Reviews

| Dezember 4th, 2009

CAR DRIVE ANTHEM – Time To Steal Away
(CD, Sums Records)
Ohje, ’ne amtliche Autofahr-Hymne klingt in meinem fahrenden Müllcontainer aber anders. Ein dahingehauchter Schmachtfetzen von Miss Stevie Hicks zum Beispiel, oder meinetwegen auch „Ein schöner Satz Reifen“ von Eisenpimmel. Aber bestimmt nicht diese schmalzgewichste Prinzessin-Lillifee-Version von Boysetsfire auf Valium. Tut mir leid, Jungs, da seid ihr beim Falschen gelandet (obwohl- eigentlich tut’s mir gar nicht leid, wenn ich ehrlich bin…). Und Tschüss. Snitch


CRAVING – A Good Cast Is Worth Repeating
(CD, F-Spin Rec.)
Hui, es rocket und rollet im Hause Craving. Die unlängst wiederbelebten Noise-Helden sind nach 17 Jährchen nun auch etwas gesetzter geworden, was in ihrem Falle aber einfach nur bedeutet, dass die Songs nicht mehr allzu sperrig strukturiert sind und zumeist knackig und krachig nach vorne galoppieren (gelegentlich ist auch mal Trabtrab angesagt, soweit ist das schon mit denen). Bei Nümmerkens wie „House Moving“ oder „Spiders“ dürften gereifte X-Mist-Stammkunden jedenfalls recht schnell feuchte Inkontinenzvorlagen bekommen. Besonders charmant auch die offensive Trio-Hommage beim letzten Song „Halt mich fest ich werd verrückt“. Behrens, Remmler & Co. auf lecker Kraftfutter, sehr schön. Und ich verlasse euch jetzt, und dann könnta mich mal…VON HINTEN SEHN! Snitch


DEATH BEFORE DISHONOR – Better Way To Die
(CD, Bridde Nine Records)
Yes, was für ein Brett, die Jungs aus Boston sind wohl jedem Wasser trinkendem Müslifresser ein Begriff, aber was sie hier abliefern, ist der Hammer. Vom Anfang bis zum Schluss frisst einen die Platte regelrecht auf. Musikalisch wie textlich hat die Band einfach wesentlich mehr zu bieten als die übliche Hardcore- Monotonie. Es lohnt sich, einfach mal über den eigenen Tellerrand zu schauen, was hier definitiv ganz klar unter Beweis gestellt wird! Kay


DESTRUCTORS 666 – Pow! That’s Killmusik 666: Vol. 1: Revision
(CD, Rowdy Farrago Rec.)
Diese Platte ist quasi eine Best-Of-Splitsingles-Beiträge. Und davon, also von Splitsingles-Beiträgen, gibt es ja genug. Eine Zeitreise durch das Schaffen der Destructors 666, wobei musikalische Veränderungen nicht zu verbuchen sind, es bleibt beim Punkrock mit Anleihen aus der Garage. Gut! HH


DRY CONDITIONS – Into The Night (Black Light)
(CD, 808 Records)
Was weltbewegend erfrischendes ist er ja nicht gerade, der allgegenwärtige, zum mittleren Westen schielende Paua-Postpunk der Casting Out-/The Loved Ones-Schiene. Dennoch machen die vier Schweizer ihre Sache mehr als ordentlich und werden bestimmt so manches, mit Muff-Potter-Fans bevölkerte Provinzfestival rocken. Meine Bude wohl eher nicht so häufig, sorry. Snitch


DUN2DEF – Riot Torn City
(CD, Rowdy Farrago)
Hm, irgendwie lässt mich der Gedanke nicht los, dass die Band sicher schon ’ne Split mit Destructors 666 gemacht hat. Schließlich sind sie auf dem gleichen Label, was als Garant herhalten sollte. Wie dem auch sei, haben sie es geschafft, elf Songs für sich ganz alleine zu beanspruchen. Auf die verstopften Lauscher gibt’s angegrauten Punk. Damit meine ich Punkrock von einem älteren Semester, aber bitte nicht mit Pubrock verwechseln. Irgendwie scheint es in England ’nen Haufen älterer Leute zu geben, die Punkrock wirklich verinnerlicht haben und den auch bis zum Ende leben. Kann es sein, dass das hierzulande eher nicht so ist? Bocky


EL FUPA – Grande
(CD, Rookie)
Bei dem Blick auf das Label war ich etwas verwundert. Anstatt den Namen des Kölner Labels zu lesen, rechnete ich direkt mit ’nem neuen Wurf aus dem Haus I Scream, wo man die norddeutsche Band auf jeden Fall verorten könnte. Das Debüt der erfahrenen, weil schon in anderen Combos spielenden, Recken, hat ordentlich Wumms hinter der Binde. Als kleine Orientierungshilfe kann man Nu Metal und Brachial-Hardcore herbei zitieren. Ansonsten kann ich zu dem gut halbstündigen Werk nicht viel schreiben, da dieser Sound nicht meine Tasse Bier ist. Die Richtung, die ich meine wurde aber hoffentlich deutlich. Bocky


FALSE ALARM – Fuck Em All We’ve All Ready (Now) Won!
(CD, Nicotine Records)
False Alarm: Seit 1983 gibt es die 4 Jungs aus Los Angeles schon, also einiges an Erfahrungen (Sex, Drugs and Rock’n’Roll) sollte eigentlich vorhanden sein. Das hier ist aber eine Mischung aus Farmer-Rock und Punk; 14 Lieder die in keiner Kuschelrock-Sammlung fehlen dürfen, so lahm wie das daher kommt. Hervorzuheben wäre noch die Dame, die im Song „In My Mind“ das Mikro schwingt, ich dachte Courtney Love ist in einer Anstalt, schrecklich! Kay


FOUR YEAR STRONG – Explains It All
(CD, Hassle Records)
Tut das wirklich Not, dass eine mehr als durchschnittliche Ami Pop-, von mir aus auch Skatepunk-Band bereits mit ihrem zweiten Album eine komplette Coversong-Geschichte veröffentlicht? Mit Songs, die die Bandmitglieder angeblich für ihr momentanes Schaffen geprägt haben? Natürlich in der nunmehr angemessenen Geschwindigkeit. Nein, das tut natürlich nicht Not. Vielmehr ist so ein, nennen wir es einmal, „Konzept“ ziemlich einfallslos und völlig überflüssig. Die Lieblingssongs aus den 90ern zu spielen, Songs mit denen man aufgewachsen ist und die die „Karriere“ beeinflusst haben? Ich kenne zum Glück nur die wenigsten der MTViva- und Radiohits. „Ironic“, „Semi-Charmed Life“ und „She’s So High“ sind vielleicht noch die bekanntesten… Aber so was… nee, das geht mir ziemlich weit am Arsch vorbei. Noch dazu in der unterirdisch lieblosen Promo-Ausgabe, die Hassle Rcords/Starkult hier vorbei geschickt hat. Musikalisch vielleicht gar nicht mal so schlecht, aber irgendwie schon zum Kotzen! Obnoxious


THE GENERATORS – Between The Devil And The Deep Blue Sea
(CD, Concrete Jungle)
Die Amis groß vorzustellen ist wie Wasser in den Rhein zu tragen, zumindest sollte das so sein. Aber da es auch Punk-Nachwuchs gibt, sollen auch sie wissen, dass Generators schon seit 12 Jahren bestehen. Doch nicht nur das, denn Sänger Kane und Schlagzeuger Berru sind schon seit den 1980ern in der Punkszene unterwegs. Deshalb ist es auch nicht weiters verwunderlich, dass die 12 neuen Titel nicht abgehen wie’s Lottchen, stattdessen alle im Midtempo-Bereich liegen. Zudem werden Stilmittel verwendet – Percussion, Orgel – die nicht gerade typisch in ihrem Genre sind, was den Sound auflockert und fast auf knalligen Rock reduziert. Doch wie gesagt muss man bedenken, dass die Kerle keine 17 mehr sind und kann darum auch kein furioses Brett erwarten. Dafür ist es ein sehr solides Westküsten-Punkrock-Album geworden, welches wesentlich unpathetischer daher kommt als Social Distortion, weshalb ich den Generators wesentlich mehr abgewinnen kann, als den diesen Sommer extrem enttäuschenden Mike Ness. Bocky


HARRINGTON SAINTS – s/t
(7“, Contra Records)
Unsere Lieblingsossis haben den Weg über den großen Teich getan und machen nun diverse Koops vor Ort. Was sie von dort mitbringen, ist ziemlich derber Streetpunk der Marke Bonecrusher. Um ehrlich zu sein, könnte das hier der uneheliche und mies gelaunte Bruder der hierzulande bekannteren Bonecrusher sein. Die vier Kalifornier knallen einem zwei Songs vor den Latz, so schnell kann man nicht schauen und fühlt sich von einer dreimotorigen Wildsau überrannt. Ein deftiges Oi!-Brett, das einen ganz schön derb erwischen kann. Großer Wert wurde auch auf die Verpackung gelegt. Das Cover ist schon in Silbergrau gehalten, ebenso wie das Vinyl, welches ein vernünftiges Gewicht vorweisen kann. Bocky


HOODS – Pit Beast
(CD, I Scream)
Hoods lassen ihr „Pit Beast“ von der Kette, vielleicht konnten sie es auch einfach nicht mehr halten. Dieses Vieh ist zielstrebig und brutal, beißt sich seinen Weg durch elf solofreie, ultra tighte Hardcore-Brecher. „Pit Beast“ wiegt ’ne Tonne, frisst deine Kinder und ist überhaupt, eh nicht zu stoppen. Hoods erfinden hier nichts, was es nicht schon gab. Sie halten nur die Meßlatte unheimlich hoch und rangieren in ihrem Genre, dem des toughen Oldschool Hardcores, ganz oben. dennisdegenerate


THE JETPACKS – About Girls, Cars And Booze
(CD, Antstreet)
Die drei Jungs werden im Beipackzettel als Halbstarke angepriesen, die einen auf wilden Mann machen. Na und genau eben so sehe ich das auch. Dementsprechend kann man den Arbeitstitel des Albums auch nicht für voll nehmen. Denn das Trio muss erst einmal die Erfahrungen machen über die sie singen. Auf ihren Bildern zumindest sehen sie nicht danach aus, solch einem Ausdruck gerecht zu werden. Musikalisch geht das aber für Highspeed Rock’n’Roll in Ordnung, man weiß wohin die Reise gehen soll. Bocky


K-JELL – Refreshing Power
(CD, October Party Records)
K-Jell stammen aus Norwegen und haben wohl auch gute Bekannte in Asien. Denn alle Songtitel sind auf dem Backcover auch in irgendeiner asiatischen Schrift drauf. Dass sie im fernen Asien auch bekannt sind, leuchtet mir allerdings nicht wirklich ein. Zwar sind sie jetzt nicht der absolute Rotz, aber so toll nun auch wieder nicht. Aber am End‘ haben die einen guten Bekannten dort, der sich um sie kümmert, was dann schon wieder der richtige Weg ist. Wie dem auch sei, ich kann mit ihrem Proll-Oi!Punk nicht wirklich etwas anfangen. Bocky


KYODO – Freiflug
(CD, F-Spin)
So langsam scheint es wohl richtich hip zu werden, seine Songs in der Kombination Schlagzeug/Cello & Loops zu instrumentieren. Nach Guts Pie Earshot nun auch diese beiden Bonner Herren, die im Gegensatz zu den umtriebigen Berlinern allerdings noch gediegener, atmosphärischer und schwermütiger zu Werke gehen. Das kommt bei den langsamen, getragenen Instrumentalstücken gar nicht mal so schlecht, allerdings hätte man auf die „griffigen Popsongs“ (Labelinfo) besser verzichtet, da zieht’s mir nämlich mal ganz charmant die Schuhe aus. Der Herr Sangesmeister könnte glatt als der etwas impulsivere Bruder von Hartmut Engler durchgehen, die Texte schlagen in fast dieselbe Kerbe. Alles in allem erinnert die ganze Chose an das Orchester-Album von Depp Purple, eben auf Drums, Cello und die erwähnten Lopps reduziert. Nu ja, ihre Freunde werden sie in der Nische schon finden, man hat ja auch bereits mit GPE zusammen gastiert (was ich mir eher anstrengend vorstelle, ehrlich gesagt…). Snitch


THE LAST MINUTE – Modern Attack
(CD, Diffidati)
Trendscouts wie wir sind (wer den People Like You-Artikel schon gelesen hat, weiß, was ich meine), hatten wir in unserer letzten Ausgabe schon ein Interview mit der siebenköpfigen Ska-Band aus Ungarn. Wer unsere letzte Ausgabe sein Eigen nennen kann, weiß, die Jungs sind keine Schwätzer, sondern sind in der Szene recht engagiert. Dieses Engagement haben sie ebenfalls in ihre zehn neuen Songs gepackt. Im mittleren Tempo schaffen sie es, im Handumdrehen die Hörerschaft zu bannen und deren Beine Richtung Brust zu bewegen. Das hat aber nicht immer nur was mit den Ska-Hooks und den beiden Bläsern zu tun, auch eine Orgel wissen sie gut einzusetzen. Skatypisch eine fetzende Platte mit ganz viel Sonne im Gemüt. Bocky


MAGNAFUX – s/t
(CD, Lombego Rec.)
„…is an angry Rockband with a Punk lean from Chicago, IL- USA“, sind die einzigen Worte, die dem winzigen Waschzettel zu entnehmen sind. Das stimmt alles auch soweit, tut überhaupt nicht weh, beinhaltet eine Menge fangiger Refrains, viele Oohs und Aahs, Wohohoos sowieso, sorgt bei Postkartenpunkern mit Sicherheit für gesunde Nägel und ein glänzendes Fell und und und…serviert jetzt aber auch nicht mehr musikalische Weisheit als die ersten Releases der Bombshell Rocks und deren Artgenossen. Als Umbaupausenmusik bei der nächsten Deconstruction-Tour mit Sicherheit kein Fehlgriff. Snitch


MERAUDER – God Is
(CD, Regain Records)
Die Veteranen des NY-Metalcores veröffentlichen ein neues Album und ihr Label Regain Records schickt eine unbeschriebene CD-R mit Promo-Zettel rum. Ich finde es ja schon total beschissen wenn keine Texte oder nur so ein Provisorium von Coversheet beiliegen, aber das hier schießt den Vogel ab. Ach nee, einen Zugangscode zum Download des Albums mit der Bitte um Besprechung geschickt zu bekommen, ist noch eine Nuance spezieller. Kommt aber auch vor (sic!). Merauder warten auf ihrem neuen Album „God Is“ mit tonnenschweren, groovigen Metalriffs auf und gefallen mir um Längen besser als die meisten modernen Metalcore-Bands. Musikalisch top, den Rest weiß der Teufel, das Artwork hat der Hund gefressen. dennisdegenerate


MESKALIN – Catching In The Sky
(CD, 808 Records)
Möchtegern-Amipunk-Ska-Pop-Scheiße. Der erste Longplayer von einer Züricher Combo, der meinem Erachten nach einfach nur langweilig ist. Der Band-Name Meskalin ist so kreativ, dass ich gleich einschlafe. Deshalb gehe ich da auch nicht mehr weiter darauf ein. Wer die Platte mit 12 Songs und lieblos gemachtem Booklet trotzdem braucht, bitteschön! Kay


MONOZID – Say Hello To Artificial Grey
(CD, SM-Musik, Majorlabel)
Schau an, das Label heißt also SM-Musik, soso… Tja, und passend dazu gibt’s hier für eher lebensbejahendes Volk die reinste Tortur in Form von stark Joy-Division-, Cure- und Church- beeinflussten Depri-Schmachtfetzen, die andererseits Freunden von Fliehende Stürme, Die Art & Co. durchaus zusagen dürften. Angehende Suizidler und solche die es noch werden wollen, können also nix falsch machen. Snitch


MONTREAL – s/t
(CD, Hamburg Rec.)
Wenn mich nicht alles täuscht, dann habe ich vor zig Jahren sogar mal mit dieser Band ein Konzert im JUZ Mannheim gemacht, als sie den festen Support für irgendjemanden machten oder bei einer Festival-Tour? Keine Ahnung mehr, egal! Das Trio ist mittlerweile musikalisch ziemlich ausgereift und hat keinerlei Probleme ’nen bunten Strauß an Indie-Powerpop-Poppunk-irgendwas zu zelebrieren. Bei manchen Songs klingen sie sogar etwas nach Lagwagon. Ebenso vielfältig wie der Sound sind auch die witzigen Texte, in denen die diversesten Erlebnisse verpackt sind. Alles in allem ’ne Scheibe, die lässig nebenher läuft und ’ne gute Untermalung zu tollem Wetter ist. Einzig die Kompatibilität zu Rock am Ring-Publikum stört mich etwas, weshalb die Scheibe daheim gehört wird, weil ich das erwähnte Pack live nicht ertrage! Bocky


THE MOVEMENT – Globalize This
(CD, Mad Butcher Records)
17 Demo-Songs von The Movement, das meiste wurde aufgenommen, bevor die Band ihr erstes Album herausbrachte. Also, wenn so die Demos klingen, möchte ich nicht wissen wie eine Studio-Aufnahme reinhaut. Im Ernst, Soul und Ska vom Allerfeinsten, da gibt es einfach nichts zu meckern! Kaufen, anhören, Arsch bewegen. Kay


NIHIL BAXTER – s/t
(7”, Spastic Fantastic)
Ich behaupte mal, was Dean Dirg oder Kamikatze da losgetreten haben, oder einfach etwas schneller waren, macht doch schon richtig Laune. In wirklich unglaublicher Geschwindigkeit presst das Quartett rund um Kaputtgart ganze 10 Songs auf die gerade mal 7 Zoll! Ich muss gestehen, dass mir der Trashpunk gut abgeht. Zudem weil man es bei all der Kürze auch meist schafft, die Texte so zu schreiben, dass sie keine Fragen offen lassen und gerne provozieren. Bocky


REVENGE OF THE PSYCHOTRONIC MAN – Make Pigs Smoke
(CD, TNS Rec.)
Was soll uns dieser Titel denn nun schon wieder sagen? Nein, zum Rauchverbot bei Höll und Meica? Wie auch immer, die Zeke-Jünger aus Manchester sind jedenfalls zurück und hauen uns hier mal wieder zwölf Highspeed-Böller um die Ohren, die weder Atempausen noch großartige Spielereien nötig haben, um ihre asskickende Wirkung zu entfalten. Freunde von oben genannten, Kid Dynamite oder auch den frühen Spermbirds könnten hier durchaus ’ne Bereicherung für’s Regal vorfinden. Snitch


RF7 – Hatred On The Rise
(CD, Just 4 Fun)
RF7 feiern mit „Hatred On The Rise“ ihren 30sten. Wundert mich nicht im Geringsten, dass die Band bisher an mir vorbeigegangen ist. RF7 spielen unspektakulären Amipunk/HC ohne den großen Hit zu landen. Geht da rein und dann da wieder raus. Ein paar Songs wurden mit der Ur-Besetzung eingespielt und die restlichen mit der aktuellen. Ich höre keinen Unterschied. Gute Reise! dennisdegenerate


RINGO SKA – Betolzkahtoparat
(CD, Pork Pie)
Eine der Visionen Bob Marleys war es (laut Flyer) Beatles-Songs im Offbeat-Gewand zu präsentieren. Meines Wissens aber eine der Visionen, die er selbst nie verwirklicht hat, wahrscheinlich hatte er sie bereits fünf Minuten später wieder vergessen. Ringo Ska realisieren diesen verlorenen Geistesblitz: 14 Beatles-Songs als Ska. Wer früher Beatles gut fand, jetzt aber eine Standleitung zur Offbeat-Polizeizentrale hat und alles verhaften lässt, was nicht Ska genug ist, der wird diese Scheibe mit großer Zufriedenheit auflegen. Weniger Fanatische werden die Scheibe vielleicht auf einer Partysause als As aus dem Ärmel ziehen, um mit einem gewissen Wiedererkennungswert und Schmunzelfaktor zu punkten. Ein Konzert könnte ich mir eventuell als großen Spaß vorstellen, die CD reißt mich nicht mit. Captain Mocker


THE RIPMEN – Rott In Pieces
(CD, Wolverine Records)
Die Berliner Schlitzer von The Ripmen sind endlich mal wieder mit einem neuen Album am Start. Zuwachs haben sie auch bekommen: Der fast allgegenwärtige Tex Morton spielt jetzt auch bei den Rippern. Auch wenn manche Kollegen ihn schon auf „Rott In Pieces“ deutlich heraushören: Auf der neuen Scheibe ist er nicht zu hören. Trotzdem: Die Berliner Burschen sind, trotz alter Besetzung, deutlich besser geworden. Düsterer, wilder und härter sind sie. So macht Psycho Spaß! Jetzt bleibt nur zu warten, wie sich Tex auswirkt… Live-Auftritte dürften spannend werden. Igor Frost


RUMBLE CLUB – The Bad In Me
(CD, Wolverine Rec.)
Ja! Großartiger Rocka-Psycho-Countrybilly. Abwechslungsreich auf interessant gemacht, was ja nicht bei allen XY-Billy-Bands Gang und Gebe ist. (So was ähnliches kann man auch ein paar Zeilen weiter oben lesen, aber ist halt so… ) Aber hier stimmt’s – Komposition, Arrangement, musikalische Umsetzung, Gesang… Alles toll. Und mit „Psychobilly Willie“ ist auch noch ein Hit für die Ewigkeit drauf. Heute schon ein Evergreen! HH


THE SENSATIONAL SKYDRUNK HEARTBEAT ORCHESTRA – Grown
(CD, Rookie)
Scheiße sind die neun Jungs hier gut gelaunt und das obwohl sie aus Bayern sind! Vielleicht bedeutet das ja, Bayern ist doch nicht so schlimm wie wir alle bis eben noch dachten!? Wie dem auch sei, der gemeine Ska-Traditionalist sollte von dieser CD unbedingt absehen, sonst fällt er ins Wachkoma, muss an Maschinen angeschlossen werden und wird die nächste halbe Stunde nicht überleben. Denn hier wird im Ska-Gewand gemischt und gemixt, was die Stile hergeben und einige dazugegeben. Also eine Band, die den Spirit of 69 kennt, sich darauf aber nicht beschränken lässt und Gas gibt. Mein Favorit ist dabei „Run For You“, in dem nicht einmal vor Funk und Jazz zurückgeschreckt wird! Gut gelaunter Feier-Ska-Pop. Bocky


SET YOUR GOALS – This Will Be The Death Of Us
(CD, Epitaph)
Knackig frischer Melodycore ballern die sechs Leute von der amerikanischen Westküste aus den Boxen. Zwar kommt dabei etwas oft die Double-Base zum Einsatz, was aber nicht weiter stört, weil auch der ganze Rest sehr fett aufgenommen wurde. Klasse finde ich mal wieder einer Band zuzuhören, die mit Matt und Jordan gleich zwei Sänger hat. Die beiden harmonieren nahezu perfekt miteinander, eigentlich schon wieder zu gut, denn man merkt nicht wirklich, wer nun von beiden das Mikro bedient. Das gibt aber höchstens Abzüge in der B-Note, weil sonst nämlich alles stimmt. Denn auch das Cover, das ein richtig geiles Tattoo-Flash ist, kann einiges. Bin mal gespannt, ob es die Combo auch mal übern großen Teich schaffen wird, weil in den Staaten sind sie ständig auf Achse. Da hat sich Epitaph ’ne junge Band aufgegriffen, die sie wunderbar großziehen kann. Bocky


SNOB VALUE – Keep It Short & Simple – K.I.S.S.
(MC, Eigenregie, myspace.com/snobvalue)
„Keep It Short & Simple – K.I.S.S.“ Das allein reicht schon als Review und trifft wie die geballte Faust auf’s verquollene Sehorgan. Räudiger Hardcorepunk mit eindeutiger Zuordnungsprognose der musikalischen Vorbildpunker. Diese treiben sich vornehmlich in Südkalifornien rum und heißen Keith Morris, Greg Ginn und so. Das Tape klingt ziemlich rumpelig, ist aber nicht verkehrt, sondern eher zuträglich, klingt schön ehrlich und rough das Ganze. Das gesungene Wort ist weit abseits vom großen Phrasendrescher, Snob Value haben sich Gedanken gemacht und kotzen kreativ alles voll. Der fiese Prince prangt ziemlich lasziv, etwas mahnend auf dem Cover als wolle er sagen: „Du kauf das Tape!“ Und mein Ratschlag an Snob Value: Spielt oft und vor allem in Frankfurt! dennisdegenerate


SONNY VINCENT WITH MEMBERS FROM ROCKET FROM THE CRYPT – s/t
(LP incl. CD, We Deliver The Guts)
Sonny Vincent macht, was er immer macht: Er spielt Sonny-Vincent-Songs. Die haben ihren eigenen Klang. Ein verärgerter New Yorker (Alt)-Punker mit Hang zur Melancholie und wahrscheinlich ungesundem Lebenswandel. 1976 gründete er die Testors, hing und spielte mit den Cramps, Suicide, oder den Dead Boys im CBGB’s und Max’s Kansas City. Seither hat er wechselnde Musiker um sich geschart und über 40 EPs oder LPs aufgenommen. Dons und Shotgun Rationale hießen die beiden anderen Sonny-Vincent-Bands ohne Sonny Vincent im Namen. Unkraut vergeht nicht und treibt mitunter schöne Blüten. Solid, gute Sonny Vincent-Platte! Captain Mocker


SOUNDS OF SWAMI – Halcyon Days
(CD-R, TNS Records)
Wow! Die unscheinbare gebrannte CD verbirgt einen Schatz auf ihrer matt schimmernden Oberfläche. Sounds Of Swami kommen aus Keighley, UK und haben auf der, eigentlich als Single veröffentlichten, CD sechs Songs in knapp zehn Minuten untergebracht, die sich grandios zwischen aggressivem, wütendem Punk und Hardcore, sowie einer melodischen, catchy klingenden Seite bewegen. Ausgewogen und den Nerv treffend. Beim Hören der „Halcyon Days“ fällt mir unweigerlich die Energie und Power von Gorilla Biscuits und die melodisch, emotionale Kante von Dag Nasty ein und trotz allem klingen Sounds Of Swami souverän und frisch. Absolut empfehlenswert! Dennisdegenerate


SPLIT– Control / Marching Orders – Stand your Ground
(7”, Contra Records)
Control sind vier Engländer die erst 2008 die Combo starteten. Trotzdem müssen die Jungs schon richtig bekannt sein, denn schließlich zockten sie dieses Jahr auf dem Rebellion Festival und sind auch sonst mit älteren Recken wie Business oder UK Subs hin und wieder auf der Bühne anzutreffen. Selbst nennen sie ihren Stil Hooligan Rock’n’Roll, was es ganz gut auf den Punkt bringt. Guter, alter Punkrock im Stile der frühen 80er. Marching Orders kommen aus Australien und sind somit auch irgendwie Engländer. Vom Outfit her stehen sie Control in nichts nach und man würde erdigen Oi! erwarten. Aber die Jungs von Down Under haben wohl etwas mehr Sonne im Blut, weshalb die beiden Titel wesentlich punkiger sind. Ein feines weltumspannendes Split, das zeigt, England hat noch mehr alte Bands, die was können und Australien locker gleichziehen kann, auch wenn sie nicht so alt sind. Das Vinyl ist übrigens in Union Jack Blau gehalten. Bocky


SPLIT – The Crimson Ghosts / Die Monster Die – Sharing Prey
(7“, Contra Light Records)
Wieso manche Bands immer gleich zum Horrorpunk erhoben werden, ist mir etwas schleierhaft. Ich glaube, das hat damit zu tun, dass wenn irgendwo Punk mit drauf steht es cooler und lässiger wirkt. Die beiden Kapellen die sich das vorliegende weiße, auf 666 Exemplare limitierte, Stück Vinyl teilen, zählen ebenfalls zu den genannten solchen. The Crimson Ghosts aus Köln haben aber viel mehr Metal im Blut und lassen einen das in den beiden Songs deutlich spüren. Den höheren Misfits-Faktor haben eindeutig Die Monster Die aus Salt Lake City in Utah, weil sie in die Songs mehr Chöre einbauten. Aber auch die beiden Tracks von ihnen fußen auf einem metallischen Hintergrund. Insofern ein recht hartes Stück Horrorrock von zwei Bands, die in der Szene schon bekannt sind. Auf dem Vinylsleeve steht übrigens ein Downloadcode für die digitalen Musikhörer. Bocky


SPLIT – Destructors 666 / Danger’s Close – Scheikunde
(CD, Rowdy Farrago)
Hätte mich ehrlich gesagt auch gewundert, hätten wir von den Engländern in dieser Ausgabe auch nur eine Scheibe vorstellen können! Für ihre drei Songs gaben sie sich nicht so viel Mühe, einer ist aus alten Zeiten und „Action, Time and Vision“ ist von den großartigen ATV gecovert. Dementsprechend „nur“ ein neuer Song, was die Veröffentlichungsdichte hinzuziehend, aber schon wieder in Ordnung geht. Der Sound diesmal ist auch wesentlich erträglicher, hört sich nach Punkrock mit Garage an. Danger’s Closes drei Titel sind sehr rumpelig und muten sehr versoffen an. Erinnert mich etwas an Taf von Disorder. Bocky


SPLIT – No Name / The Scarred
(7“, Contra Records)
No Name stammen aus dem Land des Lächelns, wo Staatsgegner noch weggeknastet werden, aufständige Separatistenmönche in Tibet niedergeknüppelt und Google zusammen mit dem Regime regierungskritische Homepages sperrt. Ja, die Rede ist von China. Doch nach und nach scheint sich das Land öffnen zu müssen und auch zu können. Denn bedenkt man, dass China quasi der Gläubiger der USA geworden ist …, aber das ist ein anderes Thema. Wer gut aufgepasst hat, hörte vor circa eineinhalb Jahren, dass No Name sogar in Europa auf Tour waren und für ein wenig Furore aufgrund ihrer Herkunft sorgten. The Scarred kommen aus den schon angesprochenen USA. Jedoch die Kapellen auseinander halten bei ihren jeweiligen zwei Songs kann man nicht wirklich, da die Chinesen auch musikalisch locker mithalten. Höchstens beim Gesang hört man wer woher kommt. Demzufolge ist die giftgrüne Single ein äußerst schickes Teil, welches wirklich noch ’nen Exotenbonus hat. Bocky


STATE OF MIND – Mental Gold
(CD, Crucial Attack)
Als erstes sticht einem das Cover ins Auge, wenn man die CD in die Hand nimmt. Das ist ein sauberer alter Kupferstich. Da ich solch ein Covermotiv in der Regel mit eher sehr ernsthaften Gruppen in Verbindung bringe, bin ich nicht sonderlich überrascht, dass die Holländer was in die Richtung Postpunk, Posthardcore machen. Insgesamt wählt man eine recht verhaltene Gangart und legt Wert auf bratzende und manchmal verspielte Gitarren, was mich wiederum zu dem Schluss bringt, dass die Jungs in erster Linie Musik machen wollen und auf diesem Weg ihren Spaß haben. Was mich dann überraschte ist der neunte Song der ein Hip Hop-Stück ist! Interessante Platte für die Ruhe zwischen den Stürmen. Bocky


TELEVISION KNOCKOUT – Thrills From The Tube
(CD, ANR Music & More, Broken Silence)
Zu hören gibt es gut gemachten Pop-Punk. Da kann man nicht mäkeln. Eigentlich nicht, nur, dass das Ganze dann doch etwas zu eintönig ist. Aber nicht schlecht, gar nicht. So ein klassischer Fall von: Schade, aber toll. HH


TORBEN MÖLLER-MEISSNER – Volle Leere – Ferne Nähe
(CD, Tapete Records)
Der Sänger von Rantanplan macht jetzt auch einen auf Alleinunterhalter. Die Band an sich ist ja schon öde, aber das geht zu weit. Torben M&M zählt sich zur libertären, musikalischen Arbeiterklasse; Vergleiche seiner Musik mit Bruce Springsteen sind an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Nie enden wollende Wörterketten mit instrumentaler Begleitung, die einen zum Medizinschrank befördert, „mit dem Kopf an Granit – Aua“. Im Großen und Ganzen 13 Lieder, die ich mir noch nicht mal illegal runterladen würde! Kay


UGUAGLIANZA – Nessuno Mai Ricorderá
(CD, Diffidati)
Die Band mit diesem schier unaussprechlichen Namen stammt aus Italien und macht einwandfreien, schnörkellosen Punkrock, wie man ihn sich vorstellt. Das bedeutet: Sie halten sich im Midtempo-Bereich auf und wissen wie man feine Melodien schreibt, die keine Probleme haben, sich im Ohr festzusetzen. Das ist klasse Punk mit einer herausstechenden Gitarre, die aber nicht unnötig nervt. Irgendwie fällt mir gerade auf, dass Italiener immer etwas Fragendes in der Stimme haben, was auch etwas fordernd wirkt. Die Texte sind übrigens alle in ihrer Muttersprache, aber keine Angst, dem Booklet liegt ein Papier bei, auf dem alle Lyrics übersetzt sind. Eine Band, von der ich mal gespannt bin, ob sie den Weg über die Alpen schaffen. Bocky


V.A. – Alle Gegen Alle – A Tribute To Slime
(Do-CD,Sunny Bastards)
Endlich mal wieder ein Tribute-Sampler, der Sinn macht, weil die Band, um die es geht tatsächlich nicht mehr besteht. Obendrein ist die Doppel-CD im Klappdigipack und mit dickem Booklet fett aufgemacht. Im Beiheft gibt es von vielen der Hut ziehenden Bands ein Statement, wieso sie bei dieser Compilation mitmachen und wie sie zu Slime stehen. Den Knicks vor der Hamburger Legende macht unter anderem: SS-Kaliert, The Detectors, Azrael, Ungunst, Die Toten Hosen, Kreator (ja, die Trashmetaller, die in Punkkreisen immer beliebter wird. Hm, wenn ich bedenke, dass das eine meiner ersten Lieblingsbands war und die mich eigentlich zu Punk brachten!?), Blutiger Osten und hassenichgesehen. Übrigens geht ein Teil der Einnahmen an die Hilfsorganisation „Helfer ohne Grenzen“. Insofern tut man noch ein gutes Werk, wenn man die CD kauft. Darum gilt: Nicht kostenlos irgendwo downloaden! Bocky


V.A. – Diffidati Con Noi
(CD, Diffidati Records)
Dieser Sampler widmet sich den Problemen, die heutige Fußballfans in den modernen unbequemen Stadien haben. Hauptsächlich sind damit die Ultras der Vereine gemeint und wie sie mit Repression und Polizeiwillkür zu kämpfen haben. Die Bands, die einem dabei direkt in den Kopf schießen – Los Fastidios, Stage Bottles, Klasse Kriminale – sind ebenso vertreten, wie jene, die man nicht gleich mit dem runden Leder in Verbindung bringt – Fightball, Suspenders, The Offenders, Cervelli Skanki, Feine Sahne Fischfilet oder Lumpen. Insofern sollte man eine gewisse Affinität haben, um sich dieses Teil zuzulegen. Doch davon abgesehen sind die Songs und Bands auch ein Knaller. Bocky


V.A. – Psychobilly Ratpack. Lesson 3. Psychobilly/Neorockabilly From Northern Germany
(CD, Halb 7 Records)
Fleißig sind sie, die Potsdamer von Halb 7 Records und vom Psychomania-Fanzine, sehr fleißig sogar. Mittlerweile gibt es neben dem Psychomania-Rumble, dem Fanzine (wahlweise in Deutsch oder in Englisch), dem Billy-Sampler „Teenagers From Outer Space“, auch gleich den dritten Teil der „Psychobilly Ratpack“-Reihe. Nach Ostdeutschland und Österreich ist diesmal der hohe Norden Deutschlands an der Reihe. Mit am Start sind The Hot Wheels, Tom Toxic und die Holstein Rockets, Pfeffer, Rollin’ Dice und The Silvertones. Die Bands stellen sich mit jeweils drei Songs vor.
Dieser dritte Teil ist weniger psycholastig als die beiden Sampler zuvor. Die Hot Wheels aus Braunschweig spielen schnellen Neorockabilly. Tom Toxic und die Holstein Rockets rauen Rockabilly mit deutschsprachigem Gesang, der manchmal ein wenig an frühen Psycho erinnert. Pfeffer rocken quer durchs Billy-Beet und scheuen selbst vor Punk und Ska nicht zurück. Bei den Hamburger Rollin’ Dice ist Hellvis von Mad Sin am Mikrofon. Wie vom Mad Sin-Einheizer nicht anders zu erwarten sind die Vier vor allem live ein Erlebnis. Wenn ihr Album ähnlich gut ist wie die Stücke auf „Ratpack 3“: Respekt. Und den haben sie dann nicht nur live verdient! Aus Wolfenbüttel kommen die Silvertones und die rocken und rollen, dass die Schmalzlocken begeistert im Wind wippen. Der leicht schräge Touch ihrer Lieder und die Surf-Elemente heben die Silvertones angenehm vom Rockabilly-Einheitsbrei ab. Ein Sampler mit Einigem zum Entdecken. Auch wenn mir etwas die Psychokante fehlt. Wie immer liebevoll aufgemacht. Igor Frost


V.A. – Punk. The Soundtrack Of The Underground
(CD, Concrete Jungle)
Viel zu dem Sampler möchte und brauche ich nicht zu schreiben, da er an anderer Stelle in dieser Ausgabe ausführlich präsentiert ist. Na und aus den ganzen Samplern herausgesucht wurde er eben, weil ein Haufen geiler Mucke drauf ist. Insofern lohnt sich die Investition auf alle Fälle, obendrein ist er „Nice Price“. Bocky


V.A. – Sinner And Saints
(CD, Wolverine Records)
Dass das Label aus Duisburg für qualitativ ansprechenden Punk in all seinen Facetten steht sollte flächendeckend bekannt sein. Da es aber sicher einige Leser gibt, die noch gerne an das Thema herangeführt werden wollen, ist dieser Sampler genau das richtige. Dieser bietet nicht nur Songs der neuen Bands (Strawberry Blondes, Rämouns, Pipes and Pints), sondern hat auch einige andere großartige Bands am Start: Hybrid Children, The Spookshow, The Spook, Sarah Blackwood, Francine oder Sewer Rats. Letztere und Strawberry Blondes kann ich sogar äußerst an Herz legen, das ist fantastischer Punkrock, der frisch und unverbraucht ist. Aber auf jeden Fall ist der Sampler ein äußerst gelungener Querschnitt der letzten Veröffentlichungen. Bocky


V.A. – The Spirit Of Ska – 20 Years Jubilee Edition
(CD, Pork Pie)
Das erste Ska-Label Deutschlands feiert die zweite Dekade. Es „toasten“ mit unter anderen und besonders herausragend die wiedervereinigten Blechreiz mit einem polyglotten „Those Were The Days“, die Butlers mit einer idealen Version von „Berlin“, Yellow Umbrella tanzen Tango mit „Ma Belle“ und die Valkyrians stellen warnend die Frage „Do You Really Wanna Know?“ Ja. Wir wollens wissen. Los auf! Hut ab und die Quadrate im Kreise geschwenkt! Captain Mocker


VANITY BLVD – Rock’n’Roll Overdose
(CD, Gain Music Entertainment)
So eine Scheiße hab ich echt selten gehört, bzw zum Besprechen bekommen! Die fünf Schweden, inclusive Sängerin sind so ein billiger 80er Jahre Mainstream-Rock-Abklatsch, dass mir fast das Kotzen kommt. Böseste Erinnerungen an Europe und Guns’N’Roses werden wach. Da hilft auch kein hier und da durchwinkender Hang zum Glamrock. Vanity heißt doch so viel wie Eitelkeit, oder? Na bitte,… Dass die Band irgendwann mal von irgendwas eine Überdosis hatte, glaube ich gerne. Aber bestimmt nicht, wie der Albumtitel glauben machen will, von Rock’n’Roll. Geht kacken, aber lang! Vom Album wurden in Schweden drei Songs als Single ausgekoppelt, die angeblich auch noch „a lot of airplay on the radio“ hatten. Da kann man endlich mal froh sein, in Deutschland leben zu dürfen/müssen. Boah ey, so eine langweilige Kacke… Obnoxious


THE FRIGHT – Born To Be Dead
(CD, Contra Light Records)
Achtung The Other, ihr bekommt auf eurem Weg zum europäischen Horror-Rock-Thron einen Verfolger, der mit ganz großen Schritten aufholt! The Fright machen mit ihrem erst zweiten Album fast einen Quantensprung zum ersten Longplayer. Das Trio ist an seinen Instrumenten viel professioneller geworden und auch die Aufnahme ist an keiner Stelle überproduziert. Der Sound ist zwar sehr klar, hat aber keine Overdubs und bleibt deshalb sehr authentisch. Verpackt in einem schick aufgemachten Digipack setzt der von Horrorpunk beeinflussten Horror-Rock-Platte das i-Tüpfelchen auf. Eine Mördertruppe, die diesen mittlerweile etablierten Stil und seine Fans sicher noch länger den Atem wird stocken lassen. Bocky


THE RIPMEN – Rott In Pieces
(CD, Wolverine Rec.)
The Ripmen spielen Psychobilly ohne dem größten Fehler, welchen man in diesem Genre machen kann, zu verfallen. The Ripmen sind abwechslungsreich. Nach nur ein paar Stücken setzt keine Langeweile ein. Das kann man nicht von jeder Psychobilly-Band behaupten – und daher sind The Ripmen besser als viele andere. Zusätzlich besticht noch eine exzellente Gitarrenarbeit. Daumen und große Zehen nach oben! HH


TOXPACK – Epidemie
(CD, People Like You)
Epidemie, das trifft den Nagel auf den Kopf. Bands wie Toxpack, Troopers, Berliner Weiße und Krawallbrüder haben eines gemeinsam: Sie klingen wie die neuen Möchtegern-Böhse Onkelz und unterstreichen das textlich auch. Bei Liedern wie „Aufstehen“ oder „Was gestern war“ kommt es mir hoch. Musik, gemacht für Menschen, die kein Selbstbewusstsein haben und sich durch solche Kacke noch darin bestätigt fühlen, dass alle anderen an der eigenen Not schuld sind, bloß sie selbst nicht. Kay


Influenza #3/Entkettet # 7
(A5, 64 Seiten, 1,50 Euro, HYPERLINK www.plasticbombshop.de www.plasticbombshop.de)
Rechtzeitig zum jüngsten Fanzine-Festival in Oberhausen war dann auch der dritte Streich von Ronja und Henni zum Abgreifen nah. Musste wohl wirklich etwas schneller gehen diesmal, hat man sich doch mit Roger vom Entkettet einen umtriebigen Split-Partner ins Boot geholt, um auf ’ne redliche Seitenzahl zu kommen. Was dieser allerdings verzapft hat, kann ich beim besten Willen nicht wiedergeben, denn das „Layout“ seiner Beiträge ist echt eine Netzhautbeleidigung ohnegleichen, so dass ich mir den Konsum (der mit Sicherheit enorm anstrengend ausgefallen wäre) seiner sich übers ganze Blatt erstreckenden Zeilen mal lecker erspart hab. Was aber durch schnelles Überfliegen so erfasst werden konnte, erwies sich als nicht sonderlich fesselnd und eher zusammenhanglos. Ganz anderes sieht’s da im Hause Influenza aus. Die von Ronja geschilderten persönlichen Eindrücke sind klasse geschrieben und unterhaltsam wie eh und je, auch wenn ich inhaltlich nicht unbedingt allem beipflichten kann. Abermals tauchen hier wieder gelegentlich Zeilen auf, die einen zwangsläufig mal kurz die Augenbrauen hochziehen lassen. Beispiel gefällig? „Insgesamt erscheint die Band eher ziemlich unsympathisch, aber ihre Platte werde ich mir wohl zulegen.“ Letzteres galt Scheisse Minnelli beim diesjährigen Rodeo. Die ebenfalls dort aufgetretenen Lokalmatadore kommen hingegen völlig ungeschoren davon, obwohl jene für die im Influenza vertretene Weltanschauung doch eigentlich ’ne recht große Angriffsfläche bieten dürften. Nu ja, wird schon seine Gründe haben… Neben Abfeierei des eigenen sozialen Umfelds mit dem Titel „Meine Szene ist kein Zombie“ und einem seitenlangen Fingerzeig, dass man mit der erlangten „Szeneprominenz“ etwas subtiler umgehen sollte, um nicht als allzu großspurig aufzufallen (irgendwie erscheint mir das alles ein wenig selbstgerecht, ich kann mir nicht helfen), sieht sich Ronja auch genötigt, eine Art „Gegendarstellung“ zu dem Myspace-Elend zu verfassen. Schon gut, die Nutzung von Knecht Ruperts Online-Jukebox ist also nach wie vor Hochverrat am Punkrock… Weiter geht es mit einem Artikel über die abenteuerlichen Ereignisse beim Verticken von Plastic Bomb-Ladenhütern übers völlig korrekte, authentische DIY-Punkportal Ebay, im Zuge dessen dresscodebewusste Punketten sogar an Centbeträgen rumfeilschen. Ich beneid‘ euch nicht, wirklich! Toxo liefert noch brauchbares Material zum Thema Gema und Pirate Bay ab und Henni weist nochmal auf die Vorzüge des Schnipselfanzines (bzw. dessen Herstellung) hin, was ich auch uneingeschränkt unterschreiben kann. Nur muss man dafür mal noch die Zeit haben, heutzutage. Schnüff… Alles in allem, und trotz des überflüssigen Entkettet-Anteils, mal wieder ’ne lohneswerte Anschaffung, dat Dingen. Snitch


Oi! The Print #28
(A5+, 80 Seiten, 2,50 Euro + Porto, Markus P., Wiener Ring 18/2/5, 2100 Korneuburg, Österreich) Was mir als erstes auffiel, als ich die Daten checkte, die ich in die Klammern schrieb: Das OTP ist wieder dicker geworden und kostet einen Euro mehr, was auf jeden Fall berechtigt ist. Beim Aufschlagen des Heftes wird einem dann auch schnell klar, warum der Bomml mehr Seiten hat, er hat jetzt zwei Mitschreiber: Melanie aus Bregenz und Hinkel von Volxsturm. Da sie beide ebenfalls in der Oi!-Szene unterwegs sind, kann man kaum unterscheiden, wer jetzt welchen Artikel geschrieben hat. Am meisten Spaß machte mir der Tattoo-Artikel, in dem Bomml verschiedene Szenegrößen zu ihren Körperbildern befragt. Was den musikalischen Teil betrifft war ich etwas überrascht zwei Berichte zu lesen, die kurz vorher im Moloko Plus wesentlich besser bearbeitet wurden, Troopers und die russische Oi!-Szene. Etwas verwundert war ich auch diverses Geschriebenes doppelt lesen zu müssen, weil wohl die Seiten bei der Druckerei doppelt abgeliefert wurden. Irgendwie ’ne komische Nummer, die mit dem Tourtagebuch von Combat 77 in China noch etwas Gutes bietet. Nach wie vor ’nen riesen Minuspunkt gibt es für die UKR-Werbung. Da kann der auf seiner Anzeige jetzt gern mal einen auf Punk’n’Roll machen, dadurch wird sein trauriger Mailorder auch nicht besser. Deshalb einfach mal so ’nen Rotz weglassen. Bocky


Ox #85
(A4 + CD, 116 Seiten, 4,50 Euro + Porto, am Bahnhof)
Joachim Hiller goes taz oder so ähnlich. Auf Seite 16 des 20-jährigen Fanzines kann man lesen, dass dem Ox langsam aber sicher die Luft ausgehen wird, wenn sich nicht bald etwas ändert, was er aber weit von sich weist und für überlebenswichtige Abos wirbt. Ich ehrlich gesagt wünsche es ihm keinesfalls, denn mag das Ox auch nicht zu meinen favorisierten Zines gehören, so ist es doch das vernünftigste von den „Großen“, wozu ich die Bombe nicht mehr zähle. Denn ähnlich wie eine Punkband hat er den Schritt gewagt, von dem was er liebt zu leben: das Schreiben. Aber im Gegensatz zur Bombe hat er kein zweites Standbein namens Mailorder und kann deshalb kleinere Brötchen backen. Nein das Ox lebt eben hauptsächlich von seinen Anzeigenkunden, die aus dem Musikbereich kommen und wie es um die seit den Downloads bestellt ist, sollte man mittlerweile auch hinterm Berg verstanden haben. Dementsprechend bin ich wirklich gespannt, wie die Geschichte auf dem professionellen Zeitschriftenmarkt weitergeht und wünsche Joachim und seinen Schreibern, dass sie in Zukunft keine Anzeigen mehr von Kiss nötig haben werden. Bocky


Virus #29+30
(A4, 114 Seiten, 6,66 Euro + Porto, HYPERLINK www.raptor.de www.raptor.de)
Die ausschlaggebenden Gründe, sich dieses Magazin auf der Stelle zuzulegen, sind in erster Linie: A) Ich mag Filme. B) Ich mag Horrorfilme und Artverwandtes. C) Ich mag alles was mit Horror, Gore und grenzwertigem Humor zu tun hat. Kannst Du diese Geschmäcker unter einen blutverkrusteten Hut bekommen, so lege ich Dir dieses bunte Informationsorgan ganz nahe. Ekelst du dich vor Körperausscheidungen, bist evtl. im Grundschulalter und/oder Verfechter kirchlicher Theorien (die heißen dann für Dich selbstverständlich Grundsätze), ist das Heft nur bedingt geeignet. Klar, man kann mit Bildern von „abben“ Beinen auf dem Schulhof wunderbar den Dicken markieren und dem Bibelkurs wichtiges Anschauungsmaterial zukommen lassen, aber ansonsten würdest Du recht wenig mit dem Virus anfangen können.
Zum Glück gibt es Nerds, zum Glück gibt es Dich und mich. Virus berichtet über all die feinen Dinge die man im Hotel „Vier Wände“ anwenden kann: „Spending warm summerdays inside“ ist das Motto. Geh erst wieder raus wenn das Fantasy Filmfest Deine Stadt bespielt. Das Virus klärt den Gruselfreund über die wichtigsten News in Genrehausen auf. Was läuft demnächst im Kintopp, was erscheint auf DVD, wird wieder aufgelegt und was läuft in Freddys Jukebox. Z.B. Nim Vind, Banane Metalik – genau, die französischen Psychos nennen ihren Stil selbst Gore’n’Roll. Witchcraft machen jetzt mehr Prog-Rock als Metal und pfeifen sich allerhand die Psyche aufblasendes Hexengewächs rein. Bei der Band Suicide Silence, die im Übrigen selbst ganz gerne Coldplay hört, frag ich mich WTF ist Deathcore?? Im Kapitel Music Morgue gibt es außerdem eine Review-Sektion. Hier findet zumeist dem Horrorpunk sein Freund ein schattiges Plätzchen. Mit Jigsaw Jenz ist der Herausgeber des Inside Art-Zines als Grafiker mit an Bord und präsentiert in der Rubrik Art Macabre Künstler wie z.B. Pierk, welcher mächtig deformierte Rümpfe surreal in Szene setzt. Mit Books Of Blood und Comic Crypt findet gedrucktes Gruseln Einzug ins Leserhirn. Wer seine Vita mal ein wenig auf die Probe stellen möchte, vergleiche sie einfach mit der Vita der Person, die in der Serial Sinners-Ecke vorgestellt wird. In der Ausgabe 30 ist es „…warte, warte noch ein Weilchen – Haarmann mit seinem Hackebeilchen“. Es gibt noch vielmehr zu berichten, doch das würde den kleinen, aber feinen Rahmen hier sprengen. Ich gratuliere zu fünf Jahren Gore’n’Fun und mein Fazit ist, dass es eine ganze Menge Leute gibt, denen das Virus-Magazin soviel Interessantes bietet, wie Dir vielleicht die Burda. Aber derer Wenigen paar, die ihre Blutwurst gerne im Dunkeln essen und auch das ein oder andere Slasher-Filmchen schätzen, denen sei der Virus sehr ans Herz gelegt. dennisdegenerate



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