Useless #101

| März 28th, 2009

(A4, 64 Seiten, 3 Euro + Porto, c/o R. Brocher, Johannesstr.65, 41061 Mönchengladbach)
Wow, so ein hässliches Cover habe ich bei einem Punkrock-Fanzine ja schon lange nicht mehr gesehen. Ich spreche nicht von Roxy Epoxy, die zwar auch nicht meinem Schönheitsideal entspricht, aber der Hintergrund des Vierfarbcovers ist jetzt mal so richtig unter aller Sau. So was muss man erstmal schaffen! Über den ersten Schreck hinweg, beim Blick auf das Inhaltsverzeichnis muss man dann auch ein paar Mal schlucken: Jennifer Rostock? Donots? „Schenkel, Sprüche, Schnitzel“? „Tod einer Topfpflanze“? Aber mal sehen, es kommt ja auf den tatsächlichen Inhalt an. Ein paar Stunden später ist man klüger. Teilweise gehen hier Artikel nicht über das Niveau einer gymnasialen Schülerzeitung hinaus, andere sind dafür wirklich sehr unterhaltsam. Ein Mittelmaß bilden diejenigen Artikel, die zwar durchaus einen guten Ansatz erkennen lassen, aber dann auf der halben Strecke einfach so verrecken. Leider. Spaßig war zum Beispiel der Artikel von Peter Ruffing, der sich hier als Muff Potters Glen Matlock einen Schade-es-hätte-so-toll-sein-können-Orden verdient. Die Beiträge von Miri Trouble, der Zine-Praktikantin, sind größtenteils als schlimm und pubertär zu bezeichnen. Viele der kurzen Interviews mit Menschen, die eigentlich schon was zu sagen hätten, sind ziemlich harmlos, unreflektiert und kratzen nicht einmal an der Oberfläche der Oberfläche. Ach ja das Layout: Ich kenne mich mit so was zwar nicht aus, aber es sieht verdammt nach einem billigen Computerprogramm aus, mit dem man sich noch nicht so richtig auskennt. Ah, hier, das Doppelinterview mit Plastic Bomb-Swen und Alex vom Tante Guerilla-Shop über das Thema Sweatshop-freie Produkte ist dann doch ziemlich aufschlussreich, da hat Rene echt gute Arbeit geleistet und zumindest mal auf die Problematik aufmerksam gemacht. Und auch das Mia san dageng!-Interview mit Katz und Olli weiß durchaus zu gefallen. Der omnipräsente Nagel geht mir aber so langsam so richtig auf den Sack. Und der Rest am Arsch vorbei. Echt gut dagegen ist die beiliegende Gratis-CD, bei der es in 77 Minuten kaum einen Ausfall gibt. Oft kommt so was ja nicht vor bei CD-Beilagen in Zines. Aber eigentlich sollte man sich ein Zine ja wegen nicht wegen der CD kaufen, bei dieser Useless-Ausgabe ist eine solche Überlegung aber durchaus zulässig. Ums kurz zu machen. Im Heft steckt viel Potential, aber für die nächsten Ausgaben auch bestimmt noch viel Arbeit. Und vielleicht würde das Ganze dann doch besser als A5er um die Ecke biegen, dann wäre die Messlatte auch nicht so hoch … Obnoxious
www.useless-fanzine.de



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