben“ gibt’s diesmal eine schon fast im „Sendung mit der Maus“-Stil gehaltene Anleitung zu korrektem Verhalten vor, während und nach Demos, die Barroom Heroes geben zu Protokoll, warum sie gemeinsame Auftritte mit PC-Spießern wie den Schusterjungs lieber canceln, und als Sahnehäubchen hat sich – zwischen Kühlschrank auffüllen, Saufen, Leergut wegbringen und zum Kiosk pilgern – der alte Scholz endlich mal wieder ans Laptop geschleppt, um das werte Geschmeiß mit seiner Kolumne zu erfreuen. Hut ab dafür. Gute Ausgabe, over & out. Snitch



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