jaromir-konecny-e28093-jager-des-verlorenen-glucks(Taschenbuch, cbt, 378 Seiten, 6,95 Euro)
Hmm, da war ich wohl etwas vorschnell, als ich das Buch zu Besprechungszwecken beim Verlag angefordert habe. Habe mich wohl vom großen Namen des Autors blenden lassen und gar nicht so richtig bemerkt, dass Jaromir Konecny seit einiger Zeit dazu übergegangen ist auch gerne mal ein Jugendbuch zu veröffentlichen. Aber sei’s drum, schließlich hat das Punkrock!-Zine ja auch einige Leser, die den größten Teil ihres Lebens hoffentlich noch vor sich haben. Zum Inhalt: Thomas ist ein Junge, der vermeintlich gerade Vollwaise geworden ist, als plötzlich ein äußerst seltsamer Mann auftaucht, der sich nicht nur als sein Vater, sondern auch noch als ein Glücksritter ausgibt, dessen Auftrag es ist, das Böse in der Welt zu bekämpfen. Thomas selbst soll ein auserwähltes Kind sein, das fähig ist, der drohenden Übermacht der Schwarzen Krieger einen Riegel vorzuschieben… Schwurbel, schwurbel… Das ist die Ausgangssituation für knapp 380 Seiten Jugend-Science Fiction-Roadmovie voller übler Gestalten und pubertärer Jugendphantasien. Aber genau hier offenbart sich dann doch Konecny als Liebhaber von Titten, Ärschen, Sex und expliziter Sprache. Bleibt aber alles im Rahmen, denn schließlich, wie gesagt, handelt es sich bei „Jäger des verlorenen Glücks“ um ein Jugendbuch. Ich hatte manchmal den Eindruck, dass Konecny auch seinen „Herr der Ringe“ gelesen hat und in die jugendliche Jetztwelt übertragen hat. Von München geht’s aufgeregt nach Tschechien, wo es zum großen Showdown mit dem Bösen kommt. Und natürlich kommt es, wie für jugendliche Herzen notwendig, zum Happy End. Ob Thomas, wie von ihm sehnsüchtigst erhofft, auch schon zum Ficken kommt, müsst Ihr schon selbst lesen. Sein großes Problem ist nämlich: Als auserwähltes Kind muss man jungfräulich bleiben, sonst klappt das nicht mit der Weltenrettung! Aber vielleicht gibt’s ja doch eine Möglichkeit?! Spannend, spannend! Auffällig ist übrigens die Sorgfalt mit der Jaromir Konecny sich bemüht hat einen anständigen Soundtrack zum Roman zu liefern. Akribisch machte er sich auf die Suche nach passendem Songmaterial aus allen musikalischen Richtungen. Situationsbedingt reicht das dann vom Death Metal über Mittelalterrock zu AC/DC, Knochenlutscher-Gothic und Mainstream-MTViva-Kacke. Das muss wohl so sein, denn wenn ich mal zurück denke und ehrlich bin, habe ich mit 14, 15 Jahren ebenfalls einen katastrophalen Musikgeschmack gehabt, der vor keiner Genregrenze Halt gemacht hat und kein Erbarmen kannte. Ums kurz zu machen: Die jungen Jungen unter Euch können mit dem Buch vielleicht was anfangen. Die alten Jungen und die jungen Alten eher nicht. Die alten Alten wahrscheinlich am wenigsten. Außer man will sich mal wieder so richtig juvenil fühlen… aber wer will das schon? Obnoxious



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