(R)Ohrpost #8

| November 11th, 2009

rohrpost-8(A5, 84 Seiten, 1 Euro + Porto , T. Osterkamp, Am Schützenplatz 18a, 26409 Wittmund)
Da sympathischste aller DIY-A5er is back on se Mapp! Der beleibte Ostfriese hat so einiges durchgemacht in den letzten zwölf Monaten, wovon er das meiste bereits im Vorwort minutiös Revue passieren lässt. Die Story mit dem Gerichtsverfahren incl. recht hohem Bußgeld wegen Nötigung zweier NPD-Plakate aufhängender Vollpfosten ist ja echt mal heftig. Wobei hier die „Nötigung“ von Torben ausgehend lediglich aus den Worten „Pass auf, dass du nicht gleich von der Leiter fällst!“ bestand (bzw. bestanden haben soll). Einfach großartig, unsere holde Justiz… Daneben gibt es noch Interviews mit der Oldenburger HC-Combo Paradox, die u.a. auch die Eier hatten, wegen den geistigen Überfliegern von Gerbenok nicht auf einem Festival im Norden aufzutreten, des Weiteren mit Mareike vom Randgeschichten-Zine, die u.a. die mal wieder klarmacht, wie „Gleichberechtigung“ auch in der hiesigen Szene gehandled wird (Zitat einer Punkette ihr gegenüber: „Rasier dir mal die Beine und zieh dich an wie ’ne Frau!“), den Streetpunkern Poster Iti aus Istanbul und einem echten Kuriosum: eine Oi-Crustband (was für ein Stilmix!!) aus Texas namens Distroi! (bezeichnenderweise gibt es auch ein nicht allzu sympathisch erscheinendes Glatzenlabel aus Göteborg gleichen Namens), die mit Knaller-Aussagen wie „Mir ist es egal, wer das Land führt, Hauptsache, er macht es vernünftig – ein neuer republikanischer Präsident muss nicht automatisch genauso beschissen sein wie Bush“ (dass Barack der Demokratischen Partei angehört, haben die Hinterwäldler wohl noch nicht mitbekommen…) oder „Wenn ich nach der Arbeit oder einem Konzert gemütlich ein Bier trinken will, habe ich keine Lust auf Politik, das sehen die genauso…mir ist egal, was die machen“ (bezogen auf Nazis und Rednecks in ihrem Kaff). Du meine Güte! Des Weiteren wird die „Alte Molkerei“ in Wilhelmshaven vorgestellt, Torbens Konversion zum Punkrocker ausgebreitet (was hier aber wesentlich fesselnder und interessanter daherkommt als z.B. im Parasit oder bei den ganzen Ox-Schreibern). Im Zuge dessen „entschuldigt“ er sich quasi regelrecht, seinerzeit u.a. auch S.O.D. für gut befunden zu haben. Nu ja, auch wenn Milano ein wenig seltsam ist, ich würd es mal stark bezweifeln, dass die Band wirklich rechtstendierend war, immerhin hatten die mit Scott Ian und Charlie Benante zwei Juden an Bord, und Songs wie „Fuck The Middle East“ würd ich auch eher mal als Satire einstufen (wenn auch als recht grobmotorische). Ansonsten hat’s noch kurzweilige Konzertsplitter, persönliche Eindrücke von Maren, die üblichen Machwerkbesprechungen und eine Abhandlung über Hausbesetzerei im Angebot, die sich allerdings stilistisch ziemlich an Wikpedia-Beiträgen orientiert. Fettes Teil mal wieder. Und superbillich obendrein, für gerade mal einen Taler gibbet das gute Stück bereits (da musste dich auch nicht entschuldigen, zwanzig Cent draufgehauen zu haben, alter Mann, das geht schon in Ordnung). Also ran, ihr Säue! Snitch



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