harryhttp://www.pogoradio.de/wp-content/uploads/2010/02/harry.jpg 240w" sizes="(max-width: 120px) 100vw, 120px" />(Hörbuch, Edition Tiamat, 2 CDs, 140 Minuten, 16 Euro)
Harry Rowohlt ist nicht nur der Penner aus der Lindenstraße, nein, er ist Gott, er ist Obergott, ach was Chefgott aller Vorlesegötter. Sozusagen der Zeus von denen. Und gleichzeitig der anarchistischste von ihnen. Er raucht und trinkt, sagen wir ruhig, säuft. Bier und Whiskey. Während der Lesungen! Bekannt geworden ist Harry Rowohlt nicht als Verleger-Sohn und Erbe, sondern als Übersetzer und Autor grandioser Literatur. Neben den eigenen, ebenfalls sehr lesenswerten Werken, verdanken wir ihm die Übersetzung der Schriften von Flann O’Brian (wer von dem noch nichts gelesen hat, ist jetzt mal wirklich ein armer Wicht!) oder etwa von „Pu, der Bär“. Dazwischen ist bei Harry Rowohlt alles möglich. Außerdem hat er bei ewig vielen Tonträgern seine Stimme zur Verfügung gestellt. Lesungen dauern bei ihm nicht weniger als zwei, meistens vier und manchmal sechs Stunden. Unglaublich! Ich selbst durfte vor gefühlten 13 Jahren einmal Zeuge einer solchen Lesung in Mannheim sein. Ich werde sie nie vergessen! Das war einmalig. Wer dieses Gefühl so in etwa einmal nacherleben möchte, dem sei dieses Hörbuch inbrünstig ans Herz gelegt. Dessen Titel kommt übrigens nicht von ungefähr, denn Harry Rowohlt kommt während seiner Lesungen stets von Arschbacken auf Kuchen backen, unterbricht er doch sehr häufig seine Vorträge aus dem mir nichts, dir nichts und erzählt, quatscht und schwadroniert dann drauf los. Gerne auch unter Einbeziehung des Publikums. Und was Rowohlt dann vollbringt ist ganz großes Damentennis. Er schweift ab, erzählt Anekdoten, Witze, Schwänke, Schwanke und Schwanks aus dem eigenen Leben und aus dem Leben der anderen. Die eigentlichen Texte treten dabei oftmals in den Hintergrund. Er selbst nannte seine Auftritte auch schon „Schausaufen mit Betonung“. Okay, das hab ich jetzt bei Wikipedia geklaut, aber echt nur das Zitat! Trotzdem bringt es das zu 100% auf den Punkt. Wer irgendwann und irgendwie mal die Möglichkeit haben sollte, einer solchen Lesung beizuwohnen, dem sei auch auf das Dringlichste empfohlen, diese Gelegenheit am Schopf zu packen. Man wird es nicht bereuen. Soll ich jetzt endlich mal konkret was zu diesem Hörbuch sagen? Okay: Es handelt sich dabei um eine Live-Aufnahme, die im Januar 2005 in der Berliner Volksbühne mitgeschnitten wurde. Harry Rowohlt liest dabei allergrößtenteils eigene Texte aus seinen Kolumnenbänden „Pooh’s Corner“… und schweift mal wieder gnadenlos ab. Außerdem kann er mit seiner Stimme anscheinend anstellen was er will. Im Imitieren von Dialekten, Stimmen und Stimmlagen ist er ein Gigant. Und am spannendsten wird es immer dann, wenn er einen Schluck aus der Pulle nimmt und sagt: „Da fällt mir ein…“ Ach, hört es Euch doch selbst an, bevor ich abschweife… Harry Rowohlt kann das besser!!! Obnoxious



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