tripper_l(Hörbuch, Horchposten Verlag, 111 Minuten, 17,90 Euro)
Die Buch-Ausgabe des „Rock’n’Roll Tripper“ habe ich ja hier schon in unserer fünften Ausgabe besprochen. Jetzt liegt erfreulicherweise auch das Hörbuch vor und der Einfachheit halber, zitiere ich zum Einstieg und damit jeder weiß worum es hier eigentlich geht, die Kernsätze des damaligen Reviews noch einmal. Denn mich selbst zitieren, das mache ich immer noch am gernsten: „…ein Buch in dem das Rock’n’Roll-Lebensgefühl so unvermittelt zum Ausdruck kommt, muss man wohl lange in der großen Wüste der Literatur suchen. Das Werk ist Rock’n’Roll pur. Einfach und schnörkellos auf den Punkt gebracht. One-Two-Three-Four-Fratzengulasch!“ … „Das wahre Leben spielt auf der Straße und genau dort, im dreckigen Straßengraben, im Gully, unterm Rotlicht sammelte Chris Hyde seine Erinnerungen, die er uns in seinem Buch darbietet. Keine Sau braucht irgendwelche schöngefärbten Memoiren von gefeierten Idolen oder lorbeerhungrigen Mitläufern. Was Chris Hyde hier abgeliefert hat, ist das Nonplusultra an Rock’n’Roll-Literatur. Kaum jemand versteht es so authentisch über den Lifestyle der Szene zu berichten.“ … „Ein Buch wie eine Büffel-Stampede durchs Rock-Gehirn. Aggressiv und trotzdem locker-flockig geschrieben.“ … „Hier spricht jemand, der in der Szene drin war und der auch wirklich was zu erzählen hat, weil er die Sachen über die er schreibt auch wirklich erlebt hat.“ Man sieht, das Buch hat mir scheinbar ganz gut gefallen. Aber jetzt mal konkret: Chris Hyde lebt in Wirklichkeit unter seinem richtigen Namen Helmut Wenske in Hanau. Dieses Jahr wird er 70. Und er hat ziemlich viel erlebt. „Rock’n’Roll Tripper“ handelt autobiographisch von seiner Zeit Ende der 50er bis Ende der 60er als Halbstarker im von den amerikanischen Besatzern geprägten Hanau. Hier stand die Klassenkeile so gut wie täglich auf dem Programm, vor allem da, wo sich Helmut Wenske rumgetrieben hat. Was er in seinem Buch auch mehr als anschaulich beschrieben hat. Der Horchposten Verlag hat die Brillanz dieses Werkes zum Glück erkannt und keinen geringeren als den einschlägig bekannten und berüchtigten Schauspieler („Das Boot“, „Bang Boom Bang“, „Was nicht passt, wird passend gemacht“ und „Chaostage“!!!) und Ex-Knastler Ralf Richter engagiert, um dem Buch die richtige Stimme zu verleihen. Zur Debatte standen auch noch einige andere, nicht weniger illustre Kandidaten, aber schließlich hat man sich auf Richter geeinigt. Und der hatte dann wohl auch Zeit. Und wie man beim Anhören deutlich merkt, auch selbst jede Menge Spaß beim Lesen. Da muss man schon anerkennend sagen: Buch und Artist passen zusammen wie Arsch auf Eimer. Und wie man im Booklet sehen kann, haben sich Wenske und Richter auch bei den Aufnahmen scheinbar ganz gut verstanden. Aber das tut ja hier eigentlich gar nichts zur Sache. Auch nicht, dass Hyde eigentlich Wenske heißt, dass Richter mal im Knast war oder wer da alles noch so als Interpret in Frage kam. Wichtig ist einzig und allein, dass „Rock’n’Roll Tripper“ auch als Hörbuch ganz wunderbar funktioniert. Wer keine Lust hat zu lesen, ist hier hervorragend bedient. Ach ja, zwischen den Kapiteln und auch manchmal als Verschnaufpause während den Kapiteln werden immer wieder passende Songs oder Songschnipsel eingespielt, was ein feiner Gimmick ist. Das Sahnehäubchen kommt dann noch ganz zum Schluss, wenn Helmut Wenske zusammen mit der Band G.U.L.P. seine Fassung von „Shakin’ All Over“ präsentiert. Das rockt! Obnoxious



Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen