malerhttp://www.pogoradio.de/wp-content/uploads/2010/02/maler.jpg 196w" sizes="(max-width: 120px) 100vw, 120px" />(Taschenbuch, CoCon Verlag, 120 Seiten, 19,80 Euro)
Helmut Wenske alias Chris Hyde und seine Bücher habe ich Euch ja bereits in einer der vorigen Ausgaben ans Herz gelegt. „Rock’n’Roll Tripper“ und seine Autobiographie „Scheiß drauf“ sind an Authentizität kaum zu übertreffen und auf alle Fälle lesenswert. Und jetzt, mit 70 Jahren, legt Wenske noch einen drauf. Eigentlich ist er ja so ein Typ, der konsequent und rigoros Schlussstriche zieht. Aber manchmal holt ihn seine Vergangenheit doch wieder ein. Und dann ist er auch Rampensau genug, sich mal wieder ins Rampensaulicht zu stellen. Aber: Ehre, wem Ehre gebührt. In diesem Buch steht eindeutig seine Vergangenheit, als einer der bedeutendsten deutschen Maler des 20. Jahrhunderts im Vordergrund. „Pfft, Malerei, geht mir total am Arsch vorbei. Drauf geschissen!“ werden jetzt viele denken. Aber halt, das was Helmut Wenske als Autodidakt und meist im vollkommenen Drogenrausch in den 70er Jahren geschaffen hat, lässt die Ohren und die Augen so richtig wackeln. Hallo, ich bin ein kompletter Kunstbanause, aber selbst ich bin von den Abbildungen seiner Gemälde restlos gefesselt. Weiß gar nicht, wie oft ich das Buch mittlerweile zur Hand genommen habe und in andere, abgrundtiefe Welten eingetaucht bin. Seine Illustrationen sind meistens absolut düster und bieten Einblicke ins Unbewusste. Eine totale Geisterbahn voller Selbstbildnisse, Endzeitvisionen und der Nähe zum Wahnsinn. Surrealistisch, vielschichtig und schwer (wenn überhaupt) zu interpretieren. Wenske illustrierte die Cover für Science Fiction-Romane (z.B. von Stanislaw Lem) und ist verantwortlich für eine ganze Reihe von LP-Covern etlicher Psychedelic-Bands (allen voran Nektar), hat aber auch großflächig gemalt und insgesamt fünf Monographien mit seinen Bildern veröffentlicht, von denen aber nur noch „Geschichte des Athanasius Pernath“ lieferbar ist. Viele seiner Bilder gibt es einfach auch nicht mehr. Er hat sie verbrannt oder sonst irgendwie dem Orkus übergeben. In diesem Bildband lassen sich dennoch einige davon bestaunen, denn zum Glück gab es davon noch Fotographien oder sie wurden alten Bildbänden und Archiven entnommen. Wenske streitet es in dem Buch zwar ab, Bezüge zu Dali oder MC Escher zu haben, aber ich sehe da schon Ähnlichkeiten. Er aber sagt, die Drogen sind schuld, dass es so geworden ist, wie es geworden ist. Und das glaube ich ihm sogar. Der Mann lügt nicht. Ich kenne ihn mittlerweile aus einigen Telefonaten. Helmut Wenske nimmt kein Blatt vor den Mund. Er sagt, was er denkt und das so rigoros, dass es ihm egal ist, ob er sich damit ins totale Abseits oder in den Knast bringen könnte. Seine Bilder bilden ganz klar das Herzstück dieses Buches. Eingerahmt werden die Bilder durch einige Gastbeiträge, natürlich Lobhudeleien, von Weggefährten oder flüchtig Bekannten, Wenskes Jugenderinnerungen, ernüchternden Kommentaren seinerseits zu den eigenen Gemälden und kurzen Schnappschuss-Einblicken in sein Leben. Wobei man aber auch sehen und lesen kann, dass er schon ganz gerne mal post und sich zur Schau stellt. Was den Mann aber nicht weniger sympathisch macht. Helmut Wenske ist ein Monolith, ein Fels in der Brandung. Gehet hin und preiset ihn! Oder geht kacken!!! Obnoxious



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