Martin Huxley – AC/DC

| Oktober 27th, 2009

acdc(Taschenbuch, Hannibal Verlag, 223 Seiten, 14,95 Euro)
AC/DC oder Kiss war früher mal die große Gewissensfrage und wahrscheinlich ist sie es heute noch. Ich für meinen Teil kann das eindeutig und uneingeschränkt mit AC/DC beantworten. Meine erste selbst gekaufte LP, die „Alle gegen Alle“ von der Deutsch Amerikanischen Freundschaft, habe ich schon kurz nach dem Kauf mit meinem damaligen Nebensitzer Klaus Manuel gegen die „For Those About To Rock“ von AC/DC getauscht. Klaus Manuel, seines Zeichens Pfarrersohn und der erste Punkrocker, den ich jemals sah (er war gerade sitzen geblieben und hatte eine echt krasse Frisur, nämlich einen rot gefärbten Iro), habe ich nur zwei Jahre später aus den Augen verloren, denn er ist noch mal sitzen geblieben und hat dann die Schule gewechselt. Die „Alle gegen Alle“ habe ich dafür inzwischen wieder doppelt im Plattenregal stehen … Gleich neben dem Sammelsurium an AC/DC-Platten. Gut so. Martin Huxleys Biographie der Australier ist eher so „hmm, naja…“ Neben vielen Fakten und Gossips zur Entstehungsgeschichte von AC/DC besteht das Buch oft aus leeren Phrasen Worthülsen und Ungereimtheiten. Trotz der anfänglichen Dichte des Buches erscheint es zerstückelt und etwas zusammenhanglos. Könnte vielleicht an einer grottigen Übersetzung liegen, daran glaube ich allerdings nicht wirklich, sondern eher daran, dass sich irgendjemand hingesetzt hat und uninspiriert Daten und Ereignisse aneinander gereiht hat. Die zumindest teilweise witzigen Anekdoten helfen da wenig. Die erste Hälfte des Buches geht bis zum Tod Bon Scotts, also ein relativ kurzer Zeitraum wird hier ausgiebig behandelt. In der zweiten Hälfte, also etwa auf 110 Seiten werden dagegen 30 Jahre abgewirtschaftet. Das mag in der Natur der Sache liegen, haben sich die Australier dann doch irgendwann relativ rar gemacht, aber so geht’s dann halt auch gar nicht, dass viele wichtige Änderungen in der Bandgeschichte mit ein paar wenigen Worten abgetan werden, so z.B. die Trennung von Mutt Lange, dem Produzenten der wichtigsten AC/DC-Platten oder der Wiedereinstieg von Phil Rudd. Martin Huxley bezieht sich in seiner Biographie vor allem auf Zitate von Angus und Malcolm Young, Bon Scott und Brian Johnson. Aber drauf geschissen, dass andere Protagonisten hier kaum zu Wort kommen, schließlich sind die vier Genannten auch die Hauptpersonen im AC/DC-Film. Das Buch hört eigentlich 1996 auf, die fortlaufenden Kapitel zur neueren AC/DC-Geschichte wurden von deutschen Autoren hinzugefügt. Die Jahre 2002 bis 2007 fallen komplett weg und erst die letzte Tour und die Veröffentlichung von „Black Ice“ (nach acht Jahren) finden auf den letzten Seiten wieder Erwähnung. Schade, für eine Band, die 35 Jahre nicht von ihrer Linie abgewichen ist und die Rockmusik mit einigen Meilensteinen geprägt hat, hätte ich mir schon etwas mehr erwartet. Rock’n’Roll Ain’t Noise Pollution!!! Problem Child Obnoxious



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