Commi Bastard #9

| März 19th, 2010

(A5, 1 Euro + Porto myspace.com/commibastardfanzine)
Der Commi Bastard Nr. 9 ist die erste Ausgabe dieses Redskin-Fanzines, die ich in die Finger bekomme. Wie man vom Namen schon bedingt herleiten kann, handelt es sich bei diesem DIY-Heft um eine kommunistische Propaganda-Mappe. Damit komme ich klar. Dementsprechend wird die antifaschistische Fahne haushoch gehalten und Grauzone bis Bonehead kriegen ihren Facebreak. Die Zielgruppe dieses antistalinistischen und hochengagierten Machwerks sind im speziellen Menschen die ein Faible für Oi, Ska und Artverwandtes haben, Punk kommt definitiv etwas kurz. Kommunismus ist zwar nicht die Suppe in der ich schwimme, aber bis zur Revolution müssen wir wohl oder übel zusammenarbeiten, haha. Der Commi Bastard gibt sich kämpferisch und Garcin reißt das Ding hier ganz alleine, Respekt. Natürlich spiegelt die Redaktionsstärke auch die Flexibilität und Meinungsbandbreite des Hefts wider. Trotz der fehlenden Objektivität gelingt es Garcin immer wieder, sich ein Stück selbst zu reflektieren. Er holt spannende Gesprächspartner wie z.B. den Macher von Conehead Records, die Redskin-Band Redweiler, die Anarcho Skin-Band Brigadir und einige weitere an den Gesprächstisch und hat mich mit der Rubrik „Songstory“ etwas neidisch gemacht, also auf die Idee. Zur Brust genommen, in ebendieser Rubrik, hat er sich den Song „Octobre 61“ der französischen Band Brigada Flores Magon, der von einem Polizeimassaker auf einer pro-algerischen Demonstration in Paris, während des Algerienkrieges handelt. Extrem klasse finde ich auch die im Heft verteilten Zitate z.B. von Papst Ratze vs. Heinrich Heine, aber – lies es selbst. Das Nazi-Lover-Foto mit Stomper Sänger Sebi und Endstufe Brandy ruft einem noch mal die Dummheit in Erinnerung. Am Ende schließt Garcin seine gut recherchierte, aber auf dieser Ebene etwas einseitige Zionismuskritik mit dem letzten Teil und einer Rubrik mit Buchempfehlung von linken und systemkritischen Israelis. Garcin spricht sich selbstverständlich laut und deutlich gegen Antisemitismus aus. Ich bin angefixt und will auch die Backissues haben. Kann man Zielgruppen übergreifend lesen. dennisdegenerate



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