speichelbroiss(CD, Nix Gut)
Über die Speichelbroiss wusste ich bislang eigentlich nur, dass sie über gute Connections nach Ostmitteleuropa verfügen bzw. öfters dort mal zum Tanze aufspielen dürfen. (Dass sie dabei auch mal 2005 „Co-Headliner“ beim Monteparadiso-Festival in Pula waren, weiß ich zum Glück nur vom Hörensagen, da ich genau in jenem Jahr mal nicht selbst vor Ort war. Ist aber schon ein bombiger Zufall, im einen Jahr Rauschangriff und im Jahr darauf die Speichelbroiss anzuheuern. Was ein glückliches Händchen bei der Auswahl deutscher Punkbands!) Der leise Verdacht, dass diese internationale Bühnenpräsenz weniger an der Qualität der Musik liegen könnte als am unternehmerischen Geist, verstärkt sich bei erstmaligem Hinhören sofort (… es sei denn unsere östlichen Nachbarn kriegen wirklich den Hals nicht voll von richtig grottigem Deutschpunk bzw. dem, was man heutzutage hierzulande unter Deutschpunk versteht). Dass unter all dem lieblosen Uffta-Uffta-Sound mit Polittexten Marke Stammtisch das Cover von Gus Backus‘ Karnevals-Stimmungs-Granate „Da sprach der alte Häuptling der Indianer“ gar nicht weiter auffällt, spricht an sich schon Bände… Wobei das Lied selbstverständlich (?) nicht im Original gecovert wird, sondern als leicht abgewandelter, aber gehörig wirrer Schenkelklopfer mit dem Refrain „Da sprach der alte Mullah der Iraker: ‚Wild ist der Osten, streng ist der Islam!‘“ (immerhin war’s nicht „der Negerhäuptling aus Uganda“ …). Klar, so kann man das Blutvergießen im Irak natürlich auch bierzelttauglich trivialisieren … Mr. Alf Garnett



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