Fanzine Reviews Ausgabe #9

| Juli 27th, 2009

Bad Rascal #3
(A5, 64 Seiten, 2 Euro + Porto, badrascal@gmx.de)
Julez und Bobso sind back on the map. Aber das auch nur noch dieses eine Mal und dann werden die Segel gestrichen. Warum wollen uns die beiden aber nicht wirklich verraten. Dass hier auch schon nicht mehr so viel Lust drin zu stecken scheint, fällt auf. Denn einerseits sind richtig tolle Sachen dabei wie das Interview mit der PGL Aachen mit Alen und Nazi Dogs Karsten oder der große Aachen-Führer, indem die beiden ’ne Sauftour durch ihren Heimatort machen. Andererseits verstehe ich einen Interrail-Bericht nicht, der nach drei ereignislosen Tagen endet!? Ebenso finde ich den größten Teil der Interviews schade, weil die Auserwählten – Inner Conflict, Rogue Steady Orchestra – an sich interessante Zeitgenossen sind, die auch was zu sagen haben, aber es wird nichts aus ihnen heraus gekitzelt. Gut, die beiden sind noch relativ jung, aber das dient nur als Erklärung, doch eindeutig nicht als Entschuldigung. Positiv ins Gewicht fällt dagegen die Vorstellung Jaromir Konecnys auf. Bücher dieser Pappnase wurden auch schon bei uns vorgestellt und ’ne Lesung von ihm kann ich echt nur jedem ans Herz legen. Die macht richtig Spaß. So gesehen bin ich hin und her gerissen, was das Heft betrifft. Mit etwas mehr Schluss-Enthusiasmus wäre die Nummer nochmal richtig gut geworden. Bleibt abzuwarten, was man von den beiden noch hört, weil irgendetwas scheinen sie wohl doch künftig machen zu wollen. Bocky

Big Shot #5
(A5, 68 Seiten, 2 Euro + Porto, www.bigshotzine.net)
Hat zwar diesmal etwas länger gedauert, aber das neue Big Shot ist da! Auch diesmal gibt es wieder jede Menge Lesestoff für den traditionsbewussten Skinhead. Am interessantesten finde ich diesmal den Artikel Züge und Reggae(!), das Interview mit dem großartigen Ken Boothe und Derrick Morgan, und die Edwin Starr-History. Überflüssig finde ich das Aggrolites-Interview, da zum einen in # 2 bereits ein besseres drin war und die Fragen einfach langweilig sind. Auch wenn die Aggrolites die Speerspitze des (new) early Reggae sind, muss man sie nicht alle drei Ausgaben interviewen, da gibt es noch jede Menge andere interessante Bands, wie die Caroloregians zum Beispiel. Ansonsten gibt’s noch 10 Jahre Liquidator-Label, Teil 3 der Bibel-Zitate in Reggae-Songs, einen Bericht über einen Original Sound System Operator aus Jamaica, Dubplates, The 2nd 1970 Reggae Soul Revival in Margate und vieles mehr. Wieder mal eine lohnenswerte Ausgabe des Big Shot, wenn auch diesmal ein paar Durchhänger drin sind. Trotzdem ein Muss!! Thorsten

Oi! The Print #26
(zwischen A5 und A4, 76 Seiten, ? Euro + Porto, Markus P., Wiener Ring 18/2/5, 2100 Korneuburg, Österreich)
Bei Bomml geht es wieder bunt zu, was mit der Coverband Maltschiks Molodoi beginnt. Am besten gefällt mir das Zusammentreffen mit der HC-Gang Short Fuse. Der Sänger scheint wohl wirklich ein fitter Typ zu sein und macht mich richtig neugierig seine Band mal live zu sehen. Ansonsten ist es einmal mehr ein Wust an Berichten, die der Österreicher alleine zusammen getragen hat. Neben Klassikern wie Menace oder Skarface gibt’s auch Außergewöhnliches wie die beiden Ska-Damen Doreen Shaffer und Phyllis Dillon. Klar sind aber natürlich auch die vielen Oi!-Standards: The Traditionals, Roimungstrupp, Riot Company (auf Indonesien-Tour!) und die Schotten Bakers Dozen. Bei Letzteren hätte ich mir wirklich gewünscht, Bomml hätte beim Thema Pure Impact etwas mehr nachgehakt. Wieso er das nicht machte, kann man ja in diesem Heft an anderer Stelle nachlesen. Was den Macher stattdessen viel mehr interessierte, ist die Frage, wie sich Punkrock mit Kindern verbinden lässt. Diese Frage stellt er verschiedenen Leuten, deren Antworten ausnahmslos vertretbar sind. Bocky

Pankerknacker #19
(A5+, 92 Seiten, 3 Euro + Porto, c/o Pankerknacker-Verlag, PF 360421, 10974 Berlin)
Der Pankerknacker heißt jetzt offiziell erstmal Shockstar. Zumindest so lange bis Stilettis Advokaten die Schergen des Disney-Imperiums in die Knie bezwungen haben und er das Copyright für den Ausdruck „Pankerknacker“ in allen Schreibweisen hat. Egal: Wo Shockstar drauf steht, ist der Pankerknacker drin und das obwohl es neben dem Namens-Heckmeck noch reichlich andere Schwierigkeiten bei der Heftproduktion gab. Andere hätten den Bettel wahrscheinlich gleich mehrmals hingeschmissen. Nicht so Stefano „Don Quichote“ Stiletti. Hut ab vor dem was hier trotz der widrigen Umstände aus dem selbigen gezaubert wird. Auffallend viele Interviews, meine ich zumindest. Liegt aber vielleicht auch daran, dass es sich größtenteils um Bands und Typen handelt, die mich halbwegs interessieren (z.B. The Detectors, Kreator(!), Stattmatratzen und Skeptic Eleptic), der Rest ist aber durchaus auch noch im grünen Bereich (die omnipräsenten Pestpocken, Silent Meow, The Tony Montanas). Bei den Kolumnen und Kurzgeschichten wechselt sich wie immer Licht und Schatten ab. Das sorgt zwar für etwas kopfschüttelnde Langeweile, verursacht aber keinen ernstzunehmenden Punktabzug. Statt hier jeden Scheiß abzudrucken, wäre es wahrscheinlich besser gewesen noch ein paar von den angekündigten Inhalten auf dem Cover mit ins Heft zu nehmen. Davon fehlt jetzt leider die Hälfte aus Platzgründen und man wird auf die Winterausgabe vertröstet (die ja inzwischen auch schon erschienen sein müsste). Das Herzstück dieser Ausgabe bildet der umfassende Bericht von Stilettis Sommerreise nach Sardinien. 16 Seiten (ohne Werbung!) hören sich zwar erstmal nach einem harten Brot an, aber sorgen dann doch bei mehreren Sitzungen für eine angenehme und unterhaltsame Lektüre. Das grenzt schon beinahe an Hektoliteratur. Fazit: Raider heißt jetzt Twix. Ansonsten ist alles beim Alten geblieben. Qualitativ auf hohem Niveau und mit ein paar Schmankerl, die ich zur Erhaltung der Spannung hier noch gar nicht erwähnt habe. Ab dafür! Obnoxious

Plastic Bomb #65
(A4 + CD, 80 Seiten, 3,50 Euro + Porto, plastic-bomb.de)
So den richtigen Bezug zu dieser Ausgabe bekam ich irgendwie nicht. Warum weiß ich aber auch nicht genau. Trotzdem hat man sich mit Scheisse Minelli und Colera zwei Bands rausgesucht, die was zu sagen haben und bei denen auch ein bisschen mehr rum kommt. Wer ebenfalls viel zu erzählen weiß, sind die Überreste von Schleimkeim. Allerdings dachte ich, diese Fragerunde ist etwas geordneter, wenn sie schon von Höhnie geführt wird, der auch den kleinsten Soundfetzen dieser Kultband veröffentlichte und deshalb etwas geradliniger hätte vorgehen können. In den Reigen alter Haudegen passt auch Babette & Her Clone. Was das Rumgekasper der Vageenas-Frontfrau soll. verstehe ich jedoch leider nicht. Klasse ist Lattis Festivalsommer, der sich im Südosten Europas abspielt. Einer Gegend in der recht viel passiert, von der man aber sehr wenig hört. Außerdem gibt’s die üblichen Info-Standards und die Reihe „Anders leben“ fiel dieses Mal wieder länger aus. Also wie immer, Basis für die Basis. Bocky

Proud To Be Punk #10
(A5, 60 Seiten, ? Euro, c/o Jan Sobe, Stockartstraße 15 HH, 04277 Leipzig)
Noch ’ne Jubiläumsnummer und zwar vom Proud To Be Punk – auch die Nummer 10. Im klassischen A5er Punk-Layout und alles handkopiert. Hier finden sich viele interessante und informative Artikel zu Themen wie Anarchist Black Cross, Edelweißpiraten, Auschwitz, Neonazis in der Erzgebirgsregion usw. Darüber hinaus Interviews mit Conexion Musical und den Christenpunks von Fallobstfresser. Fallobstfresser erzählen hier über Jesus und ihre christliche Einstellung, vielleicht sollte in einem der nächsten Hefte mal ein kleiner Artikel zu Russells Kaffemachine oder das rosafarbene unsichtbare Einhorn etwas Licht ins Dunkel bringen, würde sicher zur Horizonterweiterung beitragen. Abgerundet wird das Heft durch einige Platten- und Fanzine-Reviews. Der Name des Fanzine ist nicht nur ’ne Floskel, den Machern ist das Heft sehr wichtig und deshalb investieren sie viel Herzblut in das A5er. Wenn ihr das Teil in einer Plattenkiste seht, dann gebt euch einen Ruck und unterstützt die Macher. Ralf

Taugenix #7
(A4, 68 Seiten + CD, 3 Euro + Porto, PF 3530, 29235 Celle)
Mit meiner Lieblingszahl sieben beschäftige ich mich das erste Mal mit dem Fanzine, das vor einiger Zeit vom Nix Gut-Label auf den Markt gebracht wurde. Die Kritiken, die ich bisher las, waren meist alles andere als knorke. Doch ehrlich gesagt, finde ich diese Ausgabe mit den gelungenen Interviews mit Volxsturm, Wölli und Take Shit, gar nicht so verkehrt. Zudem kann es doch jedem Recht sein, wenn ein Heft mit solch einer Leserschaft einen Bericht hat, in dem auf Tierquälerei hingewiesen wird. Klar, bei der Kolumne „Rentnerpunk“ frage ich mich auch, was das ist. Oder, dass das Statement zu Pornoproduzenten arg verkürzt und eindimensional darstellt, weiß ich auch. Aber wenn man dann wieder was von den Machern vom „Resist To Exist“-Festival in Berlin liest, dann hat sich das schon wieder. Trotzdem kann ich nicht sagen, ob ich mich künftig bemühen werde das Taugenix zum Besprechen zu bekommen. Denn ehrlich gesagt, ist das Heft einfach auf einen bestimmten Teil Kundschaft zugeschnitten für den ich mich noch nie interessierte. Insofern eine interessante Gazette, um mal zu sehen, was im Deutschpunk-Bereich so passiert. Bocky

Three Chords Magazin #10
(A4, 108 Seiten, ? Euro, c/o Markus Thamling, Hamburger Str. 25, 48155 Münster)
Das Three Chords feiert Jubiläum – die Nummer 10 ist da. Es ist wie immer einiges geboten. Interviews mit Sick Of It All, Brutal Knights, Depressive State um einige zu nennen. Verschiedene Kolumnen und ein interessanter Artikel über das Flex Book, die Bibel zu Ami-Hardcore/Punk aus den 80ern, verfeinern das Angebot. Lustig zu lesen ist auch der zweite Teil von Ü30 Hardcore, also Leute die sich schon länger im Punk/Hardcore-Umfeld tummeln und die 30 Lenze überschritten haben, wie z.B. Klaus vom Enpunkt oder Moses vom ZAP. Abgerundet wird das Ganze mit einigen Platten und Fanzine-Reviews. Hier ist wieder für jeden was dabei. Ralf

Trust #132
(A4, 68 Seiten, 2,50 Euro + Porto, PF 110762, 28087 Bremen)
Hier mal wieder eine der kurzweiligeren Ausgaben des Trust. Wieder ein deutlicher Tritt auf’s Gaspedal im Vergleich zur vorigen Ausgabe. Aber der Reihe nach, denn gleich zu Anfang muss man erfahren, dass Daniel das Schiff jetzt endgültig verlassen hat. Das ist schade, aber wenn ich den Kerl richtig einschätze, hat er da noch was in der Hinterhand. Auch Jan hat für die Zukunft einige Projekte am Start auf die man v.a. als Fanziner sehr gespannt sein darf. Mal sehen was daraus wird. Inhaltlich gibt es die Fortsetzung der Print vs Online-Fragerunde. Feine Sache. Das Dead Child-Interview dagegen interessiert mich nicht die Bohne. Danach wird’s aber wieder richtig interessant in dem Interview mit Szarapow, einem Punk-Aktivisten aus Sankt Petersburg, der zu DIY und Anarchopunk in seiner Heimat befragt wird. Sehr gut und lesenswert. Als nächstes interviewen Jan und Daniel Tobi und Matze von Antitainment. Der Plan war gut, denn die vier wollten per Straßenbahn durch Frankfurt cruisen und an der ein oder anderen Trinkhalle Zwischenstation machen. Irgendwie hat man aber den Eindruck, dass die Rechnung nicht so ganz aufgegangen ist, verläuft das Gespräch doch relativ schleppend. Drauf geschissen. Der folgende Artikel von Trust-Nesthäkchen Matze vom Puntala-Festival in Finnland entschädigt dafür umso mehr. Alles richtig gemacht, Alter. Und auch richtig gut layoutet, was im Trust ja nicht unbedingt immer der Fall ist. Zum Schluss noch ein Julith Krishun-Interview, aber das ist nicht meine Baustelle. Dennoch habe ich mich davon gut unterhalten gefühlt. Gute Fragen, gute Antworten. Ein Arsch voll Reviews runden das Ganze ab. Warum eigentlich nicht mal wieder das Trust abonnieren? Obnoxious

Trust #133
(A4, 68 Seiten, 2,50 Euro + Porto, PF 110762, 28087 Bremen)
Ja, warum eigentlich nicht mal wieder das Trust abonnieren? Auch mit dieser Ausgabe werden noch ein paar gute Argumente dafür geliefert. Nach den durchweg ansprechenden Kolumnen stehen die Szenespalter Hammerhead vor dem Trust-Gericht. Dabei ist Matze der Rechtsanwalt, der Hammerhead mit seinen Fragen den Schwanz lutscht, und Jan ist der Staatsanwalt, der von Tuten und Blasen keine Ahnung hat, aber immer dumme Fragen stellt. Der Leser ist der Richter. Das Interview ist sehr ausführlich und fand anlässlich des jährlichen Klassentreffens von Hammerhead statt. Nach einer Schifffahrt auf dem Rhein, setzte man sich standesgemäß auf eine seiner Auen und genoss Kistenweise Bitburger. Großes Kino. Im nächsten Film geht es um die Punk-Szene auf den Philippinen. Micka hat seinen Aufenthalt dort genutzt, drei Aktivist/Innen aus der Punk- und Fanzine-Szene dort zu interviewen. Herausgekommen ist ein Beitrag, den man so auch nicht bei jedem Zeugen Jehovas kaufen kann. Absolutes Highlight der Ausgabe ist aber das Special zum dreißigjährigen Bestehen von SST Records. Eine ziemliche Fleißarbeit, die hier abgeliefert wurde und die mich an der ein oder anderen Ecke zwar nicht wirklich zu 20% interessiert, aber das ist bei einem Label wie SST eigentlich auch kein Wunder. Großes Lob an die Macher. Den schwächsten Teil der Ausgabe finde ich das abschließende Interview mit einem Antifaschisten aus Sankt Petersburg (sozusagen eine Fortsetzung des Beitrags aus der letzten Ausgabe). Der Informationsgehalt geht dabei aber leider gegen Null. Entweder kann oder will Zhenya zur Fascho-Problematik dort nicht viel verraten. Schade. Nach den folgenden Reviews ist dann auch schon wieder Schluss mit lustig. Aber irgendwie bin ich auch schon sehr gespannt aufs nächste Trust. Ob sie es tatsächlich schaffen auf dem Level zu bleiben? Obnoxious

Underdog #25
(A5, 68 Seiten, 2,50 Euro + Porto, c/o Fred Spenner, Narzissenweg 21, 27793 Wildeshausen)
Okay, mal eine Underdog-Ausgabe ohne übergeordnetes Thema. Im Gegenteil: Erstaunlich breit gefächert kommen die Inhalte der Jubiläumsausgabe daher. Am Anfang steht wie immer die Politik. Hierzu gibt es Infos zu der widerlichen Aktionsgruppe Delmenhorst und zu dem eigentlich noch widerlicheren Mario Müller. Mit so einem Namen kann man eigentlich nur Nazi werden und um Schläge betteln. Hoffentlich kriegt er sie auch. Kommt man von Nazis zwingend zum Thema Fussball? Nicht unbedingt. Oder doch? Jedenfalls wird gleich danach die antirassistische Fangruppierung Adelante aus Oldenburg interviewt. Bemerkenswert finde ich, dass es beim Fünftligisten VFB Oldenburg so was überhaupt gibt. Gut und wichtig. Ebenso wichtig: Die eindeutigen Ansagen, die hier gemacht werden. Sehr unterstützenswert. Ah ja, gut, und dann das Interview mit Güclü Yaman, dem Regisseur des Kurzfilms „Der Test“ der sich mit den neuen Einbürgerungstests auseinandersetzt. Kann man, muss man aber nicht. Den musikalischen Part der Ausgabe übernehmen dieses Mal Supernichts, die interviewt werden. Das Interview in unserer Ausgabe 6 war aber natürlich viiieeeel besser. Abgerundet wird das Underdog durch den vierten und letzten Teil des Szene-Reports „Du und Deine Szene“. Interviewt werden dieses Mal Steff vom Taugenix-Zine (der Typ ist mit seiner Nase momentan wirklich überall vertreten. Sozusagen der Jörg Pilawa des Punkrock), Bäppi vom Human Parasit-Zine und Nils vom Black Mosquito-Mailorder. Over and out. Beste Grüße und ich werde doch noch König. P.S.: Die obligatorische CD darf natürlich auch nicht fehlen: Oberes Mittelfeld. Obnoxious

Underdog #26
(A5, 76 Seiten + CD, 2,50 Euro + Porto, F. Spenner, Narzissenweg 21, 27793 Wildeshausen)
Außer der „Krieg den Palästen“-Kolumne und den News behandelt die neue Ausgabe des örtlichen autonomen Zentralorgans fast ausschließlich das Thema Punk und Christen. Eröffnet wird das Themengebiet mit einer Einführung in verschiedene Sichtweisen auf das Christentum und Religion im Allgemeinen. Freds eigene Meinung kommt in diesem Block und im Folgenden meiner Meinung nach viel zu kurz, da er wie gesagt bloß verschiedene Standpunkte aufführt. Das finde ich etwas schade, denn das ist es, was ich von einem Fanzine erwarte: eine Meinung. Andernfalls bleibt das alles zu theoretisch und formatlos, es bleibt bei reibungsloser Information! Zum Gespräch gebeten wird unter anderem Alarmsignalsänger und Taugenix-Chefredakteur Steff. Da habe ich nicht schlecht gestaunt, da ich bisher nichts von dessen religiöser Gesinnung wusste. Seine Haltung zu dem Thema finde ich ganz o.k., weil er sich nicht als Missionar sieht. Trotzdem bleibt da ein Kopfschütteln meinerseits. Das gilt aber für alle, die sich einer Religion anschließen und behaupten was mit Punk zu tun zu haben! Denn Punk ist antisexistisch, antihomophob und vor allem emanzipatorisch, wogegen das Christentum seit jeher wettert. Von daher ist es fraglich, was Gruppierungen wie die Jesus Freaks oder Musikbands wie Christcore oder Crucified in der Szene verloren haben. Wie ich finde mal gar nix, da ich keinen Gott oder ein dickes Buch brauche, um mit meinem Leben zurecht zu kommen. Amen, Bocky

Young & Distorted #3
(A5 + CD, 64 Seiten, 1,50 Euro + Porto, fanzine@provinzpunk.at)
Als erstes fällt natürlich das Preis-Leistungsverhältnis positiv auf. Wie das finanziell zu machen ist, würde ich ja gerne mal wissen, da es im Vergleich zu den „Großen“, seinen Song einzubuchen äußerst günstig ist. Recht zahlreich ist die Anzahl der Interviews, die geführt wurden. Herausstechend davon finde ich zwei: Ein Mal ist das Rentokill, weil ich die Band mag und weil Johnny ein netter Kerl ist, der vernünftige Antworten gibt. Das zweite Interview, das ich meine wurde mit einer Band geführt, die mittlerweile The Deecracks heißen. Vor einiger Zeit hießen sie noch Cretins mussten sich aber aufgrund der Kieler Pop-Punker Creetins umbenennen. Von deren Seite aus wurde nämlich mit dem Anwalt gedroht. Sowas is ja echt oberpanne! In den Artikeln bewegt man sich häufig in Österreich selbst und ist von dem Land ziemlich abgetörnt. Ob das jetzt was mit der Fußball-EM zu tun hat oder der eigenen Punkrock-Szene ist egal. Seinem Unmut Luft macht auch Grisu vom Teenage Rebel Label, der zu dieser Ausgabe einige Artikel beisteuert. Aber nicht denken in dieser Gazette wird nur gescholten und genölt. Ne, das passt alles schon und soll wohl eher zum Nachdenken anregen. Sowas ist ja dann auch immer gut. Aber auch sonst macht es Spaß das Teil zu lesen. Bocky



Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen