Pankerknacker #21, #22

| März 18th, 2010

(A5+, 92 Seiten, 3 Euro + Porto, PK- Verlag, Postfach 360421, 10974 Berlin)
Abermals ein Werk des ehemaligen Oxymoron-Haudegens Sucker darf Opa Knacks bewährtes Szene-Organ zieren, was mich persönlich aber –sorry – nullstens anspricht. Der Mann mag ja in graphischer Hinsicht wirklich sein Handwerk verstehen. Was aber ein Biker-Klischeebildchen in Form eines leicht bekleideten Motorrad-Luders auf dem Cover einer Punk-Gazette zu suchen hat, erschließt sich mir ehrlich gesagt nicht so ganz. Ebenfalls durchwachsen ist das Interview mit einem meiner absoluten Kindheits-Heroen, Mille Petrozza, geraten. Das Teil als allererstes zu Gemüte gezogen, musste festgestellt werden, dass Mille anscheinend vorhat ins Guiness-Buch der Rekorde zu geraten, nämlich in Sachen kürzeste Angebundenheit beim Antworten geben. Selten sowas Unmotiviertes gelesen! Ebenfalls interviewt wurden King Khan (ziemlich durch, der Typ), SS-Kaliert (stinklangweilige, eingebildete Pfaue), das neueste Signing von Rilrec-Maks, die Guitar Gangsters, COR (gähn) u.v.a. Dazu die üblichen Kurzgeschichten, bzw. Kolumnen von Parki, Mika, Frick & Konsorten und fertig ist ein diesmal etwas durchschnittlicher Knacker – der aber trotzdem immer noch lesenswerter ist, als die letzte „Bunte“ (gerade beim Saunieren in den Fingern gehabt), in der auf jeder zweiten Seite über das Sexleben von Jon Voights bekloppter Tochter berichtet wird. Und das ist ja auch schon mal was, nicht wahr … Snitch

Pankerknacker #22
(A5, 56 Seiten, 3 Euro + Porto, PK- Verlag, Postfach 360421, 10974 Berlin)
Dürfte wohl mittlerweile ziemlich lange her sein, dass man den werten Knacker im handlichen A5-Format begutachten durfte… Der Qualität hat es jedenfalls keinen Abbruch getan, die hier versammelte Schreibergarde hat wie immer Hochwertiges rausgehauen, auch wenn Jan Offs Phantasieaufsatz zum Thema Force Attack zum einen nun wirklich nix sagenhaft Neues (gab’s z.B. im Parasiten schon mal) und zum anderen auch ein wenig arg pubertär geraten ist. Kein Assel-/Deutschpunk-Klischee bleibt da unberitten. Da gefällt der „reale“ FA-Bericht von Tina doch schon um einiges besser. Parkinson klärt uns über Rene Kuhn auf, den ehemaligen Vorsitzenden der SVP und neben seiner beherzt ausgeübten Rechtstendenz auch vorbestrafter Mädchenhändler. Dass Parkinson in dieser Hinsicht interessiert und bewandert ist, verwundert nicht sonderlich, schließlich muss die arme Sau ja momentan als Student in dem ziemlich unsympathischen Ländle seine Vegetation fristen. Des Weiteren hat’s noch gediegene Reisebeobachtungen von K.N. Frick, Frage-Antwort-Spielchen mit Soziedad Alkoholka, den Betreibern der Rock’n‘ Roll-Herberge in Berlin und Superhirn Watti im Angebot. Letzterer schimpft immer noch wie ein Rohrspatz auf „Fuckin‘ Blair“, und das, obwohl der alte Tony doch mittlerweile schon seit gut 2 Jahren nicht mehr im Amt ist, eieiei… Das hat man wohl in Wattiehausen noch nicht mitbekommen, ebenso die Tatsache, dass man sich zwielichtige Leute, mit denen man zusammen auf Saufbildern posiert, besser zweimal anschauen sollte. Aber macht ja nix, denn „das nächste Mal, wenn ich dort bin, kriege ich sie und steche sie ab.“ Na, dann mach ma. Das Layout kommt diesmal übrigens durchgehend knallbunt daher, und ist, bis auf die schrecklichen Einleitungsblöcke in unleserlich und schrillpink mal wieder 1a geraten. Das Cover ziert diesmal kein leicht bekleidetes Motorradluder von Sucker, sondern der alte Schwerenöter Warren Beatty, umgarnt von einem, äh, leicht bekleideten Luder ohne Motorrad. Öfter ma wat Neues. Snitch



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