jens-nink-rockterrine(Hardcover, Rockbuch Verlag, 160 Seiten, 17,90 Euro)
Ein Kochbuch. Ja, da freut man sich als Literaturkritiker! Viele Bilder plus wenig Text ist gleich leicht verdientes Geld!!! Bei dem vorliegenden Exemplar handelt es sich um ein Franchise-Unternehmen des Trierer Catering Service-Kombinats Rockterrine und dem Ex-Kommunikations Design-Studenten Jens Nink. Dieser, nicht blöd, packte den Kohlrabi am Schopf und nutzte die Chance, eines seiner Steckenpferde zum Thema seiner Diplomarbeit zu machen, um endlich in seiner Studienzeit auch mal Spaß an was zu haben und hat die drei Mädels von der Rockterrine bei einem Pfefferminzlikör dazu überredet ihre wunderbaren Rezepte zu verraten. Die Rockterrine wiederum hat Ende der 90er im Trierer Ex-Haus angefangen, gastierende Bands zu bekochen. 2003 wurde ein festes Gewerbe angemeldet und man wurde richtig professionell. Inzwischen kocht die Rockterrine gerne auch mal für bis zu 200 Leute, also auch für Dich und Deine Hochzeitsgäste. Die Aufgaben waren demnach klar verteilt: Der eine macht wie besessen Fotos von irgendwelchen Bands, die anderen bekochen diese Bands. Für das Kochbuch hat dann der eine auch noch das fotografiert, was die anderen gekocht haben. Prima Plan. Herausgekommen ist ein wirklich sehr schönes Hochglanz-Kochbuch, sehr stylish. Neben den mundwassertreibenden Fotos gibt es wie gesagt auch die Rezepte und man erfährt, welche Gerichte für welche Bands von den Mädels gekocht wurden. Außerdem gibt es einen Arsch voll (größtenteils ganzseitiger) hochqualitativer Live-Fotos zu sehen. Auch das sonstige Layout, lässt nichts zu wünschen übrig, da kann man echt nicht meckern. Nicht gemeckert haben übrigens auch die Herren und Damen Rockstars, wie man allenthalben im Buch sehen kann. Fat Mike urteilte beispielsweise: „Best fuckin food I’ve ever had in Germany“, Wir sind Helden sagten „Vielen Dank für die leckeren Extrawürste“ und Helge Schneider: „Ich geh jetzt ins Hotel, Füße mal waschen. Unheimliche Lauferei hier!“ Na, wenn das kein Lob ist! Unterteilt ist das Buch übrigens nicht nach „Suppen, Kartoffelgerichte, Fleischloses, Hirnloses und Nachtische“, sondern nach den Musikgenres aus denen die Bands stammten, für die Rockterrine gekocht hat: Im ersten Kapitel „Punk“ gibt es z.B. die Rezepte für Lagwagon, Beatsteaks, No Use For A Name, Me First And The Gimme Gimmes. Die Abteilung „Rock“ ist vertreten durch Sportfreunde Stiller, Bela B., Monster Magnet, In Extremo, Subway To Sally. Für „Hardcore“ stehen Steakknife, Thrice und Caliban am Start. Für Metal Napalm Death und „Various“, also das ganze andere Gesocks, glänzt durch Anwesenheit von Lionel Richie, Kim Wilde, Guildo Horn und den Fantastischen Vier. Ganz zum Schluss gibt’s noch eine formidable Galerie mit tollen Fotos. Also wirklich, Hut ab, vor diesem schönen Kochbuch. Vor lauter Begeisterung fand ich noch gar keine Zeit eines der Rezepte nachzukochen. Über das Schmökern komme ich leider nicht hinaus. Von mir gibt’s aber trotzdem schon mal drei Michellin-Sterne im Voraus – mindestens! Obnoxious



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