Die Idee mich mal mit Bomml, dem Macher des „One & Only Austrian Drinking Class Zine“, zu unterhalten kam mir schon vor längerem. Grund hierfür waren meine Nachforschungen, die ich mehr oder minder regelmäßig seit Jahren in der Grauzone des Oi! anstelle. Die veröffentlichten Informationen stoßen ständig Personen auf, die sich der unpolitischen Oi! Szene zurechnen. Einige von ihnen gehen manchmal soweit, dass sie mir Gewalt androhen. Der 28-jährige Österreicher gehört aber eindeutig nicht zu diesen Vögeln! Von dem Gespräch erhoffte ich mir zu verstehen, wieso es manchen Leuten egal, oder nicht so wichtig ist, mit welchen Personen sie zusammenarbeiten. Damit meine ich in Form von Bandvorstellungen/Interviews oder geschalteten Werbungen. Doch vor dem äußerst interessanten Gespräch noch ein kurzer Abriss über den Endzwanziger und sein Zine, welches bald seinen elften Geburtstag feiert.

Aufmerksam wurde Bomml auf Oi! schon als kleiner Racker durch seine größere Schwester, die ihn in die Musik einweihte. Doch im Gegensatz zu ihr ist er nicht nur der Musik treu geblieben, sondern sieht darin einen kompletten Lebensstil. Zu dem gehört wohl auch das Klischee der Working Class. Denn immerhin geht er 10-12 Stunden am Tag arbeiten. Jedoch macht ihm sein Job Spaß, was wohl das Wichtigste dabei ist. Wie dem auch sei, bevor das Oi! The Print aus der Taufe gehoben wurde schrieb er schon regelmäßig für den „Springenden Stiefel“. Ein Fanzine, das Michael von DSS Records machte. Als dieser jenes Heft nach der 13. Nummer einstellte, war die Zeit reif für etwas Eigenes. Die Rollen tauschten. Bomml war nun der Chef im Ring und Michael arbeitete ihm zu. Doch schrieb der Big Boss des jungen Labels nicht nur für ihn, er übernahm auch das Layout und griff ihm eine Zeitlang finanziell unter die Arme, als es mit der Gazette nicht so rund lief. Nach einiger Zeit musste sich der Korneuburger jemand neues suchen, der ihm sein Heft gestaltete, da Michael aus beruflichen Gründen nicht mehr dazu kam. Erst fand Bomml Unterstützung bei Sunny Bastards, dann bei Coretex, um schlussendlich bei Torsten vom Moloko Plus zu landen, der ihm bis heute sein Fanzine fein arrangiert. Mit Sunny Bastards arbeitet der Fanzine-Macher nach wie vor bzgl. Vertrieb zusammen. So kann nämlich eine ganze Menge an Portokosten gespart werden, wenn man jemanden hat, der sich um den Vertrieb in einem ganzen Land kümmert.
Ich las in einer deiner Ausgaben, dass mein Artikel „Nazi Punks Fuck Off“ aus unserer Nummer 5 ziemlich überzogen sei. Wie meinst du das?

Naja, ich denk mir halt, dass Leute wie du wissen, dass die Oi! Szene genauso widersprüchlich ist, wie vieles andere auf der Welt. Sie ist durch Menschen regional/international geprägt. Und ich finde es halt mühsam, wenn man da eine Paranoia an den Tag legt. Es gibt halt leider eine Menge Idioten. Man sollte solchem Scheiß auf diese Art und Weise auch nicht eine zu große Plattform bieten. Oi! wirft halt eine sehr breite Angriffsfläche auf. Das wird niemand ändern denke ich. Macht den ganzen Spaß ja auch lebendiger, oder?

Klar weiß auch ich, dass die Welt nicht so einfach in Gut und Böse oder schwarz und weiß einzuteilen ist. Aber ich habe Grenzen und wenn die überschritten werden, dann sage ich meine Meinung. Das wiederum finde ich hat dann nichts mit Paranoia zu tun, oder irgendwelchen Spinnern zu viel Raum zu bieten. Es geht mir darum Stellung zu beziehen gegen ganz üble und dumme Wichser, die sich für etwas besseres halten und nicht raffen, wer der viel besungene „Real Enemy“ tatsächlich ist. Demnach geht es mir auch nicht darum Leute zu beeinflussen. Die sollen sich ja unter anderem gerade durch solche Artikel hier ihre Meinungen bilden. Wieso ich das Thema aufgriff war die Verwässerung und die erschreckende Öffnung Richtung rechts. Wo sind deine Grenzen? Hast du welche?

Ja ich hab auf jeden Fall Grenzen, klar. Aber du sprichst mit „sich für was besseres halten“ eine wichtige Sache eh sehr deutlich aus. In der Punkszene vielleicht nicht so ausgeprägt, aber in der Skinheadszene dafür umso mehr: jeder hält sich für was Besseres. Jeder ist der „wahre“ Skinhead. Der linke Skinhead behauptet, Skinheads können nur links sein und nix anderes. Das genaue Gegenteil ist davon überzeugt, dass sie mit ihrem Schwachsinn die Weisheit tonnenweise gepachtet haben und Skinheads heute rechts sein müssen. Dazwischen gibt es halt alle Abstufungen/Interpretationen. Das ist halt leider so. Das kann man weder regional noch zeitlich abgrenzen. Ich ziehe meine Grenzen rein auf persönlicher Basis. Obwohl ich einen sehr großen Freundeskreis habe, wirst du bei mir keine Leute finden, die stumpf irgendwelche politischen Richtlinien verfolgen. Ich denk mir halt, es besteht sowieso genug Aufklärung. Alles andere muss man individuell erfahren und gut ist es. Oder eben schlecht.
Mit „sich für etwas besseres halten“ meine ich den Faschisten an sich, der sich für eine höhere Lebensform hält. Dass es den meisten dabei eher an Bildung mangelt ist mir durchaus bewusst. Die Aufklärung, die du meinst, finde ich marginal und gerade deshalb sind Statements aus unserer Subkultur sehr wichtig. Klar gehören zu einer ordentlichen Sozialisation eigene Erfahrungen dazu! Aber ebenso hat es mich gewundert, wieso du in deiner aktuellen Ausgabe im Bakers Dozen Interview über deren Labels – Blind Beggar und Pure Impact – einfach so hinweg gehst. Also so von wegen Plattform bieten, bietest du hier nicht einer offensichtlich rechtsoffenen Band eine für die Szene extrem große Plattform?

Ich habe im Interview sehr wohl gesagt, was ich von Pure Impact halte. Rechtsoffen ist ein sehr dehnbarer Begriff, dessen Grenzen wohl jeder selbst zieht. Für mich passen Bakers Dozen da rein. Wobei ich keine Ahnung habe, was jeder einzelne von denen denkt oder tut. Diesen detailgetreuen Einblick hast du aber bei keiner Band. Ich muss dazu sagen, dass ich die Bands nach meinem eigenen Geschmack beurteile (ist hoffentlich kein Skandal) und mute mir selbst zu, zu bestimmen, was ich in meinem Zine drin habe und was nicht. Eine Plattform würde ich bieten, wenn ich für Pure Impact Werbung abdrucke oder ständig Bands von dem Label supporte. Ich weiß nicht mal, was da alles für Bands drauf sind. Andere sind da anscheinend weit besser informiert. Ich weiß, dass auf dem Label einige Bands sind, die ich für absolut unangebracht halte. Aber das ändert nix dran, dass ich Bakers Dozen ins Heft genommen habe. Man sollte Bands nicht immer nach Labels beurteilen.
Bands nicht nach ihrem Label bewerten finde ich in solchen Fällen etwas schwer. Gerade bei solchen Labels finde ich es immer schwer glaubhaft, dass Bands total überrascht sind, wer so ihre Kollegen sind. Deshalb finde ich muss da schon ne gewisse Affinität bestehen, oder glaubst du etwa nicht?

Kann ich schwer sagen, weil ich kein Mitglied einer der besagten Bands bin. Ich würde mit meiner eigenen Band wahrscheinlich ein anderes Label wählen. Auch denke ich, dass die Distanz zueinander eine gewisse Rolle spielt. In England sind die Leute ganz anders drauf als in Frankreich und wieder ganz anderes in Amerika oder am anderen Ende der Welt. Und überall wirst du Widersprüche finden. Es gibt halt solche und Seuche. Und, wenn man schon darauf herumreitet, ich finde Bakers Dozen okay und habe für meinen Teil direkt an der Band nichts, was mich davon abhalten würde, sie anzuhören. Dafür muss man sich hoffentlich nicht auch noch rechtfertigen. Sonst wäre das fast schlimmer als die Zeit, wo gewisse Häuser gekennzeichnet wurden. Soll heißen, Pauschalverurteilungen halte ich für unangebracht. Würde es Pure Impact nicht geben, wäre es bestimmt kein großer Verlust für die Skinhead Szene. Ich denke, ich könnte auch ohne die Existenz dieses Labels sehr gut leben.

Gut, ich ziehe meine Grenze ganz klar früher! Ich habe eindeutig ein Problem damit eine Band zu supporten, die sich von Typen finanzieren lassen, die ohne Zweifel einen an der Klatsche haben. So käme ich nun zu United Kids Records, die auf deiner aktuellen Ausgabe #26 die Werbung auf der Rückseite deines Heftes haben. Findest du es nicht arg mit jemanden zusammenzuarbeiten der keine Skrupel hat eindeutige Neo-Nazibands zu verkaufen?

Man findet in der Szene mehr widersprüchliche Sachen als einem lieb ist, klar? Ich finde es nicht schlecht, wenn man gute Bands in Kreisen anbietet, wo vielleicht potentielle Vollidioten auch einkaufen. Musik beeinflusst nicht nur immer im negativen Sinne. Sondern ich habe auch Leute kennengelernt, die ihre Scheiß-Einstellung dank guter Bands geändert haben und zur Einsicht gekommen sind. Du weißt selbst, es ist alles über drei Ecken miteinander verknüpfbar. Im angesprochenen Interview mit Bakers Dozen kommt auch deren Verbindung zur Band Oi Polloi hervor. Warum wird darauf nicht herumgeritten? Deswegen kann man nicht jedermann in Frage stellen, oder? Und wenn doch, dann wird man sich halt Tag für Tag ärgern müssen. Ich schick Dir hier ein Foto mit. Ist deswegen jeder Mensch, der ein Exploited T-Shirt trägt insgeheim ein rechter Clown? Man kann dieses Thema zu Tode diskutieren und ich will mir selbst nicht zumuten, global über andere zu richten. Je weiter man den Faden spinnt, desto undurchsichtiger wird der ganze Spaß. Ich kann mir nur selbst zumuten, wie ich mit gewissen Themen umgehe oder mit welchem Zeug ich nix zu tun haben will. Ich finde es nicht gut, wenn jemand eindeutige Neonazi-Bands verkauft. Würde ich nicht machen.

Hm, irgendwie antwortest du nicht wirklich auf meine Frage. Du würdest also keine Neo-Nazibands verticken, aber es ist o.k. für dich jemanden auf deiner Heftrückseite werben zu lassen, der so etwas macht, richtig? Also zumindest ist das der Fall.

Achso, jetzt verstehe ich erst die Frage – ich dachte das war auf Bakers Dozen und deren früheres Label bezogen. Dass United Kids Records eindeutige Neonazi-Bands verkauft, davon weiß ich ehrlich gesagt nichts. Würde mich aber jetzt interessieren.
Jinx, Skinflicks, Sampler mit Skrewdriver, Haircut, Kampfzone. Das sind so die Sachen, die mir auf Anhieb einfallen. Beliebte Kastelein Bands: Retaliator, Discharger, Bombecks, Haircut, Razorblade, Bottle Job

Ich denke, man könnte jetzt über jede einzelne Band eine Diskussion führen. Von den genannten Bands finde ich bis auf Discharger und Bottle Job keine Band beachtenswert. Die neue Discharger ist übrigens auf Bandworm erschienen. Sind die auch Scheiße? Auf dem Label United Kids sind zum Beispiel auch Wärters Schlechte (gute Band), oder Volxsturm oder The Brats, um nicht gleich an vorderster Front die Rabauken zu nennen. Ich denke, Du weißt worauf ich hinauswill. Da reibt sich immer und überall einiges. Bei sehr vielen Labels, bei sehr vielen Mailorders. Genauso wie bei meinem Beispiel mit Exploited. Um doch ein wenig mehr ins Detail zu gehen – ich hatte mit Mecko (United Kids Records Macher, Anmk. Bocky) vor ein paar Jahren ein sehr langes Gespräch zu genau diesem Thema und ihm genau solche Dinge vorgeworfen. Von Kampfzone findest Du zum Beispiel nichts mehr in seinem Mailorder. Ich habe gerade in dieser Sekunde auch „Skrewdriver“ als Suchbegriff in dem Onlineshop eingegeben. Da gab es keine Suchergebnisse. Wobei mich das ehrlich gesagt selbst ein wenig wundert.
Also nochmal zum mitschreiben, dir macht es nichts aus jemandem eine Plattform zu bieten, der solche Teile verkauft. Deine Begründung ist, dass du die Bands größtenteils als nicht beachtenswert siehst, richtig?

Es geht hier weder um Begründungen noch um Plattformen. Ich hatte mit Mecko genau darüber ein Gespräch vor einiger Zeit und ich für mich hab kein Problem damit, dass United Kids eine Werbung in meinem Fanzine abdruckt. Wenn man sich die enorme Größe des Mailorders ansieht und auch mal die Tatsache herbeizieht, dass zum Beispiel die bestickten Good Night White Pride Polos aus dem Hause United Kids kommen, dann steht die Sache doch schon wieder in einem ganz anderen Licht, oder? Wenn schon Bericht erstattet, dann sollte man das auch vollständig machen und nicht eine Sache von einer bestimmten Seite beleuchten, damit man genau das Urteil fällen kann, das man auch fällen will.

Interessant, letzteres wusste ich gar nicht. Zur gesprächsschließenden Frage: manchmal kommt mir die ganze unpolitische Oi!-Familie doch sehr konservativ vor. Für mich sind das meistens die Leute, die morgen ihre Eltern am Stammtisch ablösen. Darüber hinaus auch genau deren geistigen Horizont übernehmen und sich über die Schlagzeilen der Bild-/Kronenzeitung (ist doch die größte österreichische Boulevardzeitung, oder?) austauschen. Ist jetzt vielleicht etwas provokant, aber ist es tatsächlich anders?

Skinhead ist ein Lebensweg, oder sollte halt einer sein. Ein Leben kann sehr unterschiedlich verlaufen. Das Niveau innerhalb der Szene ist also mancherorts genauso hoch oder tief, wie überall anders auch. Subkultur hin oder her, das ist genauso ein Spiegel der Gesellschaft und entsprechend läuft es ab. Eine unpolitische Oi! Familie kenne ich als solches nicht und meine Eltern waren auch nie beim Stammtisch. Es stimmt schon, dass du die geschilderte Szenerie ganz gut auf die Oi! Szene ummünzen kannst. Das kannst du aber auf tausende andere Sachen auch ummünzen. Was hat der durchgestylte 77er Punker mit dem zahnlosen Alkoholiker mit Schlabber-Iro am Bahnhofsplatz zu tun? Genauso viel oder wenig wie in der Skinheadszene sich auch manche Sachen beißen. Oi! kann soviel bedeuten. Aber mit sozialen Strukturen hat das für mich gar nix zu tun. Oi! ist anscheinend ein sehr beliebter Baustein für alles Mögliche. Wenn andere das so sehen, gut, ihr Bier. Da hat jeder sein eigenes Weltbild, wenn du sagst, der Großteil der Oi! Szene ist fragwürdig, werde ich nicht versuchen, deine Einstellung zu ändern. Ich sehe viele Dinge dennoch anders. Ohne mir vorwerfen zu lassen, dass irgendeiner der Beteiligten einen ausgeprägteren Horizont besitzt, was das Niveau betrifft. Man muss nicht immer besser wissen und bekehren. Zumindest muss ich das nicht. Wenn es nur noch darum geht, für Aufklärung zu sorgen, dann sollte man sich wahrscheinlich von dem ganzen Zeug generell distanzieren. Weil das ist ein Kater, der sich in genau den Schwanz beißt, den auch die Katze besitzt. In der Szene gibt es glaub ich mehr Spießer, die Brunnen vergiften wollen, als einem lieb ist. Es ist schon okay, wenn jemand sein Leben wie in einem Bilderbuch möchte, aber ich glaube, das ist dann die falsche Szene dafür. Damit meine ich Punkrock generell. Die einen sehen Punkrock als Lebensweg, machen halt ihr Ding draus, andere werden mit Punkrock halt irgendwann erwachsen und sind dann an einem Punkt angelangt, wo sie schnallen, dass das mit der Anarchie irgendwie doch nix wird und sie eine auf die Finger bekommen, wenn sie die gekaufte Ware im Supermarkt nicht bezahlen. Weißt Du, bei dem Thema wird gern mit zweierlei Maß gemessen. Bei allem was mit Oi! zu tun hat wird nach Leichen gegraben und die werden natürlich auch gefunden. Die einen verheimlichen es, andere Bands – siehe Stomper 98 – gehen aufrecht damit um. Mir kommt es so vor, als würde jede Oi! Band, die ein bissl bekannter wird, erst einmal einer genauen Leibesvisitation unterzogen – siehe 4 Promille, Loikaemie & Co. Bei denen war‘s halt am Anfang schon recht bald soweit, die haben mehr Angriffsfläche geboten. Dann waren sie plötzlich überall als „okay“ eingestuft. Passiert irgendwas aber unter dem Vorzeichen von „Punkrock“, gibt es von vornherein weniger Kritik. Ich will es eigentlich vermeiden, irgendwelche Namen zu nennen oder wen anzuprangern. Aber zum Beispiel Nix Gut Records, ein renommiertes Label für den modernen D-Punk von heute. Die werben auch für Pascals (Sänger von Krawallbrüder, Anmk. Bocky) Back To The Streets Tour, wo Bands mit von der Partie sind, die dir bestimmt nicht passen. Bei Nix Gut werden auch die angeblich bitterbösen Gerbenok verkauft. Diese Band sollte dir schätzungsweise doch ein Dorn im Auge sein sein – so groß wie das Mailorderangebot von dem von dir vorher angesprochenen Mailorderprogramm von Mecko/United Kids Records. Ich sehe mich da nicht als Aufdecker oder sonst was. Ich will damit nur zeigen, dass die Realität eben anders ist, als manche es gerne hätten. Was ist, wenn ein anderes großes, in D-Punkkreisen deutsches Label/Mailorder die CD einer Band veröffentlicht, deren Erstauflage still und heimlich eingestampft wird, weil dort ein faschistoider Song drauf ist und es wird einfach die CD ohne diesem riskanten Song veröffentlicht? Warum druckt das Plastic Bomb keine Werbung für Stomper 98 ab, während es das Ox Fanzine doch tut? Über solche Dinge könnte man sich doch fast beim Stammtisch unterhalten, oder? Ein Krieg, den keiner gewinnen kann.

Eine sehr schöne letzte Antwort wie ich finde. Denn an sich ziehe ich daraus ein Fazit über Beobachtungen, die ich schon seit längerem mache. In der Tat sehe ich es ähnlich wie Bomml, dass die benannte Stammtischübernahme ein Spiegel der Gesellschaft ist, die sich nicht ausschließlich auf die Oi! Szene beschränkt. Diese, das muss mal ganz deutlich gesagt werden, besteht nicht nur aus irgendwelchen zwielichtigen Skinheads, sondern hat auch nen ganz großen Teil Iroträger und HC-ler in ihren Reihen. Selbst wenn diese verschiedenen Szenen mittlerweile nicht mehr viel miteinander feiern. Ich finde es wirklich erschreckend wie wenig innovativ diese unsere Subkultur in all ihren Facetten ist und im Grunde auch erzkonservativ! Es gibt wenig Neues, das gut ist. Stattdessen werden alte Sachen neu aufgekocht und es wird lieber bewahrt was man hat. Anstatt sich zu öffnen und neue Einflüsse zu nutzen. Aber das ist ein anderes Thema.

Trotzdem finde ich natürlich nicht alles richtig und toll, was Bomml sagt! Bei uns im Heft wird es sicher niemals so weit kommen, dass ein Label wie United Kids Records eine Werbung schalten kann oder wir Bands wie Bakers Dozen ohne Rücksicht auf das drum herum über den grünen Klee loben. Dafür ziehe ich meine Grenzen zu früh. Das heißt jetzt aber nicht, dass ich Bomml für einen latenten Fascho halte. Dafür scheint er dann doch zu clever, wie man lesen kann. Auf mich macht er den Eindruck, dass er öfter mal Fünfe gerade sein lässt.

Dies wird vorerst mein letzter Artikel gewesen sein im Bezug auf unpolitischen Oi! (ob Skin, Punk, HC-ler oder was auch immer). Der Hauptgrund dafür ist der Wust an Information, den es darüber gibt. Es ist mir in der Tat zeitlich nicht mal möglich auf alles einzugehen, was alleine hier in diesem Gespräch steht – Oi Polloi, Nix Gut, Stomper 98, Krawallbrüder, Gerbenok, etc. Wie sollte ich dann beispielsweise den unzähligen Informationen nachgehen, die mir ständig zugesendet werden?

Aber das heißt nicht, ich werde mich nicht mehr zu Wort melden, wenn ich etwas kacke finde. Auch auf die Gefahr hin mich zu wiederholen! Das mag vielleicht auf die Dauer langweilen. Macht man sich jedoch Gedanken darüber, wird man schnell feststellen, dass nicht die Langeweile das Problem ist, sondern die Tatsache, dass sich nichts verändert hat!
Bocky

www.oitheprint.at
Empfehlung des Hauses: http://oireszene.wordpress.com

Ähnlicher Artikel: www.punkrock-fanzine.de/?p=588



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