TELEMARK – Informat

| Juli 29th, 2009

informat(LP, Salon Alter Hammer / X-Mist)
Trend? Front? Ja, schon winken diese beiden Bands um die Ecke. Aber wow, was Telemark hier mit ihrem dritten Album abliefern… Alle Achtung. Treibend ist noch untertrieben. Voll in die Fresse wäre eigentlich der bessere Ausdruck. Schlagzeug und Gitarre gehen hier so dermaßen aggressiv zu Werke, dass man sich eigentlich sehr gerne gleich mal einen Termin beim Zahnarzt holen möchte, um sich bei nächster Gelegenheit wieder die Vorderzähne gerade rücken zu lassen. Telemark sind in diesem Fall keine elegante Landung beim Skispringen, sondern eher der unsportliche Schlag unter die Gürtellinie. Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde. Telemark sind definitiv kein abgedroschener Deutschpunk, sondern zukunftsweisend. Nein, besser anders – grammatikalisch – ausgedrückt: Sie sind weder Futur, noch Vergangenheit, sondern Perfekt – also die vollendete Gegenwart. Und ziemlich krachig. Eigentlich bin ich momentan so drauf, dass ich an allem etwas auszusetzen habe, aber bei „Informat“ kann ich beim besten Willen nichts finden. Außer, ganz vielleicht, das Artwork, aber eigentlich stimmt das auch nicht weil: Passt wie Arsch auf Eimer! LP-Käufer bekommen noch einen USB-Code frei Haus mitgeliefert. Ganz doll Schnaps! Obnoxious

Das war die LP. Snitch bespricht jetzt die CD:
Duisburgs beste Bohne mit Werkstück Nummero drei. Nachdem „Viva Suicide“ ja bereits eine saubere Lehrprobe war, was vorzeigbaren Post-Punk mit Noiserock-Einschlag aus deutschen Landen betrifft, geht „Informat“ nochmal einen Schritt weiter und knallt einem elf Perlchen um die Ohren, die quasi das beste vereint haben, was man aus Vorlagen wie Gang Of Four, Shellac, Trend (die quasi die schnellen Brüter im Geiste sind) und vor allem den fabulösen Kurt so schönes herausziehen kann. Wenn im Büchsenöffner bereits verkündet wird, man sei „100% beratungsresistent“, dann geht das hier schon in Ordnung, denn die Buben haben weder gute Ratschläge noch Verbesserung nötig. Da wirkt es sich auch nicht negativ aus, dass im Gegensatz zum Vorgänger das Tempo ein wenig gedrosselt wurde und die eingestreuten HC-Sprenkel quasi gänzlich fehlen. Dafür taucht hier und da ein angenehm unpenetrantes Synthie auf, das zusätzliche Homogenität verleiht und (von diesem Freizeichen-Typen da) gezielt eingesetzt wurde. Ganz zu schweigen von den Lüriggs, die, für das Genre typisch, oft verschachtelt daherkommen, es in der Hinsicht aber nicht so arg auf die Spitze treiben, wie die eines Herrn Fezer, z.B.. Das alles und noch viel mehr macht viel Lust auf „Keine Lust“ & Co., ist „fraglos“ wegweisend, alles andere als eine „kleine Kopfmusik“ und lässt einen nur noch „Besten Dank“ dafür nach Schimanskihausen ausrichten. Lasst mich raten: Das wird dann wohl der nächste Hype werden. Den Herren sei es gegönnt. Snitch



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