clash1(Hardcover, Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, 181 Seiten, 14,90 Euro)
Ja, ich weiß, über The Clash gibt es schon zig Bücher und über die Band ist eigentlich schon alles gesagt, warum also noch eins? Weil es gut ist! Nicht weil es gut ist noch ein Buch über die Band zu veröffentlichen, sondern weil das Buch gut ist. Bei „The Clash – Talking“ handelt es sich um so eine Art „Verschwende Deine Jugend“ von Jürgen Teipel. Nur dass sich das Buch eben nicht mit einem ganzen Musikstil oder einer Jugendkultur beschäftigt, sondern einzig und allein mit The Clash. In den zusammengeschusterten Interview-Schnipseln kommen demnach auch fast ausschließlich die ehemaligen Bandmitglieder und Menschen aus dem engsten Umfeld der UK-Punk-Veteranen zu Wort. Das macht die Sache ziemlich erfrischend. Inhaltlich geht das Buch chronologisch vor und beleuchtet Aspekte wie z. B. die Vorgeschichte der einzelnen Bandmitglieder, Einflüsse, Prozesse innerhalb der Band, die Arbeiten an den einzelnen Alben, das Selbstverständnis der Band, Streitereien, Ansprüche und Zwänge, denen man sich unterlegen sah, Drogen, Rauswürfe und neue Mitglieder etc pp. Dazu gibt es über 30 Seiten mehr oder weniger bekannte Schwarzweiß-Fotografien, die die Sache abrunden. „The Clash – Talking“ ist ein kurzweiliger historischer Abriss über eine der einflussreichsten und wichtigsten Bands der Punk-Geschichte, der die wichtigsten Eckdaten und einen Arsch voll Anekdoten liefert. Am interessantesten zu lesen sind die Passagen, in denen sich die nachträglichen Einschätzungen der Bandmitglieder zu einzelnen Entwicklungen innerhalb der Band teilweise diametral gegenüber stehen. Aber auch sonst bietet das dünne Büchlein allerlei Einsichten in das Gesamtkunstwerk The Clash. Wenn man sich die Mühe machen möchte, andere hochtrabende wissenschaftliche Abhandlungen und Sekundärliteratur zu lesen und zu vergleichen, dann kann man das gerne tun. Bei „The Clash – Talking“ kann man sich aber mit viel weniger Mühe sein eigenes Bild machen, denn die kurzen Unterkapitel, die teilweise nur aus einer einzigen Aussage bestehen (eines der wenigen Mankos), bieten doch die grundlegenden Informationen aus erster Hand. Was für die einen (Zuspätgeborene), die sich noch nie so wirklich mit The Clash auseinander gesetzt haben, ein glücksbringender Einstieg sein kann, ist für die anderen (alte Punkrock-Hasen) eine willkommene Abrundung eines umfassenden Halbwissens. In jedem Fall aber ist das Buch absolut lesenswert. Die Frage, ob bei der Kürze von nicht einmal 140 Seiten, der relativ hohe Preis gerechtfertigt ist, stellt sich zwar, kann aber mit einem Verweis auf eventuell anstehende Geburtstagswunschlisten notdürftig abgemildert werden. Oder man wartet einfach, ob das Buch irgendwann als Taschenbuch herauskommt. Da wäre ich mir aber gar nicht mal so sicher! Also besser gleich zuschlagen, so lange die Hardcover-Version noch erhältlich ist. Ach ja, falls es eine Neuauflage gibt, würde ich mir an dieser Stelle eine Discografie und einen Index der namentlich erwähnten Bands und Personen wünschen, dann wäre „The Clash – Talking“ nämlich ein unverzichtbares Nachschlagewerk. Was es aber für The Clash-Freunde auch so schon ist. Obnoxious



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